Kindererziehung in einer christlich-orthodoxen Familie

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Emanuel
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Re: Kindererziehung in einer christlich-orthodoxen Familie

Beitragvon Emanuel » 27.11.2013, 23:49

Ich habe vor Kurzem im Rahmen meiner Erzieherausbildung eine Facharbeit über christlich orthodoxe Erziehung geschrieben, mit meiner Religionslehrerin als Mentorin für die Benotung. Dieses Buch war auch eins meiner Hauptquellen und es fiel mir schwer es nicht Wort für Wort abzuschreiben, weil es einfach so schön geschrieben ist.
Mirjanin hat geschrieben: als würde man eben mit einem 7-fachen Vater bei einem Tee gemütlich zusammensitzen und er würde aus dem Nähkästchen plaudern.

Nun ja, Ich habe großes Bedenken wie das für diese Menschen in meiner Fachschule ankommt, entweder die denken ich bin total bescheuert oder noch zu retten. vor Allem bei den Thema " Einen echten Mann" zu erziehen. Er muss das Bild eines Helden, Kriegers oder Beschützers in sich prägen und das Mädchen soll die Märchenprinzessin werden, damit sie irgendwann ihren Prinzen findet. Wie im Paradies. Aber, in meiner Sicht, äußerst schwer dies in der heutigen Gesellschaft hin zu bekommen. Meine Mutter bezeichnete mich schon als Sexsist, "Was das für eine dumme Einteilung sei" .."Die Frau darf nur schön und zärtlich sein, und sich hinter einem starken Mann [wie hinter einer Mauer] verstecken. so was Blödes"... Meine Mutter war entsetzt und hat sich gewundert, wie ich so denken kann. ".. Das ist Rechtextremismus" schrie sie..
(Sie ist protestanitsch(im wahrsten Sinne), so wie ich damals auch einer war).
Mein geistlicher Vater sagte zu mir, dass wenn man dieses Geschlechtsthema in der Hinsicht auf Macht betrachtet, sieht das natürlich so aus, als würder der Mann die Macht haben und die Frauen unterwerfen. Aber es geht ja nicht um Macht, die Frau hat die Gabe Kinder zu bekommen, sie kann das Leben gebären. Das kann kein Mann(vielleicht heutzutage schon - bin da nicht so sicher, wie weit die Operationskünste der Ärtze inzwischen entwickelt sind). Jedenfalls ist Das die größte Ehre für eine Frau ein Kind zu zeugen, eine große Gabe, eine große Verantwortung. So will es die Natur, der Wille Gottes.
Heutzutage kriegen Frauen, vielleicht ein Halbes Jahr Schwangerschaftspause und müssen dann direkt wieder ran ans Werk. Die jungen reichen Männer heutzutage, kleiden sich mit Rosa Swet-Shirts und wollen schön und süß aus sehen. <- Das Letzte war von mir, das hat meine Beichtvater mir nicht gesagt :lol:
Die Frau sollte mindestens die ersten Zwei Jahre mit dem Kind zusammen sein und Liebe spenden, der Mann sollte sich irgendwo nützlich machen zum Wohl und Erhalt der Familie.

...

Ok Gute Nacht, mir fällt nichts mehr ein, außer das ich froh bin das hier über Kindererziehung gesprochen wird, denn man soll nicht vergessen, im christlichen Leben, lebt man entweder in voller Hingabe zu Gott(mönchlich) oder man gibt sich der Verantwortung und erzieht Kinder, natürlich verheiratet. Es gibt keinen Mittelweg, kein Kompromiss, entweder Mönch oder eheliche familiäre Kindererziehung.
In diesem Sinne, sollte dieses Thema weiter fleißig diskutiert werden.
der Letzte Beitrag hier ist Zwei Jahre alt. :!: :!: :!:
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MariaM
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Re: Kindererziehung in einer christlich-orthodoxen Familie

