Kurze Fragen - kurze Antworten!

Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
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Nassos
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitragvon Nassos » 19.12.2012, 13:27

Schauen Sie auch mal hier nach http://www.kreuzgang.org/search.php?key ... bmit=Suche

Bzw die Suchfunktion in diesem Form nutzen.

Ich möchte gerne auch auf eine Sache hinweisen: der Begriff “Palamismus“ existiert in der Ostkirche nicht. Es ist ein Begriff der Westkirche, der auch einen gewissen Grad der Abfälligkeit beinhaltet, weil sie die Lehren des Heiligen als etwas Neues ansieht.Dass sieht die Orthodoxie natürlich nicht so, der Hl. Gregor hat zusammengetragen, was andere vor ihm schon “angedeutet “ hatten. ich werde heute Abend noch ein zwei Literaturtipps nennen, aber mit dem Wort “Palamismus“ bitte mit Bedacht umgehen.

Danke und Gruß,
Nassos

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apxwn
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitragvon apxwn » 19.12.2012, 14:49

ella hat geschrieben:-jetzt habe ich mir gedacht dass ich über Gregorios Palama und Barlam kurz ein Kapitel einfüge (theologischer Streit, kernaussagen des Palamismus

Ja, das was Nassos dazu bemerkt, ist absolut korrekt. Zumal es neuerdings ja auch einen sog. "Neopalamismus" geben soll.
Insofern wäre es an dieser Stelle angebracht, die Kernaussagen des "Barlaamismus" - oder des Humanismus - zu bringen.

Literatur: (fast) alles von Protopresbyter John Meyendorff. Mit drei Akzenten:
- Barlaam v. Kalabrien vs. Gregorios Palamas
- Gregorios Akyndinos vs. Gregorios Palamas
- Nikephoros Gregoras vs. Gregorios Palamas

Im Prinzip drei Köpfe ein und derselben Hydra. Ich habe das seinerzeit in einer Arbeit flüchtig behandelt. Flüchtig, weil die Richtung der Arbeit explizit nichttheologisch war. Das ist schon viele Jahre her und eben nichttheologisch, aber vielleicht hilft es Dir weiter: "Der heilige Gregorios Palamas und der byzantinische Hesychasmus" (ist von 2005, glaube ich).

ella hat geschrieben:Hesychastische Praxis ( da will der Professor, dass ich hier die Mönche bzw. die hesychastische Praxis auf dem Athos Berg beschreibe ). Literatur emfehlung ?

Dito. Bzw. lies doch mal die "Triaden" des hl. Gregor. Die erfassen eigentlich alles, was Du willst. Stichwort "omphalopsychoi"... :)
ἐὰν γὰρ ἀποθάνη̨ ἄνθρωπος ζήσεται;

Nassos
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitragvon Nassos » 19.12.2012, 23:52

Danke, archon!

Hier noch etwas mehr Literatur:
http://www.amazon.de/Das-lebensschaffen ... 103&sr=8-1

und

http://edoc.ub.uni-muenchen.de/4005/1/K ... ikolai.pdf

Und ja, Dein Prof hat recht. Es wird ein riesiges Stück Arbeit, wenn Ihr auf die ganzen liturgischen Feinheiten bzw. Änderungen und Differenzen sowie deren Hintergründe angehen wollt. Alleine aus der Literatur wird das nicht zu schaffen sein, da wären wohl auch sehr viele Interviews nötig. Aber wenn Ihr das schaffen solltet, dann wäre ich an dem Werk sehr interessiert!

Auf jeden Fall wäre es sehr nett - wenn Sie denn wollen - uns auf dem Laufenden zu halten.

Gutes Gelingen,
Nassos

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Neu hier, kurze Fragen

Beitragvon verenamaria » 21.12.2012, 13:13

Hallo, ich bin neu im Forum und interessiere mich für die orthodoxe Kirche. Demnächste werde ich erstmals an einer byzantinischen Liturgie (uniert) teilnehmen können.
Ich weiss, dass ich dort zum Empfang der Eucharistie darf.

Aber: Wie ist das in der othodoxen Kirche. Ich habe irgendetwas von Handkuss und drei Schritte rückwärts gehen gelesen?
Und auch, dass die Menschen sich da unterschiedlich hinknien, bekreuzigen, Kerzen anzünden? Oder die Ikonen küssen?

