Wo Aberglaube die Freiheit der Christen einschneidet

Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
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retro24
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Beitragvon retro24 » 12.12.2007, 12:38

Der Drudenfuß ist dazu geneigt, den Teufel abzuwehren??? Warum ist er dann das Symbol der Satanisten?

Ich dachte, wir tragen das Kreuz und bekreuzigen uns zur Abwehr von teuflischen Einfluss... denn das Kreuz und Jesu Opfertod an ihm hat den Herrn der Finsternis besiegt.
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holzi
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Beitragvon holzi » 12.12.2007, 12:50

Hallo Retro,
retro24 hat geschrieben:Der Drudenfuß ist dazu geneigt, den Teufel abzuwehren??? Warum ist er dann das Symbol der Satanisten?

Die Satanisten verwenden das Pentagramm, das auf zwei Spitzen steht, der Drudenfuß steht nur auf einer Spitze. Die Satanisten verwenden auch das Kreuz, indem sie es umdrehen.

Grüße
Konrad

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retro24
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Beitragvon retro24 » 12.12.2007, 14:26

Danke Konrad, ich habe dazu mal was nachgelesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Pentagramm

Gruß,
Manuela
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IoannesProselytos
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Beitragvon IoannesProselytos » 12.12.2007, 17:11

Irgendwo, ich weiß nur nicht wo, gibt es auch Bilder von alten Kinderkrippen, in die eben diese Drudenfüße jeweils an der Platten an den Fußenden der Krippen reingeschnitzt wurden (natürlich "richtig" herum, mit einem Spitz nach oben).

Nassos
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Beitragvon Nassos » 12.12.2007, 18:01

Guten Abend,

mir fällt noch ein weiteres Zeichen ein, das sowohl gegen das Böse verwendet wird als auch für den Satanismus steht: das Hörnersymbol (Faust mit abgespreiztem Zeige- und kleinen Finger).

Wenn ich meine Meinung hierzu sagen darf, dann tendiere ich zu retro24: das Kreuz ist sowohl das Symbol zur Abwehr von Bösem, das Symbol des Friedens und das Symbol der Liebe.
Allen Gutes, eben.

Das "Friedenssymbol" kommt wohl aus dem Winkeralphabet, mit dem man ein N (abgespreizte Arme nach unten) und ein D (ein Arm nach oben, der andere nach unten) "nuclear disarmament", also "nukleare Abrüstung" darstellen kann. Die zwei Zeichen sind dann übereinander gelegt.
Mißtrauisch macht mich die Deutung, dass es sich um ein umgedrehtes Kreuz handelt, dessen Querbalken auch noch abgebrochen ist, mit einem magischen Kreis herum. Brrr....


Der Friede des Herrn sei mit Euch.
Nassos

IoannesProselytos
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Beitragvon IoannesProselytos » 12.12.2007, 18:05

Dominus tecum

Bzgl. dieser Hörner: Das ist auch so ein ähnlicher Fall, wie der Drudenfuß, wie du schon richtig bemerkt hast.

Die Heiden in Italien (Etrusker) haben das bereits verwendet. Die Hörner nach unten ist günstig, die Hörner nach oben ist schlecht. Nach unten sollen sie das Böse "ableiten", so ähnlich wie ein Blitzableiter.

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Jeremias
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Beitragvon Jeremias » 12.12.2007, 23:49

Dazu muss ich aber sagen: All diese Zauber und Schutzzeichen brauchen wir nicht. Denn Magie betrifft uns nicht. Die Apostel und auch die Väter haben in einer Kultur gelebt, die voll von Magie und Aberglauben war, aber immer haben sie sich nicht für den Zauber interessiert, sondern den Magier "bekämpft". Sie haben die Schuld nicht dem Teufel gesucht, sondern den Teufel als denjenigen gesehen, der ihre Schwächen ausnutzt. Und diese Sichtweise sollten wir uns auch wieder angewöhnen.
In der Taufe entsagen wir dem Teufel und seinen Werken und "ziehen uns Christus" an, wir schliessen den Neuen Bund, den wir durch die Kommunion immer wieder zelebrieren. Wir sind in Christus, ein Teil von ihm und er ist in uns. Wer mag nun noch behaupten, dass wir Christen "Zauber" wirklich brauchen? Wir brauchen sie nicht, wir haben Christus, den allmächtigen Gott. Und damit ist für mich jede Diskussion beendet.

