Aus dem Zeitlichen in die Ewigkeit

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Priester Alexej
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Aus dem Zeitlichen in die Ewigkeit

Beitragvon Priester Alexej » 21.06.2011, 14:48

Hallo!

Ich möchte euch ein tolles Buch empfehlen: "Aus dem Zeitlichen in die Ewigkeit" von Prof. Dr. Alexei Osipov

Hier das Inhaltsverzeichnis: http://www.bautz.de/neuerscheinungen-20 ... 96452.html

Das ist ein gutes Buch über das Leben nach dem Tod - hier zu bestellen: http://www.bautz.de/shop/product_info.p ... d2vleak6q0

Es gibt übrigens ein interessantes Angebot:

"Für die Russisch-Orthodoxen Kirchengemeinden und ihren Mitgliedern bieten wir das Buch für € 15,- an. Bei Abnahme von 100 und mehr Exemplaren beträgt der Preis € 10,-"

Um das Buch zum ermäßigten Preis zu bestellen, müsst ihr direkt im Verlag anrufen. Falls jemand aus einer anderen Jurisdiktion das Buch haben möchte, würde ich auch anrufen und nachfragen. Hier die Nummer: Tel. 0 55 21 / 55 88

Grüße!
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stefan1800
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Re: Aus dem Zeitlichen in die Ewigkeit

Beitragvon stefan1800 » 21.06.2011, 15:25

Lieber Alexej,

danke für den Hinweis ! Die ROKA bietet ja zum gleichen Thema das Buch von Seraphim Rose "Die Seele nach dem Tod" an. Ich habe es noch nicht gelesen und wäre Dir bzw. Euch daher für einen kurzen Vergleich oder ein paar Stichworte dankbar.

LG, Stefan

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Hermann
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Re: Aus dem Zeitlichen in die Ewigkeit

Beitragvon Hermann » 21.06.2011, 15:46

Auch danke für den Hinweis,
das Buch gibt's zum Download auf Englisch (und natürlich auch auf Russisch) auf der Seite von A. I. Osipov.
Finde Osipov einen recht interessanten Theologen, habe mir in letzter Zeit einige seiner Audios und Videos angehört, einerseits um mein schwaches russisches Hörverständnis zu trainieren, andererseits um einen ersten Eindruck von ihm zu bekommen. Aufgefallen ist mir u.a. seine These, dass der Alte Bund neben der Kirche als Insel des Neuen Bundes fortbestehen soll (wenn ich es so richtig verstanden habe). Er hat aber auch seine Kritiker, etwa den Archimandriten Rafail Karelin. Siehe etwa hier http://karelin-r.ru/newstrs/105/1.html

Kennt irgendwer im Forum Karelin näher, wie ist der einzuordnen???

LG Hermann
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Re: Aus dem Zeitlichen in die Ewigkeit

Beitragvon stefan1800 » 21.06.2011, 17:47

@Hermann:
Der Alte Bund soll neben dem Neuen Bund fortbestehen ? Dann müßten sich die Juden nicht bekehren. Das wäre dann eine Häresie.

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Igor
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Re: Aus dem Zeitlichen in die Ewigkeit

Beitragvon Igor » 21.06.2011, 20:56

Hallo zusammen,

ich hatte mich auch sehr gefreut, als ich die Nachricht über das Buch heute vom Verlag bekam, ich werde es mir auch unbedingt zulegen.

Prof. Osipov ist wirklich einer der ganz großen Theologen in der ROK, es gibt Unmengen von Materialien von ihm in russischer Sprache.

Ihm ist anzumerken, dass er nicht nur ein Theologe ist, sondern auch den Orthodoxen Glauben wirklich lebt. Ich hatte einmal die Gelegenheit, ihm direkt zuzuhören, als er die Gemeinde besuchte, in der ich vor einigen Jahren regelmäßig zum Gottesdienst war. Der Auftritt war bescheiden, humorvoll und sein riesiges theologisches Wissen vermittelte er allen in einer sehr verständlichen Art und Weise.

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Re: Aus dem Zeitlichen in die Ewigkeit

Beitragvon Priester Alexej » 21.06.2011, 22:57

Das mit dem Alten Testament verstehe ich etwas anders, der Prof. meint, dass es heute noch Menschen gibt, die das Neue Testament, also Bibel und die Predigt Christi, nicht kennen. Und diese Menschen gehören halt zum "Alten Testament" - und dabei geht es nicht um die Juden, sondern dass die Menschen eine Chance haben.

