Neue Übersetzung der Göttlichen Liturgie

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epimeleia
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Neuer deutscher liturgischer Text

Beitragvon epimeleia » 05.05.2013, 15:47

Liebe Freunde,

hat jemand von euch bereits Erfahrung mit der von der Deutschen Orthodoxen Bischofskonferenz abgesegneten neuen Textfassung der Liturgie für den deutschen Gebrauch gemacht, etwa im Sinne von Sing- und Betbarkeit? Einige Passagen scheinen mir interessant, andere nicht ganz unproblematisch zu sein. Wie immer zählt in jedem Falle die Rezeptionsfähigkeit solcher Änderungen, insbesondere in Hinsicht auf unsere deutsche Sprachkultur. Bitte teilt mir eure Erfahrungen mit!

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Priester Alexej
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Re: Neue Übersetzung der Göttlichen Liturgie

Beitragvon Priester Alexej » 05.05.2013, 20:49

Christus ist auferstanden!

Wir in Mainz zelebrieren die komplette Liturgie mit dieser Übersetzung - also Chor, Priester und Diakon; Lässt sich wunderbar singen und lesen; Ist natürlich wie alles anderen Gewönungs- und auch geschmakssache;

In der Skie des hl Spyridon wird die Übersetzung ebenfalls benutzt;

Es ist ja auch die offizielle Übersetzung unserer Kirche und sollte allen anderen bevorzugt werden, eigenmächtigkeit darf es in der Kirche nicht geben;
Apostolischer Kanon 39 (32): Priester und Diakonen sollen ohne Wissen und Willen des Bischofs Nichts thun: denn dieser ist's, welchem das Volk des Herrn anvertraut worden, und von welchem Rechenschaft über ihre Seelen gefordert werden wird.

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Igor
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Re: Neue Übersetzung der Göttlichen Liturgie

Beitragvon Igor » 12.05.2013, 17:43

XB!

Da wichtigste vorab: Ich finde es außerordentlich wichtig und prima, dass jetzt eine einheitliche Übersetzung vorliegt.

Ja, das eine oder andere ist daran etwas gewöhnungsbedürftig, z.B. die vielen Partizipialkonstruktionen im Glaubensbekenntnis. Die sind doch etwas schwerer sich zu merken (vor allem für Nichtdeutsche) und zu singen, als z.B. die bei uns bislang gebräuchliche Variante. Oder auch das „Vater unser“ mit einer meiner Kenntnis nach bislang im deutschen Sprachraum gleichfalls eher noch nicht eingeführten Version ist doch zuerst einmal etwas ungewöhnlich („…notwendiges Brot…“).

Ich denke aber, dass es viel wichtiger ist, jetzt einen einheitlichen Text zu haben, das lässt das eine oder andere für manche Ohren etwas ungewöhnlich klingende und das erneute Umlernen doch in den Hintergrund treten.

Es sollte letztendlich nicht vergessen werden, dass (nach meiner Kenntnis) das Gremium, welches die Übersetzung ausarbeitete, mit vielen Geistlichen von außerordentlich hoher Sachkenntnis besetzt war und die spezifische Wahl der Übersetzungstexte dabei mit Sicherheit sehr sorgfältig abgewogen worden ist.

In Christo
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Als der Höchste hernieder fuhr, verwirrte Er die Sprachen, zerteilte Er die Völker, nun, da Er Feuerzungen ausgeteilt, ruft Er alle zur Einheit: Einmütig preisen wir deshalb den Heiligen Geist. (Pfingstkondakion im 8. Ton)

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Re: Neue Übersetzung der Göttlichen Liturgie

Beitragvon Quinni » 12.01.2014, 20:15

Ich habe mir das Glaubensbekenntnis jetzt mehrfach durchgelesen und gebetet. Jedoch ist auch für mich als Deutsche die Form, wie es verfasst ist, schwierig zu beten, da es ziemlich unüblich in der Sprachform ist. Ich habe die Wörter mal so gesetzt, wie sie fließender zu sprechen sind, zumindest für mich.

