Kurze Fragen - kurze Antworten!

Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
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Ferdinand
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitrag von Ferdinand »

Grüß Gott!

Ist der Namenspatron einer Johanna einer der heiligen Johannesse oder gibt es heilige Johannas, die da in Frage kommen?
Herr, mein Herz überhebt sich nicht, nicht hochmütig blicken meine Augen;
ich gehe nicht um mit großen Dingen, mit Dingen, die mir zu wunderbar sind.
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Igor
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitrag von Igor »

Grüß Gott!

Lt. Lk 24,10 war eine der myrontragenden Frauen Johanna (Gedächtnis der hl. Johanna: 27.06. bzw. 10.07, s.a. https://www.orthpedia.de/index.php/27._Juni).

In Christo
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Als der Höchste hernieder fuhr, verwirrte Er die Sprachen, zerteilte Er die Völker, nun, da Er Feuerzungen ausgeteilt, ruft Er alle zur Einheit: Einmütig preisen wir deshalb den Heiligen Geist. (Pfingstkondakion im 8. Ton)
Ferdinand
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitrag von Ferdinand »

Herzlichen Dank!
Herr, mein Herz überhebt sich nicht, nicht hochmütig blicken meine Augen;
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Pistos
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitrag von Pistos »

Schönen guten Abend und zwar würde ich mich über eine Antwort der nachfolgenden Frage freuen :

Wie kann ich die Bibel aus orthodoxer Sicht am besten lesen? Und zwar ist mir schon nach kurzer Recherche bewusst geworden, dass der geschichtliche Kontext (Heilige Tradition) unabdingbar ist, um die Bibel richtig zu verstehen. Ansonsten kann der Inhalt der Bibel nahezu alles bedeuten. Gibt es entsprechend orthodoxe Bibeln mit Kommentaren oder ein seperates Geschichtsbuch, dass man parallel lesen kann, um den Kontext besser zu verstehen?

Liebe Grüße

Pistos
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Igor
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitrag von Igor »

Lieber Pistos!

Ich würde gern kurz auf die Frage antworten, doch dann musste ich beim Überlegen der Antwort feststellen, dass diese eigentlich nur länger ausfallen kann.

Fangen wir mal mit der kommentierten Bibel an. Es gibt eine orthodoxe Studienbibel, allerdings in englischer Sprache: The Orthodox Study Bible

Im deutschen kenne ich nur die Genfer Studienbibel, die zwar nicht einen orthodoxen Ursprung hat, durchaus aber auch da verwendet wird.

Wenn Du auf die Kommentare der Kirchenväter zurückgreifen möchtest, was in der orthodoxen Exegese die gebräuchliche Herangehensweise ist, dann ist die Bibliothek der Kirchenväter ein möglicher Anlaufpunkt oder auch hier http://orthodoxe-bibliothek.de/index.php/themen/exegese.

Hilfreich sind natürlich auch Katechese-Bücher, s.a. in der FAQ.

Die regelmäßige Teilnahme an Gottesdiensten und damit verbunden das Hören der Schriftlesungen und der Predigten sind auch eine Möglichkeit dazu, hier z.B. einige Predigten in deutscher Sprache bei Youtube.

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Marian
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitrag von Marian »

Grüß Gott,

im Onlinekalender von Orthpedia sind nun die täglichen Evangelienlesungen aus der Übersetzung "Die Evangelien Byzantinischer Text Deutsch".
Zu kaufen hier:
https://www.die-bibel.de/shop/byzantini ... utsch-5511
Ein Beispiel wie die Evangelien zu lesen und verstehen sind, gibt Vater Justin sehr sehr bildhaft, gottverbunden und tiefgründig hier:
https://youtu.be/2tkDqLpgRnQ
Fragen und Antworten dazu hier:
https://youtu.be/GFezFWWIhVU
Über das Studium im Kämmerlein hinaus ist es orthodox, die Heiligen Gottes kennen zu lernen, zu verehren und nach Möglichkeit ganz real im täglichen Leben nachzuahmen.
Warum? Jeder von ihnen hat mit seinem Leben ganz individuell ein anderes Evangelium unseres Herrn und Gottes Jesus Christus real, anschaulich und verständlich werden lassen.
Ja manche sagen, indem wir unser Leben, dem Herrn und seinen Heiligen in Liebe und Demut nachfolgend, zu einem Evangelium werden lassen, wird Gott uns den Text verständlich machen, und auch ggf. unseren Nächsten zu Gott "bekehren", ohne dass auch nur ein Wort gesagt werden muss.
Dabei hilft uns die Kirche mit den Mysterien, Gottesdiensten, der Folge von Herrn- und Heiligenfesten, gemeinsamen Fastenregeln usw.

