das Kind

Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
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Julija
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das Kind

Beitrag von Julija » 08.04.2006, 14:10

Hallo!
Vor 5 Monaten haben wir das Baby bekommen, unseren kleinen Luka... Bevor das Baby auf die Welt gekommen ist, war mein Leben ganz aktiv und voller Ereignisse. Ich habe gearbeitet, in vielen vierschedenen Projekten teilgenommen, war aktiv in der Kirche, habe im Chor gesungen...
Luka ist ein gutes und ruhiges Kind. Ich kann nicht sagen, dass ich sehr müde bin, aber ich bin. Wir sind immer zusammen. Tagsüber unserer Pappa arbeitet, und wir verbringen Zeit zu zweit. Nachtsüber muss ich auch mit dem Baby bleiben, weil er sich gewöhnt hat mit mir zu schlafen . So geht das... Es gibt, natürlich keine Zeit zu lessen, Freunde zu treffen, manchmal sogar mit meinem Mann in Ruhe zu sprechen.
Ich verstehe gut, welche Rolle eine Frau und Mutter in der christlichen Familie spielt. Aber manchmal verliere ich die Geduld einfach...
Wie ist es bei euch?
Grüsse!
Julija

Olisava
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Beitrag von Olisava » 08.04.2006, 21:22

Hallo Julija!! :D
Ich habe etwas unorthodoxe Meinung dazu!
Also, ich glaub die ganzen Probleme entstehen durch die Männer. Die sind noch phlegebdürftiger als Kinder! (zu mindest die meisten) Ich bin alleinerziehend und komscherweise hab ich total viel Zeit zum lesen und um mich mit Freunden zu treffen. Mein Panteley ist auch ganz ruhig und lieb. So ruhig dass ich mich unterfördert fühle. Ich hab dann das blöde Gefühl unbeschäftigt zu sein, also krieg irgendwie schon schlechtes Gewissen dass ich so wenig mach. Ich geh jetzt auch zum Fitness, geh zu jedem Gottesdienst in die Kirche und trotzdem!
Ich finde es liegt daran dass ich keinen Mann bekochen und beputzen brauch. Für mich allein brauch nichts besonderes zu kochen, und Unordnung stört mich wenig. 8)
Dafür hast du aber einen Mann an deiner Seite den du lieben kannst und der dich liebt. - das was mir fehlt. :(

Ich hab gehört nach einem Jahr wird es wesentlich leicher sein!!! Hat mir meine Kusine gesagt. Ich hab mich noch gewundert: Noch leichter geht es doch nicht?? Anscheinend geht es nicht jeder Mutter wie mir!
Stillst du noch?
Schläfst du aus? Hast du jemand ausser deinen Mann der dir helefen kann (Eltern?) und auf den kleinen aufpassen?
Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken (Mt, 22-37)

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Jeremias
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Beitrag von Jeremias » 09.04.2006, 11:48

Hallo julija,

dein letzter Satz irritierte mich doch ein wenig... Welche Rolle hat denn eine Frau und Mutter in einer christlichen Familie zu spielen? Meine Mutter geht arbeiten und mein Vater kümmert sich um den Haushalt und ich würde meine Familie als sehr christlich empfinden...

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Julija
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Männer, Frauen, Kinder

Beitrag von Julija » 10.04.2006, 08:49

Liebe Elisabeth! :D
Du hast Recht... Ich brauche ganz viel Zeit für den Haushalt... Das ist aber eine Rutine, die mich nicht stört. Bevor unserer Luka auf die Welt gekommen ist, war es auch so. Vielleich bin ich zu pedantisch, desshalb habe ich keine Zeit?
Bei uns geht es so... Zuerst (vor der Geburt) habe ich gedacht, dass ich das Leben mit dem Baby regulieren kann, aber es geht nicht so leicht. Ich denke, du kennst das? Wir (Frauen) lessen Bücher über die Kinder (ich habe viele russische Bücher gelessen, in denen man über die Regeln spricht, die man später nicht verwicklichen kann) und plannen, was und wie wir machen werden. Dann kommt das Baby, und alles geht spontan und natürlich. :D
Ich stille noch voll. Und unsere Pausen zwischen zwei Mahlzeiten sind nicht regelmässig. Früher habe ich gedacht, dass ich das kontrolieren kann. Ich war sehr naive! :D Nachtsüber trinkt mein Kleiner auch. Manchmal sogar mehr, als tagsüber.
Am Anfang hatte Luka Koliken, dann ist er wegen den Zähnchen unruhig geworden. Desshalb schlafen wir zusammen. Und ich habe schon vergessen, wie das aussieht - normal zu schlafen.
Tagsüber ist mein Kleiner ganz ruhig. Aber ich habe keine Zeit und Kraft für Freunde Treffen oder so etwas. Und ich fühle, dass ich immer nervös und müde bin.
Mein Mann versucht mir zu helfen. Aber das geht auch nicht. Luka kann mit ihm halbe Stunde bleiben, dann muss er mich sehen und hören. Das kannst du sicher verstehen? Kleine Babys, die ganze Zeit mit der Mutter verbringen, fühlen sich sicher nur wenn die Mutter dabei ist.
Meine Eltern und alle andere Verwandten wohnen in Litauen (ich bin auch ganz kurz hier). Schwiegereltern haben keine Zeit uns zu helfen.
Sind deine Eltern auch in Deutschland? Hilft dir jemand?
Und jetzt die Hauptfrage: welche Rolle gehört einer Frau in der christlichen Familie? Der Mann (oder der Vatter) muss, meiner Meinung nach, immer genug Kraft (vor allem, geistige Kraft) haben. Es ist nicht so wichtig, ob er arbeitet oder zu Hause bleibt. Und die Mutter muss Geduld haben. Sie kreiert angenehme und ruhige Atmosphäre zu Hause... Das ist, natürlich meine Meinung... Es gibt viele verschiedene. :D
Liebe Elisabeth! So geht das bei mir... Ich habe einen Ideal, eine Vision der Christlichen Familie. Aber manchmal habe ich keine Geduld...
Früher hat mir sehr geholfen, dass ich regelmässig zur Kirche gegangen bin. Jetzt aber kann ich das sehr selten machen.

Ich wünsche euch zwei alles Gute!
Julija
p.s. Entschuldigung für eventuelle grammatikalische Fehler.

mimare
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Beitrag von mimare » 10.04.2006, 18:27

hallo,
bin wohl katholisch u.könnte schon großmutter sein,wenn meine kinder kinder hätten :roll:
aber ich möchte was zu euren kleinkindern sagen:
erst mal die frage
sicherlich habt ihr doch eure kinder in der klinik geboren u.da wurden die kinder nicht immer angelegt,sondern alle 4 stunden bzw.wenn wirklich das kind geweint hat.
warum habt ihr diesen rhytmus unterbrochen???
denn so gewöhnt sich das kind an unregelmäßigkeiten u.verlangt viel zu oft die brust o.die flasche,
ich hatte ein frühchen gehabt u.habe erst alle 2stunden u.dann 3 u.4stunden u.das blieb lange so,bald verschlief das mädel sogar den nachtrhytmus,natürlich habe ich das kind nicht nur zur ernährung aus dem bettchen geholt,sondern auch einfach mal,wenn es unruhig war,oft habe ich dann meinen oberkörper ausgezogen,daß es meine wärme spürte,aber nicht die flasche gegeben,ab u.an hab ich auch gesungen u.das mädel hin u.her gewiegt,dann mit leisem zureden wieder ins bettchen gelegt.
das erste vierteljahr hab ich mich voll auf die kleine konzentriert u.alles andere kam danach,nur muß ich fairer weise sagen auch ich war alleinerziehend damals.erst später habe ich meine tochter mehr u.mehr am allgemeinenem leben teilnehmen lassen aber immer sehr dosiert.
für mich war es einfach selbstverständlich mich voll auf das kind zu konzentrieren,da war kein verlangen nach fortgehn u.freunde sehn,aber da ich einen guten rhytmus hatte konnte ich viel lesen.
aber eine freundin von mir,war auch so traurig u.müde u.bei ihr hat der arzt gesagt,daß das eine depression war die manche mütter haben im ersten jahr nach der geburt,da bist du nicht alleine.
geh doch einmal zum arzt,aber pass auf,daß er nicht die irgendwelche hämmermedizin verschreibt,vieleicht nur ein leichtes naturmittel das ausgleichend wirkt.
noch mal zu dem lieben kind,versuche immer mal (für kurze zeit)das kleine ins bettchen zu legen u.gewöhne es daran auch mal alleine zu schlafen,eine kl.spieluhr hilft da auch schon.
ich hoffe,ich habe dir ein bißchen geholfen u.ich habe mal einen klugen satz gehört:mütter machen den besten gottesdienst,wenn sie bei ihren kindern sind
also seid gesegnet
:D mimare :D

Ehre sei Dir oh Herr

Beitrag von Ehre sei Dir oh Herr » 10.04.2006, 19:20

Liebe Julija,

hm... stelle Dir mal vor, es wäre nicht so...
Stelle Dir mal vor, Du "mußt (immer bei ihm sein)" - wie Du geschrieben hast - auf Dein Kind "nur" 3 Wochen verzichten.... ist das nicht grauenhaft?
Es ist doch nicht wirklich schlimm, wenn Du manchmal kurz aufschreien möchtest... um etwas Dampf abzulassen... jedes Kind ist anders, eines ruhiger, eines lebhafter - ein Energiebündel...
Es bleibt Spekulation, warum und wieso das so ist, es ist eben so...
Geniesse es, bitte Deinen Mann um Hilfe, dass Du mal ausschlafen kannst, so haben alle mehr von einander...

Ja, mimare hat ganz recht, pass bei den Ärzten auf und bei der Medizien...
Manchmal kann man hierzulande den Eindruck gewinnen, sie begreifen den Menschen mit seinem Körper garnicht... Das Kind ist zu dick, es ist zu dünn und muß sofort in die Klinik, was hört man nicht alles?
Na, die "Gesundheitsreformen" passen dazu...

Ich denke das Zauberwort heißt Liebe.
Die traditionelle Rollenverteilung ist doch nebensächlich.
Heutzutage kann man froh sein, wenn einer der Ehepartner Arbeit hat.
Da muß man sich eben arrangieren...
Liebet einander! Damit kann man so manches überwinden und gewinnen...

Ich hoffe, Du kannst mit meinen wenigen Worten etwas anfangen.
Manchmal drücke ich mich etwas umständlich aus...

Alles Liebe für Euch

herzlichst René

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Sebastian
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Beitrag von Sebastian » 13.08.2006, 09:29

BlackandGold hat geschrieben:Hallo julija,

dein letzter Satz irritierte mich doch ein wenig... Welche Rolle hat denn eine Frau und Mutter in einer christlichen Familie zu spielen? Meine Mutter geht arbeiten und mein Vater kümmert sich um den Haushalt und ich würde meine Familie als sehr christlich empfinden...
Lieber BaG,

die Frage, auf die du anspielst ist eine sehr gesellschaftlich aktuelle brisante Frage. Viele kontroverse Diskussionen sind dazu bereits geführt worden. Aber lasst uns dies vom Anfang an beleuchten:

1. Nach der Geburt
Unmittelbar nach der Geburt ist der dauerhafte Kontakt mit der Mutter für das Kind enorm wichtig. Ja, wichtiger als der Kontakt mit dem Vater. Kinder, die von ihren Müttern gestillt werden, entwickeln sich i.d.R. besser bzw schneller als Kinder, die syntetisch hergestellte Milch bekommen. Dies ist immer noch so. Viel wichtiger ist in diesem Zusammenhang allerdings die physische Gegenwart der Mutter. Das Kind hat in den ersten Tagen eine Bezugsperson zu der ein starkes Vertrauensverhältnis entsteht.

1.1. Hilfe des Ehepartners in der unmittelbaren Zeit nach der Geburt
Es ist für die Mutter eine Zeit voller Herausforderungen. Nicht nur, dass evtl. das Berufsleben vorerst aufs Eis gelegt wurde, nein es kommt alles zu kurz, da sich fast alles ums Kind drehen muss. So kann mitunter auch die Wohnung aussehen, als hätte kürzlich eine Bombe eingeschlagen. Meiner Meinung nach bringt eine Mutter in dieser Zeit große Opfer (siehe: Freunde treffen). Nun kann dies aber nicht alles auf eine Person abgewälzt werden. Emanzipierte Männer nehmen statt dem Feierabendbier den Staubsauger in die Hand und unterstützen die Frauen so gut sie können!

2. Die Karierre
Wir sprechen hier von der Zeit Kleinkind - Jugendlicher. Es muss schlicht abgewogen werden, was der Familie mehr bringt. Hat die Mutter einen besseren Job, in den sie wieder einsteigen kann, so sollte mE der Vater sich in Sachen Karierre zurückhalten (Halbtags arbeiten, Haushalt, Kinder zur KITA, Schule etc bringen+abholen usw). Es ist aber noch heute oft ein Egoproblem der Männer, diesen vernünftigen Weg einzuschlagen.

