Gold und das Christentum

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Mirjanin
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Gold und das Christentum

Beitrag von Mirjanin » 09.01.2011, 13:54

Grüß Gott zusammen,

ich arbeite aktuell gerade an meiner Abschlussarbeit, bei der ich mich u.a. mit dem Goldstandard und den kulturellen Einflussfaktoren beschäftige.

Da das Christentum in den vergangenen zwei Jahrtausenden unsere Kultur maßgeblich prägte, liegt natürlich nahe zu untersuchen, welche Lehre das Christentum im Bezug auf Gold vertritt. Mir fällt da die Verwendung von Gold in den Kirchen ein. Wer weiß etwas Näheres zur Symbolik des Goldes im Christentum zu berichten?
Was sie nicht verstehen können, ist das wir keine politische Partei bekämpfen, sondern die Mörder der spirituellen Kultur.

ElvisVrinic
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Re: Gold und das Christentum

Beitrag von ElvisVrinic » 09.01.2011, 15:27

CHRISTUS IST GEBOREN !!!

Da stellst du eine sehr vielschichtige frage.

Ich kenn da ein paar bibelversen:

Mt:
Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, da sie die Motten und der Rost fressen und da die Diebe nachgraben und stehlen. 20 Sammelt euch aber Schätze im Himmel, da sie weder Motten noch Rost fressen und da die Diebe nicht nachgraben noch stehlen. (Matthäus 19.21) (Lukas 12.33-34) (Kolosser 3.1-2) 21 Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz.
22 Das Auge ist des Leibes Licht. Wenn dein Auge einfältig ist, so wird dein ganzer Leib licht sein; (Lukas 11.34-36) 23 ist aber dein Auge ein Schalk, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis sein! (Johannes 11.10)
24 Niemand kann zwei Herren dienen: entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird dem einen anhangen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. (Lukas 16.9) (Lukas 16.13) (Jakobus 4.4)
25 Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr denn Speise? und der Leib mehr denn die Kleidung? (Philipper 4.6) (1. Petrus 5.7) (Lukas 12.22-31) 26 Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie? (Matthäus 10.29-31) (Lukas 12.6-7) 27 Wer ist aber unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum sorget?
28 Und warum sorget ihr für die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. 29 Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist wie derselben eins. (1. Könige 10.1) 30 So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht viel mehr euch tun, o ihr Kleingläubigen? 31 Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen, was werden wir trinken, womit werden wir uns kleiden? 32 Nach solchem allem trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr des alles bedürfet.
33 Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. (Römer 14.17) (1. Könige 3.13-14) (Psalm 37.4) (Psalm 37.25) 34 Darum sorgt nicht für den andern Morgen; denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe

hier noch:
Mt:
Von der Zahlung der Tempelsteuer

24 Da sie nun gen Kapernaum kamen, gingen zu Petrus, die den Zinsgroschen einnahmen, und sprachen: Pflegt euer Meister nicht den Zinsgroschen zu geben? (2. Mose 30.13) 25 Er sprach: Ja. Und als er heimkam, kam ihm Jesus zuvor und sprach: Was dünkt dich, Simon? Von wem nehmen die Könige auf Erden den Zoll oder Zins? Von Ihren Kindern oder von den Fremden? 26 Da sprach zu ihm Petrus: Von den Fremden. Jesus sprach zu ihm: So sind die Kinder frei. 27 Auf daß aber wir sie nicht ärgern, so gehe hin an das Meer und wirf die Angel, und den ersten Fisch, der herauffährt, den nimm; und wenn du seinen Mund auftust, wirst du einen Stater finden; den nimm und gib ihnen für mich und dich.

und noch:

Mk:
Und Jesus setzte sich gegen den Gotteskasten und schaute, wie das Volk Geld einlegte in den Gotteskasten; und viele Reiche legten viel ein. (2. Könige 12.10) 42 Und es kam eine arme Witwe und legte zwei Scherflein ein; die machen einen Heller. 43 Und er rief seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Diese arme Witwe hat mehr in den Gotteskasten gelegt denn alle, die eingelegt haben. 44 Denn sie haben alle von ihrem Überfluß eingelegt; diese aber hat von ihrer Armut alles, was sie hatte, ihre ganze Nahrung, eingelegt.

Du siehst es ist sehr vielschichtig ausgelegt die sache mit den Geld. Es bedeutet "weltherrschaft" aber auch opfergabe wie du sehen kannst.

hoffe dir wurde geholfen.

LG und viel erfolg !!!

Elvis
Am Anfang war das Wort und das Wort war bei GOTT und GOTT war das Wort. Dieses war im Anfang bei GOTT. Alles ist durch es geworden, und ohne es ist nichts Geworden. Was geworden ist - in IHM war das Leben, und das Leben war das Licht des Menschen und das Licht scheint in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht ergriffen (begriffen, erfasst). (EVANGELIUM nach Johannes)

Ehre Sei dem Vater und den Sohn und den Heiligen Geist.
Jetzt und immerdar und in alle ewigkeit. Amen

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Re: Gold und das Christentum

Beitrag von Igor » 09.01.2011, 17:46

Hallo Mirjanin,

in Ergänzung findest Du einen Audiobeitrag zum Thema "Gold und Glaube" beim Deutschlandfunk, der in der Religionssendung "Tag für Tag" ausgestrahlt wurde.

