verzweifelt

Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
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Elias
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Re: verzweifelt

Beitrag von Elias » 13.09.2011, 11:35

rafaella hat geschrieben:Lieber ilija,

es geht hier nicht um meine Unwürdigkeit,ich habe ein eigenen Beispiel gegeben, es geht um das Problem das hier anfangs aufgeführt wurde.

In aller geschwisterlicher Liebe möchte ich dir sagen, weil ich weiss, dass du Gott liebst und es hier zeigst,
das es hier in Deutschland so verstärkt den Ökumenismus gibt, weil die Gläubigen nicht reagieren!

Sie sind weder uninteressiert (Gastarbeiter) oder ungelehrt auf diesem Gebiet, haben noch nie ein spirituelles Buch gelesen, viele verstehen überhaupt nicht was Orthodoxie und was Häresie ist. Wenn die Menschen reagieren würden, würden solche Dinge mitnichten stattfinden. Deswegen ist die Reaktion manchmal richtig, denn die Liebe zu Gott schreibt sie uns vor.

Warum geschieht sowas nicht in Griechenland? es haben ein paar Treffen stattgefunden, die nicht wirklich öffentlich waren und da würde auch nicht gebetet, und danach war etwas los sag ich dir! Die Menschen reagieren, deswegen sehen die Bischöfe das und gehen nicht zu weit. ich habe ein Interview gehört, das hat Igor hier netterweise reingestellt, da ging es um den "Dialog". Der röm-katholisch. Represäntant hat betont, dass der Dialog fast stehengeblieben und gescheitert ist, da die orthodoxen , vor allem griechische Bischöfe das Volk gegen sich haben. man will nichts mehr von Ökumenismus wissen , so sagte er wörtlich.

Ich gehe in Deutschland auch in Gottesdienste, wo ich weiss, dass die Priester an so etwas teilnehmen, weil es einfach keine anderen gibt, aber wenn ich höre, dass ein Häretiker während des großen Eingangs wie ein Held bedacht wird (von den Regeln verboten) oder wenn ich sehe, dass etwas in der Kirche stattfindet, das nicht orthodox ist, gehe ich. das bleibt auch so, denn es ist richig.

Johannes von Kronstadt prophezeite einst, es wird zeiten geben, da wird es kirchen und priester geben, aber geht nicht hin! Sie werden nicht orthodox sein! Soll man dann trotzdem hingehen?

Übrigens, die Regeln gibt es für uns Sündigen. Denn die Heiligen brauchen keine Regeln, sie wissen von selbst, durch den Heiligen Geist, was das richtige ist, und tun es. Wir sind weit weg davon, und damit nicht jeder Irre, der eine neue Idee hat, die kirche ruiniert, gibt es für uns die Regeln der einen heiligen Kirche.

Aber Stefan, du solltest hier nicht öffentlich so etwas sagen, wenn du dir auch nicht sicher bist, das ist schon wahr...

En Christo
Das was du sagst stimmt schon (In Westeuropa ist eine andere Situation und deshalb wohl etwas anfälliger) aber Patriarch Athinagoras war und ist kein Häretiker. Der Mann hat seine Privatsünden (Wie du sagstest), wie wir auch aber deswegen noch kein Häretiker! Keine Synode hat ihn dazu Verurteilt und ich finde es nicht fair hier so etwas zu sagen...Oder gab es eine Synode?

In Liebe Christo

holzi
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Re: verzweifelt

Beitrag von holzi » 13.09.2011, 12:46

Ilija hat geschrieben:Das was du sagst stimmt schon (In Westeuropa ist eine andere Situation und deshalb wohl etwas anfälliger) aber Patriarch Athinagoras war und ist kein Häretiker. Der Mann hat seine Privatsünden (Wie du sagstest), wie wir auch aber deswegen noch kein Häretiker! Keine Synode hat ihn dazu Verurteilt und ich finde es nicht fair hier so etwas zu sagen...Oder gab es eine Synode?
Genau danach wollte ich auch gerade fragen. Dann soll doch bitteschön beim nächsten Panorthodoxen Konzil die Verurteilung des Patriarchen als Häretiker auf die Tagesordnung setzen. Bin gespannt, was da rauskommt.

