Sackgasse, Irrweg oder "nur" Prüfung?

Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
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Mira
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Sackgasse, Irrweg oder "nur" Prüfung?

Beitrag von Mira » 03.04.2011, 23:55

Hallo,
ich habe hier schon länger immer mal wieder mitgelesen und mich nun heute angemeldet.
Vielleicht finde ich hier einen Rat, denn ich weiß nicht mehr so ganz wo ich hingehöre.
Eigentlich bin ich katholisch mit einem evangelischen Elternteil. Allerdings habe ich auch über 15 Jahre einen engen Bezug zum Jesusgebet gehabt, und mich auch mit der Orthodoxie beschäftigt.
Vor 3 Jahren ist es dann zu einem Bruch in meinem Leben gekommen, bis dato war ich für einige Jahre in einer Gemeinschaft (kein Orden), die auch kontemplativ gebetet hat. Nun, es gab da ein paar üble Geschehnisse, so daß ich dort weg gegangen bin. Das war auch definitiv richtig.
Mein äußeres Leben ist auch schnell wieder gut geworden (Arbeit, Wohnung, alte und neue Freunde). Geistlich stehe ich weiter im Brachland. Zunächst habe ich versucht in verschiedenen katholischen Ortsgemeinden Fuß zu fassen, aber es fühlt sich dort so tot an. Entschuldigung für dieses harte Wort, ich bin mir auch nicht sicher, ob es vielleicht nur mein Empfinden ist. Die evangelische Gemeinde ist zwar ganz ok, aber mir fehlt dort die Eucharistie sehr.
Mein Gebetsleben hat auch in den letzten 3 Jahren schweren Schaden genommen, ich bete zwar weiter regelmäßig mündlich, aber das Jesusgebet ist fast weg, da ich die Stille, die ich so sehr geliebt habe, nicht aushalte. Ich kann selbst nachts nicht ohne Radio schlafen.
Es ist so, als wenn ich an einem Ufer stehe und am gegenüberliegenden Ufer kann ich weiter Jesus und seine Kirche sehen, aber ich kann nicht zu diesem Ufer und gehöre auch nicht mehr wirklich dazu.Ich habe auch schon an Kirchenaustritt gedacht, aber diese Gedanken als Versuchung von mir gewiesen. Egal wie sie ist, es ist Seine Kirche.
Irgendwie habe ich den Weg verloren und ich weiß nicht, wie ich weitergehen soll. Ich habe auch schon überlegt beichten zu gehen, schließlich bin ich auch durch diese Situation nicht sehr standhaft in vielen Dingen. Aber so kann ich auch keine Besserung geloben und ohne Beichte habe ich aber auch keinen Anteil an den Sakramenten.

Vielleicht hat hier jemand einen guten Rat für mich oder kann mir sagen, wie ich herausfinde, ob das Ganze eine Prüfung ist oder doch ein Irrweg.

LG Mira

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Priester Alexej
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Re: Sackgasse, Irrweg oder "nur" Prüfung?

Beitrag von Priester Alexej » 04.04.2011, 06:35

Liebe Mira,

als aller erstes herzlich willkommen im Forum und Danke, dass du uns dein Vertrauen schenkst!

Auf dem Weg des geistlichen Lebens gibt es immer wieder schwierige Zeiten, in den man Gott zeigen muss, dass man ihm nicht nur anhängt, wenn alles gut geht. Natürlich ist es leicht, ein geistliches Leben zu führe, wenn man Gottes Gnade spürt und auf den Händen getragen wird. Wenn aber diese Gnade nachlässt, muss man trotzdem standhaft bleiben. Denn nur, wenn wir Probleme selbst überwinden, ändern wir uns.

Das sind allgemeine Worte, dann deine Situation und dein Lebensweg sind nicht bekannt. Versuche aber in jedem Fall, einen geistlichen Ankerpunkt zu finden, sei das eine Gemeinschaft, Kloster, oder ein geistlich erfahrener Mensch. Alleine kommt man kaum aus einer solchen Situation raus.

Ich bin mir aber sicher, dass sich bald jemand bei dir per PN meldet, der ähnliche Erfahrungen gemacht hat.

Gruß,

L. Alexej
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Igor
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Re: Sackgasse, Irrweg oder "nur" Prüfung?

Beitrag von Igor » 04.04.2011, 07:41

Liebe Mira,

auch von mir herzlich willkommen im Forum!

Um direkt auf Deine Frage zu kommen: Ich sehe es genau so, wie Alexej, es ist hier wirklich angeraten, das Gespräch mit einem orthodoxen Priester zu suchen. Das ist aus meiner Sicht der richtige Weg, um Hilfe in diesem speziellen Fall zu bekommen.

So haben wir hier im Forum p. Martinos (Sinaitis), den Du z.B. per PN erreichen kannst.

