Verfolgung der Orthodoxen im Islam

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MariaM
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Re: Verfolgung der Orthodoxen im Islam

Beitragvon MariaM » 08.11.2016, 10:48

Danke für eure Reaktionen!

Hetairos, ich stimme dir zu. Diese verquere Vorstellung, es sei irgendwie toller und "bunter", der ganzen Gesellschaft wie in einem "social engineering" Experiment alles mögliche aufzuoktroyieren (Political Correctness statt ehrlicher Debatte, Genderpropaganda statt wirkliche Achtung für Mann UND Frau, "Homoehe" statt Familie...) und dies als Fortschritt zu verkaufen, geht m.E. völlig in die falsche Richtung. Was mich aber daran "fasziniert", ist, dass sogar der Islam, der ja nun für alles andere als "bunt" seht (man sehe sich mal an, wie es in islamischen Ländern aussieht - nix bunt, nix Freiheit, nix Vielfalt!) auch in diesem Reigen mitspielt - und dabei wären doch genau diese "Bunt-Verfechter" wahrscheinlich unter den ersten Opfern, käme der Islam wirklich an die Macht!

Ich habe neulich ein Video gesehen, wo eine Bürgerbewegung Unterschriften gegen ein geplantes Islamzentrum (Moschee) in Deutschland gesammelt hat. Der Redner erklärte den Umstehenen und Passanten, welche Gefahren für die demokratische Gesellschaft von so einem Islamzentrum ausgehen würden. Er sprach recht sachlich und hatte offensichtlich Kenntnisse über das Thema. Dann fielen ihm irgendwelche jungen "Linken" ins Wort, fingen an Parolen zu brüllen, Argumente hatten sie keine, meinten aber unbedingt diesen Moscheebau verteidigen zu müssen. Dabei wären doch gerade diese Mädels mit bunten Haaren, kurzen Röcken oder zerrissenen Jeans unter den ersten, die "dran" wären - da im islamischen Verständnis Unreine, Ungläubige und noch dazu als Frauen sowas wie Prostituierte! Warum kapieren sie das nicht? Gerade die, die die Freiheit eigentlich am meisten verteidigen müssten, weil sie sie für ihren Lebensstil brauchen?

Und der absolute Hammer - dann kam ein Mann vorbei, der sich nach kurzer Zeit des Zuhörens und Nickens als Christ aus dem Libanon zu erkennen gab und erzählte, wie sich der einst als "Schweiz des Nahen Ostens" bezeichnete, christlich geprägte und relativ prosperierende Libanon in ein vom Islam dominiertes und vo Bürgerkrieg zerrüttetes, total rückständiges Land verwandelt hat. Und er sagte auch, dass der Deutschland dankbar sei, nun hier in Freiheit leben zu können. Diese Fakten, die er anführte kann man nachlesen! Aber die Linken fingen an zu schreien, er hätte das ja "ganz toll auswendig gelernt"!!! Total verblendet... muss man das verstehen????

OK, ich war auch mal eher "links"und finde nach wie vor nichts Falsches daran, nach Alternativen zu dem, wie es in der Gesellschaft "nun einmal ist" zu suchen (sofern das nicht mit Gewalt geschieht) und das muss ja auch nichts Schlechtes sein, an sich genommen. Aber die wirkten irgendwie so was von "gleichgeschaltet", fast wie ferngesteuert, nicht selbst denkend... das beunruhigt mich dann doch! Man will angeblich kritisch sein, ist aber eigentlich das Gegenteil davon und merkt es nicht mal. Gruselig...
Und die umstehenden Muslime grinsten in sich hinein... wahrscheinlich dachten sie sich was von nützlichen Idioten, die die Arbeit für sie machen... ?

Gehts euch auch so? Könnt ihr euch das erklären?

