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agion oros - sveta gora - Athos

Verfasst: 25.05.2007, 20:48
von 1389.
hallo,...

wart ihr schon dort? wie sollte man sich vorbereiten? welche erfahrungen habt ihr?

mfg

Verfasst: 26.05.2007, 22:40
von Sebastian
Lieber Gavrilo !

Ich denke du solltest in deiner Überschrift die deutsche Bezeichung verwenden, möchtest du dass wir hier über den "Hl. Berg" schreiben. Sorry nicht böse gemeint, aber nicht jeder versteht (alt +) griechisch, sowie yugo, kirchenslawisch, russisch...

Zur Vorbereitung empfiehlt sich, wie bei fast allen Dingen im Leben, eine Intensivierung des Gebetslebens... :wink: sag ich mal so "frei Schnauze"... :)

Möchte dort gerne mal hin ... der Wunsch kommt gleich nach einer Pilgerreise ins "Heilige Land". Von den dort lebenden Brüdern und Väter, die sich im immerwährenden Gebet üben, kann ich bestimmt viel lernen. Leider ist auch der Hl. Berg nicht immer von Unruhen verschont.

Liebe Grüße!
Sebastian

Verfasst: 27.05.2007, 13:37
von 1389.
danke für die infos,... muss man bzw. sollte man davor fasten? muss man eine bestimmte kleider ordnung halten?

usw...

Verfasst: 06.12.2007, 21:43
von orthohans
1389. hat geschrieben:danke für die infos,... muss man bzw. sollte man davor fasten? muss man eine bestimmte kleider ordnung halten?

usw...
Liebe Schwestern, liebe Brüder

Man sollte davor fasten, auch während des Aufenthaltes, so wird die Erfahrung intensiver.

Wichtig ist, dass man sich anständig kleidet, also keine Shorts und Spaghettiträger-T-Shirts.

Je anständiger man sich kleidet, je mehr wird man an den Heiligen Stätten auch respektiert.

Respekt ist überhaupt wichtig.

LG orthohans

Verfasst: 08.12.2007, 21:54
von Nassos
Lieber 1389.,

ich war im März 1997 zum ersten und bisher einzigen Mal auf dem Athos. Um die formellen Sachen und auch mit Rat und Tat stand mir mein Bruder zur Seite, der sehr oft auf dem Athos war.
Nachdem er den Papierkram erledigt hatte, sind wir dann von Thessaloniki aus mit dem Bus nach Ouranoupolis gefahren, der Hafenstadt, von der man dann zum Athos fährt.
Der Athos darf nur über den Wasserweg angefahren werden. Je nachdem, in welches Kloster man will, kann man entsprechend aussteigen, die Fähren fahren mehrere Anlegestätten an.
Auf dem Athos hat ein Fahrzeug Seltenheinswert. Besuche anderer Kloster werden auf Schusters Rappen durchgeführt. Da kommt schon mal ein mehrstündiger Fußweg in Betracht, aber den sollte man genießen!

Auf dem Athos wird es schneller dunkel als woanders in Europa... Das bedeutet, dass Strom nicht überall zu finden ist. Man versteht plötzlich, dass zuviel Licht auch Verschmutzung sein kann.

1997 waren Handys noch nicht sehr verbreitet, deshalb trat die Benutzung eines solchen für mich nicht als Frage auf; ich würde zwar heute eins mitnehmen, aber nur im Notfall einschalten. Ich möchte nicht derjenige sein, dessen Handy mitten in der Liturgie klingelt.

Ein normaler Aufenthalt beträgt drei Tage. Darf man länger bleiben, dann muss man auch an den alltäglichen Arbeiten teilnehmen - was sehr fair ist.

Gespeist wird immer gemäß der tagesaktuellen Fastenregel, man kann also nichts falsch machen. Während des Essens wird aus der Hl. Schrift vorgelesen. Der Mönch, der ließt, darf nach dem Essen alleine speisen. Ich nehme an, dass sich die Leute dort abwechseln.

