Scheidung gestzliche Ehe

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dynamicmormon
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Scheidung gestzliche Ehe

Beitragvon dynamicmormon » 09.12.2014, 18:02

Hallo,

ich bin Mormone (HLT), aber dies ist kein Problem für den Fall mit dem ich mir Gedanken mache. Ich habe jemanden kennengelernt, die keine Mormonin ist und ich bin trotzdem glücklich.

Ich habe ein schönes Ukrainisches Mädchen kennengelernt, die Orthodox ist. Sie sagt sie sei Griechisch Katholisch. Ich spreche mit ihr regelmäßig und wir sind sehr stark in einander verliebt. Jedoch war sie schon mal verheiratet vor dem Ukrainischen Gesetz, jedoch nicht kirchlich. Sie hat dazu ein Kind aus dieser gesetzlichen Ehe. Dieses Kind betrachte ich nicht als meine Zuständigkeit und wird weiter ihre eigene Sache sein. Nur eigene Kinder die mit ihr und mir aus der Ehe entstehen sehe ich mich verantwortlich.

Ich persönlich möchte sie kirchlich heiraten, da sie sagte im Falle einer Eheschliessung würde in der Orthodoxen Kirche, wie in der mormonischen Kirche die Ehe auf Ewigkeit geschlossen werden und nicht bis der Tod sie scheide.

Meine Frage, kann ich sie heiraten kirchlich, oder ist es für sie verboten aufgrund der gesetzlichen Ehe die sie vorher hatte? In einem solchen Fall, was kann ich machen, da ich kirchlich heiraten möchte.

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Thuja
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Re: Scheidung gestzliche Ehe

Beitragvon Thuja » 09.12.2014, 19:01

Hallo dynamicmormon!

Ich habe mir erlaubt, Deine Frage zu verschieben, da sie meiner Ansicht nach nicht zwingend von einem orthodoxen Priester beantwortet werden muss.
Falls Du das dennoch wünscht, melde Dich bitte, dann schiebe ich sie zurück.

Was ich Dir zu Deiner Frage aber so sagen kann:
Inwieweit Mormonen "Andersgläubige" kirchlich heiraten dürfen, weiß ich nicht, da wirst Du selbst Dich genauer informieren können.
So, wie ich Dein Posting verstehe, ist Deine Freundin allerdings nicht orthodox, sondern in einer mit Rom unierten katholischen Kirche (dafür spricht auch Dein Zitat: "griechisch-katholisch"), siehe hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Ukrainisc ... che_Kirche, die nur ihre Gottesdienste nach byzantinischem Ritus feiert. D. h., für sie ist dann die römisch-katholische Kirche "zuständig" mit ihren Regelungen. Inwieweit da eine ökumenische kirchliche Trauung mit einem Mormonen möglich ist, müsstet Ihr Euch dort erkundigen. Eine vorherige "nur weltliche" und bereits geschiedene Ehe ist meines Wissens nach nicht maßgeblich für eine kirchliche katholische Heirat.

Für eine "richtige" orthodoxe kirchliche Hochzeit müssen jedenfalls beide Ehepartner orthodox sein, sonst kann es da keine kirchliche Hochzeit geben.

Viel Glück für Deinen Weg!

Viele Grüße
Thuja
Господи помилуй мя!

stephan
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Re: Scheidung gestzliche Ehe

Beitragvon stephan » 09.12.2014, 21:09

Sie hat dazu ein Kind aus dieser gesetzlichen Ehe. Dieses Kind betrachte ich nicht als meine Zuständigkeit und wird weiter ihre eigene Sache sein. Nur eigene Kinder die mit ihr und mir aus der Ehe entstehen sehe ich mich verantwortlich.


Nun, man muss es ja nicht adoptieren und man kann ein Kind auch nicht auf Knopfdruck lieben, ein fremdes zumal.
Aber du schreibst das schon sehr kalt und kopfig. Ich meine, sie kann es ja nicht "zurückgeben". Es gehört zu ihrem Leben dazu.

So wie du das schreibst, sehe ich da für eine eventuelle, gemeinsame Zukunft erhebliches Konfliktpotential. Du musstest dir keine Frau mit Kind auswählen, es gibt genug Frauen ohne Kinder.
Hat sie das genau so verstanden wie du es hier darlegst, ist sie sich dessen bewusst? Was will sie tun, das Kind dem biologischen Vater geben? Selbst dann bliebe die Mutter ein Stück weit verantwortlich, und du als Ehegatte auch.

Den Ritus der Hochzeit sehe ich bei euch jedenfalls nicht mit oberster Priorität.

Nikolaj
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Re: Scheidung gestzliche Ehe

Beitragvon Nikolaj » 10.12.2014, 10:03

Willkommen bei uns im Forum.

Also, die Russisch-Orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats erkennt unter Umständen eine weltliche Ehe an. Das ist geschichtlich daraus gewachsen, dass während der Sowjetzeit nur wenige die Möglichkeit hatten, eine kirchliche Ehe einzugehen. Diese dann als Ehebrecher abzustempeln wäre problematisch.

Soweit ich weiß, ist es üblich, dass wenn ein Partner orthodox ist und der zweite einer anderen christlichen Konfession angehört, eine Ausnahme zu machen und eine kirchliche Trauung durchzuführen. Dazu wird der Priester aber prüfen wollen, ob denn der nicht-orthodoxe Partner den Orthodoxen Glauben anerkennt und die jeweils orthodoxe Person ihrem Glauben nachgehen kann. Außerdem wird meist gefordert, dass die Kinder aus der Ehe orthodox getauft und erzogen werden sollen/müssen.

Wenn man jetzt davon absieht, dass deine Freundin eigentlich katholisch ist, wären bei euch die folgenden Fragen, die Schwierigkeiten machen können.
1. Wird der Priester die Mormonen als Christen ansehen. Es bestehen ja leider sehr große Unterschiede. Ich will hier keine Diskussion lostreten, wäre ja nicht Thema deiner Frage.
2. Werden Kinder aus eurer Ehe orthodox getauft werden? Kann die Frau und die Kinder ungehindert dem orthodoxen Glauben nacheifern? Wie ist es mit Ikonen verehren, Fasten einhalten, tägliche Gebete? Dann die Unmöglichkeit, für euch als Familie ein Leben zu führen, bei dem ihr zusammen an das Leib und Blut Jesu Christi herantretet?
3. Kannst du als Mormone es mit deinem Glauben vereinbaren, dass du bei der Trauung den Segen eines orthodoxen Priesters empfängst, Ikonen küsst, dich beräuchern lässt, den Ehebecher mit dem gesegneten Wein trinkst?

Aber, da deine Freundin aber katholisch ist, müsstet ihr die Fragen bei einem katholischen Priester stellen. Vielleicht helfen dir aber unsere Meinungen auch, da die griechisch-katholischen Ukrainer ja vieles nach orthodoxer Weise machen, wie z. B. verheiratete Priester, Liturgie und andere Gottesdienste nach byzantinischem Ritus. Im Endeffekt ist der gröbste Unterschied zwischen griechisch-katholisch (*) und orthodox ist, dass erstere das Primat und die Unfehlbarkeit des Papstes akzeptieren.

Gruß
Nikolaj

___
(*) Griechisch-katholisch ist eigentlich die unpassendste Bezeichnung die es gibt. Die griechisch-katholischen Ukrainer haben nichts mit Griechen zu tun.


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