Und da schließt sich der Kreis. Die beste Verbindung zwischen dem Text und dem Leben ist der Kalender mit den täglich zugehörigen Bibellesungen.
http://www.orthodoxer-kalender.de/?datum=20210329

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Pistos
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitrag von Pistos »

Vielen Dank für die Antworten. Sie waren sehr hilfreich! Da ich erst seit kurzem mich intensiv mit den Glauben beschäftige, habe ich noch viele weitere Fragen. Ich hoffe es ist kein Problem, dass ich diesen Thread öfter benutzen werde :oops: Nun zu meiner nächsten Frage :

Und zwar geht es um die weiteren Bücher der Bibel die die Protestanten als "Apokryphen" bezeichnen und die Orthodoxe als "Deuteronkanon". Meine konkrete Frage ist, waren diese Bücher von Anbeginn in der Bibel enthalten oder haben sie die orthodoxe Christen hinzugefügt? Denn ich habe auf einer Seite gelesen (war wohl eine Protestantenseite) dass diese Bücher, Fehler und Unreimheiten, als auch historische Fehler aufweisen. (Wenn ich die Seite wiederfinde, kann ich sie gerne posten)

Ist das korrekt?

Gottessegen wünsche ich euch

Pistos


Edit : Hier ist die Seite


https://www.gotquestions.org/Deutsch/Ap ... ische.html
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Igor
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitrag von Igor »

Grüß Gott!

Eine sehr schöne Zusammenfassung zum Thema Apokryphen findet sich in diesem Artikel:

https://de.wikipedia.org/wiki/Apokryphen

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Igor
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Marian
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitrag von Marian »

Servus,
die Bibel gab es nicht zu dieser Zeit. Nicht einmal das alte Testament war eine starre Sammlung von Texten. Eine religiöse Elite im Umfeld des Tempels brachte fortwährend die Zeichen und Propheten der Zeit mit den bekannten Offenbarungen Gottes in Beziehung. Das endete nach der Zerstörung des Tempels (70).
Es gab kein schwarzweiß Denken. Und sicherlich ist das ab 33 in den jüdischen Gemeinden, die an die Herrliche Auferstehung des Herrn Jesus Christus glaubten, genau so weiter gehandhabt worden. Nur dass eben die Evangelien dort geglaubt wurden, die Lehrer und Propheten (wie sie in überlieferten Texten genannt werden) von Ort zu Ort weiter trugen. Es ist auch unbedingt davon auszugehen, dass dadurch eine Vielzahl von Varianten existierten, wie schon Paulus anmahnt.
Strikte administrative Ordnung und Abgrenzung hatte aber dennoch keine Bedeutung, da alle die Wiederkehr des Herrn und das Gericht sozusagen noch während ihres Lebens erwarteten.
Und das ist das Kunststück, was uns heute gelingen muss, um das ewige Leben zu erlangen. Wie erreichen wir das Verheißene obwohl der Herr schon 1988 Jahre auf sich warten lässt? Wie könnten wir etwas anderes für aussichtsreich ansehen als den Glauben gemeinsam mit
"Seiner Kirche" wie er sie selbst nennt? In ihr sind ja auch alle schon Entschlafen versammelt. Insbesondere die Heiligen Väter, die welche für uns die Wahrheit über den Herrn Jesus Christus von der Unwahrheit getrennt und bis zu uns überliefert haben.
Denn die Väter haben nicht etwa etwas hinzugefügt, wie deine Frage andeutet, sondern eben aus der Vielzahl von Texten die kanonischen ausgewählt, andere als Unwahr verworfen und viele als Überlieferung aber nicht zentral den Glauben beschreibend anerkannt. Und auch NICHT aus herrschsüchtigern kirchlichen Institionseifer haben sie das getan, wie der Protestant glaubt, um möglicherweise dem Protestantismus erst eine Rechtfertigung zu verleihen.
Sie mussten es um sich insbesondere gegen den um sich greifenden Irrglauben zu wehren. Viele Bischöfe waren schon Arianer und verleugneten das Göttliche im Herrn. Und entgegen einer solchen Übermacht geschah das Wunder von dem wir heute noch zehren. Der Kaiser wurde von Gott zum Glauben gebracht. Das Kreuz wurde von seiner Mutter in Jerusalem gefunden.
Das Glaubensbekenntnis haben die Väter formuliert. Die Glaubenswahrheiten konnten bis zu uns erhalten werden.
Nun müssen wir nur noch den Versuchungen wiederstehen und glauben, was ganz leicht ist in der Liebe zu Gott und unseren Nächsten.

