Orthodoxes Kloster

Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
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Serafim1968
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Orthodoxes Kloster

Beitragvon Serafim1968 » 18.02.2012, 07:49

Grüß Gott,

gibt es im Forum Leute die schon mal einen Kontakt mit einen Koster (Orthodox) in Deutschland hatten?
Mich würde interessieren ganz konkret ob zum Beispiel jemand schon mal im Hiobskloster (München) mitgelebt hat oder auch in der Skite St. Spyridon oder andere.

Was habt Ihr für Erfahrungen dort gehabt?
Wie habt Ihr das Leben dort erfahren und die Mönche?

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Priester Alexej
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Re: Orthodoxes Kloster

Beitragvon Priester Alexej » 18.02.2012, 09:34

Grüß Gott!

Ich habe ein Jahr in der Spyridon-Skite gelebt. Es ist ein wunderbarer geistlicher Ort. Das Leben dort ist sehr streng, alle Bewohner und Besucher sind verpflichtet, an allen Gottesdiensten Teilzunehmen (etw. 2 St. Morgens, 1 St. Mittags und 1,5-2 St. Abends.) Bei Mönchen und Novitzen kommt eine nicht kleine Gebetsregel hinzu. Es wird gemeinsam gegessen, 2 Mal am Tag, während des Essen wird das Evangelium gehört. Besucher können auch ein Früstück bekommen. das Leben der Novitzen läuft in einem strengen Gehorsam ab. Die Skite ist jedoch für alle Besucher, unabhängig von Ihrer Religion, geöffnet. Jeder kann sich anmelden und am Leben der Mönche Teilnehmen. Die Dauer des Aufenthalts, zwischen einigen Stunden und mehreren Monaten - kann mit dem Abt abgesprochen werden.

In München habe ich nur einmal übernachtet, und kann nur sagen, dass es dort einen sehr schönen Gottesdienst gibt, der aber ein kleines bisschen zu früh anfängt :)

Beste Grüße! D. Alexej
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Hermann
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Re: Orthodoxes Kloster

Beitragvon Hermann » 18.02.2012, 10:18

Alexej hat geschrieben:
In München habe ich nur einmal übernachtet, und kann nur sagen, dass es dort einen sehr schönen Gottesdienst gibt, der aber ein kleines bisschen zu früh anfängt :)



Das wäre für mich ein Grund für München, bin ein ausgesprochener Morgenmensch. Außerdem liegt München wesentlich näher, deshalb wäre ich ebenfalls an Erfahrungsberichten aus München interessiert.

LG, Hermann
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Re: Orthodoxes Kloster

Beitragvon Priester Alexej » 18.02.2012, 10:49

Lieber Hermann, wenn ich mich nicht täusche, war das etwa 3-4 Uhr früh ;)
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Re: Orthodoxes Kloster

Beitragvon Nassos » 18.02.2012, 13:54

Das wäre in etwas zeitgleich mit dem Athos, wenn ich mich richtig erinnere.

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Thuja
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Re: Orthodoxes Kloster

Beitragvon Thuja » 18.02.2012, 22:01

Ihr Lieben,

ich war ja schon 2x jeweils für ein paar Tage im russ.-orth. Frauenkloster Buchendorf bei München ( http://orth-frauenkloster.de/t1/index.php/de-home.html ) und werde dorthin sicher noch öfter fahren!!
Eine wunderbare und unglaublich bereichernde Erfahrung für die Seele, tolle Sängerinnen in den Gottesdiensten!!! Und eine sehr angenehme, warmherzige menschliche Atmosphäre!!
Meines Wissens nach sind sowohl das Männerkloster Hl. Hiob von Potschajew in München als auch das Frauenkloster beide in ihrem Tagesrhythmus am Athos ausgerichtet und den dortigen Gebetszeiten angeglichen.
Konkret hieß das im Frauenkloster:
Unter der Woche im Normalfall:
In der Früh um 3.30 Uhr klopft das Bilo zum Wecken (hat 'was!!!!Schöner als ein Wecker!). Der Morgengottesdienst beginnt um 4 Uhr und dauert, je nachdem, bis 7 oder 7.30 Uhr. Gegen 8 Uhr Frühstück (an nicht-Fastentagen warm!) mit Lesung. Ab 9 Uhr Arbeit, d. h. auch nach Bedarf Mithilfe im Kloster für Gäste bis 12 Uhr, dann Mittagsruhe (zum Schlafen!) Um 13.45 gibt es Tee zur Stärkung, ab 14 Uhr bis 16 Uhr ist wieder "Mithilfezeit", danach haben die Schwestern ihre Gebetsregel, Gäste frei. 18-19 Uhr Abendgottesdienst, danach Abendessen (wieder warm) mit Lesung. Von 20-21 Uhr Nachtgottesdienst und danach Nachtruhe.
Samstag ist nachmittags ca. 16 Uhr bereits das "Nachtessen", ab 17 Uhr bis ca. 20.30 Uhr Nachtwache, dann Nachtruhe.
Sonntags klopft das Bilo erst um 5.30 Uhr, um 6 Uhr ist der Morgengottesdienst, ab ca. 6.40 dann die Liturgie, danach, gegen 10 Uhr Frühstück. Gäste haben dann frei, die "Chorschwestern" Chorprobe und danach frei. 13.45 Uhr Tee, wer mag, und frei bis 16 Uhr, für die Schwestern dann wieder Gebetsregel bis 18 Uhr (Gäste frei) und dann geht's wieder mit Abendgottesdienst um 18 Uhr weiter wie gehabt...

