Neues aus dem Patriarchat von Konstantinopel

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Sinaitis
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Beitragvon Sinaitis » 09.11.2009, 00:22

AXIOS - ΑΞΙΟΣ - AXIOS
der Ökumenische Patriarch Bartholomaios
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Anastasis+
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Beitragvon Anastasis+ » 09.11.2009, 08:24

Türkische Staatsbürgerschaft für Bischöfe des ökumenischen Patriarchates

Wie Seine Allheiligkeit Patriarch Bartholmaios bei einem Treffen mit Erzbischof Dimitrios und den Bischöfen der Erzdiözese von Amerika bekannt gegeben hat, ist es für alle Bischöfe des ökumenischen Patriarchats nun mehr möglich einen Antrag auf die türkische Staatsangehörigkeit zu stellen, um somit in allen Belangen des Ökumensichen Throns wählen zu können bzw. wählbar zu sein.

Möglich ist dies für Bischöfe des Ökumenischen Patriarchates der Erzdiözese von Amerika, für die Metropoliten in Europa, für den Erzbischof und die Bischöfe von Australien, für den Erzbischof und die Bischöfe von England, für die Metropoliten Korea, Hong Kongs, Kanadas, Südamerikas sowie für den Erzbischof und die Bischöfe Kretas und der Dodekanes. Entsprechende Ansuchen können nun gestellt werden.

Dies hatte der Ministerpräsident der Türkei dem Patriarchen am 15. August zugesagt.

Brisanz erhält dieser Schritt der Türkei, da dadurch eine große Hürde für die Wahl zukünftiger Ökumenischer Patriarchen überwunden zu sein scheint, da die Kandidaten türkische Staatsbürger sein müssen.

Quelle: romfea.gr
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songul
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Beitragvon songul » 09.11.2009, 20:17

Lieber Joseph und all die anderen,

schade dass nun so weit ist, dass man sich durch die einzelnen Jurisdiktionen her in die Haare bekommt.


Ich weiß das in diesem Forum "empfindlich" reagiert wird wenn etwas über oder gegen die Politik des Phanars gesagt wird was nicht in Euer rosarotes Bild passt. Nur ist es leider so, daß wie es scheint diese Empfindlichkeit auf persönlichen Emotionen beruht welche geflissentlich die wirklich destruktive Politik des Phanars in Hinblick auf Orthodoxe Einheit und Mission in NA (und Europa sowie weltweit) übersieht oder nicht zur Kenntnis nehmen will. Ich will hier nicht zum X-ten Male auf die jurisdiktionalen Übergriffe und sonstige völlig aus dem Rahmen fallende Ansprüche auf Grandiosität hinweisen. Jeder der das Wort Google tippen kann kann sich ausgiebig selbst informieren.


Empfindlich wird hier reagiert, wenn allgemein über die Hohe Geistlichkeit in abfälliger Weise geredet wird.
Mag sein, dass das in NA anders gehandhabt wird, aber hier in Europa, und gerade in einem Forum wie dem diesen wo sich Orthodoxe aus vielen Nationen und Jurisdiktionen austauschen, muss sich ganz einfach mehr zurück gehalten werden als auf heimischem Boden.
Wir, jedenfalls die meisten hier im Forum, leben in Europa und haben mit anderen Problemen der Diaspora zu kämpfen.
Wir sehen uns auch nicht als Auswanderer die in einer neuen Welt ein anderes Nationalgefühl haben müssen.
Die Menschen, die aus anderen Ländern hier nach Deutschland kommen oder schon in zweiter, dritter Generation bei uns geboren sind, leben immer auch in einem Teil ihres Herzen in ihren Ursprungsländern. Das hat erstmal nichts mit Ethnozentrie zu tun.
Die Emigration nach Österreich, Schweiz, Deutschland, etc. ist anders geartet als die Auswanderung in die z.B.Americas.
Es gibt hier nun mal noch nicht den Boden für eine orthodoxe Einheit mit einem deutschen Grundstock, wie es in NA schon der Fall ist.
Die orth. Kirchen hierzulande sind in erster Linie für ihre Volksgenossen zuständig; sind aber natürlich auch zur Verständigung und Einheit untereinander verpflichtet.
Destruktivität ist nicht wirklich gegeben, denn schon allein mit der russischen Kirche ist ein Gegengewicht gegeben.
Und Europa ist wirklich die letzte Gegend in der man sich eine rosarote Brille aufsetzen sollte.