Irgendwie erinnert mich übrigens das "Häretiker, Ökumenist"-Geschrei etwas an Diskussionen mit Linken, wo auch jeder, der nicht deren Meinung ist, als Nazi oder Faschist beschimpft wird. Meist ist danach jedes Gespräch unmöglich.
Das Christentum nimmt den Menschen, wie er ist, und macht ihn zu dem, was er sein soll. (Adolph Kolping 1813-1865)

stefan1800
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Re: verzweifelt

Beitrag von stefan1800 » 13.09.2011, 12:53

@Ilija:
@Rafaella:
Ich habe niemanden diffamiert, und ich habe keinerlei Unsicherheit angedeutet. Mit dem serbischen Pfarrer hatte ich damals 10 Minuten gesprochen, was wahrscheinlich zu wenig war, wie ich zugeben muß. Allerdings hat er mich auf seinen Schweizer Mitbruder verwiesen, einen spätberufenen, orthodoxen Priester, den ich daraufhin besucht hatte und ich mir für mehrere Stunden ein Bild von ihm machen konnte. Dies ist eben mein subjektiver Eindruck, dies hat für mich nichts mit Diffamierung zu tun. Richten wird Gott, nicht ich !
Naja, ich sag besser nichts mehr, Ihr habt eh immer recht !

stefan1800
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Re: verzweifelt

Beitrag von stefan1800 » 13.09.2011, 13:04

Ergänzung für Iljia und Alexia:
Anläßlich der Tatsache, wie Ihr beiden hier schon aufgetreten und über andere hergezogen seid, denke ich nicht, daß ich ausgerechnet von Euch mir hier in dem Punkt Ratschläge erteilen lassen muß !

Gruß
Stefan

christodoulos
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Re: verzweifelt

Beitrag von christodoulos » 13.09.2011, 13:13

Das was du sagst stimmt schon (In Westeuropa ist eine andere Situation und deshalb wohl etwas anfälliger) aber Patriarch Athinagoras war und ist kein Häretiker. Der Mann hat seine Privatsünden (Wie du sagstest), wie wir auch aber deswegen noch kein Häretiker! Keine Synode hat ihn dazu Verurteilt und ich finde es nicht fair hier so etwas zu sagen...Oder gab es eine Synode?

In Liebe Christo
Hallo,

ich wollte doch oben darlegen was man als "persönliche" Sünde und was als "Sünde wider den Glauben" zu werten ist. Ökumenismus gehört NICHT zu persönlichen Sünden - bitte das zu beachten. Da ist ein großer Unterschied - diese beiden kann man nicht vergleichen.

Darum haben die Hl. Väter sich oft aus Demut aller möglichen Sünden bezichtigt: Ach ich bin ein Unzüchtiger, ein Dieb, ein Räuber, ein nutzloser Knecht....Herr - aber sie haben sich nie "Häretiker" genannt - denn diese beiden Sünden kann man nicht vergleichen weil sie auf einer anderen Stufe stehen.

Nun ist die Frage wann eine Häresie zur Häresie wird, wenn sie gelehrt und bekannt wird oder wenn eine Synode diese verurteilt. War die Arianische Häresie eine Häresie vor der Synode oder erst durch die Entscheidung der Synode? Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten - diesbezüglich gibt es sogar ein Schisma unter den Altkalendariern. Denn die einen sagen; Häresie ist der Abfall von Gott auch wenn diese nocht nicht verurteilt wurde - die anderen sagen; Häresie ist ein Abfall aber bis zur Entscheidung einer Synode ist man noch nicht ganz von Gott getrennt (zB Zyprianiten)

Ich weiß nicht ob dieser Patriarch ein Häretiker war oder nicht - aber eigenartige Dinge sind schon geschehen. Das sagen nicht nur Altkalendarier sondern auch die Neukalendarier - also alle Griechen usw... Ich persönlich werde NIE verstehen was sich die Hierarchie in Konstantinopel (oder anderswo) dabei denkt oder was sie damit bezweckt. Sie erreichen doch nur, dass sich alle gegen sie wenden. Sie müssten doch wissen - dass die Mehrheit gegen sowas ist. Von allen Gegenden werden Klagen laut. Ich frage mich wirklich - was geht in diesen Leuten vor. Bichöfe die die Hand des Papstes küssen? Bruderkuss unter Patriarchen - wie soll das jemand auffassen! Wie soll man das verstehen? Das hat ja nichs mehr mit "gutem Willen" oder mit einem "Friedensangebot" zu tun - sondern das sind Gesten der Einheit und Gleichheit.

