Wie kann man unreine Phantasien und Gedanken einschränken?

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Justice-At-Dawn
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Wie kann man unreine Phantasien und Gedanken einschränken?

Beitrag von Justice-At-Dawn » 03.02.2012, 21:43

Was kann man tun um ein übermäßiges sexuelles Verlangen sowie "unreine" sexuelle Gedanken, Gefühle, Phantasien und Vorstellungen zu steuern und zu vermindern?

Danke!

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songul
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Re: Wie kann man unreine Phantasien und Gedanken einschränke

Beitrag von songul » 03.02.2012, 21:58

Justice-At-Dawn hat geschrieben:Was kann man tun um ein übermäßiges sexuelles Verlangen sowie "unreine" sexuelle Gedanken, Gefühle, Phantasien und Vorstellungen zu steuern und zu vermindern?

Danke!
Durch viel Gebet!
Psalmen, Jesus-Gebet, Stundengebet.
Fasten hat auch oft geholfen.
Nicht helfen tut, schlecht über sich selbst zu urteilen oder sich hassen sondern sich auf Gott konzentrieren.

Justice-At-Dawn
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Re: Wie kann man unreine Phantasien und Gedanken einschränke

Beitrag von Justice-At-Dawn » 03.02.2012, 22:06

songul hat geschrieben:
Justice-At-Dawn hat geschrieben:Was kann man tun um ein übermäßiges sexuelles Verlangen sowie "unreine" sexuelle Gedanken, Gefühle, Phantasien und Vorstellungen zu steuern und zu vermindern?

Danke!
Durch viel Gebet!
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Fasten hat auch oft geholfen.
Nicht helfen tut, schlecht über sich selbst zu urteilen oder sich hassen sondern sich auf Gott konzentrieren.
Danke für die schnelle Antwort!

Wie sollte ich da am besten beten?
Konkret beten, dass sich dieses Verlangen selbstständig "reduziert" oder mich grundsätzlich mit religiösen Themen und Gebeten auseinandersetzen (als "Ablenkung") damit mir solche Gedanken erst gar nicht in den Sinn kommen?

Nassos
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Re: Wie kann man unreine Phantasien und Gedanken einschränke

Beitrag von Nassos » 03.02.2012, 22:12

vor allem erreichbare Ziele setzen. Leidenschaften lassen sich nicht einfach abschalten, Schritt für Schritt vorgehen, mit der Zeit immer etwas weniger.
Und natürlich hierbei geistige Begleitung nicht vergessen. Sowohl beten, als auch über das Gebet lesen. Eine gute Anleitung dies zu erreichen ist das Buch von Theophan dem Klausner, “Der Weg zur Rettung“. Man muss nur wollen.

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Nassos

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songul
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Re: Wie kann man unreine Phantasien und Gedanken einschränke

Beitrag von songul » 03.02.2012, 22:25

Justice-At-Dawn hat geschrieben:
songul hat geschrieben:
Justice-At-Dawn hat geschrieben:Was kann man tun um ein übermäßiges sexuelles Verlangen sowie "unreine" sexuelle Gedanken, Gefühle, Phantasien und Vorstellungen zu steuern und zu vermindern?

Danke!
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Nicht helfen tut, schlecht über sich selbst zu urteilen oder sich hassen sondern sich auf Gott konzentrieren.
Danke für die schnelle Antwort!

Wie sollte ich da am besten beten?
Konkret beten, dass sich dieses Verlangen selbstständig "reduziert" oder mich grundsätzlich mit religiösen Themen und Gebeten auseinandersetzen (als "Ablenkung") damit mir solche Gedanken erst gar nicht in den Sinn kommen?
Am besten im wahrsten Sinne des Wortes seine Zuflucht zu Gott/Jesus nehmen und den Heiligen Geist auf sich herabflehen. Den Versucher (und nichts anderes sind all diese Anwandlungen) damit verscheuchen.
Wie das geht?
In dem man betet: "Mein Jesus, Barmherzigkeit!" oder "Herr Jesus Christus - Sohn Gottes, erbarme dich meiner, des Sünders/der Sünderin!"