Hier der :arrow: Link.

In Christo
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Als der Höchste hernieder fuhr, verwirrte Er die Sprachen, zerteilte Er die Völker, nun, da Er Feuerzungen ausgeteilt, ruft Er alle zur Einheit: Einmütig preisen wir deshalb den Heiligen Geist. (Pfingstkondakion im 8. Ton)

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Re: Gold und das Christentum

Beitrag von Mirjanin » 09.01.2011, 18:31

Ein herzliches Dankeschön euch beiden :)
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Re: Gold und das Christentum

Beitrag von Andromachi » 09.01.2011, 20:16

Der Heiligte Johannes Chrysostomos sagte: "Wünsche dir nicht, dass du das Gras, auf das du trittst, zu Gold umwandeln kannst, wünsche dir lieber, dass du so wirst, dass dir das Gold, auf das du trittst, wie Gras vorkommt". Ich kann aber nicht sagen, wo genau dieser Spruch zu lesen ist und auch nicht den genauen Wortlaut.
5 Minuten später: Gerade habe ich nachgeschaut bei:

http://www.unifr.ch/bkv/awerk.htm

und fand etwas Ähnliches in der Homilie 46, Kap XIII, V. 24-33. Aber du kannst ja diese Suche auch selbst durchführen, denn die alten Väter sind wirklich ein "Goldschatz".

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Lazzaro
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Re: Gold und das Christentum

Beitrag von Lazzaro » 09.01.2011, 20:27

Das Gold ist, soviel ich weiß, auch ein Symbol der Ewigkeit und der Göttlichkeit. Daher auch der Goldhintergrund bei manchen Ikonen und die Innenvergoldung des eucharistischen Kelches.
Was das aber mit den trefflich von Elvis herausgesuchten Bibelversen und dem Armutsgebot der Kirche zu tun hat weiß ich auch nicht.
Bei teuren Reliquiaren wil man sinngemäß sagen: "Die Heiligen sind der eigentliche Schatz." Oder beim vergoldeten Evangelieneinband entsprechendes über das Wort Gottes.

PS.: Ich trage bewußt kein Kreuz aus Edelmetall.
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Re: Gold und das Christentum

Beitrag von ElvisVrinic » 10.01.2011, 01:12

Lazzaro hat geschrieben: Was das aber mit den trefflich von Elvis herausgesuchten Bibelversen und dem Armutsgebot der Kirche zu tun hat weiß ich auch nicht.
.
nun ja, in den ersten versen wird gesagt, dass man nicht zwei herren dienen kann, somit ist das mammon also das Geld von zweitrangiger bedeutung. Denn wer Geld und Reichtum und den Quatsch zum lebensinhalt macht, den wird so oder so die seele verderben !!!!!

Wie auch schon zitiert wurde, ist das Geld eine art "weltherrscher" und uns fremd. Welches ich auch verdeutlichen wollte.

Im letzten Gleichnis wird es auch als geistige opfergabe betrachtet, da es unserer seligen witwe, ich sage mal, weh getan hat.


Ach ja, wer sagt den das die Kirche arm ist - sie hat halt kein Geld aber unseren Reichtum macht diese welt noch lebenswert. :mrgreen:

Grüssend

Elvis
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Re: Gold und das Christentum

Beitrag von Nassos » 11.01.2011, 00:06

Mirjanin hat geschrieben:Grüß Gott zusammen,

ich arbeite aktuell gerade an meiner Abschlussarbeit, bei der ich mich u.a. mit dem Goldstandard und den kulturellen Einflussfaktoren beschäftige.

Da das Christentum in den vergangenen zwei Jahrtausenden unsere Kultur maßgeblich prägte, liegt natürlich nahe zu untersuchen, welche Lehre das Christentum im Bezug auf Gold vertritt. Mir fällt da die Verwendung von Gold in den Kirchen ein. Wer weiß etwas Näheres zur Symbolik des Goldes im Christentum zu berichten?
Ich hatte Deine Frage zuerst hier gesehen.

Loukia
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Re: Gold und das Christentum

Beitrag von Loukia » 02.04.2011, 10:19

Lazzaro hat geschrieben:PS.: Ich trage bewußt kein Kreuz aus Edelmetall.
Also ich trage immer mein Taufkreuz und es ist aus Gold, aber ich trage eigentlich nie und wenn dann extrem ungern eine andere Kette, fast so als hätte ich keine andere oder als gäbe es keine andere...
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Re: Gold und das Christentum

Beitrag von Lazzaro » 02.04.2011, 12:54

Ich habe geschrieben:
PS.: Ich trage bewußt kein Kreuz aus Edelmetall.
Inzwischen hat sich das geändert. :oops:
Lazarus
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Re: Gold und das Christentum

Beitrag von Loukia » 02.04.2011, 18:55

Lazzaro hat geschrieben:
Ich habe geschrieben:
PS.: Ich trage bewußt kein Kreuz aus Edelmetall.
Inzwischen hat sich das geändert. :oops:
Lazarus

Ist ja nichts schlimmes, finde zumindest ich. Mein Taufkreuz ist jetzt so um die 19 Jahre alt und soll mich solange wie möglich (am besten bis zum Ende) begleiten, das es aus Gold ist, ist da wohl von Vorteil.
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