Da ich nicht weiß, wo Du wohnst, hier noch der Link auf das Verzeichnis orthodoxer Gemeinden in Deutschland (Stand 2009).

Sehr viele Menschen haben auch schon in der Orthodoxen Mönchsskite des Heiligen Spyridon in Geilnau mit Abt Archimandrit Basilius und dem Priester-S'chemamönch Justin Hilfe in schwierigen Lebenssituationen gefunden. Dort sollte man am besten vorher anrufen und um den entsprechenden Segen bitten, bevor man sich auf den Weg dahin macht.

Ich hoffe, dass Dir das etwas weiter hilft und wünsche Dir alles Gute!

In Christo
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Mary
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Re: Sackgasse, Irrweg oder "nur" Prüfung?

Beitrag von Mary » 04.04.2011, 14:52

Mira hat geschrieben:Ich habe auch schon an Kirchenaustritt gedacht, aber diese Gedanken als Versuchung von mir gewiesen. Egal wie sie ist, es ist Seine Kirche.
Irgendwie habe ich den Weg verloren und ich weiß nicht, wie ich weitergehen soll. Ich habe auch schon überlegt beichten zu gehen, schließlich bin ich auch durch diese Situation nicht sehr standhaft in vielen Dingen. Aber so kann ich auch keine Besserung geloben und ohne Beichte habe ich aber auch keinen Anteil an den Sakramenten.

Vielleicht hat hier jemand einen guten Rat für mich oder kann mir sagen, wie ich herausfinde, ob das Ganze eine Prüfung ist oder doch ein Irrweg.

LG Mira
Hallo Mira,

bin ich richtig, dass Du in dem von mir hervorgehobenen Teil die röm. kath. Kirche meinst?

Dann, meine ich, würde dein Weg zuerst zu einem katholischen Priester (Ja, durchaus zur Beichte oder Beichtgespräch!) führen. Besserung geloben kannst Du schon... du musst ja nur geloben, dich um Besserung zu bemühen, nicht, es sicher zu können.
Wenn Du zu einem römischen Priester kein Vertrauen hast, oder unsicher bist, ob der katholische Weg noch dein Weg sein kann, dann empfiehlt sich, wie schon von anderen geschrieben, ein Gespräch mit einem orthodoxen Priester. Im Gespräch mit einem Seelsorger kannst Du deine Situation sortieren und - im Fall der Beichte - Vergebung finden.

Lg Maria
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ElvisVrinic
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Re: Sackgasse, Irrweg oder "nur" Prüfung?

Beitrag von ElvisVrinic » 04.04.2011, 15:12

ich würde dir persönlich den weg durch die orthodoxie empfehlen. Oft genug habe ich gehört, dass die Römische-Kirche bzw. jene andere konfessionen einen nicht satt mache. Besuche mal eine Liturgie und rede am besten mit einen Priester, der kann die da weiterhelfen.

In Christo

Elvis
Am Anfang war das Wort und das Wort war bei GOTT und GOTT war das Wort. Dieses war im Anfang bei GOTT. Alles ist durch es geworden, und ohne es ist nichts Geworden. Was geworden ist - in IHM war das Leben, und das Leben war das Licht des Menschen und das Licht scheint in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht ergriffen (begriffen, erfasst). (EVANGELIUM nach Johannes)

Ehre Sei dem Vater und den Sohn und den Heiligen Geist.
Jetzt und immerdar und in alle ewigkeit. Amen

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Nassos
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Re: Sackgasse, Irrweg oder "nur" Prüfung?

Beitrag von Nassos » 04.04.2011, 22:40

Hallo Mira,

herzlich willkommen im Forum.

Ich kann nicht mehr sagen als meine Vorgänger. Vielleicht ist dieses Dokument auch ein bißchen hilfreich.

Der Herr führe und erleuchte Dich!

Lieben Gruß,
Nasso0s

Sinaitis
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Re: Sackgasse, Irrweg oder "nur" Prüfung?

Beitrag von Sinaitis » 04.04.2011, 23:39

Liebe Mira, Du bist in keiner Sackgasse, aber an einer Weggabelung. Und in einer wichtigen Situationen und Entscheidung. Sei gewiß, der Weg führt zu Christus. Ich kann Dir hier in der Öffentlichkeit nichts weiter sagen. Vielleicht kannst Du jemanden finden, der in geographischer Nähe wohnt. Ich selbst bin in Franken.
p.M.

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Re: Sackgasse, Irrweg oder "nur" Prüfung?

Beitrag von Mira » 05.04.2011, 00:06

Danke für eure vielen Antworten und das herzliche Willkommen!

Ja, mir ist bewusst, dass schwierige und auch trockene Zeiten zum geistlichen Leben dazu gehören und auch schon Teil meines Lebens waren. Die jetztige Situation hat aber eine andere Qualität, die ich nicht einordnen kann.