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Lazzaro
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Re: Wie kann man unreine Phantasien und Gedanken einschränke

Beitrag von Lazzaro » 05.02.2012, 16:29

Justice-At-Dawn hat geschrieben:
Was kann man tun um ein übermäßiges sexuelles Verlangen sowie "unreine" sexuelle Gedanken, Gefühle, Phantasien und Vorstellungen zu steuern und zu vermindern?
Entschuldigt bitte meine banale Frage: Was ist den mit heiraten, das heißt erstmal: Was ist den mit die Suche nach einem Partner?
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Nassos
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Re: Wie kann man unreine Phantasien und Gedanken einschränke

Beitrag von Nassos » 05.02.2012, 22:30

Als Lösung für unreine Phantasien und Gedanken? Ich bin mir nicht sicher, ob das der richtige Ansatz für eine Ehe ist.

Christ7777777
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Re: Wie kann man unreine Phantasien und Gedanken einschränke

Beitrag von Christ7777777 » 06.02.2012, 13:00

ich würde auch sagen, dass du beten solltest. Mir hatte mal das Jesus-Gebet geholfen, irgendwann hat es sich von selbst gesagt aber das ist wohl eher unnormal. Schon doof dass man kämpfen muss. Geboren um zu kämpfen....???...find ich affig, aber gott will halt dass man kämpft, anscheinend...
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Re: Wie kann man unreine Phantasien und Gedanken einschränke

Beitrag von Josep » 06.02.2012, 19:43

Lazzaro hat geschrieben:
Justice-At-Dawn hat geschrieben:
Was kann man tun um ein übermäßiges sexuelles Verlangen sowie "unreine" sexuelle Gedanken, Gefühle, Phantasien und Vorstellungen zu steuern und zu vermindern?
Entschuldigt bitte meine banale Frage: Was ist den mit heiraten, das heißt erstmal: Was ist den mit die Suche nach einem Partner?
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Vielleicht ist er ja verheiratet.

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Re: Wie kann man unreine Phantasien und Gedanken einschränke

Beitrag von Priester Alexej » 07.02.2012, 07:33

Hallo,

der erste Schritt ist - sich von den Versuchungen fernzuhalten. Stell dir vor du möchtest Fasten, also dich von Fleisch und Milchprodukten enthalten. Aber du stellst dich vor einen Stand mit Bratwürstchen, guckst diese an, riechst den leckeren Geruch. Dann fängst du darüber nachzudenken, wir schön es doch wäre, so ein Würstchen zu essen. Was passiert mit dem Körper? Er fängt an Magensäure zu produzieren, und wenn du das Würstchen nicht isst, wird diese Magensäure deinen Magen angreifen, was mit der Zeit zu Krankheiten führen kann.

Das gleiche Prinzip gilt auch für die unreine Phantasien. Wenn man auf der Straße den hünschen Frauen hinterherguckt, zuhause entsprechende Filme oder Magazine (und heutzutage hat man selbst im TV-Magazin pornographische Inhalte) dann entzündet sich der Körper, der Geist wird mit wohllüstigen Gedanken und Wünschen gefüllt. Wenn du also von den unreinen Gedanken wegkommen möchstest, muss du zuerst anfangen, dich und deine Augen von den Versuchungen ferzuhalten. Dabei Gott um Hilfe bitten, denn der Mensch kann nichts auf dem geistlichen Weg allein bewerkstelligen - nur mit Gottes Hilfe.
Apostolischer Kanon 39 (32): Priester und Diakonen sollen ohne Wissen und Willen des Bischofs Nichts thun: denn dieser ist's, welchem das Volk des Herrn anvertraut worden, und von welchem Rechenschaft über ihre Seelen gefordert werden wird.

Ehemaliger
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Re: Wie kann man unreine Phantasien und Gedanken einschränke

Beitrag von Ehemaliger » 07.02.2012, 12:21

Liebes unbekanntes Geschwister!

Du bist nicht allein in deinem Problem (und mit allen anderen auch nicht) denn aus der Tatsache, dass hier schon einige gepostet haben (und wir dementsprechen davon ausgehen können, dass sie etwas dazu zu sagen haben, also Erfahrung mit dem Thema haben) und auch an der Tatsache, dass dieses Thema schon in der Schrift behandelt wird magst du erkennen, dass wir alle solche Tendenzen kennen. Ich auf jeden Fall!

