Christus Geburt, christliche Weihnachten VS Illusionen

Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
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talitaNeu
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Christus Geburt, christliche Weihnachten VS Illusionen

Beitragvon talitaNeu » 15.11.2006, 19:44

Hallo ihr Lieben,

ich habe einige Punkte, die ich gerne zur Diskussion stellen möchte. Die Christus Geburt wird immer weniger zum Zentrum von Weihnachten.
Der, von Coca Cola entfremdete, Heilige Nikolaus wird umgestaltet zum Weihnachtsmann und verdrängt mit dem heutigen Geschänke-Einkaufs-Boom die Botschaft des neugeborenen Kindes, das wegnimmt die Sünde der Welt, Jesus.

- Wie sehr ist Jesus für euch der Mittelpunkt des Weihnachtsfestes?
- Sollen wir Märchen vom Weihnachtsmann unseren Kindern erzählen, um später die Lügen aufzudecken?

- Gehören Tannenbäume zum christlichen Fest von Weihnachten?

Mögt ihr vielleicht erzählen, wie ihr Weihnachten christlich in der Familie feiert?

In der Freude über die Geburt Christi ( Hristos se rodi :-) )
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Milo
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Beitragvon Milo » 15.11.2006, 20:51

Hallo,


vorab eine kurze Antwort von mir zu:

- Gehören Tannenbäume zum christlichen Fest von Weihnachten?


Ich denke ja.


Gruß

Milo

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Sebastian
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Beitragvon Sebastian » 15.11.2006, 21:25

Ich melde mich mal kurz zu Wort.

Zu den Tannenbäumen. Ich denke es ist gut und recht, wenn wir als Christen unser Heim einmal im Jahr zu dieser großen Feierlichkeit schmücken, um dieses Fest besinnlich zu begehen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass der Weihnachtsbaum als einzig Besinnliche geblieben ist. Ich deute hierbei auf den kommerziellen Wahn hin, den wir zu dieser Zeit mehr oder weniger ausgesetzt sind.

Zu den Weihnachtsmännern: Nein, ich finde man sollte den Kindern nicht dieses wirklich blöde Märchen erzählen. Eine kleine Anekdote aus meiner Kindheit:

Meine Mutter hatte schon früh keine Lust mehr mir Lügen vom Weihnachtsmann zu erzählen. Daher klärte sie mich nachdem ich als Zweitklässler ihr die Frage stellte:"Gibt es den Weihnachtsmann" auf. Ich konnte irgendwie damit gut leben. Aber der kleine Sebastian war ein gemeiner Sebastian. Lauthals verkündete er in der ganzen Schule: "DEN WEIHNACHTSMANN GIBT ES NICHT!". Daraufhin rollten so manche Tränen, und die Lehrer versuchten in fast schon missionarischer Weise den Kinder das Märchen erneut aufzutischen... Der kleine Sebastian fand das lustig :lol:

Gruß vom fiesen Sebastian 8)

talitaNeu
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Feiern zu Weihnachten

Beitragvon talitaNeu » 15.11.2006, 22:36

ic denke wir haben auch allen Grund zu Weihnachten zu feiern :-)
Wenn die orthodoxe Kirche die Tannenbäume erlaubt, dann werde ich auch alles schön festlich schmücken :-)
Gibt es eine offizielle Stellungnahme?
Gruß Aleksandra
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Sebastian
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Beitragvon Sebastian » 16.11.2006, 12:07

Hallo,

auch wenn ich mich so mit dir live unterhalten kann, wieso brauchen wir zu Tannenbäumen eine Stellungnahme der Kirche? Ich meine, dass ist doch alter christlicher Brauch, oder?