Ich möchte keinem vorenthalten, dass Osipov Kritiker hat, und manche Kritik finde ich sogar berechtigt. Auf der anderen Seite überwiegen die positiven Seiten die negativen um einiges. Ich habe sogar selbst vor, ein Buch von ihm zu übersetzen, über Apologethik. Nobody is perfect, also immer noch empfehlenswert!
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Re: Aus dem Zeitlichen in die Ewigkeit

Beitragvon Hermann » 22.06.2011, 05:00

Weil ich darauf in einer PN angesprochen wurde, hier für alle der Link zur englischen Version des Buches:

http://www.aosipov.ru/texts/POSTHUMOUS.doc

LG Hermann
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Re: Aus dem Zeitlichen in die Ewigkeit

Beitragvon Nassos » 25.06.2011, 01:32

Vielen herzlichen Dank, lieber Hermann.

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Re: Aus dem Zeitlichen in die Ewigkeit

Beitragvon Nassos » 07.11.2011, 03:51

Ich hatte die Gelegenheit über die letzte Woche das Dokument zu lesen. Es ist wahrhaft geistige Nahrung und regt sehr zum Nachdenken über sich selber an. Ich stehe immer noch unter dem Eindruck des Dokumentes und werde es bei Gelegenheit wieder lesen.
Ich kann es nur dringend empfehlen.

Daher: vielen Dank für den Hinweis, auch wenn schon einige Zeit ins Land gegangen ist seitdem (habe jetzt endlich wieder einen e-book-reader!!!!)

Gibt es das Dokument auf Deutsch? Es sollte denen, die des Englischen nicht mächtig sind, auch zugänglich gemacht werden. Unbedingt.

Lieben Gruß,
Nassos

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Re: Aus dem Zeitlichen in die Ewigkeit

Beitragvon Igor » 07.11.2011, 08:18

Gibt es das Dokument auf Deutsch? Es sollte denen, die des Englischen nicht mächtig sind, auch zugänglich gemacht werden. Unbedingt.
Lieber Nassos,

leider ist es wohl nicht online, sondern nur als "Hardware" lieferbar. :book:

Wir hatten auch für unsere Gemeindebibliothek bzw. unseren Kerzentisch einige Exemplare bestellt, die sind nach einigen Lieferverzögerungen kürzlich eingetroffen. Just seit gestern habe ich nun auch ein Exemplar vorliegen. :)

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Re: Aus dem Zeitlichen in die Ewigkeit

Beitragvon Nassos » 25.11.2011, 22:22

Hallo Igor,

ist es das? http://edition-hagia-sophia.de/de/Bcher ... e-Ewigkeit

Danke und Gruß,
Nassos

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Re: Aus dem Zeitlichen in die Ewigkeit

Beitragvon Igor » 25.11.2011, 22:28

Hallo Igor,

ist es das? http://edition-hagia-sophia.de/de/Bcher ... e-Ewigkeit

Danke und Gruß,
Nassos
Genau! Hab' gerade angefangen, es zu lesen.
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Re: Aus dem Zeitlichen in die Ewigkeit

Beitragvon Nassos » 25.11.2011, 22:39

Wenn Du es fertig gelesen hast, würde ich gerne Deine Eindrücke lesen wollen, lieber Igor - wenn das nicht zu persönlich ist. :oops:

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Re: Aus dem Zeitlichen in die Ewigkeit

Beitragvon Igor » 26.11.2011, 08:17

Wenn Du es fertig gelesen hast, würde ich gerne Deine Eindrücke lesen wollen, lieber Igor - wenn das nicht zu persönlich ist. :oops:
...ist es nicht. Wird aber noch ein kleinwenig dauern... :book:
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Re: Aus dem Zeitlichen in die Ewigkeit

Beitragvon Igor » 28.12.2011, 16:48

Grüß Gott!

Ich wurde zuletzt nach meinen Eindrücken zum Buch von Prof. Alexej Osipov: „Aus dem Zeitlichen in die Ewigkeit: Das Leben der Seele nach dem Tod. Gedanken eines russischen Theologen.“ befragt, das im Verlag Traugott Bautz erschienen ist. Inzwischen habe ich das Buch durch und möchte mein Versprechen einlösen.

Vorab soviel: Dieses Buch sollte jeder gelesen haben! Ich kann es nur allen wärmstens ans Herz legen! Aber nun im Detail:

Zum Autor: Prof. Osipov ist einer der bekanntesten orthodoxen Theologen der Gegenwart. Unzählige Publikationen, Vorträge etc. gibt es von ihm. Ich selbst hatte vor einigen Jahren die Gelegenheit, dabei zu sein, als er in unserer Wuppertaler Gemeinde zu Gast war, einen Vortrag hielt und dann auf die vielzähligen Fragen antwortete. Neben seinem umfassenden theologischen Wissen und seinem Scharfsinn beeindruckten mich seine humorvolle und gleichzeitig sehr bescheidene Art. Ihm nimmt man ab, dass das, was er in seinen Vorträgen über das Leben als Christ erzählt, er auch selbst in seinem eigenen Leben vorlebt.