Genauso in Serbien - es gibt bereits ein Schisma (wenn auch noch sehr klein) und Unstimmigkeiten unter den Leuten. Wenn diese Dinge nicht aufhören - wird man genau das Gegenteil erreichen - viele Schismen und nicht Union. Die Kirchen werden sich so zersplittern aufgrund des Ökumestrebens gewisser Hierarchen - die ohne den Willen des Volkes eigenmächtig handeln.

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Elias
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Re: verzweifelt

Beitrag von Elias » 13.09.2011, 13:29

stefan1800 hat geschrieben:Ergänzung für Iljia und Alexia:
Anläßlich der Tatsache, wie Ihr beiden hier schon aufgetreten und über andere hergezogen seid, denke ich nicht, daß ich ausgerechnet von Euch mir hier in dem Punkt Ratschläge erteilen lassen muß !

Gruß
Stefan
Entschuldige bitte Stefan, du als Römer und Piusbruder hast natürlich das Recht dir nach einem 10 Minutigen Gespräch ein Urteil über diese orthodoxe Priester erlauben zu dürfen. Natürlich darfst du das hier auch kundtun. Entschuldige bitte und schönen Gruss an den heiligen Stuhl...

Nikolaj
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Re: verzweifelt

Beitrag von Nikolaj » 13.09.2011, 13:38

Du hast Recht mit der Erklärung der Häresie. Aber, wir als normale Gläubige sind nicht zuständig dafür jemanden zu verurteilen oder als Herätiker abzustempeln. Es ist insgesamt eine schwere Sache darüber zu urteilen, wer Häretisch ist und wer nicht, wenn man so wie die meisten hier (denke ich) keine theologische Ausbildung haben.
Man kann auch jetzt z.B. in Russland sehen, dass die welche am Lautesten rufen "Häretiker" und "Ökumenist" keine Ausbildung haben, sondern denken, dass sie selbst wissen, was richtig oder falsch ist.

Konnte Patriarch Athenagoras zu seiner Lebenszeit anders handeln? Ich denke, dass er einige Schritte tun musste um sich mit der Katholischen Kirche anzufreunden, da es damals eine Stütze gegen die Regierung der Türkei war (und auch heute ist). Er hat ja keine Theologischen Grundsätze geändert was ihn natürlich zum Herätiker gemacht hätte.

Mal eine Abweichung vom Thema:
Ein Katholik der in Deutschland geboren, getauft, katholisch (konservativ) erzogen wurde und sich keine Gedanken machen konnte betreffend Filioque und anderen Unterschieden zwischen Orthodox und Katholisch. Ist er ein Herätiker?

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Lazzaro
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Re: verzweifelt

Beitrag von Lazzaro » 13.09.2011, 14:03

Holzi sagte:
Irgendwie erinnert mich übrigens das "Häretiker, Ökumenist"-Geschrei etwas an Diskussionen mit Linken, wo auch jeder, der nicht deren Meinung ist, als Nazi oder Faschist beschimpft wird. Meist ist danach jedes Gespräch unmöglich.
Ich muß gestehen, daß mir diese Schwarz-Weiß-Malerei auch nicht gefällt: Ist jeder, der sich eine kath. Kirche von außen ansieht (ich übertreibe!) gleich ein ökumen. Häretiker?
Ich bitte doch zu unterscheiden, ob ein Orthodoxer Christ expressis verbis andere Konfessionen mit der Kirche auf eine Stufe stellt, oder ob er an einer wie auch immer gearteten interchristlichen Versammlung teilnimmt / teilnemen muß oder soll.

Die meisten Orthodoxen in Deutschland sind nun mal Zugewanderte: Wenn sie in diesem Lande ernst genommen werden wollen, müssen sie sich an die hiesegen Gepflogenheiten halten. Und zu denen gehört mun mal die ACK und ähnliche Veranstaltungen. Es gibt ja für Priester die Möglichkeit ohne Epitrachilion daran teilzunemen und die wenigen orth. Laien fallen sowieso nicht auf, wenn sie fehlen. Wir leben hier in dem Spagat, daß diese Dialogstrukturen uns einerseits fremd sind, anderseits gesellschaftliche Erwartungen zu berücksichtigen sind. Ich sagte das bereits an anderer Stelle!
Es bleibt natürlich jedem belassen, aus derm gesellschaftlichen Kontext auszusteigen, aber ich bezweifle, daß die Hagarener da ein nachzuahmendes Beispiel sind! Schaut euch die Probleme an! Wollt Ihr "eure reine Lehre" behalten und gesellschftlich so enden? Jeder von uns hat die freie Wahl!

