Konvertieren zur Orthodoxie - was hindert mich daran?

Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
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danadoina_3
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Beitrag von danadoina_3 » 01.06.2007, 08:54

holzi hat geschrieben:Übrigens bin ich ebenso wie du ein "Hetero", also ein römischer Katholik, der Gefallen an der Orthodoxen Glaubensart findet. Und genau wie du habe ich mich noch nicht entschlossen, formell mit Rom zu brechen( - zumindest nicht unter diesem Papst!).


Lieber konrad, ich kenne noch zwei personen in deiner situation und verstehe es einfach nicht !

es ist so als ob, ein sterbenskrankermensch (unser aller seele ist im grundegenommen krank!) ein medikament auf dem tisch sieht, erkennt daß es das lebensrettende medikament ist, nimmt es aber nicht weil er zu sehr an den alten medikamenten hängt oder weil alle die er kennt den alten medikament nehmen !

(oder, du hast die Treppe endeckt die dich zum Gott bringen kann, fängst aber nicht an zu steigen weil alle anderen die du kennst noch auf dem platz daneben sich über Gott unterhalten, und einer kann es besonders gut ( der Papst !))


verzeihe mir bitte, ich möchte dir nicht zu nahe treten ( wie Aleksandra es so schön sagt ) aber ich verstehe es einfach nicht, wenn man "den Edelstein findet " von dem in der Heiligen Schrift die rede ist dann muß man alles lassen und verlassen um das zu ergattern ! Oder ? :?

Du kannst die Komunion nicht nehmen, ist dass kein schmerz für dich ?
Orthodoxie kann man eigentlich nicht betrachten, es ist wirkungslos sondern man muß es erleben (kommunizieren, beichten, etc.).

nochmals, bitte, bitte nicht falsch verstehen, meinem eigenen bruder würde ich es genau so sagen; eigentlich sind wir alle geschwister im Gott!

dana

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Elias
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Beitrag von Elias » 01.06.2007, 13:04

Hi:)
Da muss ich ihr Recht geben...eigentlich habt ihr beide euch schon für den Rechten Glauben entschieden, nur müsst ihr es auch letztentlich umsetzen...Ich war auch vorher auf Papier römisch - Katholisch habe aber meine Gottesdienste immer in der orthodoxen Gemeinde angehalten wobei ich sagen muss das es mir schon schwer gefallen ist Gottesdienste ohne die kommunion, die Gemeinschaft mit dem Herrn, abzuhalten. Nachdem ich mich entschlossen habe mich noch einmal Taufen zu lassen habe ich diesen Schritt nie bereut, sogar ganz im Gegenteil. So Intensiv habe ich mein Glauben noch nie gelebt und seitdem ich sogar den Altardienst übernehmen durfte bin ich Gott noch nie so nah gewesen, natürlich nicht nur deswegen aber es ist alles viel Intensiver und daher bin ich viel Glücklicher...Also brüder nimm gibt euch einen Ruck:)

In liebe christo Ilia

holzi
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Beitrag von holzi » 01.06.2007, 16:50

Hallo liebe Brüder und Schwestern im Herrn,

ich habe auf Danas Beitrag zunächst per PN geantwortet, da diese Diskussion im Bibelstrang eher fehl am Platze ist. Da sich nun auch Elia in diese Richtung eingeschaltet hat, möchte ich doch - unter dem Hinweis, dass das eigentlich hier Off-Topic ist und wenn sich ein Moderator der Beiträge annehmen wollte, so darf er sie gerne in ein geeigneteres Thema verschieben - meine Erwiderung auf Danas Schreiben posten:
holzi hat geschrieben:Liebe Dana,

ich danke Dir für Deine mitfühlenden Worte und Deine Sorge um mein Seelenheil. Allein, ich finde es angemessener, Dir per PN zu antworten, weil die Diskussion im Bibelstrang fehl am Platze ist.