Was dir passiert, ist, dass du die Verhältnisse die bei euch herrschen einfach auf unsere überträgst und nicht bedenkst dass wir ganz andere Befindlichkeiten haben.

Kritik mag angebracht sein, aber nicht in dieser Form, geradezu als ob es sich nur um banale Politik handele; wahrscheinlich ist vieles von dem was passiert nicht weit entfernt davon, aber die Ausführenden sind eben nicht einfach nur mit Politikern zu vergleichen.

Und sei mal ehrlich, ihr habt euch auch untereinander jahrzehntelang übelst bekämpt; irgendwann war dann die Einheit da und wer halt nicht mitmacht ist der Phanar.

Wer zu laut schimpft, hat meist auch nicht so recht.

Uns allen hier im Forum einfach den Laufpass zu geben, nur weil in erster Linie einer sich im Ton definitiv vergriffen hat, finde ich nicht ok und wird uns nicht gerecht.
Und dir schon gar nicht.
Du gehörst, obwohl "Austeichiger" eigentlich schon zum Inventar und ich wüsste jetzt nicht wann wir eine Renovation des Forums beantragt hätten.
Also gib dir einen Tritt in'n Hintern und stay tuned.

@Jeremias
Man kann sich wirklich nur wünschen, von einem der meint sich in seinem Avatar im geistlichen Gewand und Bischofskerzen darstellen zu müssen, dass dann das was er zu sagen hat, doch wenigstens der "Geistlichkeit" würdig wird.
Aber in der Art, in der du manchmal meinst deine Kommentare abgeben meinst zu müssen, sind dem nicht würdig und keinen Deut besser.
Sich über den Müll anderer erheben und als Alternative auch nicht anderes als Kehrricht anbieten zu können!
Und "wegetschüsst" wird hier schon gar niemand.
Nimm dir ein Beispiel an Vater Martinos.
Klar, sachlich und zielgerade.

Möge der Liebe Gott uns allen gnädig sein.

Songul
Zuletzt geändert von songul am 09.11.2009, 23:40, insgesamt 1-mal geändert.

Nassos
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Beitragvon Nassos » 09.11.2009, 23:13

Liebe Songul,

ich ernenne Dich jetzt mal zur Mutter des Forums, har, har.

Spaß beiseite, vielen Dank für diesen Beitrag über den ich mich sehr gefreut habe. Danke!
songul hat geschrieben:Was dir passiert, ist, dass du die Verhältnisse die bei euch herrschen einfach auf unsere überträgst und nicht bedenkst dass wir ganz andere Befindlichkeiten haben.

Jau, und das gilt natürlich auch genau umgekehrt genauso. Wir haben hier eine sehr gute Chance, den anderen besser verstehen zu können, vorausgesetzt man will das.
Ich für meinen Teil wünsche mir das. Warum? Nun, weil wir alle die selbe Basis haben: die Orthodoxie. An Sie müssen wir am meisten denken, nicht aber vergessen und unseren spontanen Gefühlen leiten lassen. Die kommen meistens von... na Ihr wißt schon von wo.

songul hat geschrieben:Uns allen hier im Forum einfach den Laufpass zu geben, nur weil in erster Linie einer sich im Ton definitiv vergriffen hat, finde ich nicht ok und wird uns nicht gerecht.
Und dir schon gar nicht.
I fully agree! Come back! At once!

Nun, auch für Jeremias kann ich etwas Verständnis aufbringen. Ich denke, das sollte nun bereinigt sein!