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Re: Verfolgung der Orthodoxen im Islam

Beitragvon Hetairos » 08.11.2016, 21:26

Liebe Maria, jetzt wird es thematisch offtopic - man möge diese Diskussion entsprechend verschieben.
Das Thema einer Blindheit und einer Anbiederung an den Islam seitens der "Linken" ist nicht ganz neu. Allen voran, wenn man den Nationalsozialismus als genuin links versteht (bis auf das Nationale, wurden mit dem Antisemitismus, der antibürgerlichen und antikirchlichen Haltung Felder bedient, die bei den Linken v.a. Kommunisten ebenso vorhanden waren, wie die klassenlose Gesellschaft, die ideologische - hier völkisch aufgeladene - Heroisierung der Arbeiter und Bauern). Und das setzte sich bei der RAF fort und lässt sich m.E. in einer einseitigen Israelkritik wiederfinden. Auch das Gendermainstreaming in seiner Grundannahme à la Judith Buttler von einem Patriarchat ausgeht, welches die bisherigen Begriffe von Mann und Frau, ebenso wie die Ehe, genutzt habe, um Macht auszuüben, erinnert an Verschwörungstheorien über ein internationales Judentum oder der bösen Bourgeoisie. Dementsprechend finden sich alle kulturrelativierenden Aspekte vor, die oben genannte Ideologien bereits vertreten haben, einschließlich einer Abscheu gegenüber dem Christentum. Ich glaube aber auch, dass das alles zweckdienlich ist: Zum einen erlangt man dadurch eine Deutungshoheit, zum anderen kann man sich als vermeintliches Opfer von Reaktionären, fundamentalistischen Christen (siehe Zeitungsenten bei Berichten zur " Demo für alle") u.v.m. darstellen und seinen Hass auf die eigene, nicht verstandene Kultur rechtfertigen. So sehe ich das, als ein von linken (v)erzogenes Kind, das einst ähnlich dachte. Ich muss aber auch sagen, dass ich einiges nachvollziehen kann. So litten meine Eltern unter christlichen und kulturellen Dogmen, die niemand begründen konnte und bei deren Hinterfragen man ein "das ist eben so" erhielt. Dogmen, die den Taten der Elterngeneration widersprachen. Deutsche Kultur und eben auch die deutschen Amtskirchen wurden für viele Inhaltslos. Dazu die Träume einer anderen und besseren Welt. Daraus speist sich m.E. auch diese Dichotomie, dass jeder Ruf nach Leitkultur und dem christlichen Abendland sofort als rechts entgegnet wird; hingegen der Islam unbefleckt erscheint, ein Opfer europäischen Kolonialismus und zugleich - ähnlich wie der Sozialismus - ein geschlossenes Weltbild bietet.
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Re: Katholiken wollen Christen in Unterkünften nicht vor Gewalt schützen... :-(

Beitragvon PascalBlaise » 09.11.2016, 08:08

Sascha hat geschrieben:
MariaM hat geschrieben:
Dass staatliche Behörden sich so verhalten, da es für sie Mehrarbeit ist, andere Unterkünfte zu organisieren usw., das verstehe ich noch, obwohl es natürlich nicht OK ist. Aber die RK Kirche??? Warum????

Gruss, Maria


Die römisch-katholische Gemeinschaft vermietet Unterkünfte an den Staat und kassiert Unmengen mit der Unterbringung von Flüchtlingen. Einrichtungen nur für Christen lohnen sich nicht da es zu wenige sind. Daher wird alles in die Einrichtungen gestopft. Je mehr Menschen desto mehr Geld.


Jetzt mal langsam: Wenn eine Partei aus dem rechten Spektrum die Kirche angreift - wie in dem Artikel beschrieben - dann wohl vor allem, um sich selber als bessere Alternative zu profilieren, und nicht in der Absicht,
bedrohten Christen wirklich helfen zu wollen.
Es ist richtig, das Thema braucht viel mehr Aufmerksamkeit, aber man muss auch sehen,
WER das anspricht und warum.

Ich frage ganz direkt: Was unternehmen denn die Ostkirchen konkret, um den bedrängten
Leuten zu helfen? Inwiefern ist das besser zu deren Schutz geeignet als das, was Katholiken und Protestanten tun?
Stichwort Balken und Splitter.

Und der Kirche vorzuwerfen, man würde das nur aus reiner Geldgier tun ist ja wohl das Letzte, vor allem weil
es eine Beleidigung ist für alle, die unentgeltlich für Flüchtlinge arbeiten. Die Kirche ist eben nicht
nur eine sichtbare Institution.

