Homosexualität und ehe

Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
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ElvisVrinic
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Homosexualität und ehe

Beitrag von ElvisVrinic » 10.10.2011, 22:27

grüss dich OnlyGodCanJudgeMe

also du scheinst deiner homosexualität bewusst zu sein. Es ist nichts Schlimmes - schlimm wirds nur wenn du es auslebst. :wink:

Natürlich ist es AUCH dir möglich die herrlichkeit des Herrn zu schauen bzw. die Theosis zu erlangen. Bedenke jeder mensch hat seine perslönlichen neigungen zur sünde - sei es auch gesellschaftlich vertretbar :wink:

Als trost für dich möchte ich Anführen, das ich einen sehr bekannten orthodoxen geistlichen kenne (ob er heilig gesprochen ist weiss ich nicht), der vor seiner bekehrung homosexuell war.

Für Berichtigungen seitens dem Klerus bitte ich, sofern es notwendig ist.

Gruß

Elvis
Am Anfang war das Wort und das Wort war bei GOTT und GOTT war das Wort. Dieses war im Anfang bei GOTT. Alles ist durch es geworden, und ohne es ist nichts Geworden. Was geworden ist - in IHM war das Leben, und das Leben war das Licht des Menschen und das Licht scheint in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht ergriffen (begriffen, erfasst). (EVANGELIUM nach Johannes)

Ehre Sei dem Vater und den Sohn und den Heiligen Geist.
Jetzt und immerdar und in alle ewigkeit. Amen

IC XC
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rafaella
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Re: Homosexualität und ehe

Beitrag von rafaella » 13.10.2011, 19:49

Lieber Elvis,
genau richtig.
Wir haben alle Laster, und müssen uns in einigem enthaltsam zeigen. Wer kann darüber urteilen, welches Laster schwerwiegender ist?

Du bist genauso ein geliebtes Kind Gottes wie wir alle, OnlyGodCanJudgeMe.. und ich finde, Dein Name sagt alles. Und wenn Du es schaffst, dieses Laster nicht auszuleben, wird es für Dich sehr leicht sein, Gott zu schauen, bei einem so großen Opfer.

En Christo
"Liebet ihr Mich, so werdet ihr Meine Gebote halten", Jo 14,15

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Djamila71
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Re: Homosexualität und ehe

Beitrag von Djamila71 » 17.11.2011, 18:36

Ich hab mal vor Jahren einen Dokumentarfilm im Fernsehen gesehen, darin ging es um das Thema, wie orthodoxe Juden leben. - Ich fand den Film sehr beeindruckend. Kann mich heute noch an manche Abschnitte erinnern, obwohl es bestimmt 10 Jahre her ist.
Darin gab es ein Interview mit einem Rabbiner, der homosexuell war. Trotzdem hat er geheiratet und eine Familie gegründet.
Durch beständiges Gebet und starken Glauben ist es ihm gelungen, seine Neigungen zu überwinden. Das war für ihn eine lebenslange Herausforderung.
Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr an alle Mitglieder!

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Igor
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Re: Homosexualität und ehe

Beitrag von Igor » 10.10.2012, 07:00

Hier ein Artikel auf dem wissenschaftlich-theologischen Portal bogoslov.ru zum Thema:

:arrow: Einstellung des modernen westlichen Christentums zum Problem des Homosexualismus
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Als der Höchste hernieder fuhr, verwirrte Er die Sprachen, zerteilte Er die Völker, nun, da Er Feuerzungen ausgeteilt, ruft Er alle zur Einheit: Einmütig preisen wir deshalb den Heiligen Geist. (Pfingstkondakion im 8. Ton)

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Die Homo-Ehe

Beitrag von Leo2 » 17.07.2013, 23:40

Elisabeth II. genehmigt Gesetz über gleichgeschlechtliche Ehen

Das Gesetz über die Legalisierung von Homo-Ehen im Vereinigten Königreich hat die königliche Zustimmung erhalten und ist in Kraft getreten. Früher war der Gesetzentwurf durch Vertreter aller drei Parteien im Parlament des Landes, den Konservativen, der Labourpartei und den Liberalen Demokraten, unterstützt worden.

Erste gleichgeschlechtliche Hochzeiten werden bereits im Sommer des nächsten Jahres erwartet, dabei erstreckt sich das Gesetz nicht auf das gesamte Gebiet des Königreichs, sondern nur auf England und Wales.

Kritiker in beiden Häusern des Parlaments glauben, dass dieser Schritt das traditionelle Konzept der Ehe untergrabe, während seine Anhänger an die Idee der Gleichheit appellieren.
Weiterlesen: http://german.ruvr.ru/news/2013_07_17/E ... Ehen-3308/

auch zu diesem Thema gibt es wenig Proteste der offiziellen westlichen Kirchenwürdenträger!
Wenigstens die orthodoxen Kirchenwürdenträger vertreten bei diesem Thema viel agressiver den christlichen Glauben und die christlichen Werte!

