Orthodoxie im Licht der Bibel

Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
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Nikolaj
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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitragvon Nikolaj » 01.09.2015, 16:08

Hallo annatoni,
Ich habe nur auf denn komentar von der herr Nikolaj geantwortet.


Dies war keine Antwort auf meinen Kommentar. Tut mir Leid, wenn ich Sie beleidigt habe, es war keine Absicht. Ich wollte einfach nur mal Ihre Aussage überspitzen. Wie Mary es schon gesagt hat, folgt die orthodoxe Kirche der Bibel, aber ohne die Überlieferung auszuklammern. Die Überlieferung wird ja auch an der Bibel gemessen.

Die Bibel sagt auch nichts von der Heiligen Dreiheit Gottes. Die Aussagen, welche in diese Richtung gedeutet werden, könnte man genauso widerlegen. Siehe Zeuge Jehovas, welche die Bibel komplett anders deuten. Nun stellt sich eben die Frage, ob die Kirchenväter der ersten Jahrhunderte (die übrigens die Bibel zusammengestellt haben, d.h. die Evangelien und Briefe gesammelt und geprüft welche vom Heiligen Geist inspiriert sind) oder wir mit unserem kleinen Verstand die Bibel richtig auslegen. Ich würde hier eher auf die Kirchenväter tippen, welche ja Schüler der Schüler der Apostel waren, d.h. die Lehre von der Kirche aus dritter oder vierter Hand haben.

Aber, wir hatten hier schon das Thema "sola scriptura" behandelt und es wurden einige Erklärungsversuche unternommen. Daher ist der Rat von MariaM, sich mit der Geschichte mal seriös zu befassen sehr gut. Eine "sola scriptura" Auslegung ist nicht möglich, denn wir sind keine Buchreligion.

(PS: Die Anrede mit Herr <Vorname> ist nicht wirklich üblich. Herr oder Frau ist normalerweise immer verbunden mit dem Nachnamen der jeweiligen Person. :klugscheisser: )

Gruß
Nikolaj

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Hermann
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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitragvon Hermann » 01.09.2015, 17:09

Hallo annatoni,
Nur eine kleine Anmerkung: Es war die Kirche, die in den ersten Jahrhunderten bestimmt hat, was zur Bibel gehört und was nicht. Siehe etwa auch hier. Vorher war die Kirche und dann kam die Bibel.

LG, Hermann
Sucht zuerst das Reich Gottes, alles andere wird euch hinzugeschenkt.

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Mary
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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitragvon Mary » 03.09.2015, 13:56

Hallo annatoni,
annatoni hat geschrieben:Und ja leider sieht so aus das viele menschen die bibel nicht folgen sondern nur Traditionen.

Bitte nenne doch ein konkretes Beispiel, wo die orthodoxe Kirche etwas tut, was der Bibel widerspricht. Im Konkreten lässt sich leichter diskutieren als nur an der Oberfläche. Danke.
annatoni hat geschrieben:Zb in die heilige schrift sagt nichts von weihnacht oder ostern von dise art wie wir feiern.

Nun ja, das Wort Weihnacht findet sich in der Bibel nicht. Wohl aber der Inhalt von Weihnachten, nicht?
Mit Ostern verhält es sich genauso. Welcher Teil der Gottesdienste der Heiligen und Hohen Woche ist denn Deiner Ansicht nach nicht biblisch gestützt?
annatoni hat geschrieben: seit wir die bibel Studium begonnen haben haben wir das gefühl das die kirche mit die bibel nichs zutun hat.

Wer ist "wir"? Deine Familie? Wer hat "euch" in euer Bibelstudium eingeführt?
annatoni hat geschrieben:Aber noch besser die katholische kirche gibt selber zu das sie nicht auf bibel basiert,

Das wäre mir aber neu. Die römischen Katholiken mögen manche Stellen anders lesen als Du und Deine Lehrer. Sie berufen sich jedoch genau wie Du auf die Bibel.
annatoni hat geschrieben:und die orthodoxe kirche macht alles was die auch machen.

Das ist schlicht nicht wahr. Dazu haben andere Dir ja schon geschrieben.
lg Mary
Let Your mercy, O Lord, be upon us, as we hope in You.

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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitragvon Trust-in-CR » 04.09.2015, 14:08

Lieber Annatoni,

ich verstehe am besten warum du mit Grossbuchstaben die Orthodoxie und die Kirche in Frage stellst, da ich diesen Thread damals aufgrund dessen auch aufgemacht habe.

Ich wollte den Glauben an Jesus Christus auch nur durch die Bibel wahrnehmen, jedoch kam ich zur Erkenntnis, dass die Bibel nicht vom Himmel gefallen ist damit Sie jeder deuten darf wie er möchte..Daher ist es nicht verwunderlich, das wir mittlerweile so viele Häresien und Sekten sowie Einzelgänger im Glaubenskampf haben.

Wie bereits vor mir erwähnt, wurde die Bibel durch die orthodoxe Kirche zusammengefügt, da zuerst die Kirche durch den Heiligen Geist prüfte, welche Schriften vom geistlichen Menschen und welche vom fleischlichen Menschen verfasst wurden.

Der Geist ist es, der lebendigt macht!

Dieser Tröster wird in der Bibel erwähnt, der Geist der Wahrheit, welcher uns (Die Gemeinde Christi - die orthodoxe Kirche) bis in die Ewigkeit begleiten wird.

Es ist wahr, das nirgends in der Bibel steht, dass der Evangelist Lukas der erste Ikonen Maler war..

