Unbrauchbar gewordene Andachtsgegenstände?

Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
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Amanda
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Unbrauchbar gewordene Andachtsgegenstände?

Beitragvon Amanda » 19.01.2015, 15:34

Segnen Sie, Vater.

Ich bin neu in diesem Forum, selbst nicht orthodoxen Glaubens, aber sehr interessiert an den Glaubensvollzügen der Orthodoxie, die so reich an Innigkeit und Bildkraft sind.
Nun stellt sich mir seit geraumer Zeit schon folgende Frage:

Es kann immer mal passieren, dass geweihte Andachtsgegenstände unbrauchbar werden, durch Alterung und/oder Beschädigung.
Wie "entsorgt" man diese als orthodoxer Christ?
In den Abfall werfen geht ja nicht, da es eben geweihte, heilige Gegenstände sind.
Werden sie vielleicht vergraben oder verbrannt?
Ist dafür nach orthodoxem Glauben ein bestimmter Ritus vorgesehen?

Für Aufklärung wäre ich sehr dankbar.
In Christus und Maria verbunden,

Amanda
Sei gegrüßt, Du Wiederaufrichtung der Menschen; sei gegrüßt, Du Sturz der Dämonen. Sei gegrüßt, die im Leibe Du birgst der Eingekerkerten Befreier; sei gegrüßt, die zur Welt Du bringst Den, der die Irrenden führt auf den Weg. (Aus dem Hymnos Akathistos an die Allheilige Gottesgebärerin)

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Thuja
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Re: Unbrauchbar gewordene Andachtsgegenstände?

Beitragvon Thuja » 19.01.2015, 18:16

Liebe Natalie,

da Deine Frage nicht zwingend nur von einem Priester beantwortet werden kann, habe ich mir erlaubt, sie hier hinüber zu verschieben.
Beschädigte/unbrauchbar gewordene Andachtsgegenstände, z. B. Ikonen etc. gibst Du Deinem Priester. Er wird dann je nachdem entscheiden, ob eine Restaurierung/Reparatur infrage kommt und sich darum kümmern oder die Gegenstände verbrennen.

Liebe Grüße
Thuja
Господи помилуй мя!

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Re: Unbrauchbar gewordene Andachtsgegenstände?

Beitragvon Amanda » 19.01.2015, 20:32

Vielen Dank, liebe Thuja, für die Anwort.

Dann kommt hier gleich meine nächste Frage - ich habe (auch als Heterodoxe) Ikonen zuhause, beziehungsweise sind dies Ikonendrucke auf Leinwand und auch Ikonenpostkarten, die ich gerahmt habe. Diese Bilder bedeuten mir auch sehr viel, wenngleich ich sie bisher nicht wirklich verehrt habe - aber vielleicht wäre es ein Schritt, nun damit zu beginnen, wenigstens privat für mich. Ich weiß ja jetzt, wie es geht :wink:
Kürzlich wurde ich jedoch mit der Ansicht konfrontiert, nur eine echte, also auf Holz geschriebene Ikone könne ein heiliges Bild sein und dürfe verehrt werden, gedruckte Reproduktionen jedoch nicht, von diesen ginge auch kein Segen aus.
Wie ist das zu bewerten?
Zumal sich nur wenige eine echte geschriebene Ikone leisten können, nehme ich an, und ich gehöre nicht zu diesen Glücklichen :oops:
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Re: Unbrauchbar gewordene Andachtsgegenstände?

Beitragvon MariaM » 19.01.2015, 22:05

Hallo Amanda,
also ich verstehe/kenne es so, dass natürlich auch Postkarten-Ikonen oder andere, einfache Papierdrucke "OK" sind. Das haben doch recht viele, gerade auch aus den Gründen, die du anführst.

Man sagt doch, Ikonen sind sowas wie "Fenster zum Himmel/Paradies", zur göttlichen Welt - und die Beziehung zu ihnen wird (als Entgegnung, wenn manche meinen, man würde Holz/Papier verehren) ähnlich beschrieben, wie wenn man z.B. Fotos seiner Familie, Kinder usw. dabei hat und mit Liebe anschaut - da schaut man ja auch nicht das Papier an, streichelt nicht dieses, sondern z.B. das Kind, das man darauf sieht und dabei etwas fühlt... Und diese "Funktion" erfüllt ebenso ein spontan gemachtes und dann am Computer ausgedrucktes Foto, wie auch ein super tolles, profimässiges vom Fotografen. Klar findet man vielleicht das künstlerisch Gestaltete schöner, aber wenn es zu teuer ist oder man die Möglichkeit nicht hat, tut es genauso auch ein normales - denn es geht doch um die Beziehung dazu, um das, was "dahinter" ist.
So ähnlich dürfte es sich meiner Meinung nach mit den Ikonen verhalten... Natürlich ist es schön, wann man eine echte handgeschriebene Ikone hat (ich wünsche mir für die Zukunft auch eine, aus Griechenland). Die weiss man dann gewiss besonders zu schätzen. Aber bis dahin gehen auch "gewöhnliche", denke ich.

Ggf. korrigiert/ergänzt mich bitte.

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Hermann
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Re: Unbrauchbar gewordene Andachtsgegenstände?

Beitragvon Hermann » 20.01.2015, 06:25

Hallo,
mein Eindruck ist, dass die Frage nach der "Echtheit" von Ikonen außerhalb der Orthodoxie höher bewertet wird als innerhalb. Erhellend ist für mich auch der Einblick in die Gebetsecken mancher Väter: Ein Beispiel aus Rumänien wo ich mich schon fast in meine katholischen Zeiten zurückversetzt fühle - oder zur Echtheit der Ikonen dieses Bild vom Athos
LG, Hermann
Sucht zuerst das Reich Gottes, alles andere wird euch hinzugeschenkt.

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Re: Unbrauchbar gewordene Andachtsgegenstände?

Beitragvon Thuja » 20.01.2015, 18:46

Ihr Lieben,

"echt" sind alle Ikonen, die den Regeln für diese Abbildungen entsprechen und die entsprechend beschriftet sind, wen sie zeigen.
Ob sie nun handgeschrieben, gedruckt, geschnitzt oder woraus immer hergestellt sind, spielt dabei keine Rolle.
Wer so etwas als "Wertgegenstand" sucht, wird natürlich die handgearbeiteten bevorzugen. Aber das sind nicht unbedingt die Gläubigen, denen die Ikone als solche wichtig ist.
Und die gedruckten/Postkarten sind auch nicht umsonst so beliebt, weil sie eben ganz bekannte Ikonen zeigen, die wirklich auch schön und sehr ansprechend gemacht sind, was einfach nicht jeder Künstler genauso schafft...

Liebe Grüße
Thuja
Господи помилуй мя!


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