Die letzte Reformation (Film)

Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
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Karanov
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Die letzte Reformation (Film)

Beitragvon Karanov » 28.12.2017, 10:38

Hallo liebe Mitglieder

Ich bin neu hier im Forum und möchte mal eure Meinung zum folgenden Film hören:

https://www.youtube.com/watch?v=zka4DUYeJ5g

Kurz zusammengefasst:
Menschen werden öffentlich geheilt und getauft. Dämonen werden ausgetrieben im Namen Jesu Christi und es wird in Zungen geredet.
Wie echt ist dieser Film? Ist denn so etwas möglich? Oder ist es zu schön um wahr zu sein?

Ein guter Freund von mir zeigte mir dieses Video. Er wurde letztes Jahr Christ und seit seiner Taufe geht er regelmässig in eine Freikirche. Scheinbar wurden bei ihm zwei Dämonen ausgetrieben und nun heilt er selber andere Menschen genau so wie im Film, wie er mir erzählt. Er überzeugte mich schon öfters, da er sehr viele Bibeltexte in und auswendig kennt. Aber bei diesem Film habe ich so meine Zweifel. Deshalb möchte ich es von euch gerne prüfen lassen.

Zu meiner Person:
Ich bin 29 Jahre alt, serbisch-orthodox und wohnhaft in der Schweiz.
Seit mehr als zwei Jahren leide ich unter Einschlafstörungen, Angstzustände, und Depressionen. Ich möchte mich gerne heilen lassen, doch ich weiss nicht wie. Mein Freund meint, dass ich nochmals getauft werden muss (wie im Film) und dass diese Probleme verschwinden werden, weil ich dann den heiligen Geist empfangen werde. Er meint auch, dass ich bei meiner ersten Taufe viel zu Jung war (14 Jahre) und ich mir gar nicht bewusst war, was ich da eigentlich mache. Ich wusste damals nur, dass ich orthodoxer Christ werde. Aber vom heiligen Geist hatte ich damals noch nicht so viel Ahnung. Was denkt Ihr darüber? Was sollte ich eurer Meinung nach tun?

Mit besten Grüssen
Karanov

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Thuja
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Re: Die letzte Reformation (Film)

Beitragvon Thuja » 28.12.2017, 20:46

Hallo Karanov,

erst einmal herzlich willkommen hier bei uns im Forum!
Nun, aus Deinem Posting lese ich, dass Du bereits getauft bist - und zwar orthodox!!! Also völlig richtig!
Damit hast Du alles, was Du brauchst, das "Handwerkszeug". Glaube - das ist eine Aufgabe und nicht immer leicht, für's ganze Leben!
Krankheit ist immer eine Herausforderung - und es wäre uns oft eine "Spontanheilung" am liebsten, so dass wir uns nicht mehr damit auseinandersetzen müssen... doch meist gibt's die nicht - und Gott gibt uns nur die Aufgaben, die wir auch bewältigen können. Dass wir uns daran manchmal ziemlich "abarbeiten" mit unserem menschlichen Verstand, ist auch oft so... weil wir einfach kleingläubig sind... im Übrigen lässt sich das oft in den biblischen Berichten auch nachlesen, das ist nichts "Neuzeitliches", war zu Christi Zeiten auch schon so... aber wir dürfen Gott für alles dankbar sein, was Er schickt - auch die Krankheiten... selbst wenn sie schwierig sind für uns (und ich weiß aus reichlich eigener Erfahrung, was Depression heißt) - es hat alles seinen Sinn, wir lernen daran, daraus und damit!!! Und ER meint uns so, wie wir von ihm gewollt sind, wir dürfen da viel "abgeben" in seine Hände - es ist längst nicht alles nur unsere eigene Verantwortung, wie uns oft immer wieder versucht wird, weiszumachen in unserer Umgebung! Und für Ihn zählt nicht der "übliche", materielle Erfolg in der Ellenbogengesellschaft - da hat auch jeder Depressive noch 'ne Menge "anzubieten" an Fähigkeiten und Fertigkeiten zum Ruhme des Herrn... auch im Zweifeln... ehrlich!
Ich habe jetzt nur den Anfang des Films gesehen, hab' grad' nicht mehr Zeit - und, ehrlich gesagt, auch nicht mehr Lust dazu...
Diese "Taufen" von x-beliebigen Personen durchgeführt am Anfang des Films haben nichts mit dem Heiligen Geist zu tun, genausowenig wie dieses angebliche "Zungenreden", wo keiner 'was versteht - und nichts mit den Traditionen der orthodoxen Kirchen! Das sind, wie auch die Worte des Sprechers, freikirchliche, evangelikale Gedanken, die Apostelgeschichte baut auf den Evangelien auf und dort steht alles Wichtige zuerst drin, nicht irgendwann später!
Es gibt keine "wiederholbare" Taufe, so wie Du Dir eben öfter im Leben die Hände wäscht, weil sie schmutzig werden, in der orthodoxen Taufe hast Du bereits den Zugang zum Heiligen Geist gespürt! Und Du wirst ihn viel mehr in Deinem Leben spüren, wenn DU Deine "Antennen" auf ihn ausrichtest, auf Gebet, Beichte, Kommunion... Und wenn Du schon 14 warst, als Du getauft wurdest, hast Du ja auch bewusst dem Teufel abgeschworen etc. ... d. h. die Basis ist gelegt!!!
Es gibt immer mal wieder Menschen, die heilende Kräfte für andere haben, wenn sie die im kirchlich-geistlichen Kontext einsetzen, können sie für viele zu einem Gewinn werden. Aber es wird auch viel Scharlatanerie betrieben... weißt Du ja auch... Dass im Namen der christlichen Kirche (und hier sind wohl in erster Linie die Westkirchen gemeint) viel Mist gemacht worden ist, politisch, menschlich, gesellschaftlich etc. damit Missbrauch getrieben wurde im Laufe der letzten 2000 Jahre, ist leider so. Aber das betrifft die "Institutionen" im menschlichen Rahmen. Nicht die wahre Kirche - lies die heiligen Väter-Texte!! Sprich mit Deinem Priester/geistlichen Vater darüber, er kann Dir das noch viel besser erklären!!

Daher - lass' Dich nicht kirre machen, Du bist orthodox, gehe diesen Deinen Weg aufmerksam und bewusst!
Es geht um DEIN Leben dabei, andere Wege führen in die Irre und "einfache" Heilsversprechungen gibt's auch in der Werbung auf jedem Plakat... das Wesentliche ist viel größer, Deine orthodoxen Brüder und Schwestern in Deiner Gemeinde werden Dir dabei auch helfen, das zu erkennen!

Liebe Grüße
Thuja
Господи помилуй мя!


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