Beitragvon MariaM » 22.08.2015, 17:00

Hallo,
ich würde gern dieses Thema wiederbeleben, da ich mir dazu momentan so einige Gedanken mache. Konkret z.B. zur Frage, wie man als orthodoxe/r Christ/in damit umgeht, wenn die Kinder (sagen wir Ende Grundschulalter) mal aufsässig, frech usw. sind? Wir sind, denke ich, eher etwas "strengere" Eltern (für deutsche Begriffe hab ich den Eindruck, hier in Tschechien sind wir eher "normal" ;-)), aber nicht im neg.Sinne autoritativ. Also es gibt klare Grenzen, jeder weiss warum, aber innerhalb dieser wird auch viel diskutiert und individuelle Bedürfnisse berücksichtigt. Bedingung ist, dass diese halbwegs vernünftig und anständig vorgebracht werden - also kein "Ich wiiillllll aaabeeer...." ;-))
Aber wenn es zu Konfliktsituationen kommt, bin ich neuerdings etwas verunsichert, was aus christlicher Sicht richtig ist. Bei Erwachsenen sollte man wahrscheinlich eher friedlich sein, nachgeben, dem Konflikt ausweichen ... (?) Aber den Kindern kann man ja schon aus Prinzip nicht alles durchgehen lassen, da sie es ja dann erst recht probieren. (Ich rede jetzt von Situationen, wo vernünftige Gespräche nichts bringen.) Wie macht ihr das, ihr erfahrenen christlich orthodoxen Eltern hier? :-)
Ich möchte einerseits gern die fürsorgliche liebevolle christliche Mutter sein ;-), aber mit den zwei Rabauken, die wir zu Hause haben, finde ich das phasenweise manchmal nicht so wirklich machbar... und werde dann auch mal laut usw.
Danke für jede Inspiration!

Gruss, M.

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Thuja
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Re: Kindererziehung in einer christlich-orthodoxen Familie

Beitragvon Thuja » 22.08.2015, 18:46

Liebe Maria,

ich denke aber nicht, dass "Konflikten ausweichen", immer nachgeben, besonders christlich ist.
Für meine Begriffe verlangt das Christ-Sein eine klare und souveräne "Position", auch im Konfliktfall. Insbesondere in der Familie und in den elterlichen "Vorgaben" dort. Denn die Kinder "testen" schon aus, wie weit sie gehen können, immer wieder...
Und so, wie sich das bei Dir anhört, würde ich sagen, ist alles ganz "normal"... wenn das "Warum" bei den Grenzen immer wieder abgeklärt wird und das Gespräch gesucht und geführt wird, klingt das nach Achtung dem anderen gegenüber, und das brauchen auch die Kinder! Gut, ich habe keine Kinder und kann das aus eigener Erfahrung so nicht beurteilen, aber dass im vorpubertären Alter der Kinder manchmal die Erwachsenen etwas lauter werden müssen als sie eigentlich wollen, kenne ich auch so aus div. Familienbeobachtungen...

Liebe Grüße
Thuja
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MariaM
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Re: Kindererziehung in einer christlich-orthodoxen Familie

Beitragvon MariaM » 22.08.2015, 19:22

Thuja, danke, das klingt schon mal ganz beruhigend... :-) Klar, Grenzen sind schon wichtig.

Ich denke halt jetzt mehr über diese Sachen nach, vielleicht auch manchmal ein bisschen überflüssigerweise... (?)

Was für Beobachtungen machst du (oder auch andere hier) denn so in orthodoxen Familien, die du so kennst?
Gruss, M.

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MariaM
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Re: Kindererziehung in einer christlich-orthodoxen Familie

Beitragvon MariaM » 22.08.2015, 19:23

P.S. (sorry off topic) Ist meine Mail angekommen?

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Thuja
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Re: Kindererziehung in einer christlich-orthodoxen Familie

Beitragvon Thuja » 23.08.2015, 12:57

P.P.S.: (off Topic) Wenn Du eine nach meiner Antwort auf Deinen Urlaubsbericht geschrieben hast: Leider nein! :(
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Thrakiotis
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Re: Kindererziehung in einer christlich-orthodoxen Familie

Beitragvon Thrakiotis » 23.08.2015, 19:39

Hallo Ihr lieben,

ich kann zu Schulkindern nicht viel schreiben. Meiner ist gerade mal im Kindergarten. Ich seh mich trotz alle dem vor so mancher Herausforderung.
Mir hat auf jeden fall das Buch "Kindererziehung in einer christlich-orthodoxen Familie" sehr geholfen.
Dimi