Ich bitte sehr darum, diejenigen, die sich um Integration in die hiesige Gesellschaft und Religionslandschaft, die sich mit diesen Lande identifizieren, die den Ausgleich mit der Mehrheitsbevölkerung suchen, nicht als Häretiker zu beschimpfen! Ökumene hat hier nicht nur eine theologische sondern auch ein soziologische Komponente!
Ich bitte herzlichst, das zu berücksichtigen.

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Re: verzweifelt

Beitrag von stefan1800 » 13.09.2011, 15:02

@Ilija:
Wenn Du richtig lesen würdest, wüßtest Du, was ich noch dazugeschrieben habe und würdest meine Verlautbarungen nicht einseitig interpretieren.

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Lazzaro
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Re: verzweifelt

Beitrag von Lazzaro » 13.09.2011, 15:09

PS:
Ökumene hat hier nicht nur eine theologische sondern auch ein soziologische Komponente!
Ist es möglich das eine von dem anderen etwas zu trennen?
L.
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Re: verzweifelt

Beitrag von christodoulos » 13.09.2011, 16:11

Du hast Recht mit der Erklärung der Häresie. Aber, wir als normale Gläubige sind nicht zuständig dafür jemanden zu verurteilen oder als Herätiker abzustempeln. Es ist insgesamt eine schwere Sache darüber zu urteilen, wer Häretisch ist und wer nicht, wenn man so wie die meisten hier (denke ich) keine theologische Ausbildung haben.
Man kann auch jetzt z.B. in Russland sehen, dass die welche am Lautesten rufen "Häretiker" und "Ökumenist" keine Ausbildung haben, sondern denken, dass sie selbst wissen, was richtig oder falsch ist.
Sagen wir mal so - die Laien sind nicht unbedingt die erste Instanz. Sollte es aber eine Frage bezüglich der Hierarchie geben (bzw. den Verdacht auf Abfall) müssen auch die Laien sich zu Wort melden - hier wäre schweigen sogar Sünde, wie der Hl. Theodor schreibt.

Erinnere dich - nur der Hl. Markos hatte nich unterschrieben - alle anderen Hierarchen schon. Das Volk war zornig und nicht einverstanden mit den Hierarchen - die Hierarchen können nicht alleine entscheiden. Sonst stehen sie am Ende ohne Volk da. Und auch können sie nicht immer nach dem Geschmack der Leute urteilen. Eben ausgewogen.

Du wirst Hochgebildete finden die sehr Anti-ökumenisch sind und auch Ungebildete und umgekehrt.....

Und doch liegst du richtig - weil sonst enden wir damit, dass jeder den anderen als Häretiker bezeichnet.
Konnte Patriarch Athenagoras zu seiner Lebenszeit anders handeln? Ich denke, dass er einige Schritte tun musste um sich mit der Katholischen Kirche anzufreunden, da es damals eine Stütze gegen die Regierung der Türkei war (und auch heute ist). Er hat ja keine Theologischen Grundsätze geändert was ihn natürlich zum Herätiker gemacht hätte.
Wenn jemand Ökumenismus bekennt und lehrt (ich spreche jetzt allgemein) dann ist das eben sehrwohl eine Änderung von theologischen Grundsätzen - ja sogar aller theologischer Grundsätze. Es zerstört alle Dogmen der Kirche, alle Theologie usw.

Also mit Hardlinertum, Spitzfindigkeit, Übertreibung, Übereiferung usw... hat das nichts zu tun. Wenn zB ein Orthodoxer mit einem Protestanten betet und sich mit ihm gleichstellt, was ist dann? Er zerstört die Dogmen der Kirche, er wird zum Ikonoklasten, zum Lästerer der Gottesmutter, zum Leugner der Hl. Mysterien, zum Feind der Heiligen....usw...siehst du wie gefährlich dies ist?

Anstatt zu sagen: Mein lieber Freund, wenn du Christ bist, wieso verweigerst du der Allheiligen die Ihr gebührende Ehre? Wieso glaubst du nicht an die Worte unseres Erlösers wenn er sagt: Dies ist mein Leib; warum ehrst du die Freunde Gottes nicht? Warum ehrst du die Hl. Ikonen nicht - sie nicht zu verehren ist schlimm, usw...