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Re: Verfolgung der Orthodoxen im Islam

Beitragvon MariaM » 09.11.2016, 09:33

@Pascal: Naja, "rechtes Spektrum"... ich weiss nicht, irgendwie ist man mit diesem Etikett heute recht schnell bei der Hand, manchmal berechtigt, manchmal aber auch nicht. Es ist doch eigentlich nicht so wichtig, wer es schreibt, ich habe ähnliche Berichte auch schon anderswo gelesen - erstens über die "Asylindustrie" und wie Caritas usw. daran gewissermassen verdienen, und zweitens darüber dass bedrängten und bedrohten Christen nicht geholfen wird, u.a. auch indem man sie getrennt von Muslimen unterbringt. Das zu kritisieren ist doch legitim?! Und irgendwas muss doch dahinterstecken, sonst würde man es einfach ganz pragmatisch machen, wenn es wirklich nur um ganz reale Hilfe ginge, und nichts anderes.

@Hetairos: Danke für den Beirtrag, das trifft es ziemlich gut. Und "Off Topic" macht doch nichts, es hängt doch durchaus mit de URsprungsthema zusammen...

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Re: Verfolgung der Orthodoxen im Islam

Beitragvon MariaM » 09.11.2016, 09:46

P.S. Noch zu Hetairos: Wie gesagt finde ich deine Ausführungen schlüssig, danke! Aber eins kapiere ich trotzdem nicht - wie der Islam in diesem Weltbild als "unbefleckt" und Muslime als "Opfer" erscheinen können? Bei allem was los ist, nach allem was schon geschah... ?!?
Es reicht doch mal zu schauen, wie es dort, wo der Islam die Vorherrschaft hat, zugeht! UNd das ist ja heute in Zeiten des Internet usw. kein Problem mehr, sich zu informieren! Also warum halten "Linke" daran so fest, völlig an der Realität vorbei? Das kommt mir vor, wie wenn man einst gesagt hätte, das Apartheidsystem in Südafrika sei OK und seine Verfechter unterstützenswert... Damals hat man protestiert und die Zustände angeprangert. Und jetzt, bei den Frauen und Christen in islamischen Ländern bei all der Verfolgung, UNtedrückung und Gewalt sagt man nichts?!? Ist das etwa keine "Apartheid", keine UNrechtsregime?!??? Wie kommt man zu solch einer Doppelmoral, die man doch eigentlich ablehnt...?

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Re: Verfolgung der Orthodoxen im Islam

Beitragvon Lazzaro » 09.11.2016, 17:33

WELT sagt in seinem Beitrag:
Es bringe aber nichts, sie getrennt unterzubringen, (sage das Zentralkomitee der dt. Katholiken) , das würde den Irrglauben schüren, daß Christen und Muslime nicht friedlich zusammenleben könnten. Es sei eher die Aufgabe der Helfer und der Politik vor Ort zu schlichten und dafür zun sorgen, daß sich keiner der Flüchtlinge bedroht fühlt, ...
Ja das ist richtig,
ABER:
Es benötigt aber auch ein entsprechendes Personal die 5% Nichtmuslime zu beschützen. Wenn es Hart auf Hart kommt, ist eine eigener, rund um die Uhr besetzter Polizeiposten neben den Zimmern der rel. Minderheiten und zusätzlich tagsüber 2 Beamte in der Küche notwendig. Dazu warscheinlich noch zwei weibliche Beamtinnen, um Musliminnen kulturgerecht maßregeln zu können und eigene Beamte für eine neutrale amtliche Übersetzung. Das ist so flächendeckend nicht machbar; es fehlen Planstellen und Ihre Finanzierung.

Fakt ist, daß niemand auf sich den Verdacht lenken will, andere zu diskriminieren, und deshalb die Nöte der eigenen Leute weniger beachtet. EKD und Kath. Kirche bewegen sich da exakt im offiziellen Mainstream.

Dieser macht mir bei aller Sympathie für die Flüchtlinge auch Sorgen. In gewissen links-liberalen Kreisen wird streng eingeteilt: Alle Migranten sind gut, ich bin gut und alle anderen sind schlecht; bei einigen Personen bekomme ich sogar das Gefühl, daß sie das eigene (völlig normale) Unbehagen vor Unbekanntem auf mich projezieren, damit sie es über einen anderen Menschen beschimpfen können.
Das härteste, was ich in dieser Hinsicht erlebt habe, war, daß mir zu wenig Sympatie mit Migranten vorgewurfen wurde und meine Erwiderung, ich hätte bereits deren Religion angenommen, ignoriert und als völlig bedeutungslos verworfen wurde.
Vorurteile und Ideologie beim Stelldichein!
Wir Orthodoxen in Westeuropa leben bereits kulturell-bunt gemischt, weil wir die Gebräuche unserer neuen Heimt oder unserer neuen Religion völlig selbstverständlich aufnehmen oder mit Bekanntem vermischen: Sichwort Adventskranz mit 6 Kerzen. Darüber sollen wir stolz sein und Kritik höflich aber bestimmt abweisen.