1. Ist es eine Prüfung?
2. Ruft Gott mich wohin auch immer?
3. Oder bin ich so schuldig geworden, dass diese Situation daraus entstanden ist?

(Vielleicht weiß hier jemand ein paar Kriterien zur Unterscheidung?)

Was mich innerlich tröstet, ist, dass mein Glaube an Gott den Vater, Jesus Christus und den Heiligen Geist weiter da ist.

Vielleicht schenkt Gott mir jemanden, der mich geistlich heraus begleitet und vielleicht schenkt Gott mir auch die Stille und wieder den Zugang zum Jesusgebet zurück.

Das Internet hat Grenzen, das ist mir klar, aber ein Stück hilft auch das Aufschreiben. Danke nochmal für die vielen Antworten.

LG Mira

Sinaitis
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Re: Sackgasse, Irrweg oder "nur" Prüfung?

Beitrag von Sinaitis » 05.04.2011, 00:15

nr 3 kannst Du schon mal streichen.
Aber an einem Stolperstein oder in einer Sackgasse bist Du tatsächlich gelandet. Das Jesusgebet gehört in den gesamten Kosmos der Orthodoxie und der orthodoxen Dogmatik, Losgelöst von der Orthodoxie ist es wie eine Schnittblume, die nicht lange überlebt. Wir sind zwar im Westen daran gewöhnt, Form und Inhalt zu trennen und können deshalb auch Zen-Meditation mit Christentum, Yoga mit Jesusgebet usw. verbinden, aber das paßt alles nicht zusammen. Alles hat seinen natürlichen Rahmen und die Form ist ohne Inhalt leer und das Jesusgebet ist keine Meditationsform, sondern Ausdruck unseres ganzen orthodoxen Glaubens und LEBENS.
Ohne das alles zu reflektieren spürst Du möglicherweise diese Probleme und in sofern stehst Du an einem Scheideweg. Aber der Weg geht vorwärts und nach oben oder besser in die Tiefe. Hab Mut, weiterzugehen, aber in die richtige Richtung.!

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Re: Sackgasse, Irrweg oder "nur" Prüfung?

Beitrag von Igor » 05.04.2011, 06:36

Sinaitis hat geschrieben:Das Jesusgebet gehört in den gesamten Kosmos der Orthodoxie und der orthodoxen Dogmatik, Losgelöst von der Orthodoxie ist es wie eine Schnittblume, die nicht lange überlebt.
[...]
Ohne das alles zu reflektieren spürst Du möglicherweise diese Probleme und in sofern stehst Du an einem Scheideweg. Aber der Weg geht vorwärts und nach oben oder besser in die Tiefe. Hab Mut, weiterzugehen, aber in die richtige Richtung.!
Etwas mehr zum Jesusgebet ist auch in einem Artikel von Prof. Osipov auf bogoslov.ru erschienen.
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Als der Höchste hernieder fuhr, verwirrte Er die Sprachen, zerteilte Er die Völker, nun, da Er Feuerzungen ausgeteilt, ruft Er alle zur Einheit: Einmütig preisen wir deshalb den Heiligen Geist. (Pfingstkondakion im 8. Ton)

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Re: Sackgasse, Irrweg oder "nur" Prüfung?

Beitrag von Nassos » 05.04.2011, 09:38

Sinaitis hat geschrieben:können deshalb auch Zen-Meditation mit Christentum, Yoga mit Jesusgebet usw. verbinden, aber das paßt alles nicht zusammen. Alles hat seinen natürlichen Rahmen und die Form ist ohne Inhalt leer und das Jesusgebet ist keine Meditationsform
Nochmal hervorgehoben. So ist es und nicht anders.

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Hermann
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Re: Sackgasse, Irrweg oder "nur" Prüfung?

Beitrag von Hermann » 05.04.2011, 10:25

Igor hat geschrieben: Etwas mehr zum Jesusgebet ist auch in einem Artikel von Prof. Osipov auf bogoslov.ru
Danke Igor für den Link, ein sehr erhellender Beitrag. Und dass das Jesusgebet einen geeigneten Rahmen braucht und es für das Jesusgebet in patristischer Tradition in der röm.-kath Kirche keinen Rahmen gibt, ist eine Erfahrung, die ich in den letzten Jahren leider auch gemacht habe....vielleicht doch einmal den Rahmen wechseln...aber da gibt es davor noch einige Fragen zu klären.
Sucht zuerst das Reich Gottes, alles andere wird euch hinzugeschenkt.

Sinaitis
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Re: Sackgasse, Irrweg oder "nur" Prüfung?