-stellt man sich auf die gleiche Ebene und sagt; wir sind doch alle Christen. Wir haben alle den eine Herrn. Lasst uns "eins" sein - so will es Christus.

Benedikt, als Mitglied der ROKA ,müsste das eigentlich wissen - denn in der ROKA ist jeglicher Ökumenismus als Häresie verurteilt worden und steht unter Anathema. Er scheint nicht "eins" mit seiner Kirche zu sein. Wie weit dieses Urteil auf die anderen Kirche anwendbar ist - weiß ich nicht. Manche sagen, in anderen Kirche habe das keine Gültigkeit. (Es haben ja nicht alle Lokalkirchen den Ökumenismus verurteilt)

Eben unterscheiden. Man kann freundlich, höflich, gastfreundlich, hilfsbereit sein. Man kann mit ihnen reden, für sie beten aber nicht mit ihnen, Dialoge führen usw..aber keine Gebete, keine Gottesdienste, keine öffentlichen Feiern usw.. Das wäre falsch.

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Elias
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Re: verzweifelt

Beitrag von Elias » 13.09.2011, 17:07

christodoulos hat geschrieben:
Du hast Recht mit der Erklärung der Häresie. Aber, wir als normale Gläubige sind nicht zuständig dafür jemanden zu verurteilen oder als Herätiker abzustempeln. Es ist insgesamt eine schwere Sache darüber zu urteilen, wer Häretisch ist und wer nicht, wenn man so wie die meisten hier (denke ich) keine theologische Ausbildung haben.
Man kann auch jetzt z.B. in Russland sehen, dass die welche am Lautesten rufen "Häretiker" und "Ökumenist" keine Ausbildung haben, sondern denken, dass sie selbst wissen, was richtig oder falsch ist.
Sagen wir mal so - die Laien sind nicht unbedingt die erste Instanz. Sollte es aber eine Frage bezüglich der Hierarchie geben (bzw. den Verdacht auf Abfall) müssen auch die Laien sich zu Wort melden - hier wäre schweigen sogar Sünde, wie der Hl. Theodor schreibt.

Erinnere dich - nur der Hl. Markos hatte nich unterschrieben - alle anderen Hierarchen schon. Das Volk war zornig und nicht einverstanden mit den Hierarchen - die Hierarchen können nicht alleine entscheiden. Sonst stehen sie am Ende ohne Volk da. Und auch können sie nicht immer nach dem Geschmack der Leute urteilen. Eben ausgewogen.

Du wirst Hochgebildete finden die sehr Anti-ökumenisch sind und auch Ungebildete und umgekehrt.....

Und doch liegst du richtig - weil sonst enden wir damit, dass jeder den anderen als Häretiker bezeichnet.
Konnte Patriarch Athenagoras zu seiner Lebenszeit anders handeln? Ich denke, dass er einige Schritte tun musste um sich mit der Katholischen Kirche anzufreunden, da es damals eine Stütze gegen die Regierung der Türkei war (und auch heute ist). Er hat ja keine Theologischen Grundsätze geändert was ihn natürlich zum Herätiker gemacht hätte.
Wenn jemand Ökumenismus bekennt und lehrt (ich spreche jetzt allgemein) dann ist das eben sehrwohl eine Änderung von theologischen Grundsätzen - ja sogar aller theologischer Grundsätze. Es zerstört alle Dogmen der Kirche, alle Theologie usw.

Also mit Hardlinertum, Spitzfindigkeit, Übertreibung, Übereiferung usw... hat das nichts zu tun. Wenn zB ein Orthodoxer mit einem Protestanten betet und sich mit ihm gleichstellt, was ist dann? Er zerstört die Dogmen der Kirche, er wird zum Ikonoklasten, zum Lästerer der Gottesmutter, zum Leugner der Hl. Mysterien, zum Feind der Heiligen....usw...siehst du wie gefährlich dies ist?

Anstatt zu sagen: Mein lieber Freund, wenn du Christ bist, wieso verweigerst du der Allheiligen die Ihr gebührende Ehre? Wieso glaubst du nicht an die Worte unseres Erlösers wenn er sagt: Dies ist mein Leib; warum ehrst du die Freunde Gottes nicht? Warum ehrst du die Hl. Ikonen nicht - sie nicht zu verehren ist schlimm, usw...