:!:

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Homosexuelle

Beitrag von Sofi » 28.02.2014, 01:19

Hallo,

Es ist super spät, ich weiß, aber ich diskutiere grad mit einer Freundin.
Sie hat einen schwulen Kumpel.

Ich habe mich gefragt, wie sowas sein kann. Es kann ja nicht sein, dass der liebe Gott absichtlich solche Menschen erschafft und die dann einfach gar keine Chance haben in das Paradies zu kommen. Ich hab ja kein recht zu beurteilen, wer ins Paradies kommt..

Meine Freundin aber meint, dass das natürlich möglich ist, was ich aber total unfair finde.

Es kann nicht sein, dass die Liebe des gleichen Geschlechts verboten ist, aber solche Menschen aber trotzdem vorhanden sind. Versteht mich bitte nicht falsch, ich habe überhaupt nichts gegen Homosexuelle.

Aber ich bin mir sicher, dass der liebe Gott keine Fehler macht und dass jeder Mensch eine Herausforderung im Leben bekommt wie er seinen Weg zu Gott findet. Und bei Homosexuellen ist das evtl etwas schwerer. Aber ich bin mir sicher wenn diese getauft werden und wirklich glauben dass sich dann alles normalisieren wird.

Ich würde die am liebsten in meine arme schließen und denen helfen, auch vorgestern kam auf RTL 2 ein junge der meinte er wurde im falschen körper geboten und hat sich umoperieren lassen. Wie kann ich solchen Menschen helfen? Natürlich höre ich ihnen zu und versuche denen irgendwie zu helfen und bete für die, aber was sagt man am besten!?

Was meint ihr dazu? Habt ihr Erfahrungen in diesem
Gebiet ? Wieso passiert sowas dass sich Menschen im falschen körper fühlen, oder das gleiche Geschlecht lieben?

Danke schonmal!

Gute Nacht

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Re: Homosexualität und ehe

Beitrag von Igor » 28.02.2014, 07:47

Hallo Sofi,

ich habe Deine Frage in den Strang verschoben, der sich schon mit dem Thema befasst. Mehr dazu auch in diesem Strang und in den Grundlagen der Sozialdoktrin der ROK, Kap. XII.9.

In Christo
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Re: Homosexualität und ehe

Beitrag von Priester Alexej » 28.02.2014, 09:26

Guten Tag Sofi,

natürlich hat Gott jeden Menschen erschaffen. Und Er liebt jeden Menschen, er möchte, dass alle errettet werden.

Aber - der Mensch hat einen freien Willen. Er kann sich für Gott entscheiden, oder gegen Ihn. Er kann sich für eine Sünde oder ein Laster entscheiden, oder dagegen. Vor dieser Wahl steht jeder Mensch.

Nehmen wir z.B. einen habgieriegen Menschen. Auch er wurde von Gott geschaffen. Doch die Habgier ist eine Leidenschaft, welche nicht von Gott stammt. Vielleicht hat dieser Mensch diese Habgier von seinen Eltern bekommen, vielleicht in der Uni oder bei der Arbeit, vielleicht ist er selbst diesem Laster verfallen. ABER - wir werden nicht sagen - dieser Mensch ist habgierig, und das ich auch gut so. Niemandem kommt in den Sinn zu behaupten, dass jemand habgierig, obszön, wolllusitg, alkoholkrank oder pädophil von Gott erschaffen wurde. Ganz im Gegenteil, diese Sünde ist Gott zuwieder und Er erwartet von dem Menschen, dass dieser sich ändert.

Und das gillt auch für Homosexualität. Ein Mensch, der ein geistlches Leben führt, so, wie es uns die Kirche lehrt, wird mit dieser und jeder anderer Leidenschaft fertig werden. Nur - heute führt kaum jemand ein geistliches Leben. Askese ist für die meisten westlichen Relligionen ein Fremdwort. Die Menschen haben verlernt, sich geistlich zu reinigen, sich mit Gott zu verbinden. Deshalb gilt auch in der heutigen Gesellschaft der Grundsatz - jeder Mensch ist so, wie er ist. Aber das Christentum akzeptiert niemanden so, wie er ist. Der Sinn unserer Relligion ist, uns zum besseren zu verändern und unsererm Herrn näher zu kommen.
Apostolischer Kanon 39 (32): Priester und Diakonen sollen ohne Wissen und Willen des Bischofs Nichts thun: denn dieser ist's, welchem das Volk des Herrn anvertraut worden, und von welchem Rechenschaft über ihre Seelen gefordert werden wird.