:?:

Walter
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Beitragvon Walter » 16.11.2006, 17:44

Geschichte

Die Entwicklung des Christbaumes hat keinen eindeutigen Anfang, sondern setzt sich aus Bräuchen verschiedener Kulturen zusammen. In immergrünen Pflanzen steckt Lebenskraft und darum glaubte man, Gesundheit ins Haus zu holen, wenn man sein Zuhause mit Grünem schmückte. Bereits die Römer bekränzten zum Jahreswechsel ihre Häuser mit Lorbeerzweigen. Einen Baum zur Wintersonnenwende zu schmücken, ehrte auch im Mithras-Kult den Sonnengott. Auch in nördlichen Gegenden wurden im Winter schon früh Tannenzweige ins Haus gehängt, um bösen Geistern das Eindringen und Einnisten zu erschweren und das Grün gab Hoffnung auf die Wiederkehr des Frühlings.

Schon im Mittelalter bestand vielerorts der Brauch, zu bestimmten öffentlichen Festlichkeiten ganze Bäume zu schmücken, wie zum Beispiel der Maibaum oder Richtbaum. Zu Weihnachten wurden in der Kirche Paradies-Spiele aufgeführt, zu denen ein Paradiesbaum, der durchaus auch ein Laubbaum sein konnte, mit Äpfeln behängt wurde. Der Apfel diente dabei als Zeichen der verbotenen Frucht und erinnerte an den Sündenfall und an die Befreiung des Menschen von der Erbsünde durch Jesus Christus.

Da Tannenbäume in Mitteleuropa selten waren, konnten sich diese zunächst nur die begüterten Schichten leisten und die Stadtbevölkerung musste mit Zweigen und anfallendem Grün auskommen. Erst als ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vermehrt Tannen- und Fichtenwälder angelegt wurden, konnte der städtische Bedarf gedeckt werden.

Die Kirche, der große Waldgebiete gehörten, schritt gegen das Plündern des Waldes zur Weihnachtszeit ein und billigte diesen "heidnischen" Brauch nicht. Mit der Zeit aber musste sie langsam ihren Widerstand gegen diesen Brauch aufgeben. Als die Reformatoren den Christbaum zum Weihnachtssymbol des 'rechtgläubigen' Protestanten erklärten und sich dadurch von der katholischen Sitte des Krippen-Aufstellens abgrenzten, trat der Christbaum seinen Siegeszug an.


(Quelle: Wikipedia)
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Milo
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Beitragvon Milo » 17.11.2006, 09:32

Hallo!

Naja wikipedia schreibt wie immer 'ne Menge an "Schokopudding mit Sahne".
Das ist rhein wiedermal die "allwissende instant Denke", in diesem Fall auch nur bezogen auf Westeuropa.

Was ist mit der Tannenbaumtradition in der Russischen Kirche?

Wie feiern Menschen in den Wüstenländern wo es fast kein Grüngut gibt...weder Laub- noch Nadelbäume?

Es kann also nur eine sekundäre Frage sein in der (Ur-)Kirchentradition.

Meine Meinung.

Gruß an Alle,

milo

Deki_3
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Beitragvon Deki_3 » 17.11.2006, 14:25

Seid gegrüsst liebe Forumsteilnehmer!

Etymologisch beruht die Form Weihnachten auf der alten mittelhochdeutschen Bezeichnung zu wihen nahten, was soviel bedeutet wie in den heiligen Nächten, womit die Mittwinternächte bezeichnet wurden. Streng genommen verweist also die Bezeichnung "Weihnachtsbaum" auf die heidnisch-germanische Tradition, die Bezeichnung Christbaum hingegen auf die christliche Adaption.

Milo
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Beitragvon Milo » 17.11.2006, 16:23

Grüß Dich Savo!

Ja das habe ich mal schon wo gehört...

Bei uns Serben (aber auch bei anderen Völkern) ist das ähnlich mit der Adaption der heidnischen Bräuche ins christliche Traditionsgut. So zB. Kult um Badnjak (Eichenast) was statt dem Tannenbaum bei uns eben zu Weihnachten aufgestellt wird. Oder die sg. Slawa (Familienpatronatsest), was nur die Serben kennen, da sie es aus ihrer heidnischen Stammestradition transformierten ins Christliche, usw.