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Re: Verfolgung der Orthodoxen im Islam

Beitragvon Lazzaro » 09.11.2016, 18:08

MariaM hat geschrieben:Maria sagte: ... der Islam, der ja nun für alles andere als "bunt" seht (man sehe sich mal an, wie es in islamischen Ländern aussieht - nix bunt, nix Freiheit, nix Vielfalt!)

Liebe Maria!
Ja es gibt Muslime, die gefährlich sind und ja einige werde sich noch wundern, teilweise tun sie das jetzt schon, wenn sie mit Menschen konfrontiert sind, die der Meinung sind, man solle unbedingt ihrer Religion beitreten. Aber so monolithisch intolerant ist "der" Islam nunwieder auch nicht: Da gibt es z. B. völlig verkiffte rumtanzende Typen: (so ab 13:00 bis 15:00 für die Eiligen) https://www.youtube.com/watch?v=F0kyJYbe2Q4 Ich denke auch in den syrischen Martyrien der Spätantike kann es ähnlich zugegangen sein.
Oder die intelektuelle Variante:
http://de.qantara.de/inhalt/der-schrift ... nopaging=1
Maria sagte:... Aber die wirkten irgendwie so was von "gleichgeschaltet", fast wie ferngesteuert, nicht selbst denkend... das beunruhigt mich dann doch! Man will angeblich kritisch sein, ist aber eigentlich das Gegenteil davon und merkt es nicht mal. Gruselig...
Und die umstehenden Muslime grinsten in sich hinein... wahrscheinlich dachten sie sich was von nützlichen Idioten, die die Arbeit für sie machen... ? - Gehts euch auch so? Könnt ihr euch das erklären?
Ja mir geht es auch so: Das ist das Ergebnis, wenn man sein eigenens Hirn einschaltet. Es ist ganz normal, daß wir uns dann auf einmal zwischen allen Stühlen wiederfinden.

En Beispiel aus vielen: Als Mann steht mir da kein Komentar zu, aber wenn ich diese endlosen Kopftuchdebatten anhöhre und in Gedanken mit dem Vegleiche, was darüber so beim Apostel Paulus zu finden ist ... :roll: Da möchte ich manchen Idioten gerne mal die Meinung geigen, was aber nich geht, ohne den Kopftuchfans anderer Religionen christl. Argumente zu liefern.

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Re: Verfolgung der Orthodoxen im Islam

Beitragvon Lazzaro » 09.11.2016, 18:21

Kurz zum dritten:
Der Herr spricht: Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.
Wenn Menschen nach Zentraleuropa kommen, die ihre Religion verbreiten wollen, kann das als Christen nur einen einzigen Reflex hervorrufen: Wir sollen uns erinnern, daß wir bereits diesen Auftrag haben. Wenn wir religionspolitische Diskursue führen ist das als Standortbestimmung manchmal wichtig, aber es hält uns auch vom schlichten einfachen Bekenntnis, das wir allen weitergeben sollen, ab:
Jesus Christus ist der Herr!


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Re: Verfolgung der Orthodoxen im Islam

Beitragvon MariaM » 09.11.2016, 21:52

Hallo Lazzaro
danke für die interessanten Beiträge!

Natürlich ist "der" Islam nicht überall gleich, aber die "Buntheit", die sich anscheinend manche vorstellen, die ihn um jeden Preis verteidigen, sieht man nun mal in den heute vom Islam beherrschten Ländern eher nicht... Wenn sie vorhanden ist, dann doch eher trotz dem Islam - d.h. das Land ist (noch?) nicht islamisch beherrscht, es leben dort auch andere Gruppen und die, die an der Macht sind, nehmen den Koran nicht so wörtlich. Es können aber jederzeit welche kommen, die den Anspruch erheben, es jetzt aber endlich "richtig" machen zu wollen, alles andere sei nur halbherzig und eigentlichs schon Verrat am Islam... und dann kann es recht schnell mit der Vielfalt vorbei sein, wenn die Hardliner an die Macht kommen.