Beitrag von Sinaitis » 05.04.2011, 11:45

Lieber Hermann,
diese Fragen lassen sich klären. Auf, nur Mut

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Re: Sackgasse, Irrweg oder "nur" Prüfung?

Beitrag von Mira » 05.04.2011, 13:49

Hallo,

danke für eure Antworten. Danke auch für den link von Igor, den ich noch aufmerksam weiterlesen werde.

Es ist fast 20 Jahre her, dass ich vom Jesusgebet das erste Mal hörte und mich etwas daran anzog. Ja, es waren zunächst die Erzählungen des russischen Pilgers. Meine ersten Versuche sind auch sehr schnell gescheitert, da mir bald klar wurde, dass ich da was falsch verstehe und dass das reine ständige Nennen des Namen Jesu keine Heiligung des Namens Gottes ist. Ich versuchte jemanden zu finden, der es mir erklären könnte,aber ich fand zunächst niemanden und was ich so über die Fernleihe der Bücherei zu den Schriften der Väter auftreiben konnte, war nur schwer zu verstehen. Durch Zufall kam ich dann einige Jahre später in Kontakt mit der Gemeinschaft, wo es vor drei Jahren zu einem Bruch kam.
Das Jesusgebet war für mich NIE eine christliche Version von Zen und Joga. Ich trenne das klar, denn ich bin Christ und KEIN fernöstliches Irgendwas. Zunächst glaubte ich, in dieser Gemeinschaft eine Form der Kontemplation des christlichen Abendlandes zu finden. Ich gebe zu, in dieser Gemeinschaft wurde das durchaus eher mit fernöstlichem vermischt, was ich nicht gut fand, aber auch nicht deutlich genug gesagt habe. Mit dieser Schuld stehe ich vor Gott.
In dem Link von Igor steht, dass das Gebet keine "Gefühlsduselei" ist. Das sehe ich auch so. Für mich war und ist es eine Form im Angesicht Gottes zu leben mit deutlichem Bodenkontakt. Am Anfang meines Weges erinner ich mich, dass mich eine Weile die Frage umtrieb, ob ich nicht auch mal was Besonderes im Gebet sehen möchte. Das war für mich eine Versuchung, die ich abgewiesen habe. Wenn Gott möchte, zeigt er mir was, aber er fragt vorher nicht dauernd, ob ich was sehen will.
Auf der anderen Seite hat Gott mir in einem Lebensbereich sehr deutlich gezeigt, dass da etwas nicht mit einem geistigen Leben vereinbar ist. Mein Bemühen war da auch ohne Erfolg und eigentlich wäre ich zur Beichte verpflichtet. Aber in der jetztigen Situation kann ich erst recht nicht dagegen kämpfen. Also Schuld spielt da an meiner Situation schon eine Rolle, die ich Gott im Moment im persönlichen Gebet bringe.

Lieber p. Martinos (Sinaitis), ich möchte gerne den Schritt in die richtige Richtung tun.

LG Mira

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Florianklaus
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Re: Sackgasse, Irrweg oder "nur" Prüfung?

Beitrag von Florianklaus » 06.04.2011, 07:41

Sinaitis hat geschrieben:nr 3 kannst Du schon mal streichen.
Aber an einem Stolperstein oder in einer Sackgasse bist Du tatsächlich gelandet. Das Jesusgebet gehört in den gesamten Kosmos der Orthodoxie und der orthodoxen Dogmatik, Losgelöst von der Orthodoxie ist es wie eine Schnittblume, die nicht lange überlebt. Wir sind zwar im Westen daran gewöhnt, Form und Inhalt zu trennen und können deshalb auch Zen-Meditation mit Christentum, Yoga mit Jesusgebet usw. verbinden, aber das paßt alles nicht zusammen. Alles hat seinen natürlichen Rahmen und die Form ist ohne Inhalt leer und das Jesusgebet ist keine Meditationsform, sondern Ausdruck unseres ganzen orthodoxen Glaubens und LEBENS.
Ohne das alles zu reflektieren spürst Du möglicherweise diese Probleme und in sofern stehst Du an einem Scheideweg. Aber der Weg geht vorwärts und nach oben oder besser in die Tiefe. Hab Mut, weiterzugehen, aber in die richtige Richtung.!

Hochwürden,

wieso eigentlich gehört das Jesusgebet in den Kosmos der orthodoxen Dogmatik? Ich persönlich habe in dem Gebetstext nicht spezifisch orthodoxes erkennen können. Wieso sollte das Jesusgebet nicht auch von Christen anderer Konfessionen mit geistlichem Gewinn praktiziert werden können? Oder ist deren Gebet nach Ihrer Ansicht ohnehin fruchtlos? Wie ist es z.B. mit dem Vaterunser? Gehört es auch in den Kosmos der orthodoxen Dogmatik? Ist es legitim, wenn Katholiken und Protestanten es beten?

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