Die Frage ist: darf ich das überhaupt, die Worte dieses Bekenntnisses ändern? Oder ist das ein absolutes Tabu? Bei uns evangelischen Christen wird ja viel frei gebetet, das Glaubensbekenntnis ist wesentlich kürzer.

Hier die originale Version, meine darunter.

Ich glaube an den einen Gott, den Vater, den Allherrscher, den Schöpfer des Himmels und der Erde, alles Sichtbaren und Unsichtbaren,
und an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes einziggezeugten Sohn, den aus dem Vater Gezeugten vor aller Zeit, Licht vom Licht, wahren Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, den dem Vater Wesensgleichen, durch den alles geworden ist,
den um uns Menschen und unserer Errettung willen von den Himmeln Herabgestiegenen und Fleischgewordenen aus dem Heiligen Geist und der Jungfrau Maria und Menschgewordenen,
den für uns unter Pontius Pilatus Gekreuzigten, der gelitten hat und begraben wurde,
den am dritten Tage Auferstandenen gemäß den Schriften,
den in die Himmel Hinaufgestiegenen und zur Rechten des Vaters Sitzenden,
den mit Herrlichkeit Wiederkommenden, zu richten Lebende und Tote, dessen Königtum ohne Ende sein wird,
und an den Heiligen Geist, den Herrn, den Leben schaffenden, den aus dem Vater Hervorgehenden, den mit dem Vater und dem Sohne Angebeteten und Verherrlichten, der gesprochen hat durch die Propheten, an die eine, Heilige, Katholische und Apostolische Kirche.
Ich bekenne die eine Taufe zur Vergebung der Sünden.
Ich erwarte die Auferstehung der Toten, und das Leben der künftigen Welt. Amen.

Ich glaube an den einen Gott, den Vater, den Allherrscher, den Schöpfer des Himmels und der Erde, alles Sichtbaren und Unsichtbaren,
und an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes einziggezeugten Sohn, den aus dem Vater Gezeugten vor aller Zeit, Licht vom Licht, wahren Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, der dem Vater Wesensgleiche, durch den alles geworden ist,
der um uns Menschen und unserer Errettung willen von den Himmeln herabgestiegen und fleischgeworden ist aus dem Heiligen Geist und der Jungfrau Maria und Mensch geworden,
der gelitten hat für uns unter Pontius Pilatus, der gekreuzigt wurde und begraben ,
der am dritten Tage auferstanden ist gemäß den Schriften,
der in die Himmel hinaufgestiegen ist und zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters sitzt,
der mit Herrlichkeit wiederkommen wird, zu richten Lebende und Toten, dessen Königtum ohne Ende sein wird,
Und an den Heiligen Geist, den Herrn, den Leben schaffenden, der aus dem Vater hervorgeht, der mit dem Vater und dem Sohne angebetet und verherrlicht wird, der gesprochen hat durch die Propheten, an die eine, Heilige, Katholische und Apostolische Kirche.
Ich bekenne die eine Taufe zur Vergebung der Sünden.
Ich erwarte die Auferstehung der Toten, und das Leben der künftigen Welt. Amen.


Und wie sieht es mit dem Vater Unser aus? Bisher habe ich nach: sondern erlöse uns von dem Bösen noch : denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit Amen gebetet.
In der Orthodoxen Fassung soll dieser Teil nur von Priestern gebetet werden : Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit Amen.

Darf ich diesen Teil (zuhause, nicht in einer Liturgie) weiterhin beten oder wäre das anmaßend?

Ich danke euch für eure Antworten
Liebe Grüße
Anja

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Re: Neue Übersetzung der Göttlichen Liturgie

Beitragvon Priester Alexej » 12.01.2014, 20:52

Liebe Anja, deine Formulierung des Credo ist theologisch falsch - wir glauben nämlich nicht an eine Geschichte, die irgendwann passiert ist ("fleischgeworden ist aus dem Heiligen Geist und der Jungfrau Maria und Mensch geworden") sondern an eine Person, Jesus Christus: den "Fleischgewordenen aus dem Heiligen Geist und der Jungfrau Maria und Menschgewordenen".
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Re: Neue Übersetzung der Göttlichen Liturgie

Beitragvon Quinni » 12.01.2014, 21:07

Dann werde ich mir wohl die andere Fassung irgendwie merken müssen mit der Zeit.