Die Heilige Überlieferung ist älter als die Heilige Schrift und ohne diese lässt sich das Wort des Herrn nur schwer deuten:

2. Petrus 3,16:

"..wie auch in allen Briefen, wenn er in ihnen von diesen Dingen redet. In diesen Briefen ist einiges schwer zu verstehen, was die Unwissenden und Ungefestigten verdrehen, wie auch die übrigen Schriften zu ihrem eigenen Verderben."

Untersuche bitte die historischen Ereignisse, wie kam es zur Spaltung im Jahr 1054 zwischen Westen und Osten in der Lehre welche vom ewigen Leben lehrt?

Viele vergleichen die Orthodoxe Kirche mit der Katholischen, doch wer Augen hat zu sehen, wird erkennen, dass nicht wir diejenigen sind welche sich von der EINEN, HEILIGEN und APOSTOLISCHEN Orthodoxen Kirche getrennt haben sondern Rom durch den Katholizismus:

1. Johannes 2, 18-20:

"Kinder, es ist die letzte Stunde! Und wie ihr gehört habt, daß der Widerchrist kommt, so sind nun viele Widerchristen geworden; daher erkennen wir, daß die letzte Stunde ist. Sie sind von uns ausgegangen, aber sie waren nicht von uns. Denn wo sie von uns gewesen wären, so wären sie ja bei uns geblieben; aber es sollte offenbar werden, daß nicht alle von uns sind. Und ihr habt die Salbung von dem, der heilig ist, und wisset alles.…

Sowohl die Katholiken als auch die Protestanten und alle daraus entstandenen Häretiker sind von der Kirche Christi abgefallen.

Lieber Annatoni, nenn mir bitte ein Segment der kirchlichen Lehre welche der Bibel wiederspricht..

Wir sind der Überzeugung das die biblische Lehre sowie die heilige Überlieferung die Orthodoxie ist.

In Christus
Miroslav

Dejan
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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitragvon Dejan » 23.12.2016, 23:53

Miroslav hat geschrieben:Lehrt die orthodoxe Kirche, dass man von neuem geboren werden muss falls man das Reich Gottes erblicken möchte, wie es der Herr Jesus Christus dem jüdischen Schriftgelehrten Nikodemus lehrte?


Ja, mit der Taufe werden wir „neu geboren“, egal, ob im Kleinstkindesalter oder später. Wie aber jedes Neugeborene müssen wir wachsen (im geistigen Sinne), um letztendlich zu Gott zu kommen (s.o.).


Hallo zusammen!!

Wie ich das ganze verstehe..

Als Adam und Eva im Garten Eden waren,waren sie vollkommen.
Gott hat ihnen geboten von der Frucht des Baumes in der Mitte nicht zu essen,sonst würden sie sterben!
Nun kam aber die Schlange und sagte Ihr werdet gewiss nicht sterben und Eva aß und gab auch Adam von der verbotenen Frucht.
Was spielte sich nun ab?
Adam und Eva hatten plötzlich erkannt das sie nackt sind (sie sind nicht fleischlich sondern Geistlich gestorben!!)
und zur Folge wurden sie von Gott aus dem Paradies verbannt,in Abwesenheit von Gott!!
Gott ist Heilig,er ist gerecht und ist mit der Sünde nicht mit Sünde zusammen sein.
Er ist das Licht und Die Finsternis kann ihn nicht erfassen.
Jesus sagte zu seinen jüngern als diese einigen Kindern den Zugang zu ihm verwehren wollten:
„Als das Jesus sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen und wehrt ihnen nicht; denn solcher ist das Reich Gottes!“
‭‭An anderer stelle antworte er auf die Frage von Nikodemus,wie man denn ins Himmelreich eingehe:

„Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er etwa zum zweiten Male in den Leib seiner Mutter eingehen und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand aus Wasser und Geist geboren werde, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen. Was aus dem Fleische geboren ist, ist Fleisch, und was aus dem Geiste geboren ist, ist Geist. Verwundere dich nicht, daß ich dir sagte: Ihr müsset von neuem geboren werden. Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen, aber du weißt nicht, woher er kommt, und wohin er geht; also ist jeder, der aus dem Geiste geboren ist. Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie kann dies geschehen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du bist der Lehrer Israels und weißt dieses nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, was wir wissen, und bezeugen, was wir gesehen haben, und unser Zeugnis nehmet ihr nicht an. Wenn ich euch das Irdische gesagt habe, und ihr glaubet nicht, wie werdet ihr glauben, wenn ich euch das Himmlische sage? Und niemand ist hinaufgestiegen in den Himmel, als nur der aus dem Himmel herabgestiegen ist, der Sohn des Menschen, der im Himmel ist. Und gleichwie Moses in der Wüste die Schlange erhöhte, also muß der Sohn des Menschen erhöht werden, auf daß jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, auf daß er die Welt richte, sondern auf daß die Welt durch ihn errettet werde. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes. Dies aber ist das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen haben die Finsternis mehr geliebt als das Licht, denn ihre Werke waren böse. Denn jeder, der Arges tut, haßt das Licht und kommt nicht zu dem Lichte, auf daß seine Werke nicht bloßgestellt werden; wer aber die Wahrheit tut, kommt zu dem Lichte, auf daß seine Werke offenbar werden, daß sie in Gott gewirkt sind.“
‭‭
Nun,Jesus sagt also das den Kindern das Reich gottes gehört und das wir werden sollen wie sie!?
Und an anderer stelle das wir aus Geist neu geboren werden müssen!?
Wenn ich nun ein Kind ansehe was zB schwimmen geht,es hat keine Scham und kein Problem mit dem nackt sein.
Wenn es aber heranwächst und älter wird erkennt es irgendwann die Scham und die Nacktheit,wie bei Adam und Eva sind sie erst vollkommen im Geiste,sterben aber im Laufe ihres heranwachsens und kommen somit in einen Zustand der sich in Abwesenheit von Gott wiederfindet!!
Und nötig ist die Geistliche Wiedergeburt die Jesus Christus beschrieben hat,die man dadurch bekommt das man anerkennt das Jesus der Herr ist,das du Vergebung nötig hast und das Jesus für deine Sünde gestorben ist und
er allein die Wahrheit,der Weg und das ewige Leben ist und das er schon alles vollbracht hat am Kreuz,ein für alle mal!!
Wenn ich das ganze nochmal mit einem Glas Wasser vergleiche,dann war das Glas von Adam und Eva im Paradies voll Heiligen Geistes,genauso wie die Kinder bis zu einem bestimmten Alter ( das wird wohl unterschiedlich sein ) diesen Zustand haben und später das Glas immer leerer wird und durch das lebendige Quellwasser ( Jesus ) durch Bekehrung wieder aufgefüllt wird.Als Jesus am Kreuz hing,waren links und rechts zwei verbrecher,der eine hat ihm gespottet aber der andere hat Jesus anerkannt und in seinem Herzen Buße getan,worauf Jesus ihm versprochen hatte das er mit ihm am Tisch sitzen wird..
Dieser wurde nicht als Kleinkind getauft!!
Aber Jesus welcher laut Johannes dem Täufer nicht mit Wasser sondern mit Heiligen Geist tauft,hat sein Glas mit Wasser aufgefüllt!!!
Jesus wird in der Bibel als das Wort beschrieben welches wie ein zweischneidiges Schwert die Herzen der Menschen beschneidet!!
Keine Katechismen oder sonst wer oder was!!

Jesus ist der Weg die Wahrheit und das Leben und niemand kommt zum Vater als nur durch ihn!!
Amin

Ich wünsche allen Gottes Segen und das jeder sich vom Herrn ausrichten LÄSST!!
Der Heilige Geist führt in alle Wahrheit,niemand braucht einen Priester oder sonstigen,denn Jesus ist der Hohepriester selbst.

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Igor
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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitragvon Igor » 24.12.2016, 09:37

Grüß Gott!

Herzlich willkommen an Dejan im Forum.

Vieles, was Du in Deinem Beitrag schreibst, sehe ich als orthodoxe Christ auch so, bis auf den letzten Satz:

Dejan hat geschrieben: Der Heilige Geist führt in alle Wahrheit,niemand braucht einen Priester oder sonstigen,denn Jesus ist der Hohepriester selbst.


Ja, Jesus Christus ist der Hohepriester, der das Haupt der Kirche mit allen Gläubigen einschließlich der Priester ist. Zur Rolle der Kirche und der Priester folgendes:

„Wie komme ich zu Gott?“ – das ist die Frage, die sich ein Christ letztendlich als zentrale Fragestellung für sein irdisches Leben stellt.

Aus der Fragestellung kommt auch sofort die Antwort: Wir müssen also unser Leben auf Gott hin ausrichten und unseren Weg zu Ihm beschreiten. In unserem Denken und Tun, in allen Lebensbereichen.

Und wir haben – Gott sei Dank – eine Hilfe, diesen Weg nicht allein zu gehen, sondern wir gehen ihn zusammen mit Gott und anderen gläubigen Menschen: die Kirche. Gott hat uns mit der Kirche sozusagen ein Schiff gegeben, das uns über das Meer des Lebens, in dem es manchmal stürmisch zugeht - und das auch Klippen, Untiefen und Gegenströmungen beinhaltet -, zu Gott „an das andere Ufer“ bringt.

Zentrales Element ist dabei die Eucharistie, mit der wir gestärkt werden und die auch notwendige Bedingung zur Errettung ist, s.a. Joh 6,53-59:
Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht das Fleisch des Sohnes des Menschen esst und sein Blut trinkt, so habt ihr kein Leben in euch selbst.
Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat ewiges Leben, und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag;
denn mein Fleisch ist wahre Speise, und mein Blut ist wahrer Trank.
Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, bleibt in mir und ich in ihm.
Wie der lebendige Vater mich gesandt hat, und ich lebe um des Vaters willen, so auch, wer mich isst, der wird auch leben um meinetwillen.
Dies ist das Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist. Nicht wie die Väter aßen und starben; wer dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit.
Dies sprach er, als er in der Synagoge zu Kapernaum lehrte.


Die Feier der Eucharistie hat Christus den Aposteln und ihren Nachfolgern, den Bischöfen und Priestern aufgetragen, s.a. Lk 22,19-20:
Und er nahm Brot, dankte, brach und gab es ihnen und sprach: Dies ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Dies tut zu meinem Gedächtnis!
Ebenso auch den Kelch nach dem Mahl und sagte: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird.


Daher ist Deine Aussage, dass "niemand einen Priester oder sonstigen" brauchen würde, in dieser Absolutheit nicht zutreffend.

In Christo
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Als der Höchste hernieder fuhr, verwirrte Er die Sprachen, zerteilte Er die Völker, nun, da Er Feuerzungen ausgeteilt, ruft Er alle zur Einheit: Einmütig preisen wir deshalb den Heiligen Geist. (Pfingstkondakion im 8. Ton)

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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitragvon Dejan » 24.12.2016, 22:30

Igor hat geschrieben:Grüß Gott!