In der Verlagsrezension des Buchs heißt es:
Das Buch behandelt die Probleme der menschlichen Existenz jenseits des Todes. Lässt sich der Begriff "Ewigkeit" überhaupt verständlich definieren? Was sind die "Zollübergänge/-stationen mit den Seelenprüfungen"? Kann Gott, der ja die Liebe ist, jemandem das Leben schenken, von dem Er ohnehin weiß, dass dieser später "in die ewige Pein" eingehen wird? Haben unsere Leidenschaften nach dem Tode noch Bestand? Gibt es reelle Mittel und Wege, um den Verstorbenen zu helfen? Welche Wirkung kann das Gebet auf den posthumen Zustand einer Seele haben?

Niemanden können diese existentiellen Fragen gleichgültig lassen, denn hier geht es um das zweidimensionale Mysterium des menschlichen Seins in Zeit und in der Ewigkeit. Das vorliegende Buch von Alexej Osipov, Professor an der Geistlichen Akademie Moskau, baut auf seinen Vorträgen und den Diskussionsbeiträgen bei der Beantwortung von Zuhörerfragen auf.

Das Buch soll dem Leser helfen, Bekanntes in einem neuen Licht zu überdenken und die jenseitige Welt durch das Prisma der patristischen Lehre der Kirchenväter zu betrachten.
Dieser Kurzbeschreibung kann ich uneingeschränkt zustimmen, das, was dort als Ankündigung geschrieben steht, wird auch in dem Buch dem Leser vorgestellt.

Nun etwas mehr zum Inhalt selbst:

In den ersten Kapiteln des Buchs geht Prof. Osipov darauf ein, dass Christen im Unterschied zu anderen die Hoffnung auf das Leben nach dem Tod haben und dass sie sich auf dieses im irdischen Leben vorbereiten. Er stellt die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Auffassungen über den Tod und das Leben nach dem Tod zwischen dem Christentum und anderen Religionen heraus. Prof. Osipov führt auch einige Beispiele vom Menschen an, die Todes- bzw. Nachtodeserfahrungen hatten. Er erwähnt insbesondere die Forschungen des amerikanischen Wissenschaftlers Raymond Moody und empfiehlt neben anderen Büchern insbesondere die Lektüre der Werke des Bischofs Ignatij Brjancaninov dazu.

Als nächstes analysiert Prof. Osipov, „Den von Gott erschaffenen Leib des Menschen“. Welchen Leib werden wir im in der Ewigkeit haben? Bezug genommen wird dabei auf den Leib, wie ihn Adam vor dem Sündenfall hatte und auf die leiblichen Erscheinungen Christi bei den Aposteln vor Seiner Himmelfahrt, um dann im Weiteren auf die Folgen der Sünde der Ureltern einzugehen, dabei das orthodoxe Verständnis vom römisch-katholischen abzugrenzen und die drei Eigenschaften der menschlichen Natur darzustellen: Leidenschaftlichkeit, Vergänglichkeit und Sterblichkeit.

Nach dem Leib wendet sich Prof. Osipov der Seele zu. Was passiert mit dieser, wenn der Mensch sein irdisches Leben beendet hat? In den ersten drei Tagen verbleibt sie noch in Erdennähe, dann steigt sie zum Himmel empor, preist dort Gott und betrachtet die Freude der Gerechten, um dann nach weiteren sechs Tagen im Hades die Stätten der Qualen zu sehen. Prof. Osipov zitiert hier aus einem Gespräch von dem Hl. Makarius von Alexandria (4. Jhd.) mit einem Engel:
Am vierzigsten Tage aber wird sie erneut zur Anbetung zu Gott empor getragen und hier bestimmt ihr der Weltenrichter einen Ort, der ihr aufgrund ihrer irdischen Werke geziemt.
Wenn es dann um die Darstellung der himmlischen Dinge geht, weist Prof. Osipov wieder mit einem Zitat des Hl. Makarius von Alexandria auf folgendes hin:
Die irdischen Dinge darfst du hier nur als eine schwache Abglanz-Darstellung der himmlischen Begriffe verstehen.
Hintergrund dafür ist, dass es eine Vielzahl von Beschreibungen und Darstellungen (z.B. auch Ikonen) gibt, die aber alle unter diesem Hinweis aufgenommen werden sollten.