Ich bin keiner, der hinter jeder Schwierigkeit, die mir begegnet, gleich den Leibhaftigen samt seinen Unterabteilungen am Werk zu sehen aber im Hinterkopf sollten wir es doch haben.
1. Der Preis für diese Sünde ist: Abgeschnittenheit von Gott. 'Sünde' hängt mit dem Wort 'ab-sond-ern, getrennt sein' zusammen. Wir sind aber dazu aufgerufen und ermant, 'heilig' zu sein und zu leben. Das griechische Wort für heilig ist 'agios' und es drückt genau den gleichen Sachverhalt aus: Abgesondert sein (für Gott), bedeutet es eigentlich. Wir verhandeln hier also keine Kleinigkeiten. Das aber ist dir klar geworden, sonst hättest du nicht angefragt. Meine Anregung an dich: Danke Gott dafür, dich so gepackt zu haben, dich so unmissverständlich auf deine Sünde aufmerksam gemacht zu haben. Für dich wie für alle von uns gilt: Gott vollbringt in uns das Wollen und das Tun. Und vor das echte 'Wollen' hat Gott nun mal die Schwelle der 'Zerknirschung' gesetzt. Und damit komme ich zu meinem zweiten Gedanken, den ich dir senden will:
2 Dein Problem ist in erster Linie kein psychologisches sondern ein geistliches. Das klingt etwas geschraubt, ich gebe es zu. Aber es geht nicht darum, sich mies zu fühlen, da man ja ein solcher Liederling ist, so sehr gefangen oder so schlecht ist, sonder es geht darum zu sehen was (spätestens jetzt möchte ich vom du zum wir übergehen) uns beschäftigt und umtreibt: Gott oder die Beschäftigung mit uns selbst. Versteh mich recht, klar müssen wir uns um uns selber kümmern, die Frage dahinter heisst aber: Auf welche Weise, wozu, mit welchem Ziel vor Augen. Ich fand den Anfang des Filmes Ostrov recht beeindruckend in der ein Mönch, der einen Verrat begangen hat das Jesusgebet spricht. Das an sich ist nicht Besonderes, es war die Art 'wie' er es tat. Der Schauspieler hat sich viel Mühe damit gegeben auszudrücken, dass er es 'meint' und nicht 'vollbringt'. 5 000 Jesusgebete am Tag helfen garnichts, wenn sie nicht 'wahr'haftig gesprochen werden. Und das wahrhaftig Sprechen ist nicht eine psychologische Einstellungssache (man muss es recht XXX machen, dann 'wirkt' es) sondern eine Frage dessen, wie der Mensch sich selber sieht: Als Sünder oder als ein Problem-habender. Das mag ähnlich klingen, aber als Sünder stehe ich vor Gott, als Problem-habender bin ich mit mir alleine.
3 Misstraue dir und deinen Fähigkeiten, das 'Problem' zu lösen. Das schaffen wir nicht, garnichts schaffen wir 'von alleine'. Ich befinde mich zur Zeit in einer ziemlich fiesen Depression, die mich seit Monaten arbeitsunfähig macht und schwer an meinem Vertrauen zu mir selber knabbert, ja es eigentlich zerstört. Und das ist gut so! Die Farbe meines 'christlich-sein'-Anstriches blättert zunehmend von mir ab und ich sehe mich handfest Fragen gegenüber wie: Was eigentlich ist die Rolle der Chemie, die ich zu mir nehme und was die des Fürbittengebetes anderer oder auch meines eigenen? Will Gott etwas von mir oder ist es ein Zustand unbalancierter Aminnosäuren und Botenstoffe (ja,ja das ist es auch) im Gehirn? Christ-sein als frommes Hobby oder als echter Lebensvollzug? Ich fühle mich mir dir auf der gleichen Reise mit dem gleichen Ziel. Mag durchaus sein (nein, es ist gewiss so), dein Boot ist blau und meines gelb. Aber beide sind wir auf dem Weg zum Herrn, und nicht 'weg' von einem Problem.
4 und nun zwei Angebote.
Zuletzt geändert von Ehemaliger am 07.02.2012, 12:31, insgesamt 1-mal geändert.