Herzlich willkommen an Dejan im Forum.

Vieles, was Du in Deinem Beitrag schreibst, sehe ich als orthodoxe Christ auch so, bis auf den letzten Satz:

Dejan hat geschrieben: Der Heilige Geist führt in alle Wahrheit,niemand braucht einen Priester oder sonstigen,denn Jesus ist der Hohepriester selbst.


Ja, Jesus Christus ist der Hohepriester, der das Haupt der Kirche mit allen Gläubigen einschließlich der Priester ist. Zur Rolle der Kirche und der Priester folgendes:

„Wie komme ich zu Gott?“ – das ist die Frage, die sich ein Christ letztendlich als zentrale Fragestellung für sein irdisches Leben stellt.

Aus der Fragestellung kommt auch sofort die Antwort: Wir müssen also unser Leben auf Gott hin ausrichten und unseren Weg zu Ihm beschreiten. In unserem Denken und Tun, in allen Lebensbereichen.

Und wir haben – Gott sei Dank – eine Hilfe, diesen Weg nicht allein zu gehen, sondern wir gehen ihn zusammen mit Gott und anderen gläubigen Menschen: die Kirche. Gott hat uns mit der Kirche sozusagen ein Schiff gegeben, das uns über das Meer des Lebens, in dem es manchmal stürmisch zugeht - und das auch Klippen, Untiefen und Gegenströmungen beinhaltet -, zu Gott „an das andere Ufer“ bringt.

Zentrales Element ist dabei die Eucharistie, mit der wir gestärkt werden und die auch notwendige Bedingung zur Errettung ist, s.a. Joh 6,53-59:
Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht das Fleisch des Sohnes des Menschen esst und sein Blut trinkt, so habt ihr kein Leben in euch selbst.
Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat ewiges Leben, und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag;
denn mein Fleisch ist wahre Speise, und mein Blut ist wahrer Trank.
Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, bleibt in mir und ich in ihm.
Wie der lebendige Vater mich gesandt hat, und ich lebe um des Vaters willen, so auch, wer mich isst, der wird auch leben um meinetwillen.
Dies ist das Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist. Nicht wie die Väter aßen und starben; wer dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit.
Dies sprach er, als er in der Synagoge zu Kapernaum lehrte.


Die Feier der Eucharistie hat Christus den Aposteln und ihren Nachfolgern, den Bischöfen und Priestern aufgetragen, s.a. Lk 22,19-20:
Und er nahm Brot, dankte, brach und gab es ihnen und sprach: Dies ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Dies tut zu meinem Gedächtnis!
Ebenso auch den Kelch nach dem Mahl und sagte: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird.


Daher ist Deine Aussage, dass "niemand einen Priester oder sonstigen" brauchen würde, in dieser Absolutheit nicht zutreffend.

In Christo
Igor[/


Hallo lieber Igor,

Ich habe nicht gemeint das man eine Gemeinschaft mit Geschwistern nicht benötigt!
Ich habe gemeint das nicht der Priester mich in die Erkenntniss/Warheit führt sondern der Heilige Geist!


„Noch vieles hätte ich euch zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er nehmen und euch verkündigen.“
‭‭Johannes‬ ‭16:12-14

Des weiteren stimme ich dir zu das wir das Abendmahl halten sollten zum GEDÄCHTNIS,es durch diesen simboöischen akt aber ALLEIN kein Heil gibt!!
Es ist eine Aufforderung zur Heiligung.
Wir sind allein durch glaube aus Gnade des Herrn errettet.

„Und er nahm das Brot, dankte, brach es, gab es ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis! Desgleichen [nahm er] auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird.“
‭‭Lukas‬ ‭22:19-20‬ ‭

Wie gesagt,der neben Jesus am Kreuz hing wurde weder als Baby getauft noch als erwachsener noch hatte je ein Brot gebrochen und ein schlug des Weines getrunken!

Aber dazu jetz den ganzen Abschnitt und nicht nur den kurzen den du lieber Igor geteilt hast.