Falls mal jemand zu entgleisen droht: nutzt die pn, vielleicht läßt sich das besser regeln, wenn es nicht vor den Augen der Öffentlichkeit stattfindet (das gilt auch für mich!).

Ich für meinen Teil lege mir diesen Beitrags songuls als Textfile auf dem Desktop.
Inhalt gut, Niveau gut. Sehr gut.

Einen schönen Abend,
Nassos

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Jeremias
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Beitragvon Jeremias » 10.11.2009, 10:35

Man kann sich wirklich nur wünschen, von einem der meint sich in seinem Avatar im geistlichen Gewand und Bischofskerzen darstellen zu müssen, dass dann das was er zu sagen hat, doch wenigstens der "Geistlichkeit" würdig wird.
Aber in der Art, in der du manchmal meinst deine Kommentare abgeben meinst zu müssen, sind dem nicht würdig und keinen Deut besser.


Ich habe eines der wenigen Bilder von mir genommen, in denen ich einigermassen in kirchlichem Umfeld zu sehen bin. Hätte ich ein Liverollenspielbild von mir nehmen sollen? Vielleicht das hier: www.blackandgold.de/avatar200.jpg
Ich bin eben nur Laie. Messdiener vielleicht, aber nur Laie. Ich habe noch nicht einmal eine niedere Weihe. Das Vater Martinos hier als Vertreter des Klerus sich so ausdrückt, wie er das tut, ist etwas völlig Anderes (aber sehr zu begrüssen...). Ich vertrete hier eine, nämlich meine Meinung. Und ich tue das hier deutlich weniger aggressiv, aufgrund der Natur des Forums, als das ausserhalb dieses Forums im Internet üblich ist.
In diesem besonderen Falle war ich tatsächlich sehr direkt. Aber irgendwann gibts halt auch eine emotionale Grenze. Diese wurde überschritten. "Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus." Was man mir zu Recht vorwerfen kann, ist, dass ich nicht die andere Wange hingehalten habe.

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Elias
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Beitragvon Elias » 10.11.2009, 13:16

So, jetzt ist hoffentlich wieder Frieden im Forum... :) Wir sollten aufhören unsere Patriarchen für irgendetwas zu beschimpfen denn das ist unsere Kirche egal welches Patriarchat wir angehören. Joseph, mein Freund bleibe in diesem Forum denn das ist im gegensatz zum Kreuzgang.org unser Forum und dieses sollten wir hegen und Pflegen...

Gott zum Gruß

Ilija

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Beitragvon Nassos » 10.11.2009, 17:18

Also, lieber Joseph, wie lange willst Du Dich noch bitten lassen? ;-)

Jeremias, danke für die Offenheit. Noch aggresiver? Kampftechniken? Die Wangenkralle? ;-)

Tsaaaaaaaiiiiiiiii

Nassos
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Beitragvon Nassos » 10.11.2009, 22:02

Anastasis+ hat geschrieben:Türkische Staatsbürgerschaft für Bischöfe des ökumenischen Patriarchates

Wie Seine Allheiligkeit Patriarch Bartholmaios bei einem Treffen mit Erzbischof Dimitrios und den Bischöfen der Erzdiözese von Amerika bekannt gegeben hat, ist es für alle Bischöfe des ökumenischen Patriarchats nun mehr möglich einen Antrag auf die türkische Staatsangehörigkeit zu stellen, um somit in allen Belangen des Ökumensichen Throns wählen zu können bzw. wählbar zu sein.

Möglich ist dies für Bischöfe des Ökumenischen Patriarchates der Erzdiözese von Amerika, für die Metropoliten in Europa, für den Erzbischof und die Bischöfe von Australien, für den Erzbischof und die Bischöfe von England, für die Metropoliten Korea, Hong Kongs, Kanadas, Südamerikas sowie für den Erzbischof und die Bischöfe Kretas und der Dodekanes. Entsprechende Ansuchen können nun gestellt werden.