Das mit dem Reflex, den wir eigentlich als Christen haben sollten - nämlich den Menschen unseren Glauben an Jesus Christus und die Auferstehung anzubieten, nahezubringen - da hast du eignetlich völlig recht!
Du hattest ja relativ vor kurzem (?) schon mal was in die Richtung geschrieben und auch da musste ich dir recht geben...

Nur - ich finde, erst wenn man sich das mal bewusst macht und vorstellt, wird einem klar, wie wenig so ein Gedanke offenbar in unserer heutigen Welt denkbar oder gar akzeptiert ist. Heute ist die Stimmung ja so, dass es quasi als etwas Ungehöriges erscheint, das Christentum verbreiten zu wollen. Man entschuldigt sicfh fast schon dafür... Dabei ist es doch aber der Auftrag unseres Herrn -aber in der Realität können wir uns das gar nicht so richtig vorstellen...

Hetairos
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Re: Verfolgung der Orthodoxen im Islam

Beitragvon Hetairos » 12.11.2016, 22:40

MariaM hat geschrieben:P.S. Noch zu Hetairos: Wie gesagt finde ich deine Ausführungen schlüssig, danke! Aber eins kapiere ich trotzdem nicht - wie der Islam in diesem Weltbild als "unbefleckt" und Muslime als "Opfer" erscheinen können? Bei allem was los ist, nach allem was schon geschah... ?!?
Es reicht doch mal zu schauen, wie es dort, wo der Islam die Vorherrschaft hat, zugeht! UNd das ist ja heute in Zeiten des Internet usw. kein Problem mehr, sich zu informieren! Also warum halten "Linke" daran so fest, völlig an der Realität vorbei? Das kommt mir vor, wie wenn man einst gesagt hätte, das Apartheidsystem in Südafrika sei OK und seine Verfechter unterstützenswert... Damals hat man protestiert und die Zustände angeprangert. Und jetzt, bei den Frauen und Christen in islamischen Ländern bei all der Verfolgung, UNtedrückung und Gewalt sagt man nichts?!? Ist das etwa keine "Apartheid", keine UNrechtsregime?!??? Wie kommt man zu solch einer Doppelmoral, die man doch eigentlich ablehnt...?


Liebe Maria,

wenn jemand darauf eine Antwort geben könnte, wären wir in gesellschaftlich/politischen Diskussionen etwas weiter. Was mir immer wieder bei Auseinandersetzungen mit - nicht nur - Linken auffällt, ist diese ständige Relativierung: Wir dürften uns nicht aufregen, da wir im Westen und als Christen die Kreuzzüge zu verantworten hätten und außerdem sei die arabisch-islamische Welt eine Hochkultur, deren europäische Niederlassung wir mit der barbarischen Reconquista zerstört hätten.
Diese Bilder sind sehr festgefahren und oft deckungsgleich mit den Bildern des Kolonialismus oder den Untaten des dritten Reichs, so scheint mir. Eine gute Erfahrung habe ich gemacht - sofern diese Diskussionen mit solchen Statements nicht für beendet erklärt wurden, wenn ich mit den eigentlich historischen Fragen gekommen bin: Was ging den Kreuzzügen eigentlich voraus (Ausbreitung des Seldschukenreichs sowie die Plünderung und Zerstörung Jerusalems mit der Grabeskirche zuvor durch die Fatimiden, unter denen Juden und Christen Pogrome erlitten)?
Worauf baute der "kulturelle Reichtum" Andalsusiens tatsächlich auf (die Dschizya - Kopfsteuer der Nichtmuslime als quasi Schutzgeld), Wo fanden die ersten großen Pogrome gegen Juden statt?
Vor allem herrscht oft eine Unkenntnis der eigenen Kultur. Wenn man sich nicht bewusst ist, dass die Eroberungen durch den Islam tatsächlich durch den Koran als legitimiert angesehen werden können und im gleichen Verhältnis die Kreuzzüge dem gegenübergestellt werden. Dabei findet sich im biblischen Kontext weder eine Vorschrift, Kriege zu führen, geschweige denn Menschen abzuschlachten. Es waren schließlich analphabetische Ritterssöhne, die nicht mehr erben konnten und sich nun neuen Reichtum erhofften. Da war ein deus vult leicht als Argument für alles zu haben. Außerdem litten unter den Kreuzrittern gleichermaßen die orthodoxen Christen.
Ähnliches gilt, wenn Relativierungen kommen, dass auch die Bibel Gewalt kenne und brutal sei, wie ich es bei einer Sendung mit einer Spitzenpolitikerin gesehen habe. Dann beschleicht mich das unbehagliche Gefühl der völligen Unbelsenheit mancher. Nicht, weil es keine Gewalt (im alten Testament) gibt, sondern weil jeder, der behauptet, die christliche Kultur zu kennen, wissen sollte, dass Jesus diese Gewalt aufhebt.
Das ist in Anbetracht von Hexenverfolgungen, Heimen und Schulen mit Zucht und Misshandlungen natürlich schwer zu vermitteln - wo wir das doch gerade wieder aufrollen und endlich hinter unserer progressiven Gesellschaft lassen wollen.
Soviel zu meiner Erklärung - einschließlich einiger Gegenargumente. Was mir dabei auffällt, ist die Kulturvergessenheit insbesondere der Generation der letzten 40 bis 50 Jahre. Ich habe nämlich feststellen können, dass eine ältere Generation tatsächlich differenzieren kann, wärend jüngere oft diese Gegenargumente bringen. Dazu müssen es nicht Linke sein, da jeder, der sich als frei und liberal versteht, natürlich lieber in einer progressiven Gesellschaft leben möchte, als in dieser anrüchigen, deren Misshandlungsskandale gerade erst aufgearbeitet werden. Nicht zu vergessen, die einseitige Darstellung der katholischen Kirche im Umgang mit den Nationalsozialisten.
Wir befinden uns also in einer schwierigen Lage, ein Zeugnis (μαρτύριον) abzulegen, um den Menschen zu verdeutlichen, was Christentum eigentlich ist und worin der Unterschied zum Islam besteht.