Kernkapitel des Buchs sind „Die posthumen Prüfungen nach Gut und Böse“ und die darauf folgenden Kapitel. Diese Prüfungen bzw. Zollübergänge finden wir auch bei anderen orthodoxen Theologen, wie z.B. bei Seraphim Rose. Prof. Osipov beschreibt sehr einleuchtend, warum es diese Prüfungen gibt, wie sich die menschliche Seele dabei verhält, wenn sie erst darauf hin geprüft wird, ob sie sich dem Guten anschließt, anschließend, ob sie den negativen Leidenschaften zugehörig ist (Kapitel: „Gleich und Gleich gesellt sich gern“ und „Dort lodern die Leidenschaften tausendfach stärker als hier auf Erden“). Prof. Osipov weist darauf hin, dass die Leidenschaften, die wir hier entwickeln, derzeit noch durch unseren irdischen Körper ‚begrenzt‘ werden. Wenn diese Begrenzung nach dem Tod weg fällt, dann sind wir ihnen ungebremst ausgesetzt und peinigen uns. Er zitiert dabei Hegumen Nikon:
Leidenschaften, die tausendfach stärker sind als hier auf Erden, werden dich wie Feuer versengen, ohne dass dir irgendeine Möglichkeit zur Verfügung stehen wird, sie auszulöschen.
Und weiter:
Es gilt, in seiner Seele die dämonischen Eigenschaften zu unterdrücken, dafür aber „englische“ Tugenden, wie sie uns das Evangelium lehrt, zu fördern.
Prof. Osipov ruft uns auf, eingedenkend dessen, dass Gott in seiner übergroßen Liebe jedem Menschen den freien Willen lässt und ihn nicht zu sich zwingt:
Das Christentum als die Religion der Liebe wendet sich an den Menschen mit dem Aufruf: Versuche gerecht und nach deinem Gewissen zu leben, ohne dich zu versündigen, du bist ja eine unsterbliche Persönlichkeit! Bereite dich darauf vor, ins ewige Leben würdig einzutreten. Und man kann es als ein großes Glück für die Christen bezeichnen, dass sie darüber Bescheid wissen und sich darauf vorbereiten dürfen. Vor welcher entsetzlicher Offenbarung steht aber nach seinem Ableben jemand, der hochmütig dahinlebte, ohne an Gerechtigkeit, ohne an das Gute und an das ewige Leben geglaubt zu haben!
Im folgenden erläutert Pro. Osipov die Notwendigkeit und die Nützlichkeit des Gebets für Verstorbene. Er erläutert danach, warum die Gehenna existiert (Kapitel „Der feurige Höllenschlund: die Gehenna“)
Nicht zur Vergeltung, nicht zum Zwecke einer unendlichen Bestrafung, sondern als allerletztes vorausschauendes Mittel der göttlichen Liebe.
Und geht dann auf das Jüngste Gericht ein (Kapitel: „Was erwartet uns am Tage des Jüngsten Gerichts?“), dabei zitiert er Bischof Theofan:
Beim furchtbaren Letzten Gericht wird der Herr nicht zu verurteilen suchen, sondern danach streben, alle gerecht erscheinen zu lassen. Und er wird jeden rechtfertigen, sofern sich dazu auch nur die geringste Möglichkeit bieten wird.
Ohne Jesus Christus und dessen Hinabstieg in den Hades wäre Gottes Heilsplan nicht wie er ist, daher widmet Prof. Osipov die nachfolgenden Kapitel dieser Thematik.

In den letzten Kapiteln des Buchs geht Prof. Osipov darauf ein, welches irdische Leben wir leben sollten, um nicht der Todsünden zu verfallen. Er gibt im Frage-Antwort-Stil weitere Erläuterungen zur Thematik, z.B. „Handelt es sich bei ‚Gehenna‘ und dem ‚Fegefeuer‘ um identische Begriffe?“

Zum Abschluss zitiert er aus Briefen von Hegumen Nikon (Vorob‘jov) und von Schema-Hegumen Ioann (Alekseev) an ihre geistlichen Kinder, in denen deren Fragen zum praktischen geistlichen Leben beantwortet wurden.

Ich hoffe, dass ich ein klein wenig Interesse für das Buch habe wecken können. Ich kann nur meine Empfehlung vom Anfang dieses Beitrags hier wiederholen. Unbedingt lesen!

Übrigens sind in dem Werk auch eine große Menge an guten Zitaten von Hl. Kirchenvätern und anderen Geistlichen enthalten – einige davon hatte ich auch schon gelegentlich in unserem speziell den Zitaten gewidmeten Strang eingestellt.

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