Ich bin auch absolut kein Morgenmensch, aber dennoch gelang es mir recht gut, so früh aufzustehen - ist offensichtlich eine "Leichtschlaf-Phase", wo es nicht ganz soooo schwierig ist, aufzuwachen. Allerdings hab' ich dann die Mittagszeit auch wirklich geschlafen!
Vermutlich ist das also bei den Männern ähnlich, aber da kann sich ja jeder Interessent auch direkt informieren ( http://www.rocor.de/Roka/kloster.html ; http://www.hiobmon.com/kloster.htm )

Liebe Grüße
Thuja

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Re: Orthodoxes Kloster

Beitragvon Daniel » 25.03.2012, 23:01

Ich kann das Kloster des heiligen Hiob von Pocaev in München wärmstens empfehlen. Nachdem ich einmal für zwei Wochen dort war, bin ich noch einmal für sechs Wochen als Pilger dorthin gegangen und will es in Zukunft wieder besuchen. Es ist ein wirklich spiritueller Ort und mit nichts zu vergleichen, was ich früher in der katholischen Kirche gesehen habe (ich war u.a. einmal für ein paar Tage in der Benediktinerabtei Münsterschwarzach und in Assisi). Die Mönche beten zum dreieinigen Gott und das mit aller Selbstverständlichkeit. Man spürt diese einzigartige und tiefe christliche Atmosphäre. Der Gottesdienst beginnt um vier Uhr früh. Auch wenn mir das Aufstehen schwer fiel, es war eine reiche Erfahrung, den Tag auf diese Weise zu beginnen. Am Mittag kann man sich ausruhen.
Am schönsten fand ich den Gottesdienst am Abend, wenn die Mönche und die Pilger mit dem Erzbischof an der Spitze unter Gesängen reihum die Ikonen verehren.

Natürlich gibt es im Kloster keine buddhistisch angehauchte "Meditation" oder vergleichbares Zeug.
Die Altersstruktur ausgeglichen. Es gibt mehrere Mönche bzw. Novizen um die Dreißig.
Alle sind zuvorkommend und hilfsbereit.

Für mich als Deutschen war es zudem eine wichtige Erfahrung, einen Deutschen als Erzbischof erleben zu können, der ein orthodoxes Kloster und eine orthodoxe Diözese führt.
Am Sonntag kann man, wenn man möchte, auch die Liturgie in der Münchner Bischofskathedrale der heiligen Neumärtyrer besuchen (http://www.sobor.de).

Das Kloster hat leider noch keine Internetseite. Man findet aber auf der Seite des Freundeskreises des Klosters die wichtigsten Informationen(http://www.hiobmon.com).

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Re: Orthodoxes Kloster

Beitragvon Christ7777777 » 26.03.2012, 09:08

Ich wollte auch schon mal im Pocaev kloster übernachten in München, habe es aber dann doch nicht getan. Aber die Kirche ist sehr schön und die Mönche und Novizen sind auch alle sehr nett dort.
Die Liebe macht dich närrisch. Im Guten Sinne jetzt. ;)
Dum Didl dei Dum dum dum.

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Re: Orthodoxes Kloster

Beitragvon Igor » 01.04.2012, 19:30

Grüß Gott!

Die Skite St. Spiridon in Geilnau hat seit 2011 einen Ableger bekommen.

Im Landkreis Fulda, unweit der Grenze zu Thüringen - quasi in der geografischen Mitte Deutschlands -, gibt es nun die "Verkündigungs-St. Justin-Einsiedelei" in Eiterfeld-Unterufhausen.

Priester-S'chimamönch Justin werden sicherlich viele von Besuchen in Geilnau kennen.

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Re: Orthodoxes Kloster

Beitragvon Hermann » 08.08.2013, 07:39

Igor hat geschrieben:Die Skite St. Spiridon in Geilnau hat seit 2011 einen Ableger bekommen.

Im Landkreis Fulda, unweit der Grenze zu Thüringen - quasi in der geografischen Mitte Deutschlands -, gibt es nun die "Verkündigungs-St. Justin-Einsiedelei" in Eiterfeld-Unterufhausen.


Jetzt soll dort eine Kirche gebaut werden (für die es noch viele Spenden braucht) - und da das Haus in Geilnau zu klein ist, ist geplant, dass die ganze Gemeinschaft nach Eiterfeld umzieht. Vielleicht wird Geilnau dann ein Frauenkloster, zumindest gibt es derartige Überlegungen...

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Re: Orthodoxes Kloster

Beitragvon Igor » 18.08.2013, 11:44

Grüß Gott!

der russische orthodoxe Fernsehkanal TB Soyuz (ТВ Союз) hat einen Bericht über das Kloster in Eiterfeld-Unterufhausen, die Verkündigungs-St. Justin-Einsiedelei, gesendet. Ab Minute 6:40 ist das Interview mit Priester-S'chimamönch Justin zu sehen.

Vorher wird auf den Apostel der Deutschen, den Hl. Bonifatius sowie die hl. Lioba - deren Reliquen sich ganz in der Nähe, in Fulda, befinden - eingegangen.

Der Beitrag ist in russischer Sprache, aber auch die Aufnahmen sprechen für sich - so dass ich euch das Video nicht vorenthalten möchte.



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Re: Orthodoxes Kloster

Beitragvon Thuja » 18.08.2013, 13:09

Lieber Igor,

danke für diesen Hinweis!
Eine gute Sendung!
Jetzt weiß ich endlich auch, wo diese Bonifatius-Ikone mit Maria und noch einem Heiligen, die ich schon mal auf einer Abbildung gesehen habe, im Original zu finden ist, sie wird da ja kurz gezeigt...

Liebe Grüße
Thuja
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Igor
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Re: Orthodoxes Kloster

Beitragvon Igor » 18.08.2013, 14:34

Liebe Thuja!

Thuja hat geschrieben:Jetzt weiß ich endlich auch, wo diese Bonifatius-Ikone mit Maria und noch einem Heiligen, die ich schon mal auf einer Abbildung gesehen habe, im Original zu finden ist, sie wird da ja kurz gezeigt...


Der andere Heilige ist der hl. Apostel Matthias (vergl. a. Apg 1,15-26), der einzige Apostel, dessen Grab sich nördlich der Alpen - in Trier - befindet. Mehr zur Ikone Königin von Deutschland auch in der Orthpedia.


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Re: Orthodoxes Kloster

Beitragvon Thuja » 18.08.2013, 14:47

:loveit: Danke für's extra-nochmal-Einstellen der Ikone!!! :loveit: (Und die Info dazu, sowieso!)

Alles Liebe
Thuja
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Re: Orthodoxes Kloster

Beitragvon Lazzaro » 18.08.2013, 21:19

Vielen Dank fürs reinstellen,
aber ich habe noch ein paar Verständnisfragen*:

1. Was heißt "Krest nag Evropoj"
2. 02:10 ff: Was sagt der Herr über Bonifatius und die russ. Kirchengeschichte?
3. Wieso berichten die überhaupt über die Heiligen Bonifatius und Lioba, da sie nach russ. Auffassung als Westeuropäer sowieso nicht orthodox sein können?

Lazarus

* jaja immer diese Orthodoxen, die immer noch kein Russisch sprechen :lol:
Cantábiles mihi erant justificatiónes tuæ, * in loco peregrinatiónis meæ. - Ps.118:54


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