Da meine Frau Russin ist, habe ich die besondere Ehre das Weihnachten in ausgiebig unterschiedlichen Traditionen zu feiern.
:)

Alles zu Ehren unseres einzigen und menschenliebenden Gottes!

Dein
br. milo

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Beitragvon antipas » 19.11.2006, 13:12

Hallo, liebe Geschwister.

Ich finde es auch schade, daß das Gedenken an die Geburt Jesu so verflacht.

Ich überlege mir, wie man Menschen klarmachen kann, daß es hier um die Menschwerdung Gottes geht.
Ich habe den Eindruck, daß sich auch viele Christen nicht der Fleischwerdung des Wortes, an das sie ja glauben, bewußt sind.

Wie erklärt ihr euren Mitmenschen diese Fleischwerdung, diese Menschwerdung? Den Hirten wurde "große Freude" verkündet (Lukas 2:10), die dem ganzen Volk Israel zuteil werden sollte, und was hat Israel daraus gemacht? Was verkündigen die heutigen "Engel", die Boten Gottes, wenn es um die Geburt Jesu geht?

Ich habe den Eindruck, daß der antichristliche Geist, der die Fleischwerdung des Wortes leugnet , immer mehr Einfluß gewinnt. Von daher stellt sich mir auch die Frage, ob das Weihnachtsfest in weiten Teilen der Christenheit nicht schon ein Antichristenfest geworden ist.

Ja, liebe Geschwister. Wie erklärt ihr einem fragenden Menschen guten Willens die Menschwerdung Gottes?

Der Friede Gottes euch allen.

a.
Ich bin nur ein Kind (Matth?us 18:2)

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Halo Antipas,

Beitragvon talitaNeu » 19.11.2006, 14:18

also ich kann dich gut verstehen. Es ist traurig, dass manche Menschen nich der Geburt Jesus innerlich gedenken sondern mehr in den Kaufrausch verfallen und Jesus immer mehrverdrängt wird.

Wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass die Zeit die wir jetzt haben, die geschenkte Zeit ist, damit so viele Menschen wie möglich zum Glauben kommen. Ich denke es gubt eine Welle neugewonner Christen. (Manchmal denke ich, wenn der Glaube zu mir gekommen ist, dann wird er auch zu jedem kommen ;-) )

Wenn die Zeit die wir haben auch einen Menschen auf den Weg Gottes bringt, ist die Zeit nicht verschenkt.

In einer Unterhaltung über Weihnachten, hat sich mein Entschluß gemehrt, dass ich persönlich in der Zukunft schön schmücken will die Wohnung, ohne Tannenbaum sondern mit einer Krippe. Es soll mit vielen hellen Farben Gelb, weiß geschmückt sein und besonders sein :-) mit Christus im Mittelpunkt :-)

Liebe Grüße Aleksandra
Zuletzt geändert von zoki am 19.11.2006, 15:21, insgesamt 1-mal geändert.
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Ehre sei Dir oh Herr

Re: Halo Antipas,

Beitragvon Ehre sei Dir oh Herr » 19.11.2006, 15:09

talitaNeu hat geschrieben:Wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass die Zeit die wir jetzt haben, die geschenkte Zeit ist, damit so viele Menschen wie möglich zum Glauben kommen. Ich denke es gubt eine Welle neugewonner Christen. (Manchmal denke ich, wenn der Glaube zu mir gekommen ist, dann wird er auch zu jedem kommen ;-) )
Wenn die Zeit die wir haben auch einen Menschen auf den Weg Gottes, ist die Zeit nicht verschenkt.


