Frage zu Taufe in der Ukraine?

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MariaM
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Frage zu Taufe in der Ukraine?

Beitrag von MariaM » 25.06.2014, 18:20

Hallo, neulich hat mir eine Bekannte erzählt, dass sie auf der orthodoxen Taufe ihrer Enkelin in der Ukraine war, da die Eltern, v.a. die Mutter des Kindes dies so wollten - aber die Beschreibung des Zeremonials hat mich ziemlich verwirrt, denn sie sagte, dass das Baby ÜBERHAUPT NICHT ins Wasser getaucht wurde!!! Also noch nicht mal bespritzt wie bei den Protestanten!
Laut ihrer Beschreibung wurde es nur an de Ärmchen, Beinchen usw.. mit Öl gesalbt (kreuzweise). Das verstehe ich nun gar nicht - wieso nennt man das dann "Taufe"??? Weiss hier jemand Näheres dazu...?
Es war in der Westukraine ("Karpato-Ukraine"), falls das irgendwie relevant ist. Die Bekannte selbst hat keine Ahnung, wie eine orthodoxe Taufe auszusehen hat oder nicht, denn sie ist selber nicht religiös (wie sehr viele Leute hier in Tschechien). Auf meine Nachfrage interessierte es sie aber schon...
Danke für evt. Info dazu, finde das schon befremdlich, da ich dachte, in der Ukraine würde die christlich-orthodoxe Tradition eingehalten.

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Igor
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Re: Frage zu Taufe in der Ukraine?

Beitrag von Igor » 25.06.2014, 18:45

Das sieht eher nach einer :arrow: Myronsalbung aus.

Entweder
  • war der-/diejenige schon getauft oder
  • ist konvertiert oder
  • die Bekannten haben den ersten Teil verpasst - Taufe und Myronsalbung werden i.d.R. zusammen gespendet.
Mehr dazu unter dem o.g. Link.
Bild
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MariaM
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Re: Frage zu Taufe in der Ukraine?

Beitrag von MariaM » 25.06.2014, 19:18

Vielen Dank für die schnelle Antwort!

Hm, also... Es war ein kleines Baby, cca. ein halbes Jahr alt. Die Bekannte hat nichts davon gesagt, dass es schon vorher woanders getauft worden wäre. Ersten Teil verpasst - eher nicht, denn die Bekannte war wohl die ganze Zeit in der Kirche dabei und sagte, das Baby sei zu keinem Zeitpunkt ausgezogen worden. Das einzige sei wohl gewesen, dass sie keine Strumpfhose tragen sollte, damit die Füsschen frei waren. wg. der Salbung. Aber kein Ausziehen, kein Untertauchen??? OBwohl es dort wohl sowas wie ein Taufbecken gegeben habe...? Seltsam...

Mir fällt jetzt noch ein - sie sagte, die Mutter des Babys durfte nicht mit in die Kirche, sondern musste an de Tür warten, keine Ahnung warum. ??? Dabei ist die Mutter doch Ukrainerin und bestimmt auch orthodox getauft. Sie ist mit ihrem tschechischen Mann, dem Sohn der Bekannten, in Tschechien verheiratet.Sie leben in Tschechien, fahren aber wohl regelmässig zu den ukrainischen Verwandten. Meine Bekannte wurde als Omi des Kindes auch zur Taufe eingeladen, deshalb war sie dabei und hat dann davon erzählt. Irgendwie kann ich mir aber keinen Reim darauf machen... :?:

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Re: Frage zu Taufe in der Ukraine?

Beitrag von MariaM » 25.06.2014, 19:23

P.S. Ich habe hier ein Video gefunden, wo es auch so seltsam abläuft, ohne Untertauchen...?

http://www.youtube.com/watch?v=5clZZNOSAV8

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Re: Frage zu Taufe in der Ukraine?

Beitrag von Priester Alexej » 25.06.2014, 21:26

Gab es denn eine Taufuhrkunde? Was steht drin, vor allem - welche Kirche und welches Patriarchat?
Apostolischer Kanon 39 (32): Priester und Diakonen sollen ohne Wissen und Willen des Bischofs Nichts thun: denn dieser ist's, welchem das Volk des Herrn anvertraut worden, und von welchem Rechenschaft über ihre Seelen gefordert werden wird.