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MariaM
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Re: Kindererziehung in einer christlich-orthodoxen Familie

Beitragvon MariaM » 23.08.2015, 21:00

Hallo nochmal,
bzgl. "Nachgeben" oder nicht usw. - ich glaube ich muss das vllt. noch mal ein bisschen erklären, was ich genau meinte. Also:

Ich lese und höre in der letzten Źeit recht viele "Materialien" dazu, wie man als orthodoxer Christ seinen "inneren Kampf" führen sollte - also zu den Themen Bescheidenheit, Nachsicht, nicht seinen Willen durchsetzen wollen, seine Leidenschaften wie z.B. Zorn/Wut bekämpfen, den eigenen Willen "beschneiden" usw.
Z.B. in einem Büchlein, das ich jetzt neu aus Griechenland habe, heisst es, man solle in Diskussionen zwar seine Meinung sagen, aber nur einmal, und dann nicht wiederholt auf ihr beharren, um nicht unnötig Konflikte hervorzurufen und den anderen nicht zu verletzen. Oder wenn andere Fehler machen, solle man sie übersehen und/oder tolerieren bzw. verzeihen. Und eher bei sich schauen, was man selbst falsch macht usw. Hmmm.... nicht unbedingt einfach. Ich werde durchaus schon mal aufbrausend und da muss ich schon ziemlich dran arbeiten (Bekämpfung von Wut/Zorn bei sich selbst). Wobei ich es schon, zumindest theoretisch, einleuchtend finde. Aber:

Was die Erziehung der Kinder anbetrifft, sehe ich da aber ein gewisses Dilemma: Ihnen sollte man ja nun nicht unbedingt nachgeben, um Konflikte zu vermeiden. Das machen ja heute so manche Eltern - aber nicht wg. christlicher Werte, sondern aus Bequemlichkei. Nur damit das Kind nicht quengelt, schreit usw. Das ist ja nun wirklich kein Lösung! Kinder brauchen m.E. klare Vorgaben und Grenzen. Klar können die mit der Zeit auch modifiziert werden. Man kann so manches - je grösser und vernünftiger die Kinder sind - nochmal neu diskutieren und festlegen usw. Aber nachgeben "nur um des lieben Friedens willen" ist da eher kein Weg. Finde ich, und sehe ich auch um mich herum, was dabei oft herauskommt...
Oder bzgl. der Fehler - klar ist es richtig, (auch) die eigenen zu sehen und nicht nur das Kind zu kritisieren (und sich selbst als unfehlbar hinzustellen). Aber trotzdem muss man die Kinder doch auf Fehler hinweisen, u.U. auch wiederholt, und drüber sprechen, wie man dies und jenes anders/besser machen sollte/könnte. Ggf. auch auf einem bestimmten Verhalten beharren - z.B. dass das Kind ich entschuldigt, etwas "wiedergutmacht" oder so.

Wie steht das aber im Einklang mit den o.g. Empfehlungen? Gelten diese nur bei Erwachsenen? (Wobei es ja auch da Fälle geben wird, wo es nicht möglich ist, das umzusetzen... denke ich mal.)

Dimi, steht in besagtem Buch etwas zu diesem "Dilemma"? Oder was steht da ganz grob gesagt drin? Kennst du auch griechische Bücher zu orthodoxer Kindererziehung...?

Danke! Gruss, M.

P.S. Vielleicht könnte dieses Thema auch anderswo als in "Bücher und Websites" diskutiert werden? Denn es geht ja nicht nur um Bücher, sondern um ganz konkrete Lebens- und Erziehungspraxis in orthodoxen (oder gemischten) Familien...