Dies hatte der Ministerpräsident der Türkei dem Patriarchen am 15. August zugesagt.

Brisanz erhält dieser Schritt der Türkei, da dadurch eine große Hürde für die Wahl zukünftiger Ökumenischer Patriarchen überwunden zu sein scheint, da die Kandidaten türkische Staatsbürger sein müssen.

Quelle: romfea.gr
Hallo Anastasis,
gibt es hierzu auch etwas zum Nachlesen? Da steht zwar romfea.gr, aber gibt es auch etwas in deutscher Sprache?

Danke und Gruß,
Nassos

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Beitragvon Jeremias » 11.11.2009, 01:05

Nassos hat geschrieben:Jeremias, danke für die Offenheit. Noch aggresiver? Kampftechniken? Die Wangenkralle? ;-)


Hehe, nene, die Wangenkralle ist ja eine durch die UN verbotene Forenkampftechnik. Es gibt Foren, wo Leute tatsächlich den Gottessohn als drogenrauchenden Hippierabbie bezeichnen, da werde ich deutlich unangenehmer... :x Nachvollziehbar, denke ich.

Zurück zum Thema: Ich finde das einen sehr erfreulichen und interessanten Schritt. Gewisses Misstrauen mag sich aber nicht legen, so hinterfrage ich doch diesen plötzlichen Schritt seitens der türkischen Regierung. Sollen da ein paar Brocken hingeworfen werden um andere Dinge zu vertuschen?

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Anastasis+
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Beitragvon Anastasis+ » 11.11.2009, 16:45

Leider kann ich nicht mehr bieten als dies hier: http://www.romfea.gr/index.php?option=c ... 9&Itemid=2
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Beitragvon Sinaitis » 11.11.2009, 16:54

Lieber Anastasis+,
die Geschichte mit Patr. Athinagoras ist schon klasse (siehe Romfea) vor allem, weil niemand weiß, was im Gegenzug zum türk. Pass in dem Koffer war, den er in der Hand trug - vermutlich viele $. Dann versteht man auch den Zusammenhang von Oikonomia und Ökonomie.
Kleine Ironie am Rande.

Nassos
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Beitragvon Nassos » 11.11.2009, 22:44

Da ich die Frage nach einer deutschen Version fragte, finde ich es nun gerecht, dies zu übersetzen. Man verzeihe die Holprigkeit der Übersetzung und die Unkenntnis zwei-drei Wörter (Anastasis, kannst Du mir hier helfen? die Wörter sind rot markiert)

Türkische Staatsangehörigkeit für die Hierarchen des Patriarchats

Wer von den Metropoliten des Ökumenischen Patriarchats, die außerhalb der Türkei dienen, es sich wünschen, die können die türkische Staatsangehörigkeit erhalten, um ungestört in der gesamten Verwaltungsstruktur und im Alltag des Patriarchats teilnehmen - inklusive der Möglichkeit, sich zur Wahl für den Patriarchenthron aufzustellen und selber an der Wahl des Patriarchen teilnehmen zu können.

Wie bezeichnenderweise gesagt wurde, werden sie das aktive und passive Wahlrecht am Patriarchenstuhl haben.

Diese Entwicklung führte der Ökumenische Patriarch Hr. Bartholomäus während des Essens mit dem Erzbischof Hrn. Dimitrios und den Führern der Erzdiözese Amerika am Sonntag, den 1. November, im prominenten Restaurant des New Yorker Hotels Carlyle nach der Patriarchischen Liturgie in der Erzbischöflichen Kathedrale der Hl. Triada in Manhattan an.

Hier sein angeführt, dass dieses Thema schon einige Jahre zurückreicht und vom Patriarchen Bartholomäus mündlich wie auch schriftlich bei der heutigen politischen Führung der Türkei - speziell beim Ministerpräsidenten Tayyip Erdogan - beantragt wurde.