Ich hoffe, Dir meine Sicht etwas verdeutlichen zu können, und wünsche Dir und allen Mitlesern einen schönen Sonntag,

Hetairos
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Re: Verfolgung der Orthodoxen im Islam

Beitragvon MariaM » 13.11.2016, 00:24

Hallo Hetairos,
dir und allen anderen auch einen schönen Sonntag.

An deinen Ausführungen ist viel dran, denke ich. Danke. Meine Überlegungen gehen in eine ähnliche Richtung. Das mit der UNbelesenheit stimmt... es wirkt auf mich manchmal so, als wolle man sich nicht wirklich bilden, sondern wiederhole nur bestimmte Phrasen.

Und ja, es ist schwer, zu vermitteln, was Christentum wirklich ist oder sein kann (sollte?). Wobei ich es einen ganz guten Ansatz finde, davon zu sprechen, dass ja auch die orthodxen Christen unter den Kreuzzügen litten usw.

Was mir auch zu denken gibt, ist das was Lazzaro schreibt - dass wir eigentlich den ankommenden Muslimen das Christentum anbieten sollten. Fragt sich, wie man das bewerkstelligt, wenn bei denen die Konversion zum Christentum unter schwerster Strafe steht und viel Aggression im Spiel ist... hm, schwierig. Aber manchmal vielleicht doch machbar...?

Gute Nacht. Gruss, M.

Hetairos
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Re: Katholiken wollen Christen in Unterkünften nicht vor Gewalt schützen... :-(

Beitragvon Hetairos » 15.11.2016, 11:18

PascalBlaise hat geschrieben:
Jetzt mal langsam: Wenn eine Partei aus dem rechten Spektrum die Kirche angreift - wie in dem Artikel beschrieben - dann wohl vor allem, um sich selber als bessere Alternative zu profilieren, und nicht in der Absicht,
bedrohten Christen wirklich helfen zu wollen.
Es ist richtig, das Thema braucht viel mehr Aufmerksamkeit, aber man muss auch sehen,
WER das anspricht und warum.

Ich frage ganz direkt: Was unternehmen denn die Ostkirchen konkret, um den bedrängten
Leuten zu helfen? Inwiefern ist das besser zu deren Schutz geeignet als das, was Katholiken und Protestanten tun?
Stichwort Balken und Splitter.