„Am folgenden Tag, als die Volksmenge, die am jenseitigen Ufer des Sees stand, gesehen hatte, dass kein anderes Schiff dort war, als nur das eine, in welches seine Jünger gestiegen waren, und dass Jesus nicht mit seinen Jüngern in das Schiff gestiegen war, sondern dass seine Jünger allein abgefahren waren, (es kamen aber andere Schiffe von Tiberias nahe an den Ort, wo sie das Brot gegessen hatten nach der Danksagung des Herrn) — da also die Volksmenge sah, dass Jesus nicht dort war, auch nicht seine Jünger, stiegen auch sie in die Schiffe und kamen nach Kapernaum und suchten Jesus. Und als sie ihn am anderen Ufer des Sees fanden, sprachen sie zu ihm: Rabbi, wann bist du hierher gekommen? Jesus antwortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht deshalb, weil ihr Zeichen gesehen, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid. Wirkt nicht [für] die Speise, die vergänglich ist, sondern [für] die Speise, die bis ins ewige Leben bleibt, die der Sohn des Menschen euch geben wird; denn diesen hat Gott, der Vater, bestätigt! Da sprachen sie zu ihm: Was sollen wir tun, um die Werke Gottes zu wirken? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat. Da sprachen sie zu ihm: Was tust du denn für ein Zeichen, damit wir sehen und dir glauben? Was wirkst du? Unsere Väter haben das Manna gegessen in der Wüste, wie geschrieben steht: »Brot aus dem Himmel gab er ihnen zu essen«. Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot aus dem Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot aus dem Himmel. Denn das Brot Gottes ist derjenige, der aus dem Himmel herabkommt und der Welt Leben gibt. Da sprachen sie zu ihm: Herr, gib uns allezeit dieses Brot! Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, den wird niemals dürsten. Aber ich habe es euch gesagt, dass ihr mich gesehen habt und doch nicht glaubt. Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen. Denn ich bin aus dem Himmel herabgekommen, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. Und das ist der Wille des Vaters, der mich gesandt hat, dass ich nichts verliere von allem, was er mir gegeben hat, sondern dass ich es auferwecke am letzten Tag. Das ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben hat; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag. Da murrten die Juden über ihn, weil er gesagt hatte: Ich bin das Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist, und sie sprachen: Ist dieser nicht Jesus, der Sohn Josephs, dessen Vater und Mutter wir kennen? Wie kann dieser denn sagen: Ich bin aus dem Himmel herabgekommen? Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Murrt nicht untereinander! Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, dass ihn der Vater zieht, der mich gesandt hat; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag. Es steht geschrieben in den Propheten: »Und sie werden alle von Gott gelehrt sein«. Jeder nun, der vom Vater gehört und gelernt hat, kommt zu mir. Nicht, dass jemand den Vater gesehen hätte; nur der, welcher von Gott ist, der hat den Vater gesehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der hat ewiges Leben. Ich bin das Brot des Lebens. Eure Väter haben das Manna gegessen in der Wüste und sind gestorben; dies ist das Brot, das aus dem Himmel herabkommt, damit, wer davon isst, nicht stirbt. Ich bin das lebendige Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist. Wenn jemand von diesem Brot isst, so wird er leben in Ewigkeit. Das Brot aber, das ich geben werde, ist mein Fleisch, das ich geben werde für das Leben der Welt. Da stritten die Juden untereinander und sprachen: Wie kann dieser uns [sein] Fleisch zu essen geben? Darum sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht das Fleisch des Menschensohnes esst und sein Blut trinkt, so habt ihr kein Leben in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat ewiges Leben, und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag. Denn mein Fleisch ist wahrhaftig Speise, und mein Blut ist wahrhaftig Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und ich um des Vaters willen lebe, so wird auch der, welcher mich isst, um meinetwillen leben. Dies ist das Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist; es ist nicht wie das Manna, das eure Väter gegessen haben, und sind gestorben; wer dieses Brot isst, der wird leben in Ewigkeit! Dies sprach er, als er in der Synagoge von Kapernaum lehrte. Viele nun von seinen Jüngern, die das hörten, sprachen: Das ist eine harte Rede! Wer kann sie hören? Da aber Jesus bei sich selbst erkannte, dass seine Jünger darüber murrten, sprach er zu ihnen: Ist euch das ein Ärgernis? Wie nun, wenn ihr den Sohn des Menschen dorthin auffahren seht, wo er zuvor war? Der Geist ist es, der lebendig macht, das Fleisch nützt gar nichts. Die Worte, die ich zu euch rede, sind Geist und sind Leben. Aber es sind etliche unter euch, die nicht glauben. Denn Jesus wusste von Anfang an, wer die waren, die nicht glaubten, und wer ihn verraten würde. Und er sprach: Darum habe ich euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, es sei ihm denn von meinem Vater gegeben! Aus diesem Anlass zogen sich viele seiner Jünger zurück und gingen nicht mehr mit ihm. Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollt ihr nicht auch weggehen? Da antwortete ihm Simon Petrus: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkannt, dass du der Christus bist, der Sohn des lebendigen Gottes!“

Der Geist ist es der lebendig macht sagt Jesus da!!
‭‭
13 In ihm seid auch ihr, nachdem ihr das Wort der Wahrheit, das Evangelium eurer Errettung, gehört habt — in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung, (‭Epheser‬ ‭1‬:‭13‬

VERSIEGELT mit dem Heiligen Geist!!
Nachdem ihr das Wort der Wahrheit,das Evangelium eurer Erretung gehört habt!
Jesus ist das Evangelium,die Verheißung!!
Kein Baby ist durch die Taufe selig!

„Darum soll mein Volk meinen Namen kennenlernen, ja, darum wird es an jenem Tag erkennen, dass ich der bin, welcher spricht: Siehe, hier bin ich!“
‭‭Jesaja‬ ‭52:6‬ ‭

„Sie wird aber einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk erretten von ihren Sünden.“
‭‭Matthäus‬ ‭1:21

26 Und ich will euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres legen; ich will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben; 27 ja, ich will meinen Geist in euer Inneres legen und werde bewirken, dass ihr in meinen Satzungen wandelt und meine Rechtsbestimmungen befolgt und tut.(‭Hesekiel‬ ‭36‬:‭26-27‬

9 Darum hat ihn Gott auch über alle Maßen erhöht und ihm einen Namen verliehen, der über allen Namen ist, 10 damit in dem Namen Jesu sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, 11 und alle Zungen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters. (‭Philipper‬ ‭2‬:‭9-11‬

„Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch — Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme. Denn wir sind seine Schöpfung, erschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen. Darum gedenkt daran, dass ihr, die ihr einst Heiden im Fleisch wart und Unbeschnittene genannt wurdet von der sogenannten Beschneidung, die am Fleisch mit der Hand geschieht — dass ihr in jener Zeit ohne Christus wart, ausgeschlossen von der Bürgerschaft Israels und fremd den Bündnissen der Verheißung; ihr hattet keine Hoffnung und wart ohne Gott in der Welt. Jetzt aber, in Christus Jesus, seid ihr, die ihr einst fern wart, nahe gebracht worden durch das Blut des Christus. Denn Er ist unser Friede, der aus beiden eins gemacht und die Scheidewand des Zaunes abgebrochen hat, indem er in seinem Fleisch die Feindschaft, das Gesetz der Gebote in Satzungen, hinwegtat, um die zwei in sich selbst zu einem neuen Menschen zu schaffen und Frieden zu stiften, und um die beiden in einem Leib mit Gott zu versöhnen durch das Kreuz, nachdem er durch dasselbe die Feindschaft getötet hatte.

denn durch ihn haben wir beide den Zutritt zu dem Vater in einem Geist.“
‭‭Epheser‬ ‭2:8-16, 18‬ ‭


„denn ihr alle seid durch den Glauben Söhne Gottes in Christus Jesus;“
‭‭Galater‬ ‭3:26‬ ‭

„Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und übergab den Geist.“
‭‭Johannes‬ ‭19:30‬ ‭

Ist das exakt Orthodoxe Lehre?
Braucht es noch etwas zur Vergebung der Sünden,zur Errettung?

Liebe Grüße und Gottes Segen für alle!!

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Igor
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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitragvon Igor » 27.12.2016, 12:52

Grüß Gott!

Dejan hat geschrieben:Wie gesagt,der neben Jesus am Kreuz hing wurde weder als Baby getauft noch als erwachsener noch hatte je ein Brot gebrochen und ein schlug des Weines getrunken!


Da gibt es in der orthodoxen Bibliothek einen schönen Artikel dazu: "Weshalb erlangte der gute Schächer Gnade?"

Der Schächer bekannte Christus, er bekannte Ihn vor dem vielzähligen Volk, das Ihn verspottete, als keiner es wagte, dies zu tun und sogar die noch an Ihn glaubenden Jünger und Frauen nur mit bitteren Tränen Zeugnis von ihrer Liebe zu Ihm gaben. Der Schächer tat das, was einstmals die drei Jünglinge in Babylon getan hatten, als sie sich weigerten, vor dem goldenen Götzenbild niederzufallen, welches Nebukadnezar auf dem Felde Deire aufgestellt hatte, vor dem sich “alle Völker, Stämme und Sprachen” (Dan 3,7) niederwarfen. Der Schächer glaubte fest an den Herrn, den Wachenden “und bekannte den sich hingebenden Gott”, vor allen erkannte er Ihn und erfuhr die Kraft der Auferstehung und die Teilnahme an Seinen Leiden und erlitt körperlich Seinen Tod mit (Phil 3,10). Vor allen anderen verstand er, worin das “Reich, das nicht von dieser Welt ist” besteht, und er erkannte “was Wahrheit” ist (Joh 18,36-38). Er verstand als erster, was das Reich Gottes ist, deshalb kam er als erster hinein. Er erkannte als erster “Jesus Christus und Seine Kreuzigung” (1. Kor 2,2), als erster bekannte er Christus den Gekreuzigten, den Juden ein Ärgernis, den Griechen eine Torheit, den Berufenen selbst aber, Juden wie Griechen, Christus als Gottes Kraft und Weisheit (1. Kor. 1,23-24). Deshalb erfährt er auch als erster an sich die Kraft und die Weisheit Gottes, die Kraft der mitleidenden und auferstehenden Liebe Christi, als erster “vernahm er die kraftvolle Stimme des Kreuzes, duch die das Paradies sich öffnet.” (4. Lied des Auferstehungskanons).
Die rückhaltlose Reue über seine Sünden und Verbrechen, tiefe Demut, fester Glaube in die freiwillige Überlieferung des Herrn in den Tod durch das Kreuz und sein Bekenntnis zu einem Zeitpunkt, als die ganze Welt gegen ihn war, - dies ist der Stoff, woraus der Kranz geflochten wurde, den das Haupt des ehemaligen Schächers krönte wie einen Bekenner und wie einen Asketen. Dies ist es, woraus der Schlüssel geschnitten wurde, der ihm die Türen zum Paradies öffnete!
Viele sündigen und hoffen auf die Buße vor dem Tod und zeigen auf das Beispiel des guten Schächers. Aber ist einer fähig zu einer ihm gleichen Askese? “Der Herr erbarmte sich des Schächers in der letzten Stunde, damit niemand verzweifelt. Aber nur einem erbarmte er sich, damit niemand übermäßig auf Seine Barmherzigkeit hofft.” (Sel. Augustinus).


Dejan hat geschrieben:Ist das exakt Orthodoxe Lehre?
Braucht es noch etwas zur Vergebung der Sünden,zur Errettung?


Einen kurzen Artikel über die Errettung findest Du in der Online-Enzyklopädie :arrow: Orthpedia.

Empfehlenswert auch das Buch vom hl. Theofan dem Klausner "Der Weg zur Rettung".

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Als der Höchste hernieder fuhr, verwirrte Er die Sprachen, zerteilte Er die Völker, nun, da Er Feuerzungen ausgeteilt, ruft Er alle zur Einheit: Einmütig preisen wir deshalb den Heiligen Geist. (Pfingstkondakion im 8. Ton)

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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitragvon Mary » 27.12.2016, 14:36

Dejan hat geschrieben:Braucht es noch etwas zur Vergebung der Sünden,zur Errettung?