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Re: Frage zu Taufe in der Ukraine?

Beitrag von MariaM » 25.06.2014, 22:04

Das müsste ich erst noch erfragen - mach ich auch, wenn wir uns demnächst sehen... Bin jetzt neugierig. ;-)
Hast du denn eine Idee in eine bestimmte Richtung...?

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Re: Frage zu Taufe in der Ukraine?

Beitrag von Luka Filipp Kiriak » 04.12.2014, 15:48

Könnte es nicht sein, dass das Kind bereits in Tschechien römisch-katholisch, protestantisch oder vielleicht sogar privat von einem Christen getauft worden ist? Demnach hätte dann ja nur noch die Myronsalbung nachgeholt werden müssen, um es in die Orthodoxe Kirche aufzunehmen, da eine Taufe, wenn diese nach orthodoxem Verständnis in allen wesentlichen Vorgaben ordnungsgemäß durchgeführt worden ist, nicht wiederholt werden sollte. Selbst dann nicht, wenn sie von einem Nicht-Orthodoxen Christ (Katholik, Protestant) vollzogen worden ist. An sich ist eine Taufe mit Wasser aber zwingend notwendig!

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Re: Frage zu Taufe in der Ukraine?

Beitrag von Igor » 05.12.2014, 20:13

Im Prinzip alles richtig. Zum Thema "Anerkennung der Taufe" gibt es durchaus divergierende Ansichten, s.a. den Strang :arrow: "Anerkennung von Taufen / 2. Auflage".
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Re: Frage zu Taufe in der Ukraine?

Beitrag von MariaM » 07.12.2014, 21:53

Also soviel ich weiss, geschah vor der Taufe nichts dergleichen. Mehr habe ich auch nicht in Erfahrung bringen können... Die Oma des Kindes hat keinen Bezug zum orthodoxen Glauben und fuhr halt zu der Taufe hin (so wurde es gesagt - "wir fahren zur Taufe in die Ukraine"), weil ihr Sohn und die ukrainische Ehefrau, die Mutter des Kindes, es wollten und für richtig/wichtig hielten. Wie ernst diese es nimmt oder inwieweit es nur eine Formalität für sie war, weiss ich nicht. :?:

Ich meine mal irgendwo gelesen zu haben, dass manche Geistlichen in der Ukraine in der Hinsicht etwas "lasch" seien oder eine Zeitlang waren (? beeinflusst von Uniaten oder so???) und dann von ihren Brüdern von anderswo aufgefordert wurden, doch bitte RICHTIG zu taufen, d.h. mit dreimal untertauchen, nicht nur besprengen etc. Aber da ging es nicht uma GAR NICHT UNTERTAUCHEN...

Gruss, M.

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Re: Frage zu Taufe in der Ukraine?

Beitrag von MariaM » 07.12.2014, 21:59

P.S. Noch etwas: Warum schreibst du oben, dass die Taufe "nicht wiederholt werden sollte"? Ich kenne es eher so, dass es nicht in allen Fällen sein muss, also "nicht immer wiederholt werden MUSS" - d.h. einem in bestimmten Fällen quasi erlassen werden kann... Aber nicht, dass es nicht empfohlen wird!

Von sowohl tschechischen als auch griechischen orthodoxen Geistlichen habe ich - unabhängig voneinander - erfahren, dass eine protestantische Taufe nicht "ausreicht" und eine richtige orthodoxe Taufe angebracht sei. Was ich persönlich auch als "logisch" und richtig empfinde, muss ich sagen - denn es ist ja eigentlich keine wirkliche Wiederholung, wenn es ja keine im orthodoxen Sinne "richtige Taufe" war... Oder??? Gibt es da so grosse Unterschiede in der Auffassung?

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Re: Frage zu Taufe in der Ukraine?

Beitrag von MariaM » 07.12.2014, 22:03

P.P.S. Ach so, danke für den Link zu der "Anerkennungsdiskussion"!

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