Und der Kirche vorzuwerfen, man würde das nur aus reiner Geldgier tun ist ja wohl das Letzte, vor allem weil
es eine Beleidigung ist für alle, die unentgeltlich für Flüchtlinge arbeiten. Die Kirche ist eben nicht
nur eine sichtbare Institution.


Lieber Pascal,

Ich überlege seit Tagen, wie ich Dir auf oben Zitiertes antworte, da ich Deine Rechtfertigungen als ebenso undifferenziert empfinde, wie Du vermutlich (vielleicht zu Recht) die von Dir zitierten Passagen.
Ob man die Vorwürfe dieser Partei aus dem rechten Spektrum nun als angemessen empfindet oder nicht, sollte jedem selbst überlassen sein und gehört mehr in den Bereich der Politik als in ein solches Forum - wenn es sich auch nicht imer so leicht trennen lässt. Nur so viel dazu: Es gehört meines Erachtens nach zur Demokratie und ich gehe mit dieser Partei darin d'accord.

Worin wir aber nicht verfallen dürfen, ist uns in einem Bashing zu begeben, wer mehr tut und wer weniger. Wer das Falsche oder das Richtige macht. Daher hier meine etwas differenziertere Ansicht: Ich bin ebenfalls der Meinung, dass die deutschen Kirchen als Institutionen durchaus das Interesse haben, etwas vom staatlichen Geldkuchen zu erhalten. Die Regionalteile der Zeitungen sind voll von Meldungen, in denen kirchliche Einrichtungen an den Staat Räumlichkeiten für Flüchtlinge vermieten. Dazu stellen die Kirchen mit 1,3 Mio Arbeitnehmern den zweitgrößten Arbeitgeber Deutschlands (Stand 2014 - durch die "Flüchtlingskriese" dürfte das gewachsen sein) und für den Staat eine wichtige Lobbygruppe dar.
Ich schrieb es schon an anderer Stelle: Die beiden großen Kirchen sind so reich wie nie zuvor, die Kirchengebäude selbst sonntags so leer wie nie zuvor.
Dann gibt es aber auch die Ehrenamtlichen, die aus Nächstenliebe und tiefster chrisrtlicher aber auch humaner Überzeugung Engagement zeigen. Diese sind aber nicht die Institutionen, als vielmehr die Herzen des Leibes Christi - und denen gilt selbstverständlich alle Achtung, Respekt und sollten auch unsere Gebete gelten.
Ebenso ist es schwierig, selbiges in den orthodoxen Kirchen zu finden. Das liegt im Wesentlichen wohl daran, dass wir als laizistische Individuen aufgerufen sind, dem Nächsten zu helfen, während die Priester und Mönche uns darin geistig unterstützen. Das Caritative gründet sich aus dem Einzelnen und seinen Glauben selbst. In dieser Hinsicht gibt es aber auch durchaus Aufrufe von orthodoxer Seite, zu helfen; die Patriarchen Bartholomäus und Kiryll haben dies längst getan. Zum anderen erlebe ich von einigen Orthodoxen ein Kopfschütteln über die "Flüchtlingspolitik" und insbesondere den Umgang mit Muslimen. Das mag an einem Unbehagen liegen, in dem "der Flüchtling" zum Erlösungssymbol vieler in Deutschland wird- einem goldenem Kalb, aber auch an der Geschichte der Herkunftsländer, in denen die Erfahrung mit Muslimen alles andere als gut waren.
So gesehen: Asche auf mein Haupt! Ich werde sehen, ob ich einen Balken im Auge habe und wie ich diesen entfernen kann. Für meine Nächsten kann und sollte ich (auch als "Rechtspopulist" :lol: ) in jedem Fall noch mehr leisten.

Herzlichst und versöhnlichst, Hetairos
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Re: Verfolgung der Orthodoxen im Islam

Beitragvon PascalBlaise » 16.11.2016, 08:12

Danke für Deine Antwort - das lässt mich wiederum nachdenken.
Es ist schon etwas dran, die beiden großen Kirchen in Deutschland sind VIEL zu reich.
Ich bin der erste, der für die Abschaffung der Kirchensteuer ist!
Auch meine Kirche beschäftigt sich leider vielerorts mehr mit der Vermögensverwaltung als mit dem Auftrag aus Mt 28,19-20.
Man darf aber darüber nicht aus den Augen verlieren, dass trotzdem vielfach gerade beim Thema Flüchtlinge sehr Gutes geschieht.
Mir gefällt der Satz:
Hetairos hat geschrieben:Das Caritative gründet sich aus dem Einzelnen und seinen Glauben selbst.