Das Anliegen wurde am 15 August dieses Jahres offiziell gemacht, am Tag der Entschlafung der Gottesgebärerin, als es zum ersten Mal nach vielen Jahrzehnten zu einem Treffen zwischen einem türkischen Ministerpräsidenten und dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomäus auf der Insel Prinipos (türk. Büyükada) kam und man auch das Waisenhaus und andere kirchliche Einrichtungen der griechischen Homogenie kam.

Nach Informationen der "E.K." sagte Hr. Erdogan dem ÖP mündlich zu, dass dem Anliegen stattgegeben werden würde und bat um die entsprechende Einsendung der Anträge der Hierarchen.

Das Thema wurde bei der Hl. Synode besprochen und es wurden schon Schreiben an die Hierarchen des Phanars außerhalb der Türkei geschickt, um dem Patriarchat ihr Einverständnis und ihren Antrag, dass sie sich die türkische Staatsbürgerschaft wünschen, einzureichen.

Auf seiner 15-tägigen Reise in den USA brachte der Patriarch auch die Schreiben an die Hierarchen in Amerika, welche er Erzbischof Dimitrios übergab, um sie an die Hierarchen der Erzdiözese Amerika weiterzuleiten.

Es sei betont, dass dieser Schritt für alle Hierarchen, die zum kirchlichen Umfeld des Ökumenischen Patriarchats gehören, gültig ist.

Konkret gilt dies für den Erzbicshof und die Hierarchen der Erzdiözese Amerika, den Metropoliten Europas, den Erzbischof und den Hierarchen Australiens, den Erzbischof und den Hierarchen Englands, den Metropoliten Koreas, Hong Kongs, Kanadas, Südamerikas, für den Erzbischof und den Hierarchen Kretas, und auch für die Hierarchen des Dodekanes.

Dies gilt nicht für die Metropoliten der Neuen Länder der Kirche Griechenlands, welche zwar jurisdiktionell und geistlich dem Ökumenischen Patriarchat - gemäß des Patriarchatsbeschlusses von 1928 - angehören, jedoch in der Synode der Kirche Griechenlands vertreten sind, so dass sie aus ekklesiologischer und kanonischer Sicht nicht auf zwei Synoden vertreten sein können.

Es sei daran erinnert, dass bis vor ein paar Jahren nur Hierarchen mit türkischer Staatsangehörigkeit das Recht hatten an der Hl. Synode des Patriarchats teilzunehmen.

Patriarch Bartholomäus hat dies ohne großes Aufhebens geädert, und genauso still wurde dies von den türkischen Behörden anerkannt und heutzutage setzt sich die Synode aus sechs Metropoliten von denen, die in der Türkei und mit türkischer Staatsangehörigkeit sechs Monate lang in der Synoder dienen und aus sechs Metropoliten aus den Eparchien des Auslandes, welche ein Jahr lang dienen.

Informationen der "E.K." aus Kirchenkreisen Kretas geben an, dass manche Hierarchen Kretas schon ihre Beunruhigung über die Umsetzung eines solchen Schrittes ausdrücken, d.h. wegen der Erlangung der türkischen Staatsangehörigkeit, mit der Begründung, dass es zu Volksreaktionen kommen könnte. Von den Hierarchen Amerikas gibt es bisher keine Reaktion.

Fragezeichen gibt es auch seitens einiger hochrangiger Angehöriger des heutigen Phanars bezüglich der gruppenweise Vergabe der türkischen Staatsangehörigkeit an die Hierarchen außerhalb der Türkei, weil sich auf diese Weise die symwemwikotita (? das Wort kenne ich nicht), die Gleichgewichte und die Mitwahlen (sympsifismi) der Patriarchenwahl verändern, wenn dieses Thema aktuell werden sollte.


Bis zur Wahl des heutigen Patriarchen Bartholomäus hatten nur die Metropoliten türkischer Staatsangehörigkeit das Recht zur Kandidatur und in Form einer ständigen (Endimousa) Synode zu wählen.