Die Errettung allein auf die Sündenvergebung zu reduzieren ist schon eine für Orthodoxe Christen nicht annehmbare Verkürzung der Lehre.

Gott wurde Mensch. Gott hat unser Fleisch angenommen. Hat in unserem Fleisch gelebt, gelehrt, gelitten, ist gestorben, ist auferstanden. Und hat unser Menschsein mit in den Himmel genommen. DAS ist der Kern: Die Vergöttlichung, die Theosis.

lg Mary
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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitragvon Dejan » 28.12.2016, 11:49

Igor hat geschrieben:Grüß Gott!

Dejan hat geschrieben:Wie gesagt,der neben Jesus am Kreuz hing wurde weder als Baby getauft noch als erwachsener noch hatte je ein Brot gebrochen und ein schlug des Weines getrunken!


Da gibt es in der orthodoxen Bibliothek einen schönen Artikel dazu: "Weshalb erlangte der gute Schächer Gnade?"

Der Schächer bekannte Christus, er bekannte Ihn vor dem vielzähligen Volk, das Ihn verspottete, als keiner es wagte, dies zu tun und sogar die noch an Ihn glaubenden Jünger und Frauen nur mit bitteren Tränen Zeugnis von ihrer Liebe zu Ihm gaben. Der Schächer tat das, was einstmals die drei Jünglinge in Babylon getan hatten, als sie sich weigerten, vor dem goldenen Götzenbild niederzufallen, welches Nebukadnezar auf dem Felde Deire aufgestellt hatte, vor dem sich “alle Völker, Stämme und Sprachen” (Dan 3,7) niederwarfen. Der Schächer glaubte fest an den Herrn, den Wachenden “und bekannte den sich hingebenden Gott”, vor allen erkannte er Ihn und erfuhr die Kraft der Auferstehung und die Teilnahme an Seinen Leiden und erlitt körperlich Seinen Tod mit (Phil 3,10). Vor allen anderen verstand er, worin das “Reich, das nicht von dieser Welt ist” besteht, und er erkannte “was Wahrheit” ist (Joh 18,36-38). Er verstand als erster, was das Reich Gottes ist, deshalb kam er als erster hinein. Er erkannte als erster “Jesus Christus und Seine Kreuzigung” (1. Kor 2,2), als erster bekannte er Christus den Gekreuzigten, den Juden ein Ärgernis, den Griechen eine Torheit, den Berufenen selbst aber, Juden wie Griechen, Christus als Gottes Kraft und Weisheit (1. Kor. 1,23-24). Deshalb erfährt er auch als erster an sich die Kraft und die Weisheit Gottes, die Kraft der mitleidenden und auferstehenden Liebe Christi, als erster “vernahm er die kraftvolle Stimme des Kreuzes, duch die das Paradies sich öffnet.” (4. Lied des Auferstehungskanons).
Die rückhaltlose Reue über seine Sünden und Verbrechen, tiefe Demut, fester Glaube in die freiwillige Überlieferung des Herrn in den Tod durch das Kreuz und sein Bekenntnis zu einem Zeitpunkt, als die ganze Welt gegen ihn war, - dies ist der Stoff, woraus der Kranz geflochten wurde, den das Haupt des ehemaligen Schächers krönte wie einen Bekenner und wie einen Asketen. Dies ist es, woraus der Schlüssel geschnitten wurde, der ihm die Türen zum Paradies öffnete!
Viele sündigen und hoffen auf die Buße vor dem Tod und zeigen auf das Beispiel des guten Schächers. Aber ist einer fähig zu einer ihm gleichen Askese? “Der Herr erbarmte sich des Schächers in der letzten Stunde, damit niemand verzweifelt. Aber nur einem erbarmte er sich, damit niemand übermäßig auf Seine Barmherzigkeit hofft.” (Sel. Augustinus).


Ansich guter Text bis auf den letzten Satz von diesem Augustinus.
Denn die Schrift spricht eine andere Sprache und seine Aussage verdreht das Evangelium.
Deshalb sagte uns Paulus doch "damit niemand sich rühme" oder verstehe ich das falsch?

„Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch — Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.“
‭‭Epheser‬ ‭2:8-9‬ ‭

Es ist also Gottes Gnadengabe die wir uns nicht verdienen können!Aus eigener Kraft ( durch gute Werke/ein moralisch Gutes leben) geht es nicht.
Das ist doch die Aussage dieses Textes oder etwa nicht?

Der Mensch erkennt und bekehrt sich daraufhin.
Die Folge ist die Buße und ein Wandel im Herrn aus Dankbarkeit in Demut.
Deshalb auch dieser Vers:

„Willst du aber erkennen, du nichtiger Mensch, dass der Glaube ohne die Werke tot ist? Wurde nicht Abraham, unser Vater, durch Werke gerechtfertigt, als er seinen Sohn Isaak auf dem Altar darbrachte? Siehst du, dass der Glaube zusammen mit seinen Werken wirksam war und dass der Glaube durch die Werke vollkommen wurde? Und so erfüllte sich die Schrift, die spricht: »Abraham aber glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet«, und er wurde ein Freund Gottes genannt. So seht ihr nun, dass der Mensch durch Werke gerechtfertigt wird und nicht durch den Glauben allein.“
‭‭Jakobus‬ ‭2:20-24‬ ‭

Selbst Abraham wurde also durch glauben gerecht aus dessen er auch sein Werk getan hat.


Gottes Segen




Dejan hat geschrieben:Ist das exakt Orthodoxe Lehre?
Braucht es noch etwas zur Vergebung der Sünden,zur Errettung?