Es ist offensichtlich, dass die Motivation dieser Menschen oft aus einer christlichen Prägung kommt, die in unserem Land
trotz aller Unkenrufe gottseidank häufig immer noch vorhanden ist.
Ich selbst tue ja auch viel zu wenig: Neben Familie & Beruf hat man einfach nicht mehr viel Energie für irgend etwas anderes,
wer kennt das nicht. Ein typisch deutscher Gedanke dazu ist ja auch, dass man arbeiten geht, Steuern zahlt, sich um die Familie kümmert
und "seinen Teil" sozusagen geleistet hat: Das ist natürlich nicht völlig falsch, aber eben eine rein materielle Herangehensweise.

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Re: Verfolgung der Orthodoxen im Islam

Beitragvon MariaM » 18.11.2016, 12:03

Hallo,
hm.., also ich finde, was du schreibst, eigentlich gar nicht so "typisch deutsch". Es ist relativ normal, neben Vollzeitarbeit, Familie usw. nicht mehr viel Raum und Kapazitäten frei zu haben, man kümmert sich ja u.U, auch noch um Familienangehörige usw. Und da ist intensives, langfristiges Engagement in Asylunterkünften etc. halt nur begrenzt oder gar nicht möglich.

Als "typisch deutsch" empfinde ich seit letztem Jahr eher diese Einstellung, man müsse sich in der Flüchtlings- bzw. Migrationsthematik engagieren, koste es was es wolle. Und dasss es so viele auch machen. Das ist natürlich erstmal lobens- und bewundernswert. Aber trotzdem sehe ich das irgendwie auch mit gemischten Gefühlen, denn es kommt mir mitunter fast wie eine "fixe Idee" oder fast schon ein bisschen wie eine "Ersatzreligion" (?) bei manchen in Deutschland vor.

Schon allein diese übertriebenen Willkommensszenen, dieses Skandieren und begeisterte In-die_Luft-Springen vom September 2015 an Bahnhöfen... also irgendwie wirkte das auf mich (und viele andere Leute in anderen Ländern) befremdlich und nicht so ganz "normal". Helfen ja, klar, wenn es nötig ist. Aber so eine inszenierte Show drumherum, fast schon irgendwie hysterisch...???

Oder auch, dass Leute sich über Monate ehrenamtlich in Flüchtlingsheimen engagieren, zum Teil übelste Erfahrungen machen z.B. mit Anzüglichkeiten und Gewalt muslimischer Männer usw., und trotzdem fast schon "masochistisch" dabei bleiben, kurz vorm Zusammenbruch oder Burnout stehen... ich weiss nicht, man könnte jetzt sagen, das ist wahrlich christliche Aufopferung, aber irgendwie kommt mir das nicht so vor. Eher so, als würde man sich etwas beweisen oder kompensieren wollen... keine Ahnung, vielleicht liege ich auch falsch - wisst ihr ein bisschen, was ich ungefähr meine?

Das ganze "Wir schaffen das" wäre doch gar nicht möglich, wenn nicht so viele so naiv sich in die ehrenamtliche Arbeit gestürzt hätten. Und da stimmt doch auch irgendwas nicht,.. Ich meine, ein Staat der behauptet etwas zu schaffen, sollte doch auch die Voraussetzungen dafür schaffen, statt sich drauf zu verlassen, dass sich schon genug Gutgläubige finden, die das alles schultern... und das langfristig... Oder?

Nachdenkliche Grüsse, M.

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tödlicher Anschlag in ägyptischer Kirche :-(

Beitragvon MariaM » 14.12.2016, 12:25

Blutiger Anschlag in einer Kirche in Ägypten... 27 Tote (darunter auch viele Kinder), min.65 Verletzte :( :(

https://de.gatestoneinstitute.org/9575/ ... e-anschlag

Was soll man dazu sagen? :(
Ich glaube das können wir uns gar nicht vorstellen, dass man sonntags zur Liturgie geht und dann so ein Massaker in der Kirche passiert!

Wie können wir unseren christlichen Brüdern und Schwestern in diesen Ländern, wo sie von Muslimen brutal verfolgt werden, helfen?

Gruss, M.


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