Ehemaliger
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Re: Wie kann man unreine Phantasien und Gedanken einschränke

Beitrag von Ehemaliger » 07.02.2012, 12:25

(Tut mir leid, aber ich bin wohl zu red(schreib)-selig. Der ganzen Beitrag will nicht am Stück erscheinen)
Beschaffe dir doch mal eine Kopie des Buches: "Der unsichtbare Krieg" von Nikodemos Agioreits ( http://www.amazon.de/unsichtbare-Krieg- ... 3854191014 ). Es reicht völlig, wenn du die ersten 4 Kapitel liest und durchkaust. Sie haben solch 'einfache' Überschriften wie: 1 Worin die christliche Vollkommenheit besteht. Von der Unerlässlichkeit des Kampfes, um sie zu erwerben. Von den vier notwendigen Voraussetzungen, sie zu erwerben. 2 Von dem Misstrauene gegen uns selbst. 3 Vom Vertrauen auf Gott. 4 Wie man erkennt, dass der Mensch (als du und ich) mit Misstrauen gegen sich selbst und mit Vertrauen auf Gott handelt. Ich bitte dich, das Lesen dieser Absätze (falls du Schwierigkeiten hast das Buch zu bekommen, lass es mich per PN wissen, dann schicke ich dir eine Fotokopie dieser Kapitel) nicht als Ersatz für eine echte Beschäftigung mit dem Problem zu benutzen. Allzuleicht glauben wir, das das Lesen an sich schon eine Art sei, ein Problem zu lösen (ist ja auch viel angenehmer über das Problem 'an sich' zu lesen, als uns damit zu konfrontieren)
DAS REICHT erst mal, denn als zweiten Schritt möchte ich dir raten, dich nicht einem anonymen Forum mit einem anonymen alias zu offenbaren und dort Hilfe zu erbitten, sondern einem Menschen aus Fleisch und Blut. Das muss nicht der Priester sein aber, klar, es endet irgendwann da in der Beichte. Auf dem Wege dahin sollst du nicht alleine sein. Jesus hat die Jünger immer zu zweit ausgesandt, Er hat uns 'einander' anbefohlen (einer trage die Last des anderen . . und so weiter), der Heilige Geist (also der Helfer, der Tröster, der Leben(wieder)gebende), der ist der Kirche und nicht uns allein als Solisten gegeben. Pfingsten hat schon die kleien Flammen einem jeden über das Haupt gegeben, aber sie waren ALLE ZUSAMMEN, als das geschah.

Ehrlich gesagt, es würde mich wundern, wenn etwas von dem, was ich dir hier geschrieben habe, etwas Neues für dich wäre.

Zwei mal Bibel pur zum Abschluss: Jakobusbrief 1. Kapitel " Meine lieben Brüder, erachtet es für lauter (reine) Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtung fallt (deine ist also auch drunter), und wisst, dass euer Glaube, wenn er bewährt ist, Geduld (Ausdauer, Standhaftigkei) wirkt". Und das gilt für dich wie für mich wie für uns alle.
Und der Hl Petrus schreibt in seinem ersten Brief:" ... ihr werdet euch freuen (ehrlich! das steht da), die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es sein soll, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, damit (hört hört!) euer Glaube als echt und viel kostbarer befunden werde als das vergängliche Gold (Glaube und Ausdauer also wichtiger als Gold!). das durchs Feuer geläutert wird, (jetzt kommt's!) zu Lob, Preis und Ehre wenn offenbart wird (in dir und mir usw.) JESUS CHRISTUS!