Der Grund, der mich in meiner angestammten Kirche hält ist genau derselbe, der auch Dich dazu bewogen hat, mir diese Zeilen zu schreiben: Jesus Christus, der uns alle erlöst hat. Du kommst, wie du verraten hast, aus Hamburg. Eine - leider - sehr entchristlichte Stadt. Die Protestanten dort hängen leider einer argen Verirrung an, die das Christentum als eine reine Moral- und Soziallehre verkümmern ließ. Das sollte Dich aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es - zumindest hier in Bayern - ein sehr lebendiges, in der Tradition der alten Kirche verwurzeltes Christentum in Form der römisch-katholischen Kirche gibt! Hier in Regensburg stammt der älteste christliche Fund aus dem vierten Jahrhundert. Seitdem besteht die Kirche hier ohne historischen Bruch fort.

Du fragst, ob es mich schmerzt, nicht die Kommunion empfangen zu dürfen. Ich möchte Dir antworten, Ja und Nein! Nein, weil ich jeden Sonntag in der Hl. Kommunion den Leib (und das Blut) unseres Herrn Jesus empfangen darf, weil ich im Sakrament der Beichte die Verzeihung meiner (vielen) Sünden erlangen kann. Es ist ja nicht so, dass wir lateinischen Christen keine geweihten Bischöfe und Priester und nicht die sieben Sakramente hätten, wie z.B. die meisten Protestanten. Die Sakramente/Mysterien haben wir sehr wohl, auch wenn wir sie in unserer Tradition ein bisschen anders begehen.

Und ja, es schmerzt mich sehr wohl, dass wir unsere Mysterien/Sakramente noch nicht gemeinsam feiern dürfen. Ein Übertritt in eine andere Jurisdiktion würde daran aber nichts ändern, da eine Kirchengemeinschaft dadurch nicht hergestellt wird. Dazu später aber mehr.

Nun zu unserem Papst Benedikt: ich hatte das Glück, ihn vor einigen Jahren persönlich kennenlernen zu dürfen. Ein sehr angenehmer, gebildeter, bescheidener und vor allem frommer Mann! Vor allem solltest Du evtl. polemische Reden gegen ihn nicht nachplappern, ohne etwas von ihm gelesen oder gehört zu haben. So abwegig und unchristlich kann sein (und damit auch unser) Glaube nicht sein, wenn Patriarch Bartholomaios das Vorwort zur griechischen Übersetzung seines Buches "Jesus von Nazareth" und Metropolit Kyrill von Smolensk das Vorwort zur russischen Übersetzung von "Einführung ins Christentum" geschrieben haben. (Quellen: http://www.radiovaticana.org/ted/Articolo.asp?c=135325 und http://www.radiovaticana.org/ted/Articolo.asp?c=107657 ). Papst Benedikt ist ein profunder Kenner der Kirchenväter, er hat eine große Sympathie gegenüber den orthodoxen Positionen (weit mehr als gegenüber den meisten protestantischen Denominationen!), er schätzt die Tradition sehr und ist Willens, einige modernistische Verirrungen zu entgegnen - und er ist vor allem kein Vertreter eines weltlich mächtigen Papsttums mehr, das es seit 1870 auch nicht mehr gibt. Die Ostkirchen hatten nicht Unrecht, ein weltlich mächtiges Papsttum abzulehnen - wie übrigens auch die Initiatoren der Reformation, nur dieses allmächtige Herrschaftssystem wurde - ich glaube auch durch göttlichen Willen - von der Geschichte überrollt. Zumindest die Päpste seit Johannes XXIII dienen vor allem Gott und nicht mehr der eigenen Macht!

Ich sehe eben, dass unsere Kirchen - entgegen mancher Polemik und Propaganda, die es leider in beiden Lagern gibt - in den wesentlichen Glaubensinhalten soweit übereinstimmen, dass ich behaupten kann, dass wir beide den gleichen kostbaren Edelstein gefunden und das gleiche lebensrettende Medikament eingenommen haben.

Nun zum Grund, der mich an den orthodoxen Kirchen "abstößt": es ist so, dass ich Deutscher - genauer gesagt Bayer - bin und kein Serbe, Russe, Rumäne oder sonstwas werden will. Paulus war den Juden ein Jude, den Griechen ein Grieche, - ich aber soll zu einem Russen, Griechen oder Rumänen werden? Zwar gibt es gelegentlich deutschsprachige Liturgien, aber eben nur sehr ausnahmsweise und auch das nur in der byzantinischen Tradition, meist wollen die orthodoxen Gemeinden lieber unter sich bleiben. Es ist eben orthodoxe Tradition, sich nationalkirchlich zu organisieren. Das ist im "Mutterland" wohl von Vorteil, in der Diaspora zersplittern sich die Kirchen bis zur Unsichtbarkeit. Das klingt hart, ist es auch, aber diese Erfahrungen habe ich gemacht. Genau die weltweite Komponente, die Jesus seiner Kirche auf den Weg gegeben hat, findet in den leider recht partikularistischen Landeskirchen der Orthodoxie leider nicht den Stellenwert, der ihr gebührt. Zwar sind (theoretisch) alle orthodoxen Kirchen in Einheit miteinander, in der Realität aber leider arg zerstritten. Warum gab es denn noch kein panorthodoxes Konzil, das seit knapp 50 Jahren vorbereitet wird? Warum stocken die Dialoge mit der katholischen Kirche? Zumeist weniger wegen essentieller Dinge, sondern eher, weil sich mal wieder der Moskauer Patriarch und der ökumenische Patriarch nicht über die Sitzordnung einigen können? (Deshalb war auch bei der 1000-Jahr-Feier der russischen Kirche 1987 kein! Vertreter des ökumenischen Patriarchates anwesend. Dies sind Sachen, die mich ebenso stören wie die - religiös verbrämten - Nationalismen, die man in Moldawien, Montenegro, Makedonien, der Ukraine etc. beobachten kann, also überall, wo eine staatlich-politische Unabhängigkeit auch gleich kirchlich zementiert werden soll.

Und bitte verstehe auch Du mich nicht falsch, ich bewundere Deinen Einsatz für deine Kirche und respektiere Deinen Glauben, momentan hält mich eben noch mehr in meiner Kirche als mich an Deiner anzieht, vor allem, weil unser gemeinsames Ziel das ewige Leben bei Gott ist. Das geteilte Gewand Christi ist ein Skandal, aber ich lasse nicht den einen Fetzen seines Gewandes los, nur um mich an einen anderen zu hängen. Ich ziehe es vor, lieber zu Nadel und Faden zu greifen und da, wo ich etwas fassen kann, anzufangen, die Flicken zusammen zu nähen. Ich alleine werde die Einheit der Kirche nicht zustande bringen, aber jeder sollte versuchen an seinem Platz sein Scherflein dazu beizutragen. Ich rede nicht blindem Ökumenismus das Wort - davor bin ich mittlerweile geheilt, aber schon die Tatsache, dass wir in gegenseitiger Achtung und christlicher Liebe miteinander diskutieren, ist schon ein gewaltiger Fortschritt auf dem Weg der Einheit. Vor noch nicht allzu langer Zeit warf man bei sochen Anlässen lieber mit Anathemata um sich, als auf die Argumente des Nächsten auch nur zu hören.

Dein letzter Satz gibt mir dazu Hoffnung: "Eigentlich sind wir alle Geschwister in Gott!" Dem ist nichts mehr hinzuzufügen!

So segne uns der Herr
In Christo

Dein "Bruder" Konrad
Ich bitte Euch aber darum, den persönlichen Charakter dieser Apologie zu berücksichtigen, es war von mir nie beabsichtigt, sie hier vor allem Volke auszubreiten.

Also bitte nicht bis in Detail hier im Forum zerfleddern - per PN gerne!

Danke für Euer Verständnis,
in Christo

Konrad

IoannesProselytos
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Beitrag von IoannesProselytos » 01.06.2007, 19:07

Xpristos anesti!