Das klingt für mich alles etwas fremd. Kann mir jemand Antwort geben, bzw. einen guten Link geben?

Danke und LG VerenaM

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Re: Neu hier, kurze Fragen

Beitragvon Igor » 21.12.2012, 18:32

verenamaria hat geschrieben:Hallo, ich bin neu im Forum und interessiere mich für die orthodoxe Kirche. Demnächste werde ich erstmals an einer byzantinischen Liturgie (uniert) teilnehmen können.
Ich weiss, dass ich dort zum Empfang der Eucharistie darf.


Liebe Verenamaria,

zuerst herzlich willkommen hier im Forum.

Zur Info: Die unierten Kirchen gehören nicht zur Famlie der kanonischen orthoxen Kirchen, sind also nicht mit ihnen in eucharistischer Gemeinschaft.


verenamaria hat geschrieben:Aber: Wie ist das in der othodoxen Kirche. Ich habe irgendetwas von Handkuss und drei Schritte rückwärts gehen gelesen?
Und auch, dass die Menschen sich da unterschiedlich hinknien, bekreuzigen, Kerzen anzünden? Oder die Ikonen küssen?

Das klingt für mich alles etwas fremd. Kann mir jemand Antwort geben, bzw. einen guten Link geben?


In unserer FAQ findest Du einige Hinweise auf grundlegende Informationen zur Orthodoxie, so z.B. auch auf ein 90‘ langes Video „Einführung in die Orthodoxie“, welches Dir bestimmt weiter helfen wird.

In Christo
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Als der Höchste hernieder fuhr, verwirrte Er die Sprachen, zerteilte Er die Völker, nun, da Er Feuerzungen ausgeteilt, ruft Er alle zur Einheit: Einmütig preisen wir deshalb den Heiligen Geist. (Pfingstkondakion im 8. Ton)

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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitragvon verenamaria » 21.12.2012, 19:04

Danke, ich werde mir das video die tage anschauen. Hmmm, dann ist es wohl eine kanonisierte orthodoxe kirche denke ich, auf jeden Fall darf ich da zur Eucharistie wurde mir gesagt. In der Abtei Niederaltaich.
Liebe Grüße
VerenaM

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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitragvon Igor » 21.12.2012, 19:12

verenamaria hat geschrieben:Hmmm, dann ist es wohl eine kanonisierte orthodoxe kirche denke ich, auf jeden Fall darf ich da zur Eucharistie wurde mir gesagt. In der Abtei Niederaltaich.


Die Abtei Niederaltaich gehört, obwohl dort auch nach byzantinischem Ritus zelebriert wird, juristiktionell zur römisch-katholischen Kirche.
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitragvon verenamaria » 22.12.2012, 10:07

Hallo Igor, ich kenne mich null damit aus, danke für Deine Hinweise. lg VerenaM

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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitragvon Igor » 22.12.2012, 13:39

Kein Problem - gerne! Bei Fragen - fragen! :wink:
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitragvon holzi » 22.12.2012, 21:48

verenamaria hat geschrieben:Hallo Igor, ich kenne mich null damit aus, danke für Deine Hinweise. lg VerenaM

Hallo, das bedeutet, dass du dort in Niederaltaich ohne Bedenken kommunzieren dürftest. Es liegt dort in der Kirche auch ein Faltblatt aus, wo die ärgsten Fehler beschrieben sind und einige Hinweise drin stehen, wie man der Liturgie im östlichen Ritus am besten folgen kann.
Das Christentum nimmt den Menschen, wie er ist, und macht ihn zu dem, was er sein soll. (Adolph Kolping 1813-1865)

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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitragvon Nassos » 23.12.2012, 21:08

Hallo Leute,

weiß eventuell jemand, wie die Heilige Kommunion in den ersten Jahrhunderten der Kirche verabreicht wurde?
Wie wurde damit umgegangen, zum Beispiel in der Hagia Sophia, wenn sich Tausende von Gläubigen versammelten und die Kommunion empfingen? (ich denke da an so Probleme wie das Vermeiden des Vergießens des konsekrierten Weines etc).

Vielen Dank!

Den NK-lern wünsche ich ein gesegnetes Fest der Christgeburt, den AK-lern weiterhin ein gutes Fasten!