Gott hat uns von Zeit zu Zeit im Reinigungstiegel. Wir sollen rein wie Gold werden. Das geht nicht ohne Hitze ab, und das wahrlich nicht nur einmel. Lies mal nach wie Gold in der Antike gereinigt wurde, damit du das Bild des Heiligen besser verstehst. Immer und immer wieder wir das unreine Metall erhitzt, bei unterschiedlichen Temperaturen und Verfahren, immer wieder wird etwas, was unerwünscht ist, abgeschöpft und man gab sich nicht zufrieden, bis das Gold rein an der Oberfläche glänzte. So und nicht anders will Gott uns haben und gebrauchen und das nicht damit wir "bessere" Menschen würden (das ist ein Nebenprodukt um das es primär nicht geht) sodern oben steht es: Zu Lob, Preis und Ehre JESU CHRISTI

Ich grüsse dich und uns alle aus dem Schmelzpott
Dein Bruder Benedikt

Josep
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Re: Wie kann man unreine Phantasien und Gedanken einschränke

Beitrag von Josep » 08.02.2012, 09:42

Josep hat geschrieben:
Lazzaro hat geschrieben:
Justice-At-Dawn hat geschrieben:
Was kann man tun um ein übermäßiges sexuelles Verlangen sowie "unreine" sexuelle Gedanken, Gefühle, Phantasien und Vorstellungen zu steuern und zu vermindern?
Entschuldigt bitte meine banale Frage: Was ist den mit heiraten, das heißt erstmal: Was ist den mit die Suche nach einem Partner?
Lazarus
Vielleicht ist er ja verheiratet.
Meine Bemerkung war durchaus ernst gemeint und hat folgende Fragen als Hintergrund: Ist es für das Seelenheil bedenklich, wenn man ständig sexuelle Phantasien hat, die sich nicht auf völlig fremde Frauen beziehen, sondern allein auf die eigene Ehefrau? Sollte man sich auch diesbezüglich zurückhalten? Kann auch das (eventuell zu häufige bzw. ständige) Begehren der eigenen Ehefrau sündhaft sein? Ich würde die letzte Frage verneinen, wenn die Ehe sakramental geschlossen und vor Gott gültig ist - pathologische Fälle (sog. "Sexsucht") natürlich ausgenommen.

Ob der Strang-Ersteller verheiratet ist oder nicht und worauf sich seine Phantasien und Gedanken beziehen, ist m.E. für eine zielgerichtete Antwort seiner Frage bzw. für die weitere Diskussion wichtig.

Ehemaliger
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Re: Wie kann man unreine Phantasien und Gedanken einschränke

Beitrag von Ehemaliger » 08.02.2012, 11:02

Josep hat geschrieben:Meine Bemerkung war durchaus ernst gemeint und hat folgende Fragen als Hintergrund: Ist es für das Seelenheil bedenklich, wenn man ständig sexuelle Phantasien hat, die sich nicht auf völlig fremde Frauen beziehen, sondern allein auf die eigene Ehefrau? Sollte man sich auch diesbezüglich zurückhalten? Kann auch das (eventuell zu häufige bzw. ständige) Begehren der eigenen Ehefrau sündhaft sein? Ich würde die letzte Frage verneinen, wenn die Ehe sakramental geschlossen und vor Gott gültig ist - pathologische Fälle (sog. "Sexsucht") natürlich ausgenommen.

Ob der Strang-Ersteller verheiratet ist oder nicht und worauf sich seine Phantasien und Gedanken beziehen, ist m.E. für eine zielgerichtete Antwort seiner Frage bzw. für die weitere Diskussion wichtig.