Was Halloween angeht, so habe ich dieses Jahr den 31. Oktober folgendermassen begangen: Ich habe mich mit zwei Freunden getroffen und bin ins Kino gegangen. Und habe die unglaublichen Mengen an Alkohol gesehen, die konsumiert werden. Eine Entschuldigung fürs Trinken brauche ich nicht, fürs Kostümieren auch nicht. Offensichtlich viele aber schon.
Zu nächstem Jahr habe ich bereits angekündigt, neben unsere Tür meinen Bogen und (stark) gepolsterte Pfeile zu legen. Mit diesen kann man die Frage "Trick or Treat" mit einem grinsenden "Trick" beantworten. :wink: Und mit einem netten Hinweis darauf, dass man in unserem Haus weder amerikanische Feste noch esoterischen Schnickschnack feiert.
Alternativ kann man in ordentlichem Dialekt antworten: "Martin ist erst in zwei Wochen, ihr seid zu früh!", und die Tür wieder zumachen. Sorgt bestimmt auch für irritierte Blicke.
Grundsätzlich kann ich vielen Leuten hier zustimmen. Halloween ist Quatsch, insbesondere in karnevalistischen Gebieten. Ob der im seelischen Sinne gefährlich ist, kann und mag ich nicht beurteilen, wohl aber ist er in dem Sinne gefährlich, dass er eine weitere Möglichkeit für amerikanischen Unfug schafft.

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retro24
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Beitragvon retro24 » 13.12.2007, 08:17

Ich finde auch, dass wir keine "Zeichen" zur Abwehr von irgendwelchen Einflüssen brauchen, und ich finde es abergläubig, wenn sich Christen mit Amuletten oder Heiligenbildchen behängen und meinen, dass DAS sie beschützt. Nicht die Sache schützt, sondern Gott.
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Lisa
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Beitragvon Lisa » 13.12.2007, 08:55

BlackandGold hat geschrieben:Dazu muss ich aber sagen: All diese Zauber und Schutzzeichen brauchen wir nicht. Denn Magie betrifft uns nicht. Die Apostel und auch die Väter haben in einer Kultur gelebt, die voll von Magie und Aberglauben war, aber immer haben sie sich nicht für den Zauber interessiert, sondern den Magier "bekämpft". Sie haben die Schuld nicht dem Teufel gesucht, sondern den Teufel als denjenigen gesehen, der ihre Schwächen ausnutzt. Und diese Sichtweise sollten wir uns auch wieder angewöhnen.
In der Taufe entsagen wir dem Teufel und seinen Werken und "ziehen uns Christus" an, wir schliessen den Neuen Bund, den wir durch die Kommunion immer wieder zelebrieren. Wir sind in Christus, ein Teil von ihm und er ist in uns. Wer mag nun noch behaupten, dass wir Christen "Zauber" wirklich brauchen? Wir brauchen sie nicht, wir haben Christus, den allmächtigen Gott. Und damit ist für mich jede Diskussion beendet.


Was bleibt dazu zu sagen? Hier ist alles eindeutig gesagt!!!
Lisa

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Beitragvon rafailia_3 » 13.12.2007, 11:55

Liebe Bruder und Schwestern,

natuerlich ist es fuer einen Christen undenkbar, sich mit "Zauber" etc zu beschaeftigen!
Das Kreuz, das geheiligte Wasser etc beschuetzen jedoch wirklich den Menschen vor Einfluessen "boeser Maechte", die es unumstritten gibt. Nicht diese an sich, sondern Gott. Wenn man einmal gesehen hat, wie ein Daimonisierter(Besessener) auf das Kreuz etc reagiert, versteht man dies besser.
Doch auch diese Dinge beschuetzen den Menschen nur wirklich, wenn er an den heiligen Mysterien teilnimmt und in das Kirchenleben voll involviert ist. Sonst hilft auch das Kreuz nicht und auch die Ikonen nicht.

en Christo

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Beitragvon danadoina_3 » 13.12.2007, 12:57

rafailia hat geschrieben:Doch auch diese Dinge beschuetzen den Menschen nur wirklich, wenn er an den heiligen Mysterien teilnimmt und in das Kirchenleben voll involviert ist. Sonst hilft auch das Kreuz nicht und auch die Ikonen nicht.

en Christo



perfekt auf dem punkt gebracht ! :wink:

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Priester Alexej
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Halloween

Beitragvon Priester Alexej » 30.10.2012, 19:41

http://pokrov.de/?p=1913#more-1913

MUSTERBRIEF

Sehr geehrte(r) Frau/Herr….

im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Halloween-Fest und der geplanten Integration vieler diesbezüglicher Elemente in schulischen Ereignisse und den Unterrichtsstoff (z.B. in Englisch, Kunsterziehung, Musik und Deutsch) möchten wir vorsorglich darauf hinweisen, daß wir unseren/m Kinder(n) aus christlichen

Glaubens- und Gewissensgründen

sowohl die Teilnahme an Halloween als auch die Teilnahme an Halloween-Programmen jedweder Art in und außerhalb der Schule untersagen und dies auch unserem Kind (Name) ausführlich begründet und erläutert haben. Wir sind überzeugt, daß dieser «Karneval des Bösen» pädagogisch weder wertvoll noch der Entwicklung des Kindes nützlich ist — und darüber hinaus im direkten Widerspruch zu den Fundamenten des christlichen orthodoxen Glaubens steht.