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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitragvon Igor » 28.12.2016, 13:53

Grüß Gott!

Dejan hat geschrieben:Ansich guter Text bis auf den letzten Satz von diesem Augustinus.
Denn die Schrift spricht eine andere Sprache und seine Aussage verdreht das Evangelium.
Deshalb sagte uns Paulus doch "damit niemand sich rühme" oder verstehe ich das falsch?

„Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch — Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.“
‭‭Epheser‬ ‭2:8-9‬ ‭

Es ist also Gottes Gnadengabe die wir uns nicht verdienen können!Aus eigener Kraft ( durch gute Werke/ein moralisch Gutes leben) geht es nicht.
Das ist doch die Aussage dieses Textes oder etwa nicht?

Der Mensch erkennt und bekehrt sich daraufhin.
Die Folge ist die Buße und ein Wandel im Herrn aus Dankbarkeit in Demut.
Deshalb auch dieser Vers:

„Willst du aber erkennen, du nichtiger Mensch, dass der Glaube ohne die Werke tot ist? Wurde nicht Abraham, unser Vater, durch Werke gerechtfertigt, als er seinen Sohn Isaak auf dem Altar darbrachte? Siehst du, dass der Glaube zusammen mit seinen Werken wirksam war und dass der Glaube durch die Werke vollkommen wurde? Und so erfüllte sich die Schrift, die spricht: »Abraham aber glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet«, und er wurde ein Freund Gottes genannt. So seht ihr nun, dass der Mensch durch Werke gerechtfertigt wird und nicht durch den Glauben allein.“
‭‭Jakobus‬ ‭2:20-24‬ ‭

Selbst Abraham wurde also durch glauben gerecht aus dessen er auch sein Werk getan hat.


Glaube allein reicht nach orthodoxer Lehre nicht, wie auch Mary in ihrem Beitrag oben schrieb.

Schau mal bitte in den Strang :arrow: Sola Gratia- Sündenvergebung allein aus Gnade, Dejan.

Da ist einiges dazu erläutert, z.B. wird da auch Jak 2,14-26 angeführt:

Meine Brüder, was nützt es, wenn einer sagt, er habe Glauben, aber es fehlen die Werke? Kann etwa der Glaube ihn retten? Wenn ein Bruder oder eine Schwester ohne Kleidung ist und ohne das tägliche Brot und einer von euch zu ihnen sagt: Geht in Frieden, wärmt und sättigt euch!, ihr gebt ihnen aber nicht, was sie zum Leben brauchen - was nützt das? So ist auch der Glaube für sich allein tot, wenn er nicht Werke vorzuweisen hat. Nun könnte einer sagen: Du hast Glauben und ich kann Werke vorweisen; zeig mir deinen Glauben ohne die Werke und ich zeige dir meinen Glauben aufgrund der Werke. Du glaubst: Es gibt nur den einen Gott. Damit hast du Recht; das glauben auch die Dämonen und sie zittern. Willst du also einsehen, du unvernünftiger Mensch, dass der Glaube ohne Werke nutzlos ist? Wurde unser Vater Abraham nicht aufgrund seiner Werke als gerecht anerkannt? Denn er hat seinen Sohn Isaak als Opfer auf den Altar gelegt. Du siehst, dass bei ihm der Glaube und die Werke zusammenwirkten und dass erst durch die Werke der Glaube vollendet wurde. So hat sich das Wort der Schrift erfüllt: Abraham glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet, und er wurde Freund Gottes genannt. Ihr seht, dass der Mensch aufgrund seiner Werke gerecht wird, nicht durch den Glauben allein. Wurde nicht ebenso auch die Dirne Rahab durch ihre Werke als gerecht anerkannt, weil sie die Boten bei sich aufnahm und dann auf einem anderen Weg entkommen ließ? Denn wie der Körper ohne den Geist tot ist, so ist auch der Glaube tot ohne Werke.


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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitragvon Dejan » 28.12.2016, 16:02

Die Werke sind das Resultat des Glaubens oder etwa nicht??
Ein Mensch der gutes tut wird doch nicht aus diesem Grunde errettet sondern aus dem Glauben an den Herrn Jesus Christus heraus.
Wenn ich also vom Herzen glaube,bringt dieser Glaube auch gute Frucht hervor (ein fauler Baum trägt keine Reifen Früchte)..

Das ist das was in dem Vers gemeint ist,deshalb habe ich diesen auch angeführt!!
Das die Orthodoxie etwas anderes lehrt,glaube ich schon verstanden zu haben.
Es heißt doch hier Orthodoxie im Licht der Bibel und nicht die Bibel im Loch der Orthodoxie oder nicht?
Für mich hat die Bibel ( Gottes Wort ) die authorität,welche in Offenbarung 22 abgeschlossen ist und welchem nichts hinzugefügt werden sollte..

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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitragvon Priester Alexej » 28.12.2016, 16:22

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Apostolischer Kanon 39 (32): Priester und Diakonen sollen ohne Wissen und Willen des Bischofs Nichts thun: denn dieser ist's, welchem das Volk des Herrn anvertraut worden, und von welchem Rechenschaft über ihre Seelen gefordert werden wird.

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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitragvon Dejan » 28.12.2016, 16:35

Sorry,da sollte nicht stehen im LOCH der Orthodoxie sondern im LICHT!!
iPhone..
War keine Absicht!

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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitragvon Dejan » 28.12.2016, 16:39

Ich wollte keine Unruhe stiften,entschuldige lieber Igor!
Ich wünsche allen Gottes Segen


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