Die Mönche stellen vieles selber her: natürlich werden Ikonen gemalt, Gebetsknotenbänder geknüpft, Souvenirs gibt es auch; aber es wird auch gewinzert und gebrannt. Und das Zeug ist auch sehr lecker :wink:

An das Programm der Liturgien kann ich mich nicht genau erinnern, aber man wird durchaus auch mitten in der Nacht geweckt, um am Gottesdienst teilzunehmen (deshalb geht man ja auch hin - nicht des Tourismus' wegen). Auch daran erinnere ich mich nicht richtig, aber mir scheint, dass die Uhrzeit auf dem Athos unteschiedlich ist.

Ich hatte keinen einzigen Mönch erlebt, der mir die Chance gegeben hat, ihm die Hand zu küssen. Stets haben sie sich vor mir erniedrigt, indem sie ihre Hand (mit meiner) von mir wegzogen, indem sie sich vor mir verbeugten - das hat mich wirklich immer sehr beschämt.

Die Kleiderordnung ist kein großes Thema. Unnötig nackte Haut sollte man vermeiden. Ich empfehle festes Schuhwerk (die Wanderwege zu anderen Klöstern sind nicht asphaltiert).

Die Teilnahme an der Liturgie, speziell nachts nur mir Kerzenlicht, ist atemberaubend. Der Athos verfügt über solch einen geistigen Reichtum, dass meine Worte versagen, um all das zu beschreiben.

In den drei Tagen habe ich gespürt, wie meine Seele Frieden fand, etwas, dass mir noch kein einziger Urlaub gegeben hat. Kein übermäßiges Lachen (Spaßgesellschaft ade), kein Schreien, kein Fluchen, nur Leute, die die Situation ihres Aufenthalts würdigen. Man fühlt sich mit allen Menschen dort verbunden, auch wenn sie noch so unterschiedlich sind. Ich glaube, wir alle verhalten uns auf dem Athos menschlicher, unserer Taten und Worte sehr viel bewußter als im Alltag.

Ich hatte die Ehre, mit einem Klostervorsteher sprechen zu dürfen, den mein Bruder kannte. Er war damals krank und bettlägerig. In seinen jungen Jahren hatte er auf Samothraki (die Insel, aus der meine Eltern stammern) gedient und somit einen "besonderen Draht" zu uns, weil er viele unserer Alten kannte.
Der Mensch war so was von lieb. Ich war so traurig, als ich später erfuhr, dass er gestobern ist.

Abends saßen wir mit Mönchen in einem Gemeinschaftsraum. Wie gesagt, gab es keinen Strom - haben wir auch gar nicht gebraucht. Anstatt zu fernsehen, hat man sich unterhalten. Und dabei stellte sich auch heraus, dass die Mönche keine staubtrockenen Asketen sind, sondern durchaus über sehr guten Humor verfügen.
Von den Besuchern werden fast ausschließlich religiöse Themen angeschnitten, die natürlich auch besprochen wurden. Irgendwann mal aber hatte der Mönch dann die Augen verdreht und uns mit einem Grinsen gesagt, wir könnten ja mal auch mal erzählen, was so in der Welt vor sich geht, das fände er auch interessant. Komischerweise trat da immer Schweigen auf. :wink: Von meiner Seite aus war es so, dass mein Hirn und mein Herz sich für diese drei Tage eigentlich von der Außenwelt verabschiedet hatten...

Frauen wird man nicht sehen, denn es ist ihnen nicht gestattet zum Athos zu gehen. Der Grund ist wohl, dass der Athos der Allheiligen gewidmet ist (Athos = der Garten der Allheiligen). Es gab aber wohl die eine oder andere Ausnahme. Gehört habe ich von einer byzantinischen Kaiserin, die tatsächlich den Athos betreten durfte (ins Kloster durfte sie aber nur durch einen Seiteneingang) und von einer Frau, deren Kind auf dem Athos gestorben war. Sie wurde mit einem Boot nahe ans Ufer gefahren, um die Stelle zu sehen, an der ihr Sohn starb, aber sie durfte nicht an Land.