Der Grund für das Rollenverhältnis: "Mutter an den Herd, Vater geht schuften" hat seinen Ursprung noch aus alttestamentarischer Zeit. Auf dem Lande und im Handwerk waren die Berufe "Knochenjobs". So war es logisch, dass Männer die Schwerstarbeit verrichten und Frauen sich ums Heim kümmerten. Heute, in einer industriellen Dienstleistung und Informationsgesellschaft findet eine solche Rollenverteilung keine Anwendung mehr.

Ich für meinen Teil definiere christliche Erziehung/ christliches Familienleben nicht über Rollenverhältnisse, sondern als eine Erziehung/ ein Leben im Glauben an Jesum Christum.


herzlichst
Sebastian

Anjuta
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Re: das Kind

Beitrag von Anjuta » 23.09.2006, 22:01

Julija hat geschrieben:Nachtsüber muss ich auch mit dem Baby bleiben, weil er sich gewöhnt hat mit mir zu schlafen.
Erst mal, müssen tust du nicht. Du willst. Weil du da ein wenig Ruhe hast weil dein Kind schneller einschläft.

Ich kenn das hab ich auch eine zeitlang gemacht. Meine war da etwa 7 Monate alt. Ich war grad am abstillen da war sie quängelig und zudem hatt sie noch eine Angina bekommen. Oh wei, der Haushalt zu der Zeit sah aus .... :oops:
Sie hat mich überhaupt nicht von sich weggelassen.

Aber das solltest du nicht auf Dauer machen. Denn je länger er bei dir schläft umso schwieriger wird es ihn später das anbzugewöhnen. Und glaub mir es ist nicht gerade förderlich für das Eheleben wenn die Kinder jahrelang mit im Ehebettschlafen.

Meine schlief damals ca. einen Monat mit bei mir mit im Bett. Danach hatte ich zwar drei sehr kurtze Nächte aber sie hatte sich dann wieder dran gewöhnt und schlief wieder fast durch. Ist zwar anstrengend aber danach umso besser für Eltern und Kind, weil du als Mutter dann auch ruhiger wirst, was auch dem Kind zugute kommt. Muß noch sagen das das Bettchen mit im Schlafzimmer stand.

Aber manchmal verliere ich die Geduld einfach...
Ruhig bleiben. :wink: Laß dich nicht verrückt machen. Der Haushalt läuft dir nicht weg. Die halbe bis eine Stunde am Tag nur für dich zum Entspannen, nimm sie dir einfach. Oder immer mal 10-15 min über den Tag verteilt.
Wenn dein Kleiner schläft, nachmittags oder wann auch immer du dich am ausgelaugtesten fühlst. Denk einfach nicht an den Haushalt. Denn der kann hinterher gemacht werden. Geht auch schneller und leichter von der Hand wenn man ausgeruht und enspannt ist. 8)

Lies was in der Zeit, leg die Beine hoch oder telefonier mit Freunden. Irgendwas was dir gut tut.

Die beste Mutter ist gar nicht so toll wenn sie ständig unter Spannung steht. Enspannte Mütter sind glücklichere Mütter.

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Julija
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hallo!

Beitrag von Julija » 08.12.2006, 11:40

Liebe Anjuta!
Danke dir für deinen schünen Brief! Du hast natürlich Recht. Jedes Kind muss allein schlafen lernen. Mit 11 Monaten (vor 2 Monate) habe ich angefangen den Luka ins Bettchen zu legen. Erlich zu sagen habe ich gewartet, dass er viel mehr protestieren word. Es klappt aber fast von Anfang! :)
Jetzt sind wir in einer anderen Phase. Mein Kleiner lernt ohne Brust zu einschlafen... Es geht eber nicht so einfach... Aber wir versuchen immer wieder.

Ja, und über Geduld... Mit den Kindern muss man wirklich viel Geduld haben. Früher, wenn mein Sohn kleiner war, hatte ich fast jeden Tag eine stressige Situation. Und jetzt versehe ich, dass es nur meine Schuld war, weil ich selbe zu viele Sorgen gemacht habe... Jetzt haben wir größere Erfahrung :) . ich habe gelernt mich zu beruhigen und meine schlechte Emotionen vom Kind zu verschtecken.

Wie alt ist dein Kind? Hast du auch nur ein oder mehr?
Julija

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