Denn für uns Christen ist Halloween ein neuheidnisches Fest basierend auf einem okkulten Totenkult, über dessen Ursprünge unter Fachleute verschiedene Versionen existieren. Ein solches Fest mit seiner abstoßenden Ästhetik (Monster, Masken, Fratzen, Hexen, Dämonen) sowie seiner im „Kinderprogramm“ ethisch zweifelhaften Umsetzung einer Erpresser-Ethik (thick ore brick) ist bekanntlich weder Teil des europäischen, noch demokratischen, geschweige denn christlichen Bildungskanons. Auch möchten wir es vermeiden, daß unsere Kinder ungewollt und von uns Eltern unerwünscht einer weiteren neuen Handels- und Konsummode ausgesetzt werden.

Da wir uns stets bemühen, unseren Kindern Respekt und Achtung gegenüber Eltern, Älteren und Lehrern zu vermitteln und wir im Zusammenhang mit diesem Teilnahmeverbot Konfliktsituationen zwischen Ihnen und unseren Kinder(n) vermeiden wollen, bitten wir Sie für (Name) andere adäquate und absolut „halloweenfreie“ Aufgaben in der Sprachausbildung oder in Kunsterziehung zu finden. Diese Aufgaben wird unser Kind, wenn nötig, auch zu Hause erledigen.

Eine Minderbewertung der Leistungen oder gar sein Verhaltens unseres Kindes schließen wir aus oben genannten Gründen ebenfalls aus. Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis und vertrauen auf Ihre Unterstützung.



Mit freundlichen Grüßen,

(Unterschrift)
Apostolischer Kanon 39 (32): Priester und Diakonen sollen ohne Wissen und Willen des Bischofs Nichts thun: denn dieser ist's, welchem das Volk des Herrn anvertraut worden, und von welchem Rechenschaft über ihre Seelen gefordert werden wird.

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Lazzaro
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Re: Wo Aberglaube die Freiheit der Christen einschneidet

Beitragvon Lazzaro » 31.10.2012, 11:46

Hier ist ein Link über den religionshistorischen Hintergrund diesen Festes:
http://www.die-dunkle-dimension.de/i-mafe.htm
Zu Dieser Seite ist anzumerken:
1. Sie ist heidnisch und dediziert antichristlich.
2. Sie ist in einigen Details ideologiebedingt nicht immer ganz korrekt.
ABER 3. bietet sie dennoch einen relativ gelungenden Überblick über die Materie und insbesondere für Geschwister, die nicht dem deutschsprachigen Kulturkreis angehöhren eine grobe Zusammenfassung des kulturellen Hintergrundes.

Der Zweite wichtige Punkt der hier angemerkt werden muß ist, daß es auch eine Interpretatio christiana dieses Festes gibt, die sich im Laufe der Jahrunderte im merowingischen und westfränkischen Reich entwickelt hat.
Der eher freudig ausgelassene Teil des Festes wird zu ehren des hl. Martins von Tour gefeiert. Beachte, daß Samhein der Höhepunkt des keltischen Festkreises war und St. Martin die gallische Landbevölkerung flächendeckend missionierte und der Reichsheilige der Merowinger war! Den ernsten Teil des Festes findet man im römischen, aber eigentlich gallischen, Doppelfest Allerheiligen/ Allerseelen.
Wir können also auf eine Inkulturaton schließen.

Drittens: Wenn die Intrgration westeuropäischer Bräuche seitens der neueren slavischen Einwanderer immer wieder abgelehnt wird, wieso findet in russischen Gemeinden immer öfters am ersten Samstag im November eine allgemeine Pannychida statt?

Lazarus
Cantábiles mihi erant justificatiónes tuæ, * in loco peregrinatiónis meæ. - Ps.118:54

Nikolaj
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Re: Wo Aberglaube die Freiheit der Christen einschneidet

Beitragvon Nikolaj » 31.10.2012, 15:09

Lieber Lazzaro,
am Samstag ist der Dimitriossamstag - ein allgemeiner Totengedenktag und das nicht nur für Russisch-Orthodoxe in Westeuropa. Siehe: http://days.pravoslavie.ru/Days/20121021.htm

Gruß
Nikolaj

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Elias
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Re: Wo Aberglaube die Freiheit der Christen einschneidet

Beitragvon Elias » 31.10.2012, 21:16

Nikolaj hat geschrieben:Lieber Lazzaro,
am Samstag ist der Dimitriossamstag


Der Tag war schon und zwar am Freitag vor einer Woche :) Wurde ganz gross gefeiert :)


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