Hallo Alexandra,

ja, Deinen Gedanken kann ich zustimmen. Dieser Punkt gefällt mir sehr gut.
Vielleicht fallen mir noch einige Worte dazu ein, obwohl Deine Zeilen genügen
:wink: :)

L.G. René

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Beitragvon Milo » 20.11.2006, 23:36

antipas hat geschrieben:Ja, liebe Geschwister. Wie erklärt ihr einem fragenden Menschen guten Willens die Menschwerdung Gottes?


Hallo!

Gott wurde Mensch, damit der Mensch Gott werde.

Wenn nun der Mensch dies nicht glaubt, und auch das was Johannes in seinem 1. Brief sagt ebenfalls nicht glaubt:

1Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir gesehen haben mit unsern Augen, was wir betrachtet haben und unsre Hände betastet haben, vom Wort des Lebens - 2und das Leben ist erschienen, und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das Leben, das ewig ist, das beim Vater war und uns erschienen ist -, 3was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir auch euch, damit auch ihr mit uns Gemeinschaft habt; und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus. 4Und das schreiben wir, damit unsere Freude vollkommen sei.

Seiner heiligen Kirche also auch nicht...dann kann der Mensch eben nicht seelig werden.


Joh 20.29 Spricht Jesus zu ihm: Weil du mich gesehen hast, Thomas, darum glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!


In Christus,

dein br. milo

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Beitragvon Sebastian » 21.11.2006, 11:17

Ich habe den Eindruck, daß der antichristliche Geist, der die Fleischwerdung des Wortes leugnet , immer mehr Einfluß gewinnt. Von daher stellt sich mir auch die Frage, ob das Weihnachtsfest in weiten Teilen der Christenheit nicht schon ein Antichristenfest geworden ist.


Soweit würde ich nicht ganz gehen. Auf jeden Fall wird einem der Blick durch den kommerziellen Weihnachtswahn in unterschiedlichen Maße getrübt. Dadurch sind durchaus in Teilen antichristilche Tendenzen erkennbar. Der eigentliche Grund des Weihnachtsfestes ist jedoch bei den meisten noch immer -wenn manchmal auch nur im Hinterkopf- vorhanden.

Lieber Br. Antipas!

Ja, liebe Geschwister. Wie erklärt ihr einem fragenden Menschen guten Willens die Menschwerdung Gottes?


Zu aller erst, Danke Milo für deine Zeilen an antipas. Sie drücken es sehr gut aus! Man kann einem Fragenden darauf keine logisch begründbare Antwort geben. Die Erklärung, lieber Antipas, wenn du eine diesem Menschen geben willst, ist einzig und alleine im Glauben begründbar bzw zu finden. Ausschließlich durch den überzeugten Glauben wird das Unfassbare fassbar und somit erfahrbar für den Gläubigen. Ja, Christus Heilswirken ist noch Heute spürbar! Der Schlüssel dazu ist und bleibt jedoch der Glaube. Es mag sich banal anhören, aber ich würde auf eine Frage wie die von dir gestellte antworten: Glaube es !

Mit der Geburt Christi fand eine unbeschreibbare Wende statt. Gott selbst begab sich als Mensch unter die Menschen um das Heil ihnen zu bringen. Es gab damals zu Zeiten Jesu, bereits Menschen, die diese Botschaft abtaten und sie leugneten, ja sogar gegen sie zu Felde zogen und es gibt sie heute noch. Logische Konsequenz für uns: Bleiben wir an der Hand Gottes.

brüderlich,

Sebastian

antipas
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Gott wurde Mensch, damit der Mensch Gott werde.

Beitragvon antipas » 26.11.2006, 22:21

Danke, liebe Brüder!

Das sind gesunde Worte!

Wer das nicht glaubt, der ist nicht echt, ich sehe das auch so. Der antichristliche Geist bekämpft genau diese Wahrheit. Aber genau hier geht auch der echte Glaube los.

Ich finde es gewaltig. Der GottMensch Jesus Christus! Er sei gelobt in Ewigkeit! Amen.

In Christus,

euer Bruder
Ich bin nur ein Kind (Matth?us 18:2)


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