Lieber Josep,

ich hatte deine Bemerkung durchaus ernst genommen.
Ich muss bekennen, dass ich die genaue Stelle nicht mehr weiss (vielleicht kann uns jemand helfen), aber der Hl Chrysostomos hat ausdrücklich geschrieben, dass sexuelles Begehren des eigenen Partners durchaus NICHT sündhaft . Wäre doch auch eigenartig, wenn es so wäre, denn immerhin hat der Allmächtige so etwas ja in uns gelegt. So ähnlich wie Hunger. Das Problem, und so habe ich Justice verstanden, liegt in dem "übermässig", "ständig" usw. Du sprichst das ja auch als problematisch an mit der Bemerkung zur "Sexsucht".
Die Unterscheidung was "sündhaft" oder auch nicht ist kann wohl nur mit grossem Einfühlungsvermögen geschehen und kaum prinzipiell, also im Sinne von Zahlen oder Art und Weise geregelt werden i.S.v. 3x/Woche ist ok, 3x/Tag pathologisch/sündhaft. Ich kenne sehr wohl Zeiten mit 3x/Tag, die sind aber eine Weile her.
Ich lese zur Zeit wieder mal Exodus und Leviticus. Wenn ich da lese, welche 'Dinge' dort akribisch geregelt werden, wie zum Beispiel, wie das Öl für die Lampen zu sein hat, welche Verzierung die Menorah haben soll, dass im 7. Jahr eine Brache für das Land angeordnet ist, wie die Priesterkleidung auszusehen hat, wann und wie Volkszählungen 'erlaubt' sind, dass man bitte die Stelen der fremden Götter komplett zerstören soll und dann immer wieder dazwischen die Verheissungen und die Strafen für Nichtbefolgen liest, und das immer wieder mit der Beründung: "Ich bin Jaweh, dein Gott und du sollst keine anderen Götter neben mir haben "(frei interpretiert) dann kommt es mir so vor, dass es garnicht so ausschliesslich darum geht, dass mandelblütenförmige Verzierungen an der Menorah das Entscheidende sind sondern eben, dass Gott der Gott des Volkes ist. Und das nicht nur am Sabbath, sondern auch in alltäglichen Dingen. V. Stephen Freeman hat ein schönes Buch geschrieben http://www.conciliarpress.com/products/ ... esent.html in dem er für unser 'gängiges' Weltverständnis das Bild eines zweistöckigen Hauses verwendet. Im Erdgeschoss habe wir uns die 'richtige' Welt eingerichtet. Die mit Naturgesetzen und Physik, mit Demokratie und Bankverbindungen, na halt eben die Welt, die wir erfahren und die uns gelehrt wurde. Wir haben Gott und das Himmelreich in das obere Stockwerk verbannt, dort "ist vielleicht auch was" denn wir haben ja keine Primärerfahrungen mehr damit. Von Zeit zu Zeit hört man 'oben' mal Schritte oder die Dielen knarren und dann kommt uns der Gedanke:" Gibt es Gott den wirklich?". Und wenn dann gar jemand 'herabsteigt' dann bringt derjenige unsere Weltordnng gehörig durcheinander und wir versuchen das mit Philosophie, Naturgesetzen, Wahrscheinlichkeitsberechnungen usw. zu 'erklären' (eigentlich zu bändigen). So aber ist unser Weltbild in der Orthodoxie nicht. Wir kennen z.B. nur EINE Kirche, nicht die irdische und die himmlische fein säuberlich getrennt. Daher sollte uns das Eingreifen Gottes in unsere Welt ncht so sehr erstaunen. Und wir sollten uns auch nicht darüber wundern, wenn uns klar wird, dass Gott uns alle durch Sein Handeln am Leben erhält, den Kosmos gestaltet und mit Energie versieht usw. Das ist eigentlich ganz 'normal'.
Darum sollten wir auch davon ausgehen, dass unsere Sexualität etwas mit Gott zu tun hat. Ich habe Justice so verstanden, dass er erlebt, dass sie einen über die für ihn lebbares Mass hinaus grosse Bedeutung hat, ihn bedrängt und besetzt. Es besteht also die Gefahr, dass Gott von Seinem Ihm eigentlich zustehenden Platz in der Mitte unseres Lebens, auf dem Thron auf den hin sich alles ausrichtet verdrängt wird. Dort sitzt eben das 'Begehren' als Stellvertreter für das "ICH", dem sich Gott zuordnen soll. Darum habe ich geschrieben, dass es sich um ein geistliches und nicht um ein psychologisches (also dem Erdgeschoss zugehöriges) Problem handelt. Ähnlich wie Essen und Völlerei.

Zugespitzt: Bin ich Christ oder Sexist? Und Sexismus ist etwas, was sehr wohl auch in einer Ehe vorkommt (Einforderung 'ehelicher Pflichten usw.)
Mit lieben Grüssen
Benedikt

Nassos
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Re: Wie kann man unreine Phantasien und Gedanken einschränke

Beitrag von Nassos » 10.02.2012, 09:09

Ich hoffe, wir hören wieder von Justice - ich glaube, er hat hier sehr viel Hilfe und Hinweise erhalten.
Vor allem wünsche ich ihm und uns allen alles Gute und Gottes Beistand. Wir brauchen ihn.

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