-stellt man sich auf die gleiche Ebene und sagt; wir sind doch alle Christen. Wir haben alle den eine Herrn. Lasst uns "eins" sein - so will es Christus.

Benedikt, als Mitglied der ROKA ,müsste das eigentlich wissen - denn in der ROKA ist jeglicher Ökumenismus als Häresie verurteilt worden und steht unter Anathema. Er scheint nicht "eins" mit seiner Kirche zu sein. Wie weit dieses Urteil auf die anderen Kirche anwendbar ist - weiß ich nicht. Manche sagen, in anderen Kirche habe das keine Gültigkeit. (Es haben ja nicht alle Lokalkirchen den Ökumenismus verurteilt)

Eben unterscheiden. Man kann freundlich, höflich, gastfreundlich, hilfsbereit sein. Man kann mit ihnen reden, für sie beten aber nicht mit ihnen, Dialoge führen usw..aber keine Gebete, keine Gottesdienste, keine öffentlichen Feiern usw.. Das wäre falsch.
Mein Freund, Tatsache ist doch, das wir uns in einem Dialog mit anderen "Kirchen" befinden. Tatsache ist ja das es in der Kirchengeschichte viele Spaltungen gegeben hat. Bischöfe sind in Dialogen, treffen sich mit Amtsträgern aus den anderen Kirchen u.s.w. Was macht P. Athinagoras jetzt zu einem Häretiker oder zum Ökumenisten (Auch wenn Du allgemein gesprochen hast) nur weil er das Anathema gegen die Römer zurückgenommen hat? Hat der Patriarch damit seine Rechtgläubigkeit aufgegeben oder ist er von seinem Glauben abgewichen? Nein, natürlich nicht! ER hat damit seine christliche Liebe gezeigt. Zu diesem Thema möchte ich nur einen guten bekannten Priester Zitieren, da ich seinen Satz dazu passend finde, ich habe ihn noch nicht gefragt ob ich ihn benutzen darf, hoffe aber das dies kein Problem für ihn ist :)

" Ich stelle immer wieder fest, dass die wahrhaft Traditionellen eigentlich am Großzügigsten sind, während die Ewiggestrigen am Kleinlichsten sind, weil sie das Äußerliche mit dem Innerlichen und das Kleine mit dem Großen verwechseln"

En Christo

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Re: verzweifelt

Beitrag von Nassos » 13.09.2011, 17:42

Wusstet Ihr, dass das Quotieren kilometerlanger Beiträge Häresie ist? :P

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Re: verzweifelt

Beitrag von rafaella » 13.09.2011, 17:42

Ich wollte nur ein Beispiel geben, dass ich mich auch schon in so einem Dilemma befunden habe, deswegen habe ich dieses Beispiel mit Athenagoras genannt. mehr will ich dazu nicht sagen. Ich könnte hier anfangen Argumente aufzuzählen, einige Dokumente hinzufügen, aber das tue ich nicht. Jeder kann diese Dinge selbst herausfinden.

Weiteres kann man hier nicht diskutieren. Wenn man sieht, was die Heiligen auch des letzten Jahrhunderts zum Ökumenismus sagten, was die Heiligen Väter sagten, so ist das genug.

Wenn man soziale Beziehungen mit liturgischen Handlungen verwechselt, so kann man auch nichts mehr dazu sagen.

Wie gesagt, wenn euer Gewissen auf diese Weise rein ist, so akzeptiert diese Farce. Das ist eure freie Entscheidung. Der Mensch wurde frei erschaffen.
Es gibt aber auch viele Menschen, die das nicht tun, und das müsst ihr auch akzeptieren.

En Christo
"Liebet ihr Mich, so werdet ihr Meine Gebote halten", Jo 14,15

christodoulos
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Re: verzweifelt

Beitrag von christodoulos » 13.09.2011, 18:03

Hallo,

ich halte mich von dieser Diskussion fern - da es für mich eine Versuchung darstellt und da ich sowieso nicht verstanden werde. Ich kann nicht immer wieder das gleiche wiederholen.

Als Abschluss möchte ich noch sagen; ich sehe das so wie Rafaella aber ich weiß auch um die "spezielle Situation" hier im Westen. Meine Kirche hat das strikt verboten und ich finde es richtig und befolge das.

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