Also ich persönlich denke mir, dass es sich gehört, sich selbst zu ändern in Hinsicht auf Sprache etc.
Mich würde es auch freuen, wenn es ein dt. Patriarchat geben würde, aber leider gibt es das eben noch nicht, aber deswegen halte ich mich nicht von der Wahrheit fern - aber natürlich sind die Nationalität und Kultur, sowie die Sprache, trotzdem auch ein gewisses Hindernis, das empfinde ich auch so.

talitaNeu
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Lieber Konrad,

Beitrag von talitaNeu » 01.06.2007, 23:31

ich danke dir für deine Geduld mit uns hier im Forum. Ich möchte an dieser Stelle sagen, dass ich dich und deinen Glauben respektiere. Ich finde, dass wir einen Menschen akzeptieren müßen in dem Punkt des Weges im Glauben, wo er gerade ist.
Die Sympathie gegenüber der Orthodoxie, kommt bestimmt nicht von ungefähr und du liest bestimmt viel. Ob und wann du eine Enscheidung in die Richtung der Orthodoxie unternimmst ist eine persönliche Sache, die du nur mit dem liebem Vater im Himmel entscheidest.


Ich persönlich habe eine Sympathie für den Menschen, der im Amt des Papstes dient und seine Worte bei der übernahme des Amtes waren voller Demut. Auch respektiere ich insgesamt den katholischen Glauben und mein bester Freund, der katholische Diakon in Ausbildung, hat mir oft in dem Glaubensweg und seelischen Entwicklung beigestanden.

- Ich muß nur eines sagen, wenn du innerlich einen Weg für den richtigen empfindest, den orthodoxen oder den katholischen, denke ich, dass es eine Verpflichtung gibt diesen zu gehen.

Am sonsten wünsche ich uns allen mehr Freundlichkeit und Liebe im Umgang mit einander.

Liebe Grüße
Aleksandra
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Herr Gott mein Vater, (Psalm 61. V.5)
ich m?chte weilen in deinem Zelt in Ewigkeit, mich bergen im Schutz deiner Fl?gel.

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Sebastian
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Beitrag von Sebastian » 02.06.2007, 00:05

Ihr Lieben,

vielleicht liege ich ja falsch, aber ich denke - das bei Interesse an- persönlichen, intimen Entscheidungsfindungen anderer, der private Weg über PN gewählt werden sollte.

Grüße aus Hamburg,
der Stadt, die nicht ganz so entchristlicht ist wie Konrad denkt... ;-)

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Beitrag von protopeter » 02.06.2007, 00:19

Lieber Konrad !

Bei allem Respekt für den Mut, die ursprünglich private Nachricht öffentlich zu machen, seien mir doch einige Randbemerkungen - auch auf persönlicher Erfahrung gründend - gestattet: Es ist richtig, daß es innerhalb der Orthodoxie manche Punkte gibt, die einen Außenstehenden zumindest verwundert zurücklassen, die ihn stören oder - wie Sie sich auszudrücken belieben - "abstoßen". Alleine, daran ist die umfassende Wertigkeit der Orthodoxen Kirche per se beileibe nicht festzumachen - und das, denke ich, ist Ihnen sehr wohl bewußt.

Sie mögen mir verzeihen, wenn ich die in Ihrem Schreiben vorgebrachten "Ablehnungsgründe" aus subjektiver Perspektive im Großen und Ganzen als eine Weigerung, sich wirklich ernsthaft mit uns auseinanderzusetzen, begreife. Es scheint ganz amüsant, sich Kenntnisse über die etwas verschrobenen "Ostkirchler" anzueignen, aber da dazuzugehören - um Himmelswillen, bloß das nicht ! Vielleicht verbirgt sich da auch ein (im Übrigen im Bezug auf uns nicht selten anzutreffendes) Unvermögen, eine wirklich klare Unterscheidung der Geister vorzunehmen....