Ich glaube nicht, dass ich mich durch Fasten vorbereitet hatte (ich kann mich allerdings nicht genau daran erinnern) würde es aber auf jeden Fall tun, um meine Seele vorzubereiten.

Ich speziell fühle mich - auch durch meinen Bruder - dem Kloster Iviron verbunden - wenn ich das so sagen darf. Dies soll die Bedeutung der anderen Klöster für mich nicht abmindern.
Der Grund ist, dass es im Dorf, aus dem meine Mutter stammt, ein kleines Kloster des Hl. Athanasios existiert (also mein Namensvetter). Das Kloster "untersteht" dem Kloster Iviron. Daher die Verbundenheit.

Ich würde so gerne wieder auf den Athos gehen und hoffe sehr, dass sich in Zukunft wieder die Möglichkeit hierzu ergibt.

Was ich nicht weiß, ist, wie es sich mit Besuchern, die nicht griechisch/slawisch reden, verhält. Aber ich denke schon, dass es Mönche gibt, die des Englischen oder sogar des Deutschen mächtig sind. Ich kann mich hierzu auch gerne mal erkundigen.

Ich hoffe, ich konnte hier ein bißchen Interessantes vermitteln. Bestimmt gibt es Forumteilnehmer, die öfter und länger dort waren und viel mehr zu berichten haben.

Einen gesegneten Sonntag,
Nassos

Verfasst: 08.12.2007, 23:08
von Milo
Lieber Nassos,

hezlichen Dank für die lebendige Schilderung. Der Drang nimmt auch in mir immer mehr zu :)

Alles Gute Dir vom HErrn wünschend,

br.milo

Athos, Aufenthalt

Verfasst: 20.12.2007, 20:53
von orthohans
Liebe Schwestern und Brüder

Gerne würde ich mich darüber erkundigen, ob es einfach ist, dort die Aufenthaltsgenehmigung zu verlängern, wenn man als Orthodoxer bereit ist, in einem Kloster zu beten und zu arbeiten und die Liturgie zu besuchen.

Hat jemand diesbezügliche Kenntnisse.

Allen alles Liebe und Gute in Christo.

orthohans

Verfasst: 21.12.2007, 00:29
von Nassos
Hallo Orthohans,

ich werde mich bei meinem Bruder hierzu erkundigen und baldmöglichst an dieser Stelle informieren.

Ein gesegnetes Wochenende,
Nassos

Für die, die Griechisch können - Άγιο Όρος...

Verfasst: 08.03.2014, 20:34
von MariaM
Guten Abend - καλησπέρα,
ich erlaube mir, diesen Strang wiederzubeleben...

Für die, die Griechisch können, habe ich einen Tip - und zwar erzählt Pater Andreas Konanos (dessen grosser Fan ich bin ;-)) in einer Rundfunksendung (die leider kürzlich eingestellt wurde :( ) über den Berg Athos - u.a. wie er als Teenager unbedingt mal hin wollte und ihm dieser Traum dann 1986, mit 16 Jahren, in Erfüllung ging und er mit seinem Vater hinfuhr... Er beschreibt seine Erlebnisse und Eindrücke von damals, aber es sind auch viele aktuelle Gedanken und Denkanstösse, auf die er in diesem Zusammenhang eingeht. Ich war total gerührt und begeistert und wurde geradezu neidisch, dass ich eine Frau bin und nie hin kann... Auf jeden Fall ist es eine grosse Inspiration, zumindest ich empfinde es so.

Dieses Thema - den heiligen Berg, Αγιο Όρος - behandelt er in drei aufeinander folgenden Sendungen, die man auf YouTube hier finden kann:

http://www.youtube.com/watch?v=KqucHpymKBg

http://www.youtube.com/watch?v=0tDCcgs0Q5k

http://www.youtube.com/watch?v=eTeJUzEpwwo

Ich wünsche Euch allen einen schönen Abend und einen gesegneten Sonntag = ευλογημένγ Κυριακή!
Gruss, M.

Υ.Γ. Έχει και πολλές άλλες ωραίες ομιλίες ο π.Ανδρέας... :v: