Menschen verlieren den Glauben!

Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
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Ellinas
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Menschen verlieren den Glauben!

Beitrag von Ellinas » 11.04.2006, 00:57

Hallo...

Was mich sehr stark beschäftigt ist, dass die meissten den Glauben zu Gott verlieren! Zunehmend wird die Zahl der Jugendlichen (ich spreche jetzt aus Deutschen verhältnissen) Wenn ich viele Leute Frage "Glaubst du an Gott?" antworten sie mir sehr oft mit "Nein, wieso sollte ich?" Mich regt sowas total auf! Wieso passiert das? Das macht mich auch sehr traurig! Ich glaube sehr an Gott und liebe meine Religion (Gr. Orthodox) hätte ich den Glauben an Gott nicht, wüsste ich nicht wo ich jetzt sein würde...

Was meint ihr dazu? Wie findet ihr es denn das die Menschen immer mehr den Glauben verlieren bzw. die Jugendlichen in Deutschland?

mimare
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Beitrag von mimare » 11.04.2006, 09:37

hallo :D
ich bin schon etwas älter u.habe 4 kinder großgezogen,die jetzt alle erwachsen sind u.ihre frau o.mann stehen.
ich habe da so meine erfahrungen gemacht auch bei freunden meiner kinder.
sehr oft,nach firmung o.im pupertärem alter passiert ein loslösungsprozess,da versuchen sie eigene wege zu gehen,probieren aus u.finden auch manches einengend..so wie der glaube..in jüngeren jahren haben sie alles glaubhaft angenommen,jedoch sind sie dann u.werden immer kritischer.
aber ich glaube,das ist so wie beim verlorenen sohn,sie müssen erst mal aus der "vermeintlichen" enge o.gar aus dem elternhaus..also was nur nach vorschrift riecht wird abgelehnt.
dann besteht noch eine gewisse scham,sich vor anderen als christ zu bekennen,weil es ja uncool ist,selbst,wenn sie spüren es ist der richtige weg,leider wenige bleiben auf dem weg.
jedoch,wenn wir unsere kinder christlich erzogen haben,meine ich,haben wir den samen gelegt für christus :!:
alles andere muß ich gott überlassen :!: :o :!:
aber immer öfter erlebe ich bei meinen erwachsenen kinder,daß selbst die krippe wieder aufgestellt wird u.natürlich,wenn kinder kommen,will man sie auch taufen lassen u.ich denke,daß durch die fragen ihrer kinder auch wieder das nachdenken über den glauben sie wieder zu jesus finden.
außerdem ist es garnicht so leicht in der heutigen zeit,sich zu jesus zu bekennen,selbst ich als über 50jährige frau,werde oft als weltfremd belächelt o.gar als irre abgestempelt(aber ich bin gern ein narr gottes)..nun ich habe gottseidank einen festen glauben u.erzähle auch davon,wenn ich gefragt werde.u.ich mache auch kein hehl drauß,daß ich christ bin u.das wissen meine freunde u.bekannte,daß ich z.b.nicht in der letzten woche vor ostern nicht fortgehe,sondern liebe darauf verzichte aus liebe zu jesus.
natürlich kenn ich auch einige jugendliche die aus überzeugung,nicht vorehelichen verkehr haben,also jungfräulich,mann wie frau in die ehe gehen..alle achtung..u.dies erzähle ich auch meinen kindern
u.noch ein gesichtspunkt,warst du nicht auf dem weltjugendtag in köln o.hast du das nicht im fernsehn gesehn???da waren soviel jugendlich die nach dem glauben gefragt haben
ich denke man ist nicht wirklich allein,man muß sich nur auf den weg mache so wie hier
du kannst mir gerne schreiben,wenn du noch mehr fragen hast
:D mimare :D
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Milo
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Beitrag von Milo » 11.04.2006, 21:04

Hallo miteinander,

da ich hier geboren und aufgewachsen bin, begegnend Freunde verschiedener Nationalitäten und Konfession...aber auch so beobachtend die Meinung in der Schule, im Berufsleben, im kritischen Dialog mit Erwachsenen, usw, habe ich folgendes feststellen können.
Die Menschen hierzulande sind meist frustriert und enttäuscht über die Kirche, wie sie heute sich gibt, aber auch über deren Vergangenheit und Vesrtrickung.
Eine banale Reaktion ist immer das die Jugendlichen sagen: äh ich musste als Kind immer zum Gottesdienst jeden Sonntag.

Sie mussten also, und dieser Zwang führt eine Kontrareaktion aus wenn diese Jugendliche mündig werden. Diesen Aspekt des Zwanges finden sie auch in der Kirchengeschischte hier im Westen.

Wenn also ein Vertrauen erst mal "versiebt" wurde, dann ist es schwer wieder die Jugend und Erwachsene an die Kirche zu binden. Es hilft nicht wenn man Kompromisse mit Weltlichding macht (zB. Disko in der Kirche) damit man sie überzeugt!

Wo ist also eine Authentizität der Kirche spürbar, dort werden die Schäflein auch nicht davonfliehen.

Ich kenne das Problem in unserer orthodoxen Gemeinde nicht.

Grüße an alle,

admin

ps. ich habe auch Kinder :wink:

Ellinas
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Beitrag von Ellinas » 26.04.2006, 22:36

Ja genau es ist echt so... viele Jugendliche schämen sich zu sagen "Ich war in der Kirche am Sonntag" Wenn ich zbs. in die Kirche gehe und dann halt nach dem Beten wieder Heim gehe dann fühle ich mich so erleichtert! Ich kann es nicht in Worten beschreiben... Mir wurde ja auch als ich kleiner war immer von Jesus erzählt oder Weinachten, Ostern waren wir immer in der Kirche das ist ja in der Gr. Orthodoxen Kirche ja üblig, bin halt mit der Kirche aufgewachsen...

@Mimare: Nein ich war nicht in Köln beim Weltjugendtag, weil das ja katholisch war also so hab ich es wahr genommen, klar wir sind alle Christen aber das ist irgendwie anders, ich weiss nicht... ich habs aber im Fehrnsehen gesehen und war positiv überrascht dass sich so viele Menschen bzw. Jugendliche für den Glauben interessiert haben!

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Jeremias
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Beitrag von Jeremias » 01.05.2006, 14:41

Ich erlebe das immer wieder bei unseren Messdienern, die mit 14/15 wegbrechen, was ich sehr schade finde. Im allgemeinen liegt das sicher an der Uncoolheit der Kirche. Ich war von mir aus uncool in dem Alter, also war es eh egal und inzwischen bin ich alt genug um die Leute zu belächeln, die mich deswegen lächerlich machen würden. Aber in meinem gesamten Bekanntenkreis macht das einfach keiner, vielleicht auch, weil ich sie oft genug totdiskutiert habe...

@mimare
Ich war beim WJT und zwar als Security-Aushilfe und ich muss sagen, es war schon interessant... Nur daß ich kaum nach Köln zu meinen Freunden fahren konnte und bei uns (ich wohn in Kerpen, und gerade mal 5-10 km entfernt vom Marienhügel) alles zu war, war a bissl nervig... *g*

@ellinas
Du kommst aus Frankfurt? Warst du zufällig beim Namenstag von Bischof Bartholomäus dabei? Wo auch Vater Martin zum Priester geweiht wurde?

mimare
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Beitrag von mimare » 03.05.2006, 10:37

hallo miteinander :D
ich erlebe aber auch in meiner altersgruppe,daß viele menschen nicht an gott glauben..
ich finde es sehr schadeee
aber ich meine vieles macht auch der wohlstand u.die meinung ich kann mein leben bestimmen u.keiner redet mir rein..
aber komisch,wenn leute erfahren,daß ich eine glaubende(kath.christin) bin,da kommen sie schon mit fragen immer wieder
und ab u.an werde ich auch als "verrückte" erklärt aber das macht mir nichts aus,denn ich bin gern ein clown gottes :wink:
oft ist die devise
wasch mich...aber mach mich nicht nass.........leider :wink:
aber ich denke
solange ich mich als glaubende zeige..bin zeuge von IHM :idea:

:D mimare :D
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Deki_3
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Beitrag von Deki_3 » 09.05.2006, 23:17

Die Menschen lehnen Religion fundamental ab. Dabei handelt es sich kaum um rationale Gründe. Die Verbrechen u. Fehler der katholischen u. evangelischen Kirche sind nur sehr bequeme Ausreden für diese Ablehnung.

Diese Abneigung ist Ergebnis vieler Punkte wie z.B. Kapitalismus, Wohlstand,
Politik, Manipulation durch Medien und Staat etc.

Meiner Meinung nach, spielt Intelligenz eine bedeutende Rolle. Es gibt 2 Möglichkeiten seinen Weg zu Gott zu finden:

a) Durch den Verstand
Die Existenz Gottes ist rational erklärbar. Wissenschaft sowie Biologie
bieten eindeutige Beweise. Ein gebildeter Mensch schenkt den
evolutionistischen Märchen keinen Glauben mehr.

b) Durch die Liebe
Die Liebe, den Frieden und die Freiheit die unser Gott uns schenkt sind
unverzichtbare Säulen die das Haus des Lebens aufrecht erhalten.
Liebe, Gewissen und Ethik ist was uns zivilisierte Menschen von
Barbaren unterscheidet.


Man kann sich diesen Weg als dreispurige Straße vorstellen. Links die Liebe und rechts der Verstand. Wer sich auf eine Spur fixiert, kann schnell in den Straßengraben geraten. Daher soll man auf die Mittelspur fahren, und die richtige Mischung aus Liebe und Verstand besitzen!

Abschließend kann man erkennen, dass die Menschen heutzutage ihren Verstand und ihre Liebe verlieren. Und ohne die beiden gibt es keinen Glauben.

Ich hoffe, dass ich erklären konnte das der Verlust des Glaubens nicht (nur) aus vergangenen oder gegenwärtigen Problemen enstanden ist.

Savo Simkov

mimare
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Beitrag von mimare » 11.05.2006, 09:24

hallo savo :D
du sagst man kann mit verstand glauben
hmmm..das ist ein wollen (ich wollte es auch) da kommt man ganz schön schnell an seine grenzen (habe ich auch erfahren)
also das ist sooo meine erfahrung,denn ich bin ein ganz schön verkopfter typ(in)
u.mit der liebe...tia das habe ich auch versucht,bin aber bald an meine grenzen gestoßen,denn meine vorstellung von liebe war eine andere,eine menschliche u.ich verstand nicht,warum dies nicht klappte :cry:
bis ich erfuhr u.erlebte :o
ich muß mich jesus hingeben mit allem was ich bin :idea:
ein totale lebenshingabe :!:
von da an lernte ich mit den augen jesu zu sehn
was mir wohl nicht immer gelingt,weil ich einfach mensch bin :wink:
aber mit dem vertrauen selbst von jesus ohne wenn u.aber geliebt zu werden lässt mich immer wieder die liebe üben. :lol:

bevor ich aber diesen schritt machte...bekam ich richtig angst !!!
aber ich bereue diesen schritt nicht u.fühle,daß ich nun wirklich auf dem richtigen weg bin

es grüßt dich herzlich mit gottes segen

:D mimare :D
gelobt sei jesus christus
(apropo...ich bin katholisch)

Deki_3
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Beitrag von Deki_3 » 11.05.2006, 19:03

hallo mimare,

du hast es erkannt, es ist unglaublich wichtig sich ganz dem glauben zu widmen. orthodoxie bzw. christentum bedeutet leben, es ist keine freizeitaktivität. es ist wichtig, dass wir uns an die regeln halten, denn wir sind kinder Gottes. So wie auch wir unseren jungen kindern regeln und werte beibringen damit aus ihnen vernünftige menschen heranwachsen.
Stellt euch das leben wie einen kompliziert konstruirten schrank vor, ohne eine aufbauanleitung würde das ganze in eine große katastrophe enden.

darüberhinaus kann ich nur sagen, dass aller anfang schwer ist. wenn du vor Gott reif bist, wirst du auch mit glück beschenkt.
Ein Beispiel: Du hast ein wertvolles familien erbstück, welches an dein kind weitergegeben werden soll. erst wenn es dazu bereit ist, reif und verantwortungsvoll, wirst du es ihm/ihr geben. die logik der vernunft.

Überspitzt gesagt, wir können die samen unseres glauben nicht in die erde setzen, und sie nach einem tag wieder herausgraben, weil keine pflanze zu sehen ist. die logik der geduld ;-)


Möge der dreifaltig strahlende Gott euch beschützen
Savo

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Clever
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Beitrag von Clever » 02.06.2006, 19:47

Ich finde das Savo Recht hat in dem Punkt, wo er sagt, der wissenschaftliche Glaube hat den religiösen verdrängt. Die Menschen akzeptieren von zwei Speisen die leichtere - oberflächliches, pseude-wissenschaftliches Glauben ist ihnen genug.

Das beste Beispiel ist der große Erfolg von Dan Browns "Sakrileg" - lauter religiöse Ignoranten schreien Hymnen auf den Film und speien Lob, dabei haben viele von ihnen in ihrem Leben nicht ein Mal die Bibel in die Hand genommen.
"Wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit."(2. Kor. 3,17)

"Freihet bedeuted immer Freiheit des Andersdenkenden."
[i]Rosa Luxemburg[/i]

mimare
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Beitrag von mimare » 29.06.2006, 11:05

hallo savo
hmmm.......ich setze den samen u.vertraue gott,daß er es wachsen lässt !!! :wink: ..aber der gedanke es erst weiter zu geben,wenn der "mensch" reif ist,ist ein guter gedanke

:D mimare
gelobt sei jesus christus

Deki_3
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Beitrag von Deki_3 » 14.07.2006, 21:41

Einen Punkt möchte ich noch ansprechen. Es ist immer von Religion vs. Wissenschaft die Rede, oder Schöpfung vs. Evolution.

Unser Bild von der Wissenschaft in Bezug auf Evolution ist geprägt von Irrlehren und falscher Propaganda.
Der Darwinismus und seine Evolutionstheorie wurden von der Wissenschaft widerlegt.

Dieses Thema ist sehr komplex ich bin gerne bereit mit euch darüber zu reden. Die Evolutiontheorie dient seit der Zeit, in der sie aufgebracht wurde, der materialistischen Philosophie.
Da die Materialisten ihre sogenannten wissenschaftlichen Argumente in der Evolutionstheorie finden, unterstützen sie den Darwinismus bis auf den heutigen Tag.

Glaubt nicht was in den Schulbüchern steht.Glaubt nicht was Medien verbreiten. Seit kritisch und stark im Glauben.

Ich will euch helfen euren Glauben zu stärken, Wissenschaft soll kein wunder Punkt sein, im Gegenteil.

Ein Zitat vom amer. Philosophen Malcolm Muggeridge :
"Ich selbst bin überzeugt, dass die Theorie der Evolution und speziell ihre uferlose Ausweitung als einer der grössten Witze in den Geschichtsbüchern der Zukunft zu finden sein wird. Künftige Generationen werden sich wundern wie eine solch substanzlose, dubiose Hypothese mit dieser unglaublichen Naivität akzeptiert werden konnte, wie es tatsächlich geschehen ist."


Alles für den Herrn

SAVO

Martin
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Registriert: 15.07.2006, 12:25

Beitrag von Martin » 15.07.2006, 12:28

Savo hat geschrieben: Abschließend kann man erkennen, dass die Menschen heutzutage ihren Verstand und ihre Liebe verlieren. Und ohne die beiden gibt es keinen Glauben.
Hallo

Gruß an alle. Ich bin neu hier.

Savo, wie kommst Du darauf, dass die Menschen ihre Liebe verlieren?

Deki_3
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Beitrag von Deki_3 » 15.07.2006, 18:55

Willkommen Martin,

vieleicht sollten wir hier unterscheiden. Zum einen die Liebe zwischen Mann und Frau, und zum anderen, die Liebe gegenüber Mitmenschen.

Wer einen nüchternen Blick auf das Zeitgeschehen und die Gesellschaft hat, wird kaum abstreiten können, dass die Liebe gegenüber Mitmenschen bereits verloren ist.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass sich Glaube durch Liebe ändert.
Er wird intensiver und findet seine Vollendung.

"Man kann nur lieben,
wenn man religiös ist.

Man kann nur religiös sein,
wenn man liebt."

Robert Musil

Question

Beitrag von Question » 15.07.2006, 19:01

Hallo Savo,
Savo hat geschrieben:Wer einen nüchternen Blick auf das Zeitgeschehen und die Gesellschaft hat, wird kaum abstreiten können, dass die Liebe gegenüber Mitmenschen bereits verloren ist.
Das finde ich nicht.
Inwiefern unterscheidet sich die heutige Gesellschaft von früheren Gesellschaften? Wie definierst Du "Liebe gegenüber Mitmenschen"? Ich meine, worin äußert sie sich für Dich?

Viele Grüße

Q.

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