Natürlich gibt es auch den (manchmal hypertroph erscheinenden) "nationalen" Charakter unserer Kirche, der von gewissen "kleinen Geistern" in den eigenen Reihen allzu oft maßlos überbewertet wird; auch kommt es durchaus vor, daß Konvertiten in diese Zwickmühle einer "national-orthodoxen Identifikationspflicht" geraten - doch ist das wirklich der entscheidende Aspekt, um daran die Orthodoxie zu messen - gerade, wenn man bedenkt, daß diesem Denken Fehlinterpretationen zugrunde liegen ?

Gleichwohl ich durchaus engste Kontakte zu Menschen unterhalte, die aus den von Ihnen genannten sozusagen "traditionell-orthodoxen" Völkern stammen, wäre es mir nie in den Sinn gekommen, an mir eine bis zum Identitätsverlust reichende kulturelle "Pflichtassimilation" durchführen zu lassen. Ich verstehe mich als österreichischer Orthodoxer, der ein Teilchen des universellen orthodoxon ethnos ist und sich auf diese Weise allen Glaubensgeschwistern verbunden fühlen kann.

Nachdenkliche Grüße sendet
Erzpr. Peter

Milo
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Beitrag von Milo » 02.06.2007, 08:35

Liebe Brüder und Schwestern,

oft übersehen wir den Fakt das es nicht von ungefär so ist, das sich Heterodoxe zu der Orthodoxen Kirche hingezogen fühlen.
Natürlich wollen die rationalistischen Geister diesen Fakt wo anderst sehen, etwa in der Mystik...im byzantischen Gesänge...Ikonen, Nostalgie, usw.

Nein, das ist es sicher nicht!

Unsere Kirche, so behaupten und belegen wir, befndet sich sukkzesive in der Gemeinschaft des Stifters der Kirche. Er macht sie Heilig, anderst als alles Andere in dieser Welt. Manche haben diese (orthodoxe) Gemeinschaft mit Gott verlassen...und spüren nun "Etwas" wenn sie die Orthodoxie begegnen. Dieses "Etwas" können sie nicht deuten.

Oft haben wir den Satz: "an die eine heilige, katholische und apostolische Kirche", analysiert.
Nun will ich hier das Wort heilige besonders betonen, denn es ist die Lösung des Rätsels von diesem "Etwas".

Das Heilige ist das total Andere, das total Entzogene, und zugleich etwas, das sich in Form von Erscheinungen zeigen kann. Es ist dann der Einbruch einer göttlichen Sphäre, einer religiös gedeuteten Kraft in unsere Welt. Angesichts dieser Macht erfährt sich der Mensch abhängig, kreatürlich, ggf. auch ausgeliefert. Das Heilige ist insofern zugleich das fascinosum und das tremendum, das Erhabene und das Übermächtige. Es ist das ?Woher und Woraufhin des menschlichen Strebens, und dem [gleichzeitig] religiöse Scheu, Ehrfurcht und Verehrung entgegengebracht wird".

Beistand des Dreieinen Gottes jenen wünschend, die sich nicht entschließen können, welcher Gemeinschaft sie praktisch angehören wollen!
HErr stehe ihnen bei!

unwürdiger Knecht milo

danadoina_3
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Beitrag von danadoina_3 » 03.06.2007, 23:09

Gleichwohl ich durchaus engste Kontakte zu Menschen unterhalte, die aus den von Ihnen genannten sozusagen "traditionell-orthodoxen" Völkern stammen, wäre es mir nie in den Sinn gekommen, an mir eine bis zum Identitätsverlust reichende kulturelle "Pflichtassimilation" durchführen zu lassen. Ich verstehe mich als österreichischer Orthodoxer, der ein Teilchen des universellen orthodoxon ethnos ist und sich auf diese Weise allen Glaubensgeschwistern verbunden fühlen kann.
:) genau das finde ich göttlich in der Orthodoxie: eben verschiedene Völker, verschiedene Charaktere und trotzdem eine KIRCHE ; diese Verschiedenartigkeit und dieses Gefühl das wir Brüder sind!
Als wir bei den Serben eingeladen waren, es waren da russen auch und rumänen und es war sehr sehr schön! Wir gehören alle einen Leib, die Kirche; oder besser gesagt wir sind es. Ist unglaublich... schön!

danadoina_3
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Beitrag von danadoina_3 » 03.06.2007, 23:15

Damit die Diskussion rund ist mein PN Antwort:
Lieber Konrad, verzeihe mir bitte die Einmischung . Ich denke ich verstehe jetzt dein Standpunkt, es ist eben ein anderer als ich angenommen habe.
Alles Gute für dich und danke für dein Antwort ! dana

nik
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Beitrag von nik » 04.06.2007, 20:33

Ich akzeptiere es immer, wenn jemand zu seiner Kirche hält.

Mit Nationalitäten hat Orthodoxie nichts zu tun. In Amerika blüht die Orthodoxie auf, und die Leute fühlen sich immer noch als Amerikaner.

Aber, jeder der übertreten will muss zu 110% sicher sein, dass er es will.

danadoina_3
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Beitrag von danadoina_3 » 04.06.2007, 21:19

nik hat geschrieben:Ich akzeptiere es immer, wenn jemand zu seiner Kirche hält.
lieber Nik,

jeder mensch der beim Verstand ist, muß die entscheidungsfreiheit der anderer "akzeptieren" ( wenn das schon Gott es tut !!!), dass bedeutet aber nicht das man alles gutheißen soll. :wink:

holzi
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Beitrag von holzi » 05.06.2007, 11:12

nik hat geschrieben:Ich akzeptiere es immer, wenn jemand zu seiner Kirche hält.

Mit Nationalitäten hat Orthodoxie nichts zu tun. In Amerika blüht die Orthodoxie auf, und die Leute fühlen sich immer noch als Amerikaner.
Hllo Nik,

Du schreibst sehr richtig, daß in Amerika die Orthodoxie stark im Wachsen ist und sich auch inkulturiert hat, gerade die antiochenische Kirche hat einen starken Zuwachs ihrer Gemeinden des westlichen Ritus. Allerdings sollte man nicht aus dem Blick lassen, daß in Deutschland immer noch 99% der orthodoxen Christen einen Migrationshintergrund haben, von diesen sind wiederum zwei Drittel erst seit weniger als 15 Jahren im Land. (Quelle: http://www.kokid.de/download/2007_03_news.pdf )
nik hat geschrieben:Aber, jeder der übertreten will muss zu 110% sicher sein, dass er es will.
Da stimme ich Dir zu, ich schätze mich derzeit auf knapp 50% Sicherheit!

Grüße
Konrad

talitaNeu
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;-)

Beitrag von talitaNeu » 05.06.2007, 12:29

Wie sagt man so schön Konrad: Gut Ding braucht Weile :-) --- In diesem Sinne, Gottes Beistand wünsche ich dir

Liebe Grüße
Aleksandra
Mein Zuhause

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ich m?chte weilen in deinem Zelt in Ewigkeit, mich bergen im Schutz deiner Fl?gel.

holzi
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Re: ;-)

Beitrag von holzi » 05.06.2007, 12:38

talitaNeu hat geschrieben:Wie sagt man so schön Konrad: Gut Ding braucht Weile :-) --- In diesem Sinne, Gottes Beistand wünsche ich dir

Liebe Grüße
Aleksandra
Liebe Aleksandra,

da gebe ich dir vollkommen Recht. Für die Zunkunft will ich garnichts ausschließen, aber jetzt momentan kommt ein Wechsel der Kirche definitiv noch nicht in Frage. Aber wenn es wirklich soweit wäre, dann wäre die Orthodoxie die einzige Richtung, in die es gehen würde - der Protestantismus kommt nämlich ebenso definitiv nicht in meine engere Wahl!

Danke für die guten Wünsche und Gottes Segen,
Konrad

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