In Christo,
Nassos

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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitragvon Igor » 24.12.2012, 11:08

Nassos hat geschrieben:Den NK-lern wünsche ich ein gesegnetes Fest der Christgeburt, den AK-lern weiterhin ein gutes Fasten!


Ich schließe mich den Wünschen an. Anbei ein Foto aus der Christi Geburtskirche in Bethlehem, aufgenommen während unserer diesjährigen Pilgerreise ins hl. Land.

bethlehem.jpg
Christi Geburtskirche in Bethlehem
bethlehem.jpg (64.38 KiB) 7377 mal betrachtet


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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitragvon Lazzaro » 27.12.2012, 08:41

Vielen Dank für die Weihnachtsgrüße!
Ich konnte nicht eher antworten, weil mich eine Erkältung heimgesucht hat.

@Nassos: Grundsätzlich lief das so ab, daß der Priester das Heilige Brot austeilte und der Diakon den Kelch reichend daneben stand.
Jetzt folgen die Spekulationen: Im Halberstätter Domschatz gibt es einen byzantinischen (1204 geklaut) Diskos mit ca. 30 cm Durchmesser. Dem entsprechend groß werden wohl auch die Prosphoren sein.
In der Russ. Kirche ist es heute üblich während des Eucharistiegebetes einen einzigen großen Kelch auf dem Altar stehen zu haben. Vor der Komunion wird der Inhalt auf mehrere in handlicher Größe verteilt.

==> Ich denke man wird damals ähnlich operiert haben: Man hat die heiligen Gaben in mehrere kleinere Gafäße verteilt. Auf der anderen Seite stellt sich die Frage wieviele der Kirchenbesucher auch wirklich zur Komunion gingen. Schon Ambrosius von Mailand schimpft über den seltenden Komunionsempfang.

Lazarus
Cantábiles mihi erant justificatiónes tuæ, * in loco peregrinatiónis meæ. - Ps.118:54

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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitragvon Nassos » 28.12.2012, 20:01

Hallo Lazzaro,

vielen Dank!
Ich denke, dass es durchaus mehr als nur ein Priester und ein Diakon waren und vor allem kam bestimmt auch die Frage auf, wie man bei solchen Menschenmassen das Verschütteln der Kommunion vermeiden konnte, ohne aber auch mehrere Stunden dafür zu brauchen.
Ich denke, diese Problematik verursachte in der römisch-katholischen Kirche wohl die Trennung von Leib und Blut mit und irgendwann mal auch das "Umsteigen" auf die Hostien *. Wenn das eine Ursache gewesen sein soll, dann kann ich mir vorstellen, dass die selbe Fragestellung auch z.B. in Konstantinopel aufgetreten ist; daher auch meine Frage.

Gruß,
Nassos

* vielleicht kann einer unserer römisch-katholischen Freunde hier auch kurz etwas dazu sagen. Danke!

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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitragvon holzi » 29.12.2012, 16:44

Nassos hat geschrieben:* vielleicht kann einer unserer römisch-katholischen Freunde hier auch kurz etwas dazu sagen. Danke!
Tu ich hiermit!
Der "Umstieg" auf die Hostien hatte mehrere Gründe.
Erstens waren diese trockenen Hostien länger haltbar als die Prosphoren-"Semmeln" und viel weniger bröselig. Da auch der kleinste Brösel der Leib Christi ist, erfordert das dann große Sorgfalt, die "Semmeln" aufzuschneiden und auszuteilen. Mit den kleinen "Portionspackungen" wird das einfacher.
Zweitens kam dann der Wegfall des Weines für die Massen dazu. Auch hier war die Furcht vor dem Verschütten sehr groß. Im Mittelalter wurde immer wieder die Forderung nach der Wiedereinführung des Kelches für die Gläubigen laut, es wurde auch ernsthaft erwogen, dies wieder einzuführen, Andererseits wurde die Forderung aber sehr oft mit unannehmbaren, häretischen Ansichten (wie die Abschaffung von Klerus und Kirche z.B. durch die Hussiten) verbunden, so daß eine Annahme derselben eigentlich nicht sinnvoll war.
Das Christentum nimmt den Menschen, wie er ist, und macht ihn zu dem, was er sein soll. (Adolph Kolping 1813-1865)


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