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MariaM
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Re: Homosexualität und ehe

Beitrag von MariaM » 28.02.2014, 18:26

Priester Alexej,
ich finde deine Erläuterung interessant. Aber wie kommt es eigentlich, dass Homosexualität als etwas Angeborenes angesehen wird, Habgier aber nicht? (Wobei es bei Habgier oder Egoismus ja auch manchmal in die Richtung geht - so von wegen "Menschen SIND so, dass jeder an sich denkt, sie ändern zu wollen ist utopisch", blabla... )

Auch gibt es ja, soviel ich weiss, im Tierreich bei manchen Arten auch sowas wie "Homosexualität". Das sieht natürlich aus wie ein Argument, dass es etwas Naturgegebenes sei und keine "Krankheit"...

Hm, schwierig.

Was sagt man denn als orthodoxer Christ zu diesen ganzen Umoperierungsgeschichten?

Neulich las ich, dass ein zehnjähriges Junge, ich glaube in den USA(?), sich als Mädchen fühlt, sich auch schon seit zweit Jahren so anzieht usw., und sogar in der Schule aufs Mädchenklo geht usw - also es quasi akzeptiert wurde! Er soll dann wohl demnächst mit Hormontherapie anfagnen, bevor die Pubertät kommt. Ich weiss irgendwie nicht, was ich zu sowas sagen soll... :-/

Mit zehn Jahren geht es ja noch gar nicht um Sexualität, sondern v.a. um ein bestimmtes Identitätsgefühl. Ich frage mich, wird dieses nicht teilweise auch "künstlich" erzeugt? Durch diese Schubladen wie "das ist Mädchenspielzeug, eine Mädchenfarbe" etc.? Und dann meinen womöglich manche, sie müssten ein anderes Geschlecht haben, nur damit sie bestimmte Sachen machen können. Ich meine, z.B. solche Sachen wie mit Puppen spielen ist doch heutzutage auch bei Jungs akzeptiert (dann haben sie schonmal Übung für ihre später Vaterrolle ;-)) und Mädels können genauso gut auch sog. "Jungsspiele" spielen.

Ich hatte übrigens mit zehn Jahren auch eine Phase, wo ich lieber ein Junge sein wollte ;-)! Meine etwas jüngere Schwester und ich dachten uns damals Jungennamen aus und spielten fast die ganzen Sommerferien lang, wir wären Jungs, fast überall wo wir hinginngen. So wie man Vinnetou oder so spielt... Wir hatten auch recht kurze Haare, liefen eh in T-Shirts und kurzen Hosen rum ;-), es war kein Problem, wir überzeugten Kinder, die uns nicht kannten, problemlos... ;-).

Im nachhinein denke ich, das war einfach eine Phase, wo man das mal ausprobieren, in die "andere" Rolle schlüpfen wollte - quasi um zu erfahren, "wie das wäre". Fast so als würde man ahnen, dass es die letzte Chance ist, dass das bald nicht mehr so einfach geht, da man dann allmählich auch sichtbar eine Frau wird... Aber wir haben es halt ausprobiert, quasi als Rollenspiel, und gut war. Nix mit "anderer Identität".

Gibt es wirklich Fälle, wo es etwas anderes ist und nicht vorbeigeht? Oder wird das künstlich gepusht und zementiert, im heutigen Machbarkeitswahn?

Wo ist die Grenze???

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Priester Alexej
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Re: Homosexualität und ehe

Beitrag von Priester Alexej » 02.03.2014, 20:55

Guten Abend!

Heute werden in Westeuropa alle möglichen Arten von "Sexualität", sowie das aus leben dieser als etwas normales und natürliches angesehen. Mehr noch - das nicht-ausleben seiner Triebe hält man für psychisch-schädigend. Beides steht aber im Widerspruch zur christlichen Askese, welche Keuschheit (in ihrer ursprünglichen Bedeutung) als eine Tugend ansieht. Der Mensch ist nicht nur aufgefordert, sich von jeglichen Perversionen zu enthalten, sonder soll sogar seine Leidenschaften komplett im Zaum halten. In was der Sexualforscher einen angeborenen Trieb sieht, sieht ein christlicher Anthropologe eine Leidenschaft, die durch Sünden erweckt wurde.

Bei Tieren gibt es übrigens keine Homosexualität. Tiere haben kein Bewusstsein, sie können sich nicht in jemanden Verlieben oder sich bewusst für einen bestimmten Partner entscheiden. Tiere haben nur einen Trieb, den sie befriedigen wollen. Und das tun sie auf jede mögliche Weise. Der Mensch hat im Gegensatz zu diesen einen Verstand, den oben erwähnten freien Willen.
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