Die Hierarchen außerhalb der Türkei gaben nur das sog. "sympsifo" (Mitwahl) ab, d.h. eine Blankozustimmung zu was und wen die wählenden Hierarchen der Synode, die türkische Staatsangehörige sind, wählten.

Darüberhinaus war die Synode verpflichtet, bei der türkischen Regierung eine Liste der Namen der um die Patriarchie kandidiereden Hierarchen zur Anerkennung zu geben.

Die türkische Regierung behielt (und behält) sich das Recht vor, unerwünschte Hierarchen aus der Liste zu streichen. Bei der letzten Wahl, bei der der heutige Patriarch Bartholomäus gewählt wurde, war niemand aus der Liste gestrichen worden.

Wir geben bekannt, dass der unvergessene Metropolit Chalkidons Meliton (Hatzis), der geistlicher Vater und Mentor des damaligen Metropoliten Philadelphias Bartholomäus, wie auch des Melitinis Ioakim, schon vor vielen Jahren plante, das Patriarchat einem seiner zwei geistlichen Söhne zu sichern.

Er hatte sie damals schwören lassen, dass für den Fall, dass die Türken einen der beiden aus der Liste streichen sollten, dieser dem anderen helfen und absolut beistehen würde, der zum Patriarchen gewählt werden würde.

So erklärt sich auch, dass die erste verwaltungstechnische Aktion des heutigen Patriarchen Bartholomäus war, den bis dahin Metropoliten Melitinis Ioakim zum Metropoliten Chalkidonas ernannte, um in einer Altehrwürdigen Metropolie zu sein und damit erster in der Rangfolge zu sein.

Es sei daran erinnert, dass alle Patriarchen bis heute, insbesondere der letzten Jahrhunderte, zwangsweise türksiche Staatangehörige waren, ausgenommen Athenagoras, der, vom Erzbischof Amerikas zum Ökumenischen Patriarchen gewählt, nach Konstantinopel im Flugzeug des Präsidenten der Vereigten Staaten - Harry Truman - kam, während die Türken ihm die türkische Staatsangehörigkeit nach der Landung auf dem Flughafen Konstantinopels noch im Flugzeug gaben.

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Elias
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Beitragvon Elias » 12.11.2009, 10:28

Lieber Athanasios, danke dir für die Übersetzung. Ein Kuss von mir (Natürlich nur ein Brüderlicher) :cop: :cowboy: :indian: :builder:

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Beitragvon Anastasis+ » 13.11.2009, 21:45

Hmm... gute Frage lieber Nassos, aber ich weiß es nicht!

Vielen Dank für deine Mühe für die Übersetzung!
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Beitragvon Mops » 15.11.2009, 18:12

Messdiener? In der Orthodoxen Kirche?

@songul,

bezüglich der nationalistischen Komponente, die du ins Feld führst, ich mache ständig andere Erfahrungen und du weißt das aus eigenem Erleben bestimmt auch.
Ich hatte in keiner OK - egal ob ich zur ROKA, ROK, zu den Rumänen ... bis zu den Altkalendariern - je das Gefühl nicht willkommen zu sein.
Nein, ich habe ehr den Eindruck, dass ORTHODOX groß geschrieben wird, ohne Nationalität. Zunehmend kommen überall deutsche Bestandteile dazu, werden Predigten übersetzt, Evangelien auch in Deutsch gelesen, Vorträge auch in Deutsch gehalten usw...
Versuchen wir doch positiv zu denken.

Heute ist Sonntag, ein Grund mehr!
Beten wir für den verstorbenen serbischen Patriarchen und freuen uns über jede neue Orthodoxe Gemeinde. Egal welcher Jurisdiktion.

Zum Thema Türkei, ich werde wohl nie verstehen, wie ein Staat vorschreiben kann, welcher Nationalität ein Kirchenoberhaupt sozusagen sein muss...
Gerade die Türkei sollte da zurückhaltender sein...

Allen einen gesegneten Festtag!


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