Was ist mit dem Vater Unser?

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Re: Neue Übersetzung der Göttlichen Liturgie

Beitragvon Thuja » 12.01.2014, 21:36

Liebe Anja,

den letzten Teil des Vaterunsers darfst Du daheim durchaus beten.
Im Gottesdienst entspricht er allerdings einem Segen, deshalb wird er da nur vom Priester gesprochen.

Und es ist nicht zu vergessen, dass auch die Übersetzungen von Vaterunser und Glaubensbekenntnis wieder auf die üblichen gesungenen Melodien "passen" müssen, daher ist manches auch nicht so "leicht von den Lippen gehend" gesprochen.
Es sind viele Dinge, die da berücksichtigt werden müssen bei einer Übersetzung.
Für Dich allein kannst Du sicher etwas "umstellen", um es erst 'mal besser zu verstehen, aber beim Beten selbst bedenke bitte, dass die anderen Menschen in der orthodoxen Kirche das Vorgegebene beten, damit ist die Einheit im Gebet gegeben, aus der Du Dich ein bisserl "ausklinkst". Und die Übersetzung ist ja auch nicht "einfach so" gemacht, sondern lange hin- und her-abgewogen von "oben" kirchlicherseits, dass inhaltlich auch alles mit "abgedeckt" ist wie im Original...
Ich habe mich deshalb an die kirchenslawische, seit Ewigkeiten überlieferte Version gewöhnt und sie gelernt, die div. Versionen einer dt. Übersetzung sind mir nicht wichtig daher.

Liebe Grüße
Thuja
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Re: Neue Übersetzung der Göttlichen Liturgie

Beitragvon Quinni » 12.01.2014, 23:03

Danke Thuja, das diese Dinge gesungen werden, daran werde ich mich wohl erst mal gewöhnen müssen. Ich bin, wie schon gesagt, erst ganz am Anfang einer Reise von der ich noch nicht genau weiß, wohin sie mich bringt. Ich merke einfach nur, dass viele Dinge, die mir in der evangelischen Glaubenslehre fehlen, in der orthodoxen vorhanden sind. Gerade diese festformulierten Gebete sind eine große Hilfe, wenn einem die Kraft oder die Worte zum freien Gebet fehlen. Diese althergebrachten Traditionen, bei denen man sich einfach darauf verlassen kann, dass sie schon immer so waren und wohl auch so bleiben werden, können einem vielleicht mehr Halt geben als dieses ständig wechselnde improvisieren. Gerade in dieser immer schnell lebigeren und immer rascher wechselnden Welt ist dies wie ein Ruhepol, ein Innehalten. So scheint es mir momentan. Ich kann noch nicht viel dazu sagen, gerade hier im Saarland gibt es leider nur 5 orthodoxe Gemeinden. Die serbische ist im Internet gar nicht zu finden, eine der russischen und eine der rumänischen haben ihre Seiten komplett in ihrer Landessprache, allein eine russische und eine rumänische haben auch Informationen auf deutsch.

Die russische lädt auch direkt Interessierte ein, so dass die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass ich dort hingehen werde. Wobei sich dann irgendwann das Problem ergeben wird, dass ich Weihnachten nicht mehr mit meiner Familie werde feiern können. Ich bin die einzige in meiner Familie, die an Gott glaubt, für den Rest ist Ostern das Fest, wo es eingelegte Eier gibt und Weihnachten gibt es Heilig Abend nun mal Kartoffelsalat mit Würstchen, es wird geschlemmt, genascht, der wahre Sinn ist leider absolut verloren gegangen. Ich habe alles, was ich bis heute weiß durch selber lesen, Kindergarten, Schule und unseren leider viel zu früh verstorbenen Pfarrer gelernt.

Für meine Familie macht es keinen Sinn zu fasten, zu beten, sich an irgendwelche Regeln diesbezüglich zu halten. Bis auf mich sind alle aus der Kirche ausgetreten. Wenn ich am 24.12. mit ihnen feiern würde, wäre es für mich kein Problem dabei zu sitzen und dabei streng zu fasten, also eine kleine vegane Mahlzeit zu essen. Aber in ihren Augen wäre ich ein Festverderber, der mal wieder alles anders machen muss. Und das geht am 1. Feiertag ja weiter denn da wird mittags auch so richtig reingehauen. Für mich wäre es in Ordnung, aber für sie nicht.

Da Ostern bei uns gar nicht gefeiert wird, gibt es da keine Schwierigkeiten. Daher war meine Überlegung halt, einer griechischen (die es hier nicht gibt) oder rumänischen Gemeinde beizutreten. Ich weiß, das sollte eigentlich kein Grund sein, doch wenn man sich komplett von seiner Familie unterscheidet was den Glauben angeht, ist es sehr schwierig eine Entscheidung zu treffen, mit der alle Teile leben können. Ich weiß, dass ich ohne Gott nicht leben kann, mein Glaube hat mir über viele schwere Situationen hinweggeholfen. Aber so ganz ohne meine Familie möchte ich auch nicht dastehen. Außer meiner Tochter weiß niemand aus meiner Familie, wie intensiv ich mich mit Gott geschäftige. Das ist schade aber leider nicht zu ändern

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Re: Neue Übersetzung der Göttlichen Liturgie

Beitragvon Thuja » 12.01.2014, 23:51

Liebe Quinni,

da mach' Dir zuerst 'mal keine Gedanken, Deine Familie wird sich ggf, dran gewöhnen; wenn Du entsprechend überzeugt formulierst und sie sieht, dass es Dir ernst ist, wird sie vielleicht auch ein wenig neugierig sein - und Dir entgegenkommen.
Und wenn nicht, dann ist es einfach so, damit bist Du nicht allein. Gott ist in diesem Fall wichtiger!
Wichtig ist für Dich erst mal, dass Du Deinen Weg findest. Guck' Dir die Gemeinden an und sprich mit den Priestern, erlebe die Gottesdienste, wo Du Dich mehr "zuhause" fühlen kannst! Und frag' bei Unklarheiten einfach "Löcher in den Bauch", sei es uns hier oder die Priester! Und lass' Dir Zeit, Deine Entscheidungen in Ruhe zu treffen, es hetzt Dich niemand, es ist wichtig, dass es für DICH STIMMT!!!

Ich kann Deine Gefühle nachempfinden, war ich doch früher auch evangelisch und bin da einfach nicht "satt" geworden!!

Alles Liebe
Thuja
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Re: Neue Übersetzung der Göttlichen Liturgie

Beitragvon Quinni » 13.01.2014, 15:09

Liebe Thuja,

das werde ich auch machen. Aber das mit meiner Familie kann ich abhaken, ich musste schon als Kind darum kämpfen in den Kindergottesdienst gehen zu dürfen, weil sie meinten, Campingplatz wäre wichtiger. Und Weihnachten Kirche mit meiner Tochter wurde auch immer nur doof geschaut und es kamen blöde Bemerkungen, weil wir ja früher von der Familienfeier weggegangen sind. Ich mache das seit 46 Jahren mit, aber das hat mich als Kind nicht gehindert, meinen Weg zu Gott zu suchen, also wird es mich als Erwachsene erst recht nichtdavon abhalten. :wink: Und hetzten, nein, ich gehe meinen Weg, langsam, so wie seit Kindheit an. Es gab Unterbrechungen in der Suche, weil mir einfach die Kraft fehlte und der evangelische Glaube mir in dieser Zeit zwar einen gewissen Halt gab, aber eben nicht genügend um meine Suche fortzusetzen.

Liebe Grüße und Danke
Anja

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Re: Neue Übersetzung der Göttlichen Liturgie

Beitragvon Quinni » 14.01.2014, 22:53

Auf orthodox.info habe ich eine andere Version des Glaubensbekenntnisses gefunden, die in der Form von der russischen abweicht:
Ich glaube an den einen Gott, den Vater, Allherrscher, Schöpfer Himmels und der Erden, alles Sichtbaren und Unsichtbaren. Und an den einen Herrn Jesum Christum, den Sohn Gottes, den eingeborenen, der vom Vater gezeugt ist vor allen Zeiten. Licht vom Lichte, wahrer Gott vom wahren Gotte, gezeugt, nicht erschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch den alles erschaffen worden. Der für uns Menschen und um unserer Erlösung willen von den Himmeln herabgekommen, Fleisch geworden vom Heiligen Geiste und der Jungfrau Maria und Mensch geworden ist. Der für uns gekreuzigt worden unter Pontius Pilatus, gelitten hat und begraben worden ist. Der auferstanden am dritten Tage, nach der Schrift. Der aufgefahren ist in die Himmel und sitzet zur Rechten des Vaters. Der wiederkommen wird mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten, dessen Reiches kein Ende sein wird. Und an den heiligen Geist, den Herrn, den lebendigschaffenden, der vom Vater ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und verherrlicht wird, der durch die Propheten geredet hat. Und an die eine heilige, katholische und apostolische Kirche. Ich bekenne die Taufe zur Vergebung der Sünden, erwarte die Auferstehung der Toten und das Leben der künftigen Welt. Amen.

Jetzt bin ich total verwirrt, Priester Alexej, diese Form ist doch quasi auch wie eine Geschichte, die erzählt wird. Gibt es von Kirche zu Kirche unterschiedliche Versionen? Also in der russischen andere als bei Rumänen oder Griechen? Wenn ja, sollte ich mir wohl erst eine Gemeinde aussuchen um mich dann mit den Gebeten zu befassen, wie sie in dieser Gemeinde üblich sind. Oder?

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Re: Neue Übersetzung der Göttlichen Liturgie

Beitragvon Igor » 15.01.2014, 18:50

Grüß Gott!

Es wird bestimmt noch eine Weile dauern, bis die einheitliche deutsche Variante überall genutzt wird und auch alle Informationsquellen einem Update unterzogen worden sind.

Bin mal auf das Interview bei der Übersetzungkommission gespannt und hoffe, dass es bald erscheint. Es dürfte bestimmt einige Fragen in diesem Umfeld beantworten.

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Re: Neue Übersetzung der Göttlichen Liturgie

Beitragvon Quinni » 15.01.2014, 18:59

Also ist die Variante hier die autorisierte Version wie bei der Liturgie? Das ist gut zu wissen, ich habe inzwischen so viele Versionen gefunden auf den unterschiedlichsten orthodoxen Webseiten. Dann werde ich sie so übernehmen. Ich war nur etwas verwirrt, weil Priester Alexejs Erklärung ja genau beschrieben hat, was mit genau dieser Form ausgesagt werden soll und dann genau wieder was anderes zu lesen auf Seiten von unterschiedlichen Gemeinden war doch etwas verwirrend für meinen kleinen Geist.

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Re: Neue Übersetzung der Göttlichen Liturgie

Beitragvon Nikolaj » 16.01.2014, 17:26

Liebe Quinni,

bisher gab es keine einheitliche Übersetzung der Liturgie sondern jede Gemeinde (auch in der gleichen Diözese) hat das benutzt, was ihr am Besten gefallen hat. Manches haben dann die Priester oder Kleriker selbst übersetzt wenn es nicht verfügbar war. Deswegen dauert es auch noch, bis wirklich alle auf die neue und offizielle Übersetzung umgestiegen sind.

Gruß
Nikolaj

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Re: Neue Übersetzung der Göttlichen Liturgie

Beitragvon Quinni » 16.01.2014, 18:59

Ich danke euch für die Info. Ich werde also weiterhin die Version aus dem orthodoxen Gebetbuch beten. Es wird wohl noch etwas dauern, bis ich die genauso verinnerlicht habe wie das apostolische Glaubensbekenntnis, aber das wird schon.


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