Kai
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Re: Kindererziehung in einer christlich-orthodoxen Familie

Beitragvon Kai » 24.08.2015, 11:58

Hallo,
ich kann auch nur über Kindergartenkinder schreiben, aber ich glaube, das Alter ist nicht allzu entscheidend, wenn wir über Erziehung VOR der Pubertät sprechen. Einen Ratgeber speziell zur orthodoxen Erziehung kenne ich nicht. Ich kann aber die Bücher von Jesper Juul empfehlen. Das ist ein sehr moderner Ansatz, der allerdings nichts mit dem "durchgehen lassen um seine Ruhe zu haben" zu tun. Das Stichwort ist eher Gleichwertigkeit. Juul plädiert dafür Kinder als dem Erwachsenen gleichwertig zu sehen und auch so zu behandeln. Dabei geht es nicht um eine Gleichberechtigung, die kann es nicht geben, da der Erwachsene ja seinen Erziehungsauftrag hat, sondern um eine reflektierte Sicht des Erwachsenen auf sein Handeln, seine Wünsche und Bedürfnisse, die es zu artikulieren gilt (mit anderen Worten also so etwas wie seine eigenen Grenzen) und das Kind zu ermutigen, seine eigenen Grenzen zu erkennen und zu artikulieren. Vlt. ein kleines Beispiel:
Es geht nicht darum in einer beliebigen Streitsituation dem Kind zu sagen "Du sollst, du hast, du darfst nicht" sondern subjektbezogen "Ich will, ich möchte nicht, usw." um die Integrität des Kindes nicht zu verletzen.
Es ist klar, dass es hierbei nicht um solche Selbstverständlichkeiten geht, wie z.B. "Du darfst nicht bei rot über die Ampel gehen"!
Wo ich hier den christlichen Aspekt sehe? Das Kind wird als eigenständiges und in der Entwicklung befindliches Geschöpf wahrgenommen, dessen Würde gewahrt wird. Es ist eben kein "unfertiger Erwachsener", das sich sein Daseinsrecht durch irgend etwas verdienen muss.
Ich habe sicher ein Haufen Funktionen für meine Kinder, aber vor allem habe ich auch eine Beziehung zu ihnen.

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MariaM
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Re: Kindererziehung in einer christlich-orthodoxen Familie

Beitragvon MariaM » 24.08.2015, 12:38

Hallo Kai,
danke für deine Antwort.
Juul kenne ich, hab hier zweï Bücher von ihm oder so, schon vor Jahren gekauft. Fand ich OK, aber jetzt nicht wirklich "bahnbrechend"... (Aber muss es ja auch nicht sein. ;-))
Ich habe halt jetzt wieder angefangen, mehr über diese Themen unter dem spezifisch christlich-orthodoxen Aspekt nachzudenken.... deshalb meine Frage hier.
Gruss, M.

Kai
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Re: Kindererziehung in einer christlich-orthodoxen Familie

Beitragvon Kai » 24.08.2015, 12:55

Ja das stimmt, bahnbrechend ist das sicher nicht, eher altbekanntes zusammengefasst. Aber so gut, dass ich mir oft mit der Hand auf die Stirn geschlagen habe und gedacht habe: "Ach so, stimmt ja!"
Und ich finde einen Ansatz, der im Gegenüber ein positives Geschöpf sieht und eben nicht ein "kleines Monster, was der Welt seinen Willen aufzwängen will" durchaus christlich.
Grüße
Kai

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Re: Kindererziehung in einer christlich-orthodoxen Familie

Beitragvon MariaM » 24.08.2015, 17:06

Ja, so gesehen hast du recht, das stimmt!

Nur andererseits... manchmal habe ich den Eindruck (mehr noch in Deutschland, wenn wir da sind), dass es ins andere Extrem abgleitet: Man will die Kinder respektieren und nicht unnötig einschränken, aber dann stehen sie u.U. zu sehr im Mittelpunkt. Und sowas wie (die christlichen Werte) Bescheidenheit, sich gedulden oder gar Gehorsam (zu Hilfe! ;-)) lernen sie kaum noch, denn das ist ja anscheinend total "out"... Man muss ja seine eigene Meinung zu allem haben und ist eine "Persönlichkeit". Ich will das nicht lächerlich machen, denn im Grunde stimmt es ja natürlich - jeder Mensch ist ein einmaliges von Gott geschaffenes Wesen! Aber heute gibt es soviel Selbstbeweihräucherung der Menschen, soviel "sich um den eigenen Nabel drehen", und dass fängt schon bei den Kindern an, die dann kaum noch selbstkritisch sind. Alles muss gelobt werden, nichts kritisiert oder gar bestraft... das kennen manche gar nicht mehr.