M
Pistos
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitrag von Pistos »

Einen schönen guten Tag euch!

Es sieht so aus, dass ich mich etwas schwammig ausgedrückt habe, dafür entschuldige ich mich! Mir ist schon klar, dass die Bibel als Kanon viel später entstanden ist und das dass alte bzw das neue Testament lose Schriften waren. Meine konkrete Frage ist, ob der Deuteronkanon ebenfalls von Anfang an drinne war (Ab dem Zeitpunkt wo der Bibelkanon festgelegt wurde) oder eben erst viel später von den Orthodoxen hinzugefügt wurde. Die Katholiken haben ja den Deuteronkanon ja erst im 16 Jahrhundert hinzugefügt, wenn ich nicht falsch liege. Und die Protestanten haben ihn rausgenommen.

Gottessegen mit euch

Pistos
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitrag von holzi »

Pistos hat geschrieben: 02.04.2021, 13:15[...] Die Katholiken haben ja den Deuteronkanon ja erst im 16 Jahrhundert hinzugefügt, wenn ich nicht falsch liege. Und die Protestanten haben ihn rausgenommen.
Das behaupten die Protestanten. Das römisch-katholische Konzil von Trient hat im 16. Jhd. nicht die Deuterokanonischen Schriften der Bibel hinzugefügt, sondern eben auf die Forderungen der Protestanten, sie rauszuwerfen, bekräftigt, dass sie Teil der Bibel sind. Vor dieser Zeit wurde die Zugehörigkeit dieser Bücher nie bestritten. So war es auch nie ein Streitpunkt zwischen der römischen Kirche und den Kirchen des Ostens, welche Schriften zum Kanon gehören sollten. Es gibt schon kleine Unterschiede (z.B. Psalm 151), aber es gab darüber nie ernsthaften Streit. Erst die Anhänger der Reformation im Westen machten hier ein Riesentheater darum.
Das Christentum nimmt den Menschen, wie er ist, und macht ihn zu dem, was er sein soll. (Adolph Kolping 1813-1865)
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Igor
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitrag von Igor »

Grüß Gott!
Der Strang heißt zwar „Kurze Fragen – kurze Antworten“, anscheinend war meine Antwort im letzten Beitrag wohl zu kurz, denn der Link da beantwortet diese Fragen. Hier nochmal ein Extrakt aus https://de.wikipedia.org/wiki/Apokryphen, Hervorhebung durch mich:
Alttestamentliche Apokryphen im engeren Sinn sind die von Martin Luther und nach ihm auch von anderen Reformatoren ausgesonderten Schriften, die nicht in der hebräischen Bibel vorkommen, sondern nur in der griechischen Bibel enthalten sind.
[…]
Gegen Ende des ersten Jahrhunderts nach Christus soll es im Zuge der Kanonisierung der jüdischen Bibel im tannaitischen Judentum zur Ausgrenzung biblischer Schriften gekommen sein, die nur in der Septuaginta, nicht aber im hebräischen Tanach enthalten sind. In der griechischsprachigen christlichen Kirche wurde die Septuaginta als Kanon des Alten Testaments beibehalten. Die römische Kirche rechnete deren Schriften seit dem 3. Konzil von Karthago (397) definitiv zum Kanon. Erst die Kirchen der Reformation ordneten sie im 16. Jahrhundert den „Apokryphen“ zu.
[…]
Seit der Reformation unterscheidet sich daher der Umfang des Alten Testaments in den christlichen Konfessionen: Die katholische und die orthodoxe Kirche folgen in ihrem AT-Kanon weiter der Septuaginta, während die Reformatoren ihren Bibelübersetzungen die hebräische Bibel zugrunde legten. Entsprechend werden im Protestantismus alle Schriften, die im Judentum nicht als kanonisch anerkannt sind, zu den Apokryphen gezählt. Sie sind in der Lutherbibel als „nützliche“, aber nicht „heilige“ Schriften in einem Anhangsteil abgedruckt. In einigen Ausgaben der Lutherbibel sind sie gar nicht enthalten. In Bibelübersetzungen aus der reformierten Tradition waren sie anfangs enthalten (Zürcher Bibel von 1531), wurden aber später ausgeschlossen.
[…]
Die in protestantischen Kirchen als apokryph betrachteten Texte wurden im Sprachgebrauch der katholischen Theologie in der Zeit der Kontroverstheologie auch als deuterokanonische Schriften bezeichnet, um sie von den protokanonischen Schriften zu unterscheiden, die von allen christlichen Konfessionen anerkannt werden. In den orthodoxen Kirchen nennt man sie auch Anaginoskomena („Zu Lesendes“).
[…]
Die orthodoxe Tradition folgt der griechischen Bibel der Alten Kirche.
Ergänzend dazu: https://de.wikipedia.org/wiki/Kanon_(Bibel)
Im Christentum fand die formale Kanonisierung erst im 4. Jahrhundert statt. Letztlich jedoch war die christliche Kanonisierung ein wandlungsvoller Prozess. Grundlage war zu jener Zeit die Septuaginta, die griechische Übersetzung des Tanach und einiger weiterer Schriften. Für die katholische Kirche entfaltete allerdings die lateinische Neuübersetzung durch Hieronymus, die Vulgata, wesentlich größere Bedeutung. Im lateinischen Westen des Reiches war man zunehmend nicht mehr in der Lage, mit der griechischen Septuaginta zu arbeiten.
[…]
Insofern griffen die Reformatoren auf den hebräischen Kanon des Tanach zurück, während die Katholische Kirche, allerdings erst nach einigen Auseinandersetzungen, auf dem Konzil von Trient am Umfang der lateinischen Vulgata und die Orthodoxe Kirche an der Septuaginta festhielt.
[…]
Insofern besteht heute zwischen orthodoxen, römisch-katholischen und protestantischen Kirchen Uneinigkeit bezüglich der nicht im Tanach enthaltenen Schriften, die je nach Standpunkt als (alttestamentliche) Apokryphen oder Deuterokanonische Schriften bezeichnet werden.
[…]
Im Zuge der Reformation wurde der bisher übliche Umfang des Kanons des Alten Testaments, der sich an der Septuaginta orientierte, in Frage gestellt. Martin Luther orientierte sich bei seiner Übersetzung des Alten Testaments am jüdischen, hebräischen Kanon, der – um 100 n. Chr. in seinem heutigen Umfang festgelegt – weniger Schriften umfasste als die um 200 v. Chr. entstandene Septuaginta (d. h. ohne die Bücher Judith, Tobit, teilweise Daniel und Ester, Makkabäer, Sirach, Weisheit und Baruch). Die katholische Kirche legte sich daraufhin im Zuge der Gegenreformation und lehramtlich verbindlich im Konzil von Trient auf den Umfang der Septuaginta für das Alte Testament fest.
Summa Summarum: im protestantischen Umfeld wurde der seit Frühzeiten bestehende Satz von Büchern mit der Reformation gekürzt. In der orthodoxen Kirche dient die Septaguinta als Basis: https://www.orthpedia.de/index.php/Septuaginta
Die Septuaginta enthält alle Bücher des Tanach, die Juden und Christen als kanonisch anerkennen sowie eingie Zusätze, die im Judentum nicht zum Kanon gehören, weil sie entweder verlorene oder gar keine hebräischen Vorlagen hatten. Sie entstand, bevor sich der dreiteilige Kanon des Tanachs durchgesetzt hatte.
[…]
Die lateinische Vulgata beruhte noch auf der Septuaginta, der moderne römische Kanon (seit dem 2. Vat. Konzil) bezieht sich auf den hebräischen masoretischen Text. Der Protestantismus hat nur die Bücher der hebräischen Bibel anerkannt. In manchen Ausgaben werden Teile der LXX-Zusätze als Apokryphen gesondert dargestellt. Dies beruht auf einem Missverständnis Luthers, der dachte, die älteste Quelle des Alten Testamentes müsste in Hebräisch zu finden sein. Deshalb benutzte er den Masoretischen Text (MT) aus dem 9. Jhdt., ein jüdischer Kanon, der vor allem als Reaktion auf christliche Ansprüche (die alttestamentlichen Schriften gehören der Kirche) zusammengestellt wurde.
In Christo
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Pistos
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitrag von Pistos »

Jetzt habe ich es verstanden. Vielen lieben Dank!
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