Heute müssen Bedürfnisse/"Bedürfnisse" um jeden Preis erfüllt werden, jetzt und sofort - das ist ja im Grunde "kapitalistische" bzw. Konsumpropaganda, daran kann man gut verdienen. Aber wenn man es richtig verkauft, meinen Eltern auch noch, ihren Kindern damit was Gutes zu tun, bzw. angeblich wäre alles andere psychisch schädlich.... Und dann fragen sie gar nicht mehr, 1. was wirkliche Bedürfnisse sind, und 2. und ob sie wirklich unbedingt immer erfüllt werden müssen...

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Re: Kindererziehung in einer christlich-orthodoxen Familie

Beitragvon Thuja » 24.08.2015, 17:19

Liebe Maria,

Deine Beobachtung, wie das in Deutschland oft abläuft mit Kindern, teile ich... und wundere mich auch sehr oft...
Es ist mutig, dagegenzustehen und die "richtigen Werte" zu vertreten. Dass das nicht einfach ist, zumal wenn die gesamte Umgebung anderer Meinung ist, ist klar... aber auf lange Sicht werden Deine Kinder dann mehr davon haben, bewusster leben - und wissen, was wirklich wichtig ist, für sich selbst "klarere" Wurzeln haben! Dass das in orthodoxen Familien möglich ist, sehe ich immer wieder, selbst wenn das säkulare Umfeld diese Lebensweise eher "bekämpft", durch Nichtverstehenwollen ignoriert und anfeindet...

Liebe Grüße
Thuja
Господи помилуй мя!

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Re: Kindererziehung in einer christlich-orthodoxen Familie

Beitragvon Kai » 24.08.2015, 17:41

MariaM hat geschrieben:Heute müssen Bedürfnisse/"Bedürfnisse" um jeden Preis erfüllt werden [...]

Liebe Maria, da bin ich mir jetzt nicht sicher, ob das eine Aussage von dir ist, oder ob wir uns da missverstehen, deshalb kurz eine Ergänzung: Was ja vor der "Bedürfnissbefriedigung" (was für ein Wort!) steht ist ja das Erkennen der Bedürfnisse (oder Wünsche, oder oder oder). Und genau da setzt m.M. Juul an, denn es geht ihm um bewusste Entscheidungen aus einem reflektierten Selbst heraus und nicht um eine akute Befriedigung. Wieder ein Beispiel: Mein Kind spielt Klavier (also es haut auf die Tasten), singt, gröhlt, probiert aus. Ich sitze daneben und versuche zu lesen. Der schlechte Weg wäre jetzt so etwas zu sagen wie: "So spielt man nicht Klavier, das Klavier geht so kaputt, sing doch mal was schönes" usw. Ein guter Weg wäre sein Bedürfnis zu erkennen und genau das zu artikulieren: "Ich möchte jetzt hier lesen, bitte spiele kein Klavier".
Ich hoffe, so ist es etwas klarer.
Grüße,
Kai

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Re: Kindererziehung in einer christlich-orthodoxen Familie

Beitragvon Thrakiotis » 24.08.2015, 20:25

Hallo Maria,

ich zitiere aus dem Buch von Priester Ilja Schugajew.

" Der nächste Abschnitt - elf bis vierzehn Jahren- entwickeln die Jugendlichen (Mädchen früher, Jungen später) ein erneutes Interesse an den Problemen des Geschlechts. Es beginnen ernsthafte Verliebtheiten und tiefe Sympathien. Gegen Ende dieses Abschnitts sehen sich die Jugendlichen als Erwachsene. ..."

Ich finde denn Ausdruck interessant "Gegen Ende dieses Abschnitts sehen sich die Jugendlichen als Erwachsene". Hast Du das Gefühl das deine Jungs schon in dieser Phase sind?

Wegen der griechischen Bücher hab ich meine Schwester gefragt sie hat mir Bilder geschickt. Ich versuch die Bilder hochzuladen. War aber